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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

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Wie Stefan Rahmstorf an den Klimadaten „dreht“

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Ich hatte bereits mehrfach darüber berichtet, dass von Forschungsinstituten an den Klimadaten „gedreht“ wird. Siehe z.B. hier und hier.

Aber auch einzelne Klimaforscher bedienen sich dieser Methode. Als Beispiel hatte ich Stefan Rahmstorf genannt. Sie hier und hier.

Nun ein weiteres Beispiel. Am 28.12.2008 hat Stefan Rahmstorf einen Vortrag auf einem Kongress des Chaos Computer Club in Berlin gehalten. Auf den ersten Blick ein sehr schöner und für den Laien überzeugender Vortrag. Dem kundigen Zuschauer fällt aber sehr schnell auf, dass Daten „umgestaltet“, selektiv ausgewählt und zielgerichtet eingesetzt werden. Hier ein Ausschnitt aus seinem Vortrag.

http://video.google.de/videoplay?docid=-3863971105404893461&hl=de

Herr Rahmstorf präsentiert diesen Graphen der Globaltemperatur.

rahmstorf-nasa-giss

Dabei handelt es sich um die NASA-GISS-Werte der Globaltemperatur von 1880 bis 2008. Einen vergleichbaren Datensatz stellt das Met Office in England mit seinem HadCRUT3-Daten von 1850-2008 zur Verfügung.

Auf die Daten des Met Office greift Herr Rahmstorf vermutlich nicht zurück, weil diese ein „Abknicken“ der Globaltemperatur ab 1998 zeigen. Dazu sollte man wissen, der NASA-GISS-Datensatz ist der einzige, von weltweit vier Datensätzen, der kein Abknicken ab 1998 zeigt.

1. Dreh: Auswahl des einzigen Temperatursatzes der Globaltemperatur, der kein „Abknicken“ ab 1998 zeigt.

Damit fängst es aber erst an. Ich zeige einfach mal die Originalgraphen von der Seite der NASA mit den zugehörigen Temperaturverläufen global und über Land und Ozean.

nasa-giss-1880-2008

Im Vergleich mit der Graphik von Herrn Rahmstorf stellt man folgende Unterschiede fest:

2. Dreh: Die Werte wurden um ca. +0,3°C nach oben versetzt und starten bei 0, im Original hingegen starten sie bei knapp –0,3°C. Das Original verwendet einen Referenzwert der Jahre 1951-80 als Nullwert (Normaltemperatur). Zwischen 1880-1890 lagen die Temperaturen um ca. –0,3°C niedriger als dieser Referenzwert. Heute liegen die Werte um ca. +0,5°C höher als dieser Referenzwert. Dieser Wert von ca. +0,5°C wird als Temperaturanomalie bezeichnet. Herr Rahmstorf definiert einen neuen Referenzwert und legt ihn an Anfang der Zeitreihe. Damit erhält er einen Temperaturwert von ca. +0,8°C gegenüber 1900. Das die Temperaturanomalie tatsächlich nur ca.+0,5°C beträgt, wird nicht mehr erwähnt.

3. Dreh: Es wird ein gleitender Mittelwert über 15 Jahre gewählt (die rote Linie). Im Original werden hingegen gleitende Mittelwerte über 5 Jahre verwendet. Der Zweck: Je länger der gleitende Mittelwert gewählt wird, umso stärker werden kurzfristige Temperaturschwankungen weggeglättet, vor allem die ab 1998.

4. Dreh: Der gleitende Mittelwert über 15 Jahre wurde nach vorne und hinten verlängert. Ein gleitender Mittelwert über 15 Jahre wird jeweils aus Zeitabschnitten von 15 Jahren gebildet. Z.B. für das Jahr 2000 aus den Jahren 1993-2007. Aus diesem Grund startet ein gleitender Mittelwert über 15 Jahre 7 Jahre nach Beginn der Zeitreihe (also im Jahr 1887) und endet 7 Jahre vor dem Ende der Zeitreihe (also im Jahr 2001). Das ist in der Abbildung von Herrn Rahmstorf nicht der Fall. Die Zeitabschnitte 1880-1887 und 2001-2008 wurden durch Interpolationen (Näherungen) verlängert. Vollständige Datenwerte liegen hier nicht vor. Von Herrn Rahmstorf wird das nicht erwähnt. Eine derartige Interpolation verwendet die NASA in ihren gleitenden Mittelwerten über 5 Jahre nicht.

Ich habe die Glättung und Interpolation von Herrn Rahmstorf in einen separaten Graphen noch einmal durchgeführt und die interpolierten Bereiche kenntlich gemacht (durch Strichelung der roten Linie an beiden Enden). Dabei habe ich die Werte nicht, wie Herr Rahmstorf es gemacht hat, um +0,3°C nach oben verschoben. Hier noch einmal der direkte Vergleich:

nasa-giss-535-x-433

5. Dreh: Der gleitende Mittelwert über 15 Jahre wurde noch einmal extra geglättet (sog. Smoothing). Dieses fällt beim Vergleich der oben gezeigten Graphen direkt auf. D.h. Herr Rahmstorf hat seinen Graphen noch einmal extra geglättet, nachdem er ihn nach oben verschoben und beidseitig verlängert hat. Der Zweck: Kurzfristige Temperaturschwankungen sollen vollständig weggeglättet werden, was ihm auch gelungen ist. Des Weiteren wird die Steigung am Ende des Graphen verstärkt.

6. Dreh: Unter seinen Graphen schreibt Herr Rahmstorf: „ Increase in global mean surface temperature: ~ 0,8°C since 1900. Similar increase in sea sureface temperature.“ Anstieg der mittleren, globalen Oberflächentemperatur: ~ 0,8°C seit 1900. Selber Anstieg in der Meeresoberflächentemperatur. Ist das wirklich der Fall? Schauen wir noch einmal auf den unteren Teil von Abbildung 2, also auf das Original der NASA.

nasa-giss2-535-x-384

Wir stellen fest, dass sich die Ozeane zwischen 1900-2008 von ca. –0,2°C auf +0,4°C erwärmt haben, also um ~ 0,6°C und nicht um die genanten ~ 0,8°C. Die Ozeane haben sich also deutlich weniger erwärmt.

Derartige Beispiele ziehen sich durch den gesamten Vortrag von Herrn Rahmstorf. Die „freie Gestaltung“ der Daten und die Fehlinformationen fallen dem unkundigen und gutgläubigen Zuschauer natürlich nicht auf, zumal er nicht informiert wird. Warum Herr Rahmstorf zu diesen Mitteln der Präsentation greift kann er nur selbst beantworten.

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Freitag, 23 Januar, 2009 at 16:07

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert

Stefan Rahmstorf – Hacker geben Einblick in den Berufsalltag eines Klimawissenschaftlers

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Gastbeitrag von Michael Krüger

Auch erschienen bei Readers Edition

Dienstag, den 24. November 2009 um 16:44 Uhr von Michael Krüger
Stefan Rahmstorf. Hier auf dem Klimakongress in Kopenhagen im März dieses Jahres.

Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist “Klimaberater” unserer Kanzlerin, Leitautor der Weltklimaberichte des IPCC und einer der bekannteste unter den Top-Klimaforschern Deutschlands – und zugleich der Unerbittlichste. Journalisten beklagen Einschüchterungsversuche, Forscher gehen auf Distanz zum Potsdamer Professor. Der Konflikt mit den so genannten “Klimaskeptikern” wird inzwischen in Zeitungen und den Medien ausgetragen. Siehe z.B. Spiegel-Online vom 12.09.2007. [1]

Auf seiner Internetseite geht Stefan Rahmstorf offensiv gegen so genannte “Klimaskeptikern” vor. [2] [3] Dabei wird auch nicht davor zurück geschreckt Kollegen öffentlich anzugreifen, die eine “klimakritische” Meinung vertreten [4]. Zudem werden Kollegen (Mojib Latif et. al) angegangen, die eine kurzfristige Abkühlung (für ein bis zwei Jahrzehnte) für möglich halten. So genannte “Klimawetten” werden dabei ins Leben gerufen und öffentlich ausgetragen. [5]

In seinem Vorgehen zeigt sich Herr Rahmstorf unerbittlich. Es geht schließlich um nichts Geringeres, als das Bild der vom Menschen gemachte globalen Erderwärmung zu verteidigen. Dahinter steckt viel Geld und viel Ansehen, was es zu verlieren gibt. Dabei wird selbst nicht davor zurückgeschreckt Temperaturkurven nach oben zu versetzen, oder von unten nach oben zu biegen. [6] [7]

Blogarbeit

Unter den WISSENSlogs schreibt Herr Rahmstorf in einem eigenen Blog, der KlimaLounge [8]. Ebenfalls vertreten ist er im Blog von RealClimate [9]. In beiden Blogs haben sich Klimawissenschaftler zusammengetan, welche den so genannten Konsens einer menschengemachten Erderwärmung stützen wollen. Die meisten davon waren an der Erstellung der Weltklimaberichte des IPCC beteiligt. Es gilt die eigene Meinung zu verbreiten, in die Öffentlichkeit zu tragen und politisch Einfluss zu nehmen. Unerwünschte und kritische Kommentare werden in beiden Blogs gelöscht.

Hacker geben Einblick in den Berufsalltag

Das öffentliche Bild bestätigt sich nunmehr durch “gekaperte” Mails von der “Climate Research Unit” (CRU). Hacker sind kürzlich in die Computer der CRU der britischen East Anglia Universität eingedrungen und haben brisantes Datenmaterial “erbeutet” und zwecks Aufklärung in die Öffentlichkeit gestellt. Darunter auch über 1000 E-Mails mit der privaten Korrespondenz der Klimaforscher. Deren Echtheit wurde inzwischen bestätigt. Einer der Akteure ist Stefan Rahmstorf.

Diskreditierung von “klimakritischen” Kollegen und Eingriffe in den Peer-Review-Prozess

Zu dem allseits geschätzten Klimawissenschaftler Hans von Storch gibt der Mail-Fundus eine eigene kleine Geschichte her.

Wie schon verschiedentlich erwähnt, hetzen Mann (Michael Mann, “Vater” des “Hockey-Sticks”) et al. an zahlreichen Stellen gegen den Klimawissenschaftler von Storch und versuchen auf unterschiedliche Weise, sein Ansehen zu beschädigen und seinen Einfluss in der wissenschaftlichen Welt zu schmälern. So wird er in der Mail-Datei 1047388489.txt gar unter Verdacht gestellt, selbst ein “sceptic” (Klimaskeptiker) zu sein.

In 1051190249.txt fällt er bei dem Kollegen Wigley in Ungnade, weil er zum Publizieren von “crap science ‘in order to stimulate debate’” (”schlechter” Wissenschaft, zwecks Anregung der Debatte) ermuntern würde.

Michael Mann gibt sich denn auch in 1060002347.txt hocherfreut, dass er ihnen als Editor bei Climate Research (CR) nicht mehr im Wege ist: “Hans Von Storch’s resignation as chief editor of CR, which I think took a lot of guts, couldn’t have come at a better time.”

In 1125067952.txt beraten sie über Teilnehmer an einem Workshop, die sie mit von Storch in Verbindung bringen und daher ablehnen: “If the Germans need to be represented here, I would suggest instead someone from the Potsdam group,” Demnach halten sie das PIK (Rahmstorf, Schellnhuber) für mehr linienkonform, was freilich wenig verwundert.

In späteren Mails taucht denn auch Rahmstorf auf. Der dient sich nach Kräften bei den erlauchten Herrschaften an. In 1141164645.txt meint er gar: “Von Storch’s contention that the “hockey stick” is “nonsense” (cited in the US Senate) is based on a mistake.” (Von Storchs Behauptung, dass die Hockeyschlägerkurve Unsinn ist (wie vom US-Senat zitiert) basiert auf einem Irrtum). Allerdings ist Rahmatorf die Hockey-Stick-Problematik bestens bekannt, wie in 1141169545.txt nachzulesen ist. An anderer Stelle will er Ergebnisse von Storchs aus dem IPCC-Bericht raushalten. “… why show it in IPCC?”.

Warum war von Storch in Ungnade gefallen? Er hatte dazu beigetragen, Manns Hockeyschläger-Pfusch auffliegen zu lassen, indem er 2005 im Wall Street Journal als Fachmann urteilte. Hans von Storch zum Hockeystick: “Die Kurve ist Quatsch” (Spiegel 41-2004 Seite 158). Auch vom US-Senat war er dazu befragt worden. Phil Jones (Climatic Research Unit, CRU-Direktor) informiert in 1109021312.txt drei Kollegen darüber und beklagt sich bitter, was für Wasser das auf auf die Mühlen der “skeptics” (Skeptiker) leiten würde und dass er viel Stress mit Leuten hätte, die um Einsicht in die CRU-Stationsdaten seines Forschungsinstitutes ersuchen würden.

Aus dieser Mail stammt auch der Satz, dem der Hacker-Ordner seinen Namen verdankt: “Don’t any of you three tell anybody that the UK has a Freedom of Information Act !” (Nicht einer von euch dreien sollte irgendjemanden sagen, dass das Vereinigte Königreich eine Informationsfreiheit hat !) – nach meiner persönlichen Würdigung ein glatter Aufruf zur Rechtsbeugung.

Zum Thema freie Informationen war auch von Storch 2006 aktiv geworden und hatte sich in 1155333435.txt an Keith Briffa gewandt mit der Bitte, zurückgehaltene Daten rauszugeben um die Verdächtigungen, er würde eine “stonewall” (Steinmauer) errichten, zu entkräften. Briffa wiegelt in seiner Antwort ab, er hätte keine Zeit sich mit soetwas zu beschäftigen, würde sich aber drum kümmern “when I get five minutes” (wenn ich 5 Min. Zeit habe) und er hätte im Übrigen wenig Ahnung, was die überhaupt von ihm wollten.

Zahlreiche andere Mails beschäftigen sich mit Simulationen aus von Storchs Institut (GKSS), die ihnen Probleme bereiten. Rahmstorf ist mit von der Partie und bemüht sich, Fehler in dem Modell vorzukramen und über Verbesserungsmaßnahmen am GKSS zu informieren.

Das Beispiel bestätigt eindrucksvoll einen lange gehegten Verdacht: Diese Forscherclique geht unter die Gürtellinie und intrigiert mit allen Mitteln, wenn es jemand wagt, sie zu kritisieren. [10]

Auf seiner Internetseite äußert sich von Storch zu den Mails wie folgt:

“I would assume that more interesting issues will be found in the files, and that a useful debate about the degree of politicization of climate science will emerge. A conclusion could be that the principle, according to which data must be made public, so that also adversaries may check the analysis, must be really enforced. Another conclusion could be that scientists like Mike Mann, Phil Jones and others should no longer participate in the peer-review process or in assessment activities like IPCC.” [11]

Aufgrund des Inhaltes der Mails hält er eine Debatte über die Politisierung der Klimawissenschaften für sinnvoll. Eine Schlussfolgerung könnte sein, dass Forschungsdaten öffentlich zugänglich gemacht werden, so dass sie jederzeit überprüfbar sind. Eine weitere Schlussfolgerung könnte sein, Wissenschaftler wie Mike Mann, Phil Jones und andere nicht mehr im Peer-Review-Verfahren oder an den Weltklimaberichten des IPCC zu beteiligen.

Ein weiteres Beispiel

In einer Mail von 2003 äußert sich Herr Rahmstorf zu einer Veröffentlichung von Soon & Baliunas (zwei klimakritische Kollegen). Soon & Baliunas behaupten in ihrer Veröffentlichung von 2003, dass das 20. Jh. nicht ungewöhlich warm, bzw. einzigartig im Verlaufe der letzten 1000 Jahre war [12]. Stefan Rahmstorf dazu in der Mail:

“Although simply doing good science remains our main job, I think at some points we need to intervene in the public debate and try to clarify what is science and what is just political lobbying. In particular, I feel that it is important to not let bad, politically motivated science stand unchallenged in the peer-reviewed literature – it is too easy to just shrug and ignore an obviously bad paper. Hence I greatly appreciate that Mike and his co-authors responded in Eos to the errors in the Soon & Baliunas paper.”

“Obgleich die Wissenschaft unser eigentlicher Job bleiben sollte, denke ich, dass wir an einigen Stellen in die öffentliche Debatte eingreifen müssen, um zu klären, was Wissenschaft ist und was politische Lobbyarbeit. Vor allem glaube ich, dass es wichtig ist, es nicht zuzulassen, schlechte, politisch motivierte Wissenschaft unangefochten in der Peer-Review-Literatur stehen zu lassen – es wäre zu einfach, nur mit den Achsel zu zucken und eine offensichtlich schlechte Veröffentlichung zu ignorieren. Folglich schätze ich sehr, dass Mike (gemeint ist Michael Mann, “Vater” des “Hockey-Sticks”) und seine Mitverfasser in EOS (Ausgabe der American Geophysical Union) auf die “Fehldarstellungen” in der Veröffentlichung von Soon & Baliunas reagiert haben.”

“I feel another recent paper may require a similar scientific response, the one by Shaviv & Veizer (attached). …This paper got big media coverage here in Germany and I guess it is set to become a climate skeptics classic: …”

“Ich glaube, dass eine andere Veröffentlichung eine ähnliche wissenschaftliche Antwort erfordert, die von Shaviv & Veizer [13]. Diese Veröffentlichung macht in Deutschland die große Runde und könnte ein Klassiker für Klimaskeptiker werden…”

“I think it would be a good idea to get a group of people together to respond to this paper (in GSA today). My expertise is good for part of this and I’d be willing to contribute. My questions to you are:

1. Does anyone know of any other plans to respond to this paper?
2. Would anyone like to be part of writing a response?
3. Do you know people who may have the right expertise? Then please forward them this mail.

Best regards, Stefan”

“Ich glaube es wäre eine gute Idee, eine Gruppe von Leuten zusammenzustellen, um auf die Veröffentlichung zu reagieren (in GSA today, Geological Society of America, der veröffentlichenden Zeitschrift). Meine Expertise ist für einen Teil ausreichend und ich wäre bereit diesen beizusteuern. Meine Fragen an Euch:

1. Gibt es schon andere Pläne, um auf die Veröffentlichung zu reagieren?
2. Wer von Euch möchte an einer Gegendarstellung beteiligt sein?
3. Kennt von Euch jemand Leute, welche die dazu notwendige Sachkenntnis haben? Dann bitte ich um Weiterleitung dieses Mail.

Mit besten Grüßen, Stefan”

Mein Resümee

Kritisiert werden hier unangenehme, den eigenen Thesen widersprechende und der “gegnerischen Lobby” (wer immer diese auch sein soll) dienliche Veröffentlichungen. Man bedient sich letztendlich der Deskreditierung, um die eigene Lobby zu stärken. Ein Bund von Klimawissenschaftlern hat sich zusammengeschlossen, um das Bild der vom Menschen gemachten globalen Erderwärmung zu verbreiten und zu verteidigen. Dahinter steckt viel Geld und viel Ansehen, was es zu verlieren gibt.

Über Blogarbeit wird versucht die Öffentlichkeit auf Linie zu bringen. Über die Weltklimaberichte des IPCC und über politische Beratungstätigkeit wird versucht Einfluss auf das politische Geschehen zu nehmen. Ich denke Herr von Storch liegt hier mit seiner Ansicht ganz recht. Klimawissenschaft sollte Klimawissenschaft bleiben, transparent sein und nicht zu einer politisch motivierten Klimawissenschaft verkommen. Das Verhalten der beteiligten Klimawissenschaftler ist nicht gerade vorbildlich. Leute, die sich daran ein Beispiel nehmen und dieses Verhalten verteidigen, zeigen auf, wie weit es in unserer Ellenbogen-Gesellschaft inzwischen gekommen ist. Nicht mehr der Nächste und ein freundliche Umgangston miteinander zählt, sondern lediglich die eigenen Interessen und diese durchzusetzen zählt.

Quellen

[1] Die rabiaten Methoden des Klimaforschers Rahmstorf

[2] Alles nur Klimahysterie?

[3] Die Thesen der „Klimaskeptiker“ – was ist dran?

[4] Die Wahrheit zum Klima

[5] Die Klimawette

[6] Trendanalyse nach Stefan Rahmstorf

[7] Wie Stefan Rahmstorf an den Klimadaten „dreht“

[8] KlimaLounge

[9] RealCliamte

[10] Wetterzentrale – Forum

[11] Internetseite – Dr. Hans von Storch

[12] Proxy climatic and environmental changes of the past 1000 years. Willie Soon, Sallie Baliunas.

[13] Celestial driver of Phanerozoic climate? Nir J. Shaviv, Ján Veizer.

Written by admin

Montag, 30 November, 2009 at 23:16

Trendanalyse nach Stefan Rahmstorf

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Ich hatte bereits mehrfach darüber berichtet, dass von Forschungsinstituten und einzelnen Klimaforschern an den Klimadaten „gedreht“ wird. Zuletzt hatte ich darüber berichtet, wie Trendlinien angepasst werden.

Ein weiteres Beispiel habe ich grade auf WISSENSlogs KlimaLounge gefunden.

Im Beitrag „Im Januar nicht Neues“ wird eine Grafik mit Januartemperaturen (1893-2009) aus Potsdam gezeigt.

Siehe hier

Gezeigt werden Messwerte der Säkularstation auf dem Potsdamer Telegrafenberg. (Hausstation des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK)). Die Originalgrafik auf der Seite der Wetterstation sieht wie folgt aus.

Siehe hier

In Original wird ein gleitender Mittelwert über 9 Jahre durch die Januarwerte gelegt. Ein gleitender Mittelwert über 9 Jahre wird jeweils aus Zeitabschnitten von 9 Jahren gebildet. Dieser beginnt im Jahre 1897 (Mittelwert der Jahre 1893-1901) und endet im Jahre 2005 (Mittelwert der Jahre 2001-2009).

In der KlimaLounge wird hingegen durch die Januarwerte ein „über 15 Jahre geglätteter nicht-linearen Trend“ gelegt. Verwendet wurde dabei kein gleitenden Mittelwert über 15 Jahre, sondern eine Trendanalyse über 15 Jahre. Mit Hilfe dieser Trendanalyse wird die „zwischenjährliche Variabilität“ vollständig weggeglättet (d.h. die Kurve wird glatter gemacht) und das Ende der Kurve (der Zeitabschnitt 2003-2009) wird per Trendabschätzung verlängert.

Die Veränderungen sieht man am besten im direkten Vergleich (und durch Überblendung) zwischen Original und der Darstellung auf KlimaLounge.

januar-temp-potsdam-vs-rahmstorf

Auffällig dabei ist nicht nur die Glättung, sondern auch die Trendumkehr ab 1992. Im Original weist der Trend nach 1992 nach unten, in der Darstellung auf KlimaLounge hingegen nach oben. Hier wurde durch geschickte Wahl der Trendanalyse, der Trend einfach umgekehrt.

Ziel sollte es eigentlich nicht sein die Messwerte den Klimamodellen anzugleichen, sondern umgekehrt sollte es von Statten gehen. Im Vergleich zum Januarmittelwert der Jahre 1961-1990 ist der Januar 2009 in Potsdam um –1,3°C zu kalt ausgefallen. Das sollte einen Abfall am Ende der Zeitreihe ergeben und keinen (beschleunigten) Anstieg. Allerdings,  fallende Trends würden nicht ins Bild einer Klimaerwärmung passen.

UPDATE 08.02.2009: Temperaturentwicklung Säkularstation Potsdam Telegrafenberg 01.01.2000 – 06.02.2009

temperaturdaten-potsdam-telegrafenberg-534-x-466

Written by admin

Samstag, 7 Februar, 2009 at 18:51

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Die Klimawette: Ein unmoralisches Angebot von Stefan Rahmstorf?

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Ist der Klimakonsens gebrochen?

Kürzlich ist im renommierten Fachmagazin Nature ein Beitrag von Keenlyside, Latif et al. erschienen (Nature 453, S. 84-88), der unter den Klimawissenschaftlern für Aufregung sorgte.

http://wattsupwiththat.files.wordpress.com/2008/05/keenlyside_nature_may_2008.pdf

Die Arbeitsgruppe um Mojib Lativ (Kiel/Hamburg, welche u.a. mit an den Berichten des IPCC arbeitet) erwartet unter Verwendung zusätzlicher Ozeandaten (Meeresströmungen) in ihrem Modell eine leichte Abkühlung der Globaltemperatur in den nächsten Jahren. Siehe dazu die folgende Abbildung.

Weiter wird davon ausgegangen, dass der Temperaturanstieg in den darauf folgenden Jahrzehnten wieder aufholen wird. Also eigentlich alles im grünen Bereich in Sachen Klimaerwärmung?

Aber einen Haken hat die Sache. Die aktuellen Projektionen widersprechen denen des IPCC, die im letztem Jahr groß verkündet wurden.

Aus diesem Grund sahen sich offensichtlich eine Reihe von IPCC-Autoren zum Handeln veranlasst, um ihre Projektionen zu verteidigen.

Der Nature-Beitrag veranlasste Stefan Rahmstorf (PIK), Michael Mann (Hockeystick), Ray Bradley, William Connolley, David Archer und Caspar Ammann Beiträge auf RealClimate und WISSENSlogs (KlimaLounge) zu verfassen, in welchen sie der Arbeitsgruppe um Latif eine Wette unterbreiten.

http://www.realclimate.org/index.php/archives/2008/05/global-cooling-wanna-bet/
http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2008-05-08/die-klimawette

Die Gruppe um Stefan Rahmstorf bezweifelt die vorgestellten Nature-Projektionen und schlägt folgende Wette vor:

„Die Wette, die wir vorschlagen, ist ganz einfach und bezieht sich direkt auf die Voraussage, die Keenlyside et al. in ihrem Nature-Artikel über die globale Temperatur treffen. Sollte die Durchschnittstemperatur in den Jahren 2000 bis 2010 (ihre erste Voraussage) tatsächlich niedriger oder gleich der Durchschnittstemperatur in den Jahren von 1994 bis 2004 (*) sein, zahlen wir ihnen 2500 Euro. Ist sie höher, zahlen sie uns 2500 Euro. Wer diesen Teil der Wette gewinnt, wird sich Ende 2010 erweisen.

Das gleiche soll auch für ihre zweite Voraussage gelten. Erweist sich die Durchschnittstemperatur im Zeitraum zwischen 2005 und 2015 (*) als geringer oder gleich der Temperatur in den Jahren von 1994 bis 2004 (*), zahlen wir ihnen 2500 Euro. Sollte die Durchschnittstemperatur höher sein, zahlen sie diesen Betrag an uns. Als Basis für den Temperaturvergleich sollen die HadCRUT3-Daten dienen, die auch die Autoren in ihrer Publikation verwenden.

Der Fairness halber sehen wir auch eine Ausstiegsklausel vor. Im Falle eines großen Vulkanausbruchs oder eines Meteoriteneinschlags auf die Erde, der die Temperaturen unter das Niveau von 1994-2004 drückt, ließen sich die Voraussagen von Keenlyside et al. nicht mehr verifizieren. Dann gilt die Wette als unentschieden.

Zudem bräuchten wir einen neutralen Schiedsrichter. Wir schlagen zum Beispiel den Direktor des Hadley Centre vor, wo die von Keenlyside verwendeten HadCRUT-Daten ermittelt werden, oder einen Ausschuss neutraler Kollegen. Dieser Schiedsrichter würde auch entscheiden, ob ein Vulkanausbruch oder ein Meteoriteneinschlag so gravierend ist, dass die Wette abgebrochen werden muss.“

Nun, eine solche Wette halte ich für äußerst interessant, hätte sie aber nicht öffentlich gemacht, zumal die Arbeitsgruppe um Latif doch am selben Strang zieht. Man hätte die Sache intern austragen können und um einen symbolischen Preis von 1€ wetten können. Bei einer solchen Wette kann es nur einen Verlierer geben, nämlich die Glaubwürdigkeit der Klimawissenschaften. Zwangsläufig ist eine der Gruppen der Verlierer und einer der Gewinner. Welche der Gruppen kann man in Zukunft noch trauen? Beide arbeiten mit an den IPCC-Berichten und es muss ein Konsens gefunden werden. Dieser wird stetig von allen Seiten verkündet, es gibt ihn aber offensichtlich nicht.

Ich denke die Arbeitsgruppe rund um Latif wird sich erstaunt und verwundert zeigen, wenn sie aus dem Internet, oder aus der Presse von dieser Wette erfährt. Weiterhin wird eine öffentliche Gegendarstellung von Herrn Rahmstorf angekündigt. Hätte er sich nicht vorher telefonisch mit Herrn Latif in Verbindung setzten können? Dieser geht doch mit Herrn Rahmstorfs Meinung weitgehend konform und beide haben an den selben Projekten gearbeitet.

Ich vermute einmal Herr Rahmstorf sieht sich und seine Arbeit durch den Nature-Artikel persönlich angegriffen. Anders kann ich mir diesen Schnellschuss nicht erklären. Anstatt das Gespräch zu suchen, wird die Kontroverse öffentlich ausgetragen. Zudem legt Herr Rahmsdorf einseitig die Bedingungen fest, die gewiss nicht neutral gehalten sind.

Fairer wäre es die Projektionen der beiden Gruppen in einigen Jahren zu vergleichen. Wer näher an der Realität liegt gewinnt und wer weiter weg liegt verliert.

Aber noch etwas anderes macht mich stutzig. Herr Rahmstorf hat unter dem Beitrag „Der Hansen Faktor“ die überzogenen Projektionen von James Hansen aus dem Jahr 1988 verteidigt, hinterfragt seine neuen Arbeiten aber kritisch.

http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/palaoklima/2008-04-19/der-hansen-faktor

Siehe dazu die folgende Abbildung mit den Projektionen von Hansen aus dem Jahr 1988 und die tatsächlich eingetretene Temperaturerhöhung über Land und See.

Es bleibt festzuhalten, dass die Diskussion durch persönliche Eitelkeiten geprägt zu sein scheint und die Klimawissenschaftler darüber zwiegespalten sind, wie stark die Erwärmung ausfallen wird und ob Kälteeinbrüche zu erwarten sind. Jeder glaubt die alleinige Wahrheit zu besitzen. Von einem Konsens kann keine Rede sein.

Dazu noch ein Zitat aus der „Die Weltwoche“:

http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=18883&CategoryID=66

„Wie die Klima-Zukunft wirklich aussieht, weiss natürlich niemand. Den beteiligten Forschern geht es wohl auch darum, ihre Glaubwürdigkeit zu retten, bevor unangenehme Fragen kommen. Der Astrophysiker Stephen Hawking sagte einmal: «In der Praxis widerstrebt es Menschen, eine Theorie aufzugeben, in die sie viel Zeit und Mühe investiert haben. Gewöhnlich […] versuchen sie die Theorie so abzuändern, dass sie zu den Beobachtungen passt. Schliesslich verwandelt sich die Theorie in ein schiefes und hässliches Gebäude.»

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Freitag, 9 Mai, 2008 at 14:47

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert

Der Physiker im Blog von Herrn Rahmstorf

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Montag, 24 März, 2008 at 10:35

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert

Die „Tricksereien“ des Herrn Rahmstorf?

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Herr Rahmstorf schreibt:

Ist die Erwärmung vobei?

Dazu sind einige Korrekturen angebracht.

1) Herr Rahmstorf verwendet in seinen Grafiken Projektionen aus dem 3. IPCC-Bericht von 2001 (grauer Bereich mit gestrichelten Linien) und nicht welche aus dem aktuellen 4. IPCC-Bericht von 2007.

2) Bzgl. des kalten Januars verweist Herr Rahmstorf auf das La Niña Ereignis im Pazifik und die reflektierende Schneedecke der Kontinente. La Niña und El Niño (ENSO-Index) haben mit Sicherheit Einfluss auf die Temperaturen und Niederschläge im Pazifikraum, jedoch wenig auf die Temperaturen in Zentral-Asien und denen in der Zentral-Antarktis. Besonders kalt war es im Januar aber grade in Asien und in großen Teilen der Antarktis. Die Kälteanomalien dort waren bestimmend für den global kalten Januar und Winter. (Siehe Abbildung 1 mit Temperaturanomalien für Jan. 2008 im Vergleich zum Jan.-Mittel der letzten 30 Jahre, Jan. 1979-2008).

3) Der reflektierende Schnee in Asien war eine Folge der vorangegangenen Kälte. Im Dezember kam zuerst die Kälte und Mitte Januar dann der Schnee (die Schneeanomalie war nicht außergewöhnlich). (Siehe Abbildung 2: In der 1. Januarwoche 2008 lag nicht mehr Schnee, als in der 1 Januarwoche 2007). Die Strahlungsbilanz und Abkühlung durch den reflektierenden Schnee im Jan. 2008 ist also marginal.

Schnee-Jan-2007-2008

4) Neben La Niña und El Niño (ENSO-Index) gibt es weitere „Wettersysteme“ auf NH und SH, die wetterbestimmend sind. AO, NAO, AMO, PDO auf der NH und ENSO, AAO auf der SH sind hier zu nennen. Herr Prof. Lindzen hat u.a. Bezug dazu genommen.

www.junkscience.com/mar08/Lindzen-Rahmstorf-Exchange.pdf

S. 42: “El Niño is not the only such internal (as opposed to externally forced) pattern. Others like the Pacific Decadal Oscillation (PDO) and the Atlantic Multi-decadal Oscillation (AMO) represent longer period fluctuations and can be larger than El Niño.”

5) Herr Rahmstorf behaupten, dass es sich bei dem Temperaturverlauf der letzten Jahre um Wetter handelt und nicht um Klima. Wenn das der Fall ist, dann sollte er den Temperaturverlauf der letzten Jahre mit den genanten Wettereinflüssen korrekt erklären können. Das macht er aber nicht. Warum?

6) Bei der Bestimmung des 8-jährigen, linearen Trends 2000-2007 der Globaltemperatur rechnet Herr Rahmstorf mit Jahresmittelwerten und legt den Startpunkt in das Jahr 2000, in ein Minimum, wie sich zeigt. Siehe Abbildung 3.

HadCRUT3-2000-2007

Darum wundert es auch nicht, wenn man eine steigende Grade erhält. Siehe zudem die anliegenden Graphen der Abbildung 4. HadCRUT3 Monatsmittelwerte der Globaltemperatur mit linearen Trendlinien und unterschiedlichen Startpunkten (1998 blau mit Steigung von 0,007°C pro Jahrzehnt, 2000 rot mir Steigung von 0,06°C pro Jahrzehnt und 2002 grün mit Steigung von –0,2°C pro Jahrzehnt).

HadCRUT3-Feb2008

Die Steigungsraten liegen allesamt unter der von Herrn Rahmstorf berechneten von +0.17ºC/Jahrzehnt. Die Steigungsraten sind nahezu Null bzw. negativ, wenn man den linearen Trend über die Monatsmittelwerte bildet und nicht wie Herr Rahmstorf über die Jahresmittelwerte mit Startpunkt 2000.

7) Verwendet man vom HadCRUT3 Datensatz die Monatsmittelwerte der Globaltemperatur und einen gleitenden Trend über 11 Jahre, so kommt der rechte Teil von Abbildung 4 zu Stande (schwarze Linie). Verwendet man vom HadCRUT3 Datensatz die Monatsmittelwerte der Globaltemperatur und einen gleitenden Trend über 9 Jahre, so kommt der linke Teil von Abbildung 4 zu Stande (rote Linie). Die rote Kurve macht am Ende einen Knick nach unten. Selbes ergibt sich, wenn man mit den Jahresmittelwerten rechnet.

HadCRUT3-9-11

Herr Rahmstorf behauptet aber folgendes:

„Es gibt keinen Grund, warum eine 9-jährige Kurve abknicken sollte.“

Warum behauptet Herr Rahmstorf das? Das kann er letztendlich nur selbst beantworten.

Ich erinnere mich an die Dokus Feuer im Eis von 1998 und der Klimadetektiv von 2000, in welchen Herr Rahmstorf als Experte zum Versiegen des Nordatlantikstroms aufgetreten ist. Das Versiegen wird neuerdings in diesem Jh. ausgeschlossen.

Ebenfalls erinnere mich an Herrn Rahmstorfs Darstellung der Temperaturgeschichte Grönlands. Hier.

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Dienstag, 18 März, 2008 at 22:30

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Prof. Rahmstorf und der verzweifelte Versuch die Klimaerwärmung zu retten

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Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist einer der Bekannteste unter den Top-Klimaforschern Deutschlands – und zugleich der unerbittlichste. Journalisten beklagen Einschüchterungsversuche, Forscher gehen auf Distanz zum Potsdamer Professor. Der Konflikt mit den sog. „Klimaskeptikern“ wird inzwischen in Zeitungen und den Medien ausgetragen. (Siehe z.B. Spiegel-Online vom 12.10.2007).

DIE WELT schreibt diese Woche auf der Titelseite: „Mehr Schnee, mehr Kälte – wo bleibt die Erderwärmung?“ Im Blatt dann ein Artikel von Ulli Kulke mit dem programmatischen Titel: Klimakatastrophe – alles nur heiße Luft

Daraufhin hat sich Prof. Stefan Rahmstorf veranlasst gesehen eine Richtigstellung auf WISSENSlogs zu verfassen. Titel: „Ist die Erwärmung vorbei?

Zuvor wurde das Thema schon unter dem Deckmantel von Greenpeace „Die Welt: Wo bleibt die Erwärmung“ aufgerollt. (DER KLIMA-LÜGENDETEKTOR, ein Projekt von Greenpeace Magazin und wir-klimaretter.de).

Was steckt dahinter? Handelt es sich um einen verzweifelten Versuch Zeit zu gewinnen und die Skeptiker mundtot zu machen, solange bis die Globaltemperatur „hoffentlich“ wieder ansteigt, oder um ein redliches, wissenschaftliches Anliegen die Dinge richtig zu stellen?

Dazu schauen wir am besten die Argumente an, welche Herr Rahmstorf in seiner Stellungnahme vorbringt.

Herr Kulke schreibt, dass „im laufenden Jahrzehnt die globalen Temperaturen im Durchschnitt gar keinen Trend mehr nach oben anzeigen“.

Dazu Herr Rahmstorf: „Ein Blick auf die Messdaten (siehe Grafik 1) zeigt: erstens stimmt das nicht, und zweitens vermengt man Klima und Wetter (oder allgemeiner Signal und Rauschen), wenn man einen so kurzen Zeitraum betrachtet…

Vorab: In der Abbildung werden alte Projektionen (IPCC-Szenarien, grauer Bereich mit gestrichelten Linien) aus dem 3. IPCC-Bericht von 2001 gezeigt. Der neuste 4. IPCC-Bericht ist von 2007.

Es ist richtig, dass der Temperaturverlauf stark von kurzfristigen Schwankungen geprägt ist, siehe Abbildung von Herrn Rahmstorf. Diese Schwankungen sind aber keineswegs zufällig, wie Herr Rahmstorf behauptet. Sie werden vom Wetter und äußeren Einflüssen hervorgerufen. Das sog. Wetter-Rauschen sieht man sowohl in den Monatsmittelwerten, als auch Jahresmittelwerten der Globaltemperatur. Langfristige Trends werden durch das Rauschen überlagert. Bildet man einen gleitenden Mittelwert über mehre Monate, oder Jahre, so bekommt man eine glatte Trendlinie. Siehe z.B. die blaue und rote Kurve in der Abbildung von Herrn Rahmstorf.

Grade sind die GISS-NASA-Daten (Bodenmessungen) und RSS-Satellitendaten der Globaltemperatur für den Monat Februar 2008 erschienen. Die folgende Abbildung zeigt die Monatsmittelwerte ab 01.2002 mit gleitendem Jahrestrend (rot), sowie linearem Trend (blau) (entsprechend Rahmstorf) zwecks Vergleich.

Der Abbildung ist eindeutig zu entnehmen, dass die Globaltemperatur seit über 6 Jahren sinkt. Dieses ist kein Wettergeprägter Trend, sondern ein gleitender Klimatrend (die roten Linien). Herr Rahmstorf macht den Fehler, dass er den Temperaturverlauf z.B. in Intervalle von 8 Jahren einteilt und dort gnadenlos hindurch linearisiert. Das wäre erlaubt, wenn sich das Klima linear verhalten würde. Wie wir aber alle wissen, ist das nicht der Fall. Grade Linien gibt es in der Natur nicht. Ein gleitender Trend ist also das Mittel der Wahl, um Aussagen über Klimaveränderungen zu treffen (das macht auch das Met Office zur Darstellung der Globaltemperatur so).

HadCRUT3-Plot

Dabei spielt es keine Rolle, ob man einen Ausschnitt von 50 Jahren, oder 5 Jahren betrachtet. Der gleitende Trend mittelt das Rauschen heraus.

Herr Rahmstorf behauptet: „Kulke hätte Anfang der 1980er oder Anfang der 1990er viel eher behaupten können, die globale Erwärmung habe aufgehört.“ Nein, dass hätte er mit Sicherheit nicht behaupten können. Die Vulkanausbrüche El Chichon 1982 in Mexico und Pinatubo 1991 auf den Philippinen haben durch ihren Eintrag an Sulfataerosolen in die Stratosphäre die Durchlässigkeit der Atmosphäre für die Sonneneinstrahlung kurzfristig stark verringert und damit auch die Globaltemperatur gesenkt. In diesem Jahrtausend hatten wir keinen vergleichbaren Vulkanausbruch, der die Globaltemperatur hätte senken können.

Herr Rahmstorf kommt zu dem Schluss: „Die Aussage von Kulke ist etwa so clever, als würde man das Kommen des Frühlings anzweifeln, weil es im Verlauf der letzten Woche kühler geworden ist – siehe unsere Satire Doubts about the Advent of Spring vom 1. April 2005.“

Herr Rahmstorf weiter: „Doch wie wär’s mit noch einem kürzeren Zeitraum? O-Ton Kulke: „Die Welttemperaturen in diesem Winter signalisieren im Vergleich zum vorherigen den steilsten Absturz seit Aufzeichnung der Wetterdaten, der Januar war der kälteste seit 15 Jahren.“… Man hätte es auch so formulieren können: inzwischen ist das Klima derart warm, dass selbst „der steilste Absturz seit Aufzeichnung“ keinen richtig kalten Januar mehr bringt (siehe Grafik 2).“

Halten wir fest: Wir hatten global grade den kältesten Januar seit 15 Jahren und den steilsten Absturz seit Aufzeichnung der Wetterdaten. Der Februar war global nicht minder kalt. Keines der aktuellen Klimamodelle war in der Lage, bzw. ist in der Lage einen solchen Absturz zu simulieren bzw. zu reproduzieren. Keines der Modelle kann zudem voraussagen, wann es wieder aufwerts gehen wird. Ein nie da gewesener Temperaturanstieg hätte Herrn Rahmstorf kaum aufgeregt. Der Januar 2007 passte perfekt ins Katastrophenschema. Dieser war geeignet um die Klimamodelle zu feiern. Und jetzt das.

Herr Rahmstorf weiter: „Langfristige Klimatrends sind hauptsächlich getrieben von Veränderungen der Sonneneinstrahlung (Sonnenzyklen, Erdbahnzyklen) und der langwelligen Abstrahlung (Treibhausgase). Die Schwankungen von Jahr zu Jahr liegen dagegen vor allem am reflektierten Anteil (Änderung der Schneebedeckung) und dem Wärmeaustausch mit dem Ozean. Ein besonders kalter Januar kann entstehen, wenn (wie dieses Jahr) ein La Niña-Zustand im Pazifik (der Ozean saugt Wärme aus der Luft auf) mit besonders viel Schnee an Land (der Sonne reflektiert) zusammen trifft…“

Nun, die nachfolgende Abbildung zeigt eine Weltkarte mit den Anomalien der Wintertemperatur des letzten Winters.

Im Vergleich der letzten 30 Jahre (Dez./Jan./Feb. 1979-2008 ) war der Winter 2007/08 um – 0,08°C zu kalt (GISS-Daten). Der La Niña im Zentralpazifik war dabei nicht der Kältepol, welcher die Globaltemperatur maßgeblich herunter gezogen hat. Dieser lag eindeutig in Asien, mit Temperaturen, die mehr als – 4°C unter dem Mittel der letzten 30 Jahre lagen. In großen Teilen der Antarktis, Nordamerikas und Grönlands war es ebenfalls zu kalt. Der reflektierende Schnee in Asien war bestimmt auch nicht Ursache der Abkühlung, sondern eine Folge der Abkühlung. Dieses sind in der Tat kurzfristige Wettertrends, die nur einige Monate bestimmend für die Globaltemperatur sind. Kurzfristige Wettertrends sind aber nicht maßgeblich bestimmend für den kontinuierlichen Abwärtstrend der Globaltemperatur der letzten Jahre. Dabei handelt es sich eindeutig um ein Klimasignal.

Das abschließende Urteil von Herrn Rahmstorf lautet: „Dass die Verdränger der Erderwärmung wie Kulke verzweifelt die Wahrheit im Rauschen suchen, weil sie das Signal nicht wahrhaben wollen, mag man lustig finden – ein Kollege etwa brach beim Lesen von Kulkes Artikel einfach lauthals in Lachen aus. Dass allerdings eine große Tageszeitung zum wiederholten Male ihren Lesern einen derartigen wissenschaftlichen Unsinn auftischt, das ist traurig – selbst wenn manche Leser dergleichen vielleicht gerne lesen.“

Nun, ich finde es traurig, wie Herr Rahmstorf sich hier darstellt. Verzweifelt versucht er „die Theorie“ der Klimaerwärmung zu retten und das mit der Unterstützung von Greenpeace und wir-klimaretter.de.

Zu Herrn Rahmstorf auch dieser Videobeitrag über Wahrheiten und Unwahrheiten in der Klimadebatte.

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Sonntag, 16 März, 2008 at 17:18

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Der Hockeystick: Rise and Fall des Symbols für den menschgemachten Klimawandel

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Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), im Deutschen oft als Weltklimarat bezeichnet, wurde im November 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ins Leben gerufen. Hauptaufgabe des der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) beigeordneten Ausschusses ist es, Risiken der globalen Erwärmung zu beurteilen und Vermeidungsstrategien zusammenzutragen. Eine entscheidende Rolle bei der Bewertung spielt die Klimaentwicklung der letzten ca. 1000 Jahre. Denn Warmzeiten und Kaltzeiten der letzten Jahrhunderte geben Aufschluss über die “Einzigartigkeit” und Bedrohlichkeit der heutigen, angeblich “menschgemachten” Erderwärmung. Schaut man sich die letzten fünf Weltklimaberichte an, so finden sich eine erstaunliche Entwicklungsgeschichte.

Die Klimageschichte des IPCC

Im ersten Assessment Report (Weltklimabericht) des IPCC von 1990 findet sich auf Seite 202 eine Grafik, welche die Temperatur der letzten 1000 Jahre zeigt:

ipcc-1990-lamb Den Rest des Beitrags lesen »

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Mittwoch, 8 Januar, 2014 at 13:54

Svante Arrhenius Theorie zum Treibhauseffekt wurde schon vor 100 Jahren in Frage gestellt

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Wer war Svante Arrhenius?

Dazu ein Auszug aus Wikipedia.

Svante August Arrhenius (* 19. Februar 1859 auf Gut Wik bei Uppsala; † 2. Oktober 1927 in Stockholm) war ein schwedischer Physiker und Chemiker und Nobelpreisträger für Chemie.

1903 erhielt Svante Arrhenius „… in Anerkennung des außerordentlichen Verdienstes, das er sich durch seine Theorie über die elektrolytische Dissoziation um die Entwicklung der Chemie erworben hat“ als erster Schwede den Nobelpreis für Chemie.

Arrhenius forschte aber auch zu Themen der Atmosphäre und Meteorologie wie zum Beispiel über das Polarlicht, Gewitter und Klimaschwankungen. So erkannte er 1895 als Erster die Bedeutung des Kohlendioxids für das Klima der Erde. Er gewann dem Treibhauseffekt eher positive Seiten ab: „Der Anstieg des CO2 wird zukünftigen Menschen erlauben, unter einem wärmeren Himmel zu leben.“

Literatur: On the influence of carbonic acid in the air upon the temperature of the ground. The London, Edinburgh and Dublin Philosophical Magazine and Journal of Science 5, 237–276 (1896) (deutsch: Über den Einfluß von Kohlensäure in der Luft auf die Bodentemperatur)

Klimawissenschaftler greifen gerne die Theorie von Arrhenius auf, um den Treibhauseffekt und seine wissenschaftliche Anerkenntnis seit 1896 zu belegen.

Zitate S. Rahmstorf:

„Kohlendioxid wirkt als Treibhausgas, indem es die von der Erdoberfläche kommende Wärmestrahlung absorbiert und teilweise wieder zurückstrahlt. Dadurch führt eine Erhöhung der CO2-Konzentration zu einer Erwärmung der Oberfläche. Dieser Effekt wurde erstmals im Jahr 1896 von Svante Arrhenius berechnet.“

„Im Jahr 1896 rechnete der schwedische Nobelpreisträger Svante Arrhenius erstmals aus, dass eine Verdoppelung des Kohlendioxid-(CO2-)Gehalts der Atmosphäre zu einer Temperaturerhöhung um vier bis sechs Grad Celsius führen würde.“

„Der schwedische Nobelpreisträger Svante Arrhenius hat ja im Jahr 1896, also vor über hundert Jahren, zum ersten Mal vorgerechnet, wie stark sich eine Verdoppelung der CO2-Konzentration der Atmosphäre auf die globale Temperatur auswirken wird. Er kam damals zu dem Ergebnis von 4 bis 6 Grad Erwärmung bei Verdoppelung der CO2-Konzentration. Heute gehen wir nach neuesten Erkenntnissen – das ist auch übrigens schon seit den 70er Jahren so – davon aus, dass etwa bei 3 Grad liegt. Arrhenius lag also – dafür, dass er natürlich keinen Computer und vor allem auch nicht so gute Wetter-, Klimadaten hatte, wie wir sie heute haben – nicht so weit daneben.“

„Der dritte Schritt in der logischen Kette ist die Tatsache, dass Kohlendioxid ein Treibhausgas ist. Auch das ist sicher. Das ist Physik des 19. Jahrhunderts. Das haben Jean Baptiste Joseph Fourier, Svante Arrhenius, John Lewis Tindall im 19. Jahrhundert alles wissenschaftlich etabliert … , das einzige, wo wir eine gewissen Unsicherheit haben, ist die Frage, wie stark reagiert das Klimasystem auf Grund dieser Rückkopplungen auf eine Veränderung des Strahlungshaushalts. Die erste Abschätzung, die es dafür gegeben hat, stammt übrigens vom schwedischen Nobelpreisträger Svante Arrhenius aus dem Jahr 1896. Er kam zu dem Schluss, dass eine Verdoppelung der CO2-Konzentration eine globale Erwärmung um 4 bis 6 Grad bringen würde. Diese Kennzahl nennt man die Klimasensitivität. Sie gibt an, wie empfindlich das Klimasystem auf eine Strahlungsveränderung reagiert oder – als konkretes Beispiel dafür – auf eine CO2-Verdoppelung. Ich habe gesagt, das ist die einzige noch mit einer Unsicherheit behaftete Größe, und es gibt deswegen sehr viele verschiedene Methoden, diese Klimasensitivität zu bestimmen. Im neuen UN-Klimabericht werden 13 Studien dazu präsentiert. Ich will das nicht im Detail diskutieren, wie man das macht. Ein wichtiger Punkt ist, dass alle verschiedenen Methoden konsistent immer zu dem Ergebnis kommen, dass am wahrscheinlichsten die Klimasensitivität bei etwa 3 Grad liegt, also etwas geringer als das, was Svante Arrhenius vor über 100 Jahren berechnet hat.“

Zunächst einmal möchte ich festhalten: Arrhenius war ein anerkannter und hoch ausgezeichneter Wissenschaftler seiner Zeit. Zur Debatte möchte ich aber stellen, in wie weit seine Theorie zum Treibhauseffekt unter seinen Zeitgenossen anerkannt war? Wurde sie wissenschaftlich anerkannt, oder aber in Frage gestellt? Dieser Frage möchte ich nachgehen.

Wie es der Zufall will, ist mir das Buch „Paläoklimatologie von Dr. Wilh. R. Eckardt“ (Sammlung Göschen) aus dem Jahre 1910 in die Hände gefallen. Daraus möchte ich einen Auszug vorstellen.

Es stellt sich die Frage: Wer ist Dr. Wilh. R. Eckardt?

Er war u.a. Autor der Bücher

Eckardt, Wilh. R.
Das Klimaproblem der geologischen Vergangenheit und historischen Gegenwart. Braunschweig, F. Vieweg und Sohn, 1909

Eckardt, Wilh. R.
Unser Klima. Natur-Bibliothek.
Deutsche Naturwissenschaftliche Gesellschaft Theodor Thomas Verlag Leipzig, um 1910

Eckardt, Wilh. R.
Paläoklimatologie
Sammlung Göschen Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1910

Angestellt war er als Assistent am Meteorologischen Observatorium und der öffentlichen Wetterdienststelle in Aachen.

Hier ein Auszug aus dem Lehrbuch Paläoklimatologie von 1910 (S. 90-93)

III. Die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre und ihre Wirkung auf das Klima

Die Theorie Arrhenius-Frech von dem wechselnden Gehalt der Atmosphäre an Kohlensäre.

(Das Gas CO2 wird auch als Kohlensäure bezeichnet)

Eine Zeitlang erblickte man in dem wechselnden Gehalt der Atmosphäre an Kohlensäure die Hauptursache der Änderungen des Klimas im Laufe der geologischen Eposchen bis auf den heutigen Tag (Savante Arrhenius, 1896). Arrhenius berechnet die Temperaturänderungen, welche durch den verschiedenen Kohlensäuregehalt der Atmosphäre hervorgerufen werden können, für Breitenintervalle von je 10° für alle Breiten von 60° S. Br. bis 70° N. Br., und zwar sowohl für die einzelnen Jahreszeiten als auch für das Jahr. Um ein Bild der Änderungen zu geben, sollen hier die Änderungen der Jahrestemperatur für einige Breitenkreise mitgeteilt werden, wenn der Kohlenstoffgehalt statt 1 ein anderer wäre.

Kohlensäuregehalt    0,67 1,5 2,0 2,5 3,0
65° N Br.                  -3,1 3,5 6,0 7,9 9,3
45° N. Br.                 -3,3 3,6 5,9 7,7 9,2
0°                            -3,0 3,1 4,9 6,5 7,3
45° S. Br.                 -3,4 3,7 5,9 7,8 9,2

Was nun die geologischen Folgerungen anlangt, so würde sich hieraus ergeben, dass man Temperaturschwankungen um mehrere Grad durch eine nicht sehr beträchtliche Änderung des Kohlensäuregehaltes der Atmosphäre erklären kann. Es würden sich nach diesen Rechnungen 8-9° höhere Temperaturen in den Polargegenden ergeben, wenn der Kohlensäuregehalt der Luft nur 2,5 oder 3 mal so groß wäre als gegenwärtig. Da nun in der Tat bei Vulkanausbrüchen ungeheure Massen von Kohlensäure ausgehaucht werden, hindert uns an sich nichts, anzunehmen, dass mit der wechselnden Intensität der vulkanischen Tätigkeit auch der Kohlensäurereichtum der Atmosphäre größeren Schwankungen unterworfen war. Die Theorie gipfelt nämlich darin, dass die Perioden höchster Wärme mit den Höhepunkten der vulkanischen Ausbrüche zusammenfallen sollen, und dass andererseits die Gleichzeitigkeit der Rückgänge der Temperatur- und der Tiefpunkte eruptiver Tätigkeit miteinander korrespondieren; und zwar wird der Gehalt an Kohlensäure eben durch vulkanische Eruptionen gesteigert, hauptsächlich durch Kohlen- und Kalkbildung aber vermindert. Allein das Maximum des Vulkanismus fällt nicht in den Anfang des Tertiärs (65-2,6 Mio. Jahre v. heute), sondern in die Mitte dieser Periode; die vulkanische Tätigkeit hält im Miozän (23-5,3 Mio. Jahre v. heute) noch an, als die Kohlenbildung bereits abgeschlossen war. Daher darf die Ursache der Abkühlung (Einzug des Eiszeitalter) nicht im Verbrauch der Kohlensäure zur Bildung von Kohlenlagern gesucht werden. Der ursächliche Zusammenhang wäre vielmehr umgekehrt. Das Primäre müsste die Klimaschwankung, dass Sekundäre die Kohlenentwicklung sein.

Dass trotzdem der Einfluss dieser Kohlenentwicklung auf den Kohlensäuregehalt der Luft von entschiedener Bedeutung gewesen sein könnte, und dass daher, ohne dass der Kohlensäureverbrauch ausschließlich Ursache der Eiszeit gewesen wäre, die Größe der glazialen Temperaturveränderung – falls es sich um einen solchen universellen Faktor überhaupt gehandelt hätte – wohl mit durch die Kohlenbildung hätte beeinflusst werden können, scheint auf den ersten Blick nicht ohne weiteres von der Hand gewiesen werden zu dürfen (Solger, 1905), allein die Eiszeit hatte ganz andere Ursachen. Bei dem hypothetischen größeren Gehalt der Atmosphäre an Kohlensäure kommt es ferner nicht auf die Möglichkeit des Tierlebens und Pflanzenwachstums selbst an sondern in erster Linie auf die für die Konservierung (Humifizierung) vom Klima gegebenen günstigen Bedingungen. Was das Karbon anlangt, so wäre vom geologischen Sandpunkte zugunsten der in Rede stehenden Theorie vielleicht geltend zu machen, dass die durch Vulkantätigkeit gesteigerte Kohlensäureentwicklung in den allgemeinen Zyklus der die Steinkohlenbildung begleitenden geologischen Erscheinungen an sich ganz gut hineinpasst. Demgegenüber ist aber auch für die karbonische Kohlenbildung der Einwand zu erheben, dass der Höhepunkt der Eruptionstätigkeit erst in die Zeit des Rotliegenden (ca. 280 Mio. Jahre v. heute) fällt, also lange nach Abschluss der produktiven Steinkohlenformation (Dannenberg, 1908). Ob man den vermeintlichen Kohlensäurereichtum der karbonischen Formation auf Rechnung der stellenweise recht beträchtlichen Eruptionen der vorangehenden devonischen Formation (416-359,2 Mio. Jahre v. heute) setzen kann, erscheint mindestens fraglich. Es liegen daher im Karbon (359,2-299 Mio. Jahre v. heute) die Verhältnisse in dieser Beziehung für die Anwendung der Theorie Arrhenius-Frech ebenso ungünstig wie im Tertiär.

Wenn nun auch an sich kein triftiger Grund gegen eine zeitweise in der Atmosphäre in größerem Maße vorhandene Kohlensäuremenge angeführt werden kann, so ist doch auf Grund exakter Forschungen nachgewiesen (Angström, 1900, 1901 und Schäfer 1903), dass wie eine Brettdicke von 1 mm genüg, um den Durchgang von Lichtstrahlen zu verhindern, so auch die gegenwärtig in der Luft enthaltende CO2-Menge zur Absorption alles leistet, was die CO2 (Kohlensäure) überhaupt zu leisten imstande ist. Ja, es würde sogar 1/5 der zurzeit vorhandenen Kohlensäure zur nahezu völligen Absorption ausreichen. Erst wenn der Kohlensäuregehalt unter 1/5 seines jetzigen Betrages stände, würde sich ein Einfluss in negativem Sinne auf das Klima geltend machen können, jede weitere Zunahme des Betrages an diesem Gase aber würde vollkommen wirkungslos bleiben.

Damit dürfe geklärt sein, dass Arrhenius Theorie nur eine Zeitlang, nämlich zwischen 1896 und Anfang des 20. Jh. ernsthaft diskutiert wurde und danach, aus den oben genannten Gründen, wieder schnell verworfen wurde. Die Theorie wurde erst Jahrzehnte später wieder neu aufgegriffen und neu aufgearbeitet. Fest steht: Ein Zusammenhang zwischen einer Verdopplung im CO2-Gehalt der Atmosphäre, gefolgt von globalen Temperaturveränderungen von einigen Grad konnte bis heute nicht bewiesen werden.

Anlage:

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Mittwoch, 29 Oktober, 2008 at 13:31

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Reagiert das Klima empfindlich auf die solare Variabilität?

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Diese Frage stellen Nicola Scafetta and Bruce J. West in der März-Ausgabe von Physics Today.

Siehe hier.

www.fel.duke.edu/~scafetta/pdf/opinion0308.pdf

Es wird ein Vergleich zwischen dem gemessenen Temperaturverlauf der Globaltemperatur (GST) und zwei modellierten Temperaturverläufen aus der Solarstrahlung (TSI) durchgeführt. (Bis 1978 wurde die Solarstrahlung über Proxydaten bestimmt, ab 1978 wurden Messungen von Satteliten verwendet).

Scafetta-West2

Die grüne Kurve zeigt die am Erdboden gemessene Temperaturanomalie (ab 1950) zum Referenzmittel der Jahre 1890-1910. Das Referenzmittel wurde zur Veranschaulichung der Erwärmung seit 1900 gewählt. Die schwarze Kurve zeigt den gefilterten und geglätteten Kurvenverlauf der grünen Kurve. Die rote und blaue Kurve zeigen den modellierten Temperaturverlauf aus zwei unterschiedlichen Proxydatensätzen und zwei unterschiedlichen Satellitendatensätzen der Solarstrahlung.

Scafetta und West schätzen ab, dass die Solarstrahlung mit bis zu 69% an der globalen Erwärmung beteiligt ist. Weiter stellen sie fest, dass die Kurvenverläufe seit 2002 keine globale Erwärmung mehr anzeigen, sondern eine globale Abkühlung. Diese Abkühlung scheint im direkten Zusammenhang mit der Abnahme der Sonnenaktivität zwischen 2001 und 2007 zu stehen. (Maximum und Minimum des letzten 11-jährigen Solarzyklus).

Anlage: Antwort von Herrn Rahmstorf zu einer ähnlich gelagerten Fragestellung

Und sie sehen auch in den vergangenen 100 Jahren keinen klaren ca. 11-jährigen Zyklus in den Temperaturen.

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Donnerstag, 20 März, 2008 at 16:26

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