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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Ökostrom für die Natur? Geht das wirklich?

with 4 comments

Das kennt bestimmt jeder, immer wieder flattern irgendwelche Werbeprospekte ins Haus.

In der letzten Woche habe ich ein persönliches Anschreiben von meinem regionalen Stromanbieter erhalten.

„Sehr geehrter Herr Müller,

als Energieversorger trägt die swb eine große Verantwortung. Auch wir wollen das Klima schützen. Etwas dort verändern, wo auch Sie wohnen: in der Region Bremen und Bremerhaven…“

Dem Schreiben beigefügt waren einige Hochglanzwerbeprospekte.

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Ist das eigentlich umweltverträglich, habe ich mir gedacht?

Nun ja, kurzerhand habe ich mal ins Internet begeben und nachgeschaut, was dort eigentlich angeboten wird?

Auf der Internetseite des Stromanbieters wird das Produkt wie folgt beworben.

„Gemeinsam etwas fürs Klima tun

swb Strom proNatur lohnt sich für alle, die Ihren Teil zum Schutz von Klima und Umwelt beitragen wollen:

100 % Ökostrom aus den erneuerbaren Energien Wind, Sonne, Biomasse und Wasser
ohne klimaschädliches CO2 erzeugt
von Bremer Umweltverbänden geprüft
vom TÜV Nord zertifiziert
Förderung des Baus von Ökostromanlagen in der Region“

LINK

Nebenbei wird das Produkt noch regional über Plakate und den Rundfunk beworben.

swb

Kommen wir zum ersten Punkt.

„100 % Ökostrom aus den erneuerbaren Energien Wind, Sonne, Biomasse und Wasser“

Dazu muss ich ein wenig weiter ausholen:

In Deutschland gibt es ein Fördersystem für Erneuerbare Energien, das durch das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) geregelt wird. Das EEG garantiert jedem Kraftwerk, das Strom aus Erneuerbaren Energien ins Netz einspeist und bestimmte zusätzliche Voraussetzungen erfüllt, eine langfristige und kostendeckende Vergütung. Die Vergütungssätze liegen in der Regel deutlich über dem normalen Marktpreis, zu dem Kraftwerke ihren Strom verkaufen können. Somit wird über das EEG der Bau und Betrieb von EE-Kraftwerken bezuschusst, die sonst nicht wettbewerbsfähig wären. Der von EEG-Kraftwerken eingespeiste Strom muss vom lokalen Netzbetreiber aufgenommen und vergütet werden. Nach einem komplizierten Wälzungsmechanismus werden die Kosten für die EEG-Förderung dann auf alle Stromverbraucher in Deutschland umgelegt. Somit finanziert jeder Letztverbraucher von Strom per Gesetz einen gewissen Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Der Ökostrom wird schließlich ins öffentliche Stromnetz eingespeist und kommt allen Stromkunden zu Gute. Physikalisch bekommt also jeder Nicht-Ökostrom-Kunde und Ökostrom-Kunde den gleichen Strommix – schließlich hängen alle Erzeuger und Abnehmer am gleichen Stromnetz.

Und was lernen wir daraus? Der Ökostrom wird also über Zertifikate gehandelt und nicht ins Haus geliefert. Dabei wird zunächst kein CO2 eingespart, sondern nur umverteilt. Erst durch den Neubau von Ökostromanlagen kann CO2 eingespart werden.

Aber es geht noch weiter. Das EEG verbietet ausdrücklich eine „Doppelvermarktung“ der Grünstromqualität. Eine Doppelvermarktung ist nach § 56 EEG nicht zulässig. Ökotarif-Anbieter beziehen ihre Grünstromzertifikate daher in der Regel aus Kraftwerken, die nicht von einer gesetzlichen Förderung nach dem EEG profitieren. Dies sind z.B. einige große Wasserkraftwerke in Deutschland, Österreich oder der Schweiz und Wasserkraftwerke in Norwegen.

Kommen wir nun auf den ersten Punkt zurück.

„100 % Ökostrom aus den erneuerbaren Energien Wind, Sonne, Biomasse und Wasser“

Der Internetseite meines Stromanbieters entnehme ich nun Folgendes:

„swb Strom proNatur verzichtet vollständig auf Strom aus Kern-, Kohle- und Ölkraftwerken. Im Betrachtungszeitraum stammte der von swb Strom proNatur gelieferte Strom zu 100 % aus regenerativen Energiequellen wie Wasserkraft, Windkraft, Solarenergie und Biogas. Bei der Herstellung entsteht kein klimaschädliches CO2.“

Im zugeschickten Werbeflyer meines Stromanbieters steht hingegen:

„swb Strom proNatur lohnt sich für alle, die Ihren Schutz von Klima und Umwelt beitragen wollen. Dieser geprüfte Ökostrom wird ausschließlich in Wasserkraftanlagen gewonnen. Hierbei wird kein CO2 freigesetzt. Das bestätigen der TÜV Nord und die Fachleute der Umweltverbände BUND Bremen, NABU Bremen, Bremer Energie Institut und Bremer Umweltberatung.“

Mir stellt sich folgende Frage: Stammt der per Zertifikat gehandelte und umverteilte (in der Realität aber nicht ins Haus gelieferte) Ökostrom nun aus einem Mix von Strom aus Wasserkraft-, Windkraft-, Solarenergie- und Biogas-Analgen oder ausschließlich aus Strom von Wasserkraftanlagen?

Das Bremer Bündnis für Klimaschutz gibt hier Aufschluß. Dieses Bündnis besteht aus, Aktionskonferenz Nordsee, Bremer Forum für Wohn- und Lebensqualität, Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft, Greenpeace-Gruppe-Bremen, Ökobüro, Ökostadt, ROBIN WOOD, Verein Sozialökologie und teilt es auf seiner Internetseite folgendes mit:

„Der Strommix der swb wird immer noch von fossilen, klimabelastenden Energien dominiert: rund 80 Prozent Steinkohle und Gas, 4 Prozent Atomstrom sowie 17 Prozent erneuerbare Energien, die sich die swb nach dem „ Erneuerbare Energiegesetz“ (EEG) anrechnet. Der tatsächliche Anteil Erneuerbarer an der Eigenerzeugung liegt bei der swb bei unter zwei Prozent.“

„Das Ökostromangebot „proNatur“ der swb und der „Werderstrom“ „proNatur“ stammt zu einem Teil aus dem alten, abgeschriebenen Wasserkraftwerk Campocologno, an dem die Schweizer Atomwirtschaft beteiligt ist, zum anderen wird gar kein Ökostrom bezogen, sondern Kohle- und Atomstrom über Recs-Zertifikate zu grünem Strom umetikettiert. „Recs“ (Renewable energy certificate system) ermöglicht Stromversorgern und Händlern ihren fossilen oder atomaren Strom durch den Kauf der Öko-Zertifikate (nicht des Ökostroms) als saubere Energie zu vermarkten.“

LINK

Weitere Rückschlüsse erhalte ich über eine Internetseite meines Stromanbieters:

„Herkunft swb Strom proNatur

swb nutzt zwei Methoden Ökostrom zu beschaffen:

1. durch die direkte Lieferung von Ökostrom.
Das Prinzip: Auf Basis von geplanten Verbräuchen wird die bestellte Strommenge ins Stromnetz eingespeist. Die Strombeschaffung wickelt swb bereits seit dem Jahr 2005 über eine direkte Lieferbeziehung mit dem Wasserkraft Campocologno am Lago di Poschiavo in der Schweiz ab.

2. mit dem Kauf eines Ökostromzertifikats z. B. nach dem RECS*-System.
Das Prinzip: Ein Ökostromproduzent verkauft seinen Strom als „Normalstrom“ an einen Stromhändler oder einen Endverbraucher zum üblichen Strompreis. Den „grünen Mehrwert“ bietet er getrennt über das Handelssystem RECS an. Bei den RECS-Zertifikaten besteht die Auswahl zwischen Anlagen jünger oder älter als sechs Jahre im Lieferjahr.
Die Strombeschaffung wickelt swb nach dieser Methode (jünger als sechs Jahre) über fünf Wasserkaftwerke in Norwegen ab:
1. Langfjord Hydro Power Plant, Fluss Öyrelva, Inbetriebnahme 2006
2. Lindland Power Station, Fluss Roslandsåna, Inbetriebnahme 2003
3. Blåfalli Vik, zwischen Fjellhaug und dem Matre Fjord, Inbetriebnahme 2007
4. Framruste Power Plant, Fluss Otta, Inbetriebnahme 2005
5. Øyberget Power Plant, Fluss Otta, Inbetriebnahme 2005″

LINK

Einer Bewertung enthalte ich mir hier mal lieber.

Kommen wir nun zum zweiten Punkt

„ohne klimaschädliches CO2 erzeugt“

Die Aussagen des Bremer Bündnis für Klimaschutz sprechen dagegen. Wie immer man diese Aussagen auch bewerten will. Grundsätzlich wird bei der Stromgewinnung aus Wasserkraftwerken aber nur wenig CO2 erzeugt. Ohne „klimaschädliches“ CO2 und Eingriffe in die Natur geht es aber hier auch nicht ab. Berücksichtigt man den gesammten Lebensweg einer Wasserkraftanlage, so beläuft sich das CO2-Äquivaltent in g/kWhel (Gramm CO2 pro erzeugter Kilowattstunde elektrischen Stroms aus Wasserkraft) auf ca. 4-36. Selbes gilt übrigens für Strom aus Solar- und Windkraftanlagen.

LINK

Weiter wirbt der Stromanbieter damit, dass er für jeden neuen proNatur-Kunden eine feste Summe in den Bau neuer Ökostromanlagen investiert. U.a. wurde der Bau folgender Biogasanlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung gefördert:

Biogasanlage Eitzendorf/Hilgermissen
Biogasanlage in Weyhe
Biogasanlage Butjadingen „Hof Oegens“

Die Biogasanlagen werden nach Angabe der Presse u.a. mit Gülle und Getreidesilage und Maissilage betrieben.

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Das hört sich zunächst nicht weiter schlimm an. Aber der Gülleeinsatz erfordert Rinder und Schweine und die setzten bekanntlich Methan frei. Ein ca. 25 mal wirksameres Treibhausgas als CO2. Schaut man sich zudem die Treibhausgas-Bilanz von Biomasse, Biogas und Biokraftstoffen an, so stellt man folgendes fest:

Zum Thema Biokraftstoffe ist kürzlich eine Studie im Fachmagazin SCIENCE erschienen.

„Die Wissenschaftler berechnen in der Studie detailliert, wie sich der Boom von Biokraftstoffen in diesem Jahrhundert auf die Emissionen von Treibhausgasen auswirken wird. Dabei berücksichtigen sie nicht nur den Anbau der Energiepflanzen, sondern vor allem auch dessen indirekte Folgen – etwa, wenn die Lebensmittelfelder verdrängt werden und auf Flächen ausweichen, die dafür abgeholzt werden. Gerade bei der Rodung von Wäldern entweichen große Mengen Kohlendioxid in die Erdatmosphäre. Durch die Verdrängung der Nahrungspflanzen könne doppelt so viel Kohlenstoff freigesetzt werden wie beim Anbau der Energiepflanzen selbst, betonen die Forscher im Magazin „Science“.“

LINK

Des weiteren hat eine internationale Arbeitsgruppe von Wissenschaftlern um den Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen folgendes festgestellt:

„Biosprit ist klimaschädlicher als Benzin… Der Grund liegt in dem gefährlichen Stickoxid (N2O), welches vor allem beim Düngen der Energiepflanzen in die Atmosphäre gelangt.

Jede Tonne Stickoxid hat nämlich eine fast 300-fach so starke Treibhauswirkung wie dieselbe Menge an Kohlendioxid. Das dürfte die Diskussion um Biotreibstoffe weiter anheizen.

Seit längerem ist klar, dass vor allem der Sprit aus Raps und Mais wegen der Energie, die zu seiner Herstellung gebraucht wird, keine positive Klimabilanz hat. Zuletzt hatte eine OECD-Studie dem Biosprit ein verheerendes Zeugnis ausgestellt…

Wegen der starken Treibhauswirkung von Stickoxid sind die Folgen fürs Klima erheblich: Für Raps-Sprit wäre demnach die relative Erwärmung 1,7-mal höher als der Kühlungseffekt durch die Einsparung von CO2 aus fossilem Treibstoff. Ethanol aus Mais, der vor allem in den USA hergestellt wird, wäre den Berechnungen zufolge bis zu 1,5-mal klimaschädlicher als Benzin oder Diesel.“

LINK

Berücksichtigt man diese Faktoren mit ein, so relativiert sich die beworbene Ökostromerzeugung „ohne klimaschädliches CO2“.

Ich überspringe zunächst Punkt drei und komme direkt auf Punkt vier zu sprechen:

„vom TÜV Nord zertifiziert“

Dazu heißt es weiter auf der Internetseite des Stromanbieters:

„Der TÜV Nord prüft die Einhaltung folgender von swb Strom proNatur garantierter Mindestkriterien:

swb Strom proNatur verzichtet vollständig auf Strom aus Kern-, Kohle- und Ölkraftwerken. Im Betrachtungszeitraum stammte der von swb Strom proNatur gelieferte Strom zu 100 % aus regenerativen Energiequellen wie Wasserkraft, Windkraft, Solarenergie und Biogas. Bei der Herstellung entsteht kein klimaschädliches CO2.“

In wie weit das „Recs“ (Renewable energy certificate system) den Stromversorgern und Händlern ermöglicht ihren fossilen oder atomaren Strom durch den Kauf der Öko-Zertifikate (nicht des Ökostroms) als saubere Energie zu vermarkten, sei einmal dahingestellt.

Das der „geprüfte Ökostrom ausschließlich in Wasserkraftanlagen gewonnen“ wird (u.a. in der Schweiz und in Norwegen) geht direkt aus den Werbeprospekten und einer weiteren Internetseite des Stromanbieters hervor.

Das die Ökostromerzeugung nicht ganz „ohne klimaschädliches CO2“ und ohne klimaschädliche Treibhausgaseemissionen auskommt, sollte aus den vorangegangenen Erläuterungen ersichtlich geworden sein.

Nun zu Punk drei

„von Bremer Umweltverbänden geprüft“

Dazu heißt es weiter auf der Internetseite des Stromanbieters:

„Bremer Umweltverbände bestätigen die Herkunft von swb Strom proNatur aus 100 % erneuerbaren Energien. So können Sie sicher sein, das Richtige zu tun, wenn auch Sie ja zu swb Strom proNatur sagen.

Auf ihre Empfehlung ist Verlass:
BUND Bremen
NABU Bremen
Bremer Energie Institut
Bremer Umweltberatung“

Und im zugeschicktem Werbeprospekt steht:

„swb Strom proNatur lohnt sich für alle, die Ihren Schutz von Klima und Umwelt beitragen wollen. Dieser geprüfte Ökostrom wird ausschließlich in Wasserkraftanlagen gewonnen. Hierbei wird kein CO2 freigesetzt. Das bestätigen der TÜV Nord und die Fachleute der Umweltverbände BUND Bremen, NABU Bremen, Bremer Energie Institut und Bremer Umweltberatung.“

Hier wird noch einmal versichert, dass die Mindestkriterien des TÜV Nord durch die genannten Umweltverbände bestätigt werden. Also eine Art Doppelbestätigung, oder Rückbestätigung. Das ändert leider nichts an zuvor genannten Erläuterungen. Dazu soll sich aber jeder seine eigene Meinung bilden.

Eines ist aber offensichtlich, dass das Bremer Bündnis für Klimaschutz, bestehend aus, Aktionskonferenz Nordsee, Bremer Forum für Wohn- und Lebensqualität, Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft, Greenpeace-Gruppe-Bremen, Ökobüro, Ökostadt, ROBIN WOOD, Verein Sozialökologie, dass ganz anders sieht, als die vom Stromanbieter genannten (unterstüzten) Umweltverbände.

Aber es geht noch weiter.

Im Programm des Stromanbieters wird auch Bio-Erdgas aus Norddeutschland angeboten und zwar wie folgt:

„swb Erdgas proNatur überzeugt mit 10% Bio-Erdgas-Beimischung.“

Es stellt sich die Frage: Was ist Bio-Erdgas?

Grob vereinfacht entsteht das Bio-Erdgas in drei Schritten:

1. Vergärung von organischen Rohstoffen (sprich Pflanzen) zu Biogas
2. Veredlung des Biogases zu Bio-Erdgas durch Entzug von Kohlendioxid, Wasser und Schwefelwasserstoff
3. Verdichtung auf den nötigen Betriebsdruck des Erdgasnetzes

swb Erdgas proNatur besteht zu 90% aus fossilem Erdgas, dem 10% Bio-Erdgas aus regenerativer Erzeugung beigemischt wird. Das Bio-Erdgas bezieht swb aus einer Biogasanlage in Werlte (Emsland).

LINK

Nach Angabe des Herstellers wird die Anlage u.a. mit Gülle und Mais-Substrat betrieben.

LINK

Der Gülleeinsatz erfordert Rinder und Schweine und die setzten bekanntlich Methan frei. Ein ca. 25 mal wirksameres Treibhausgas als CO2. Beim Mais ergibt sich wieder die Treibhausproblematik von Stickoxid (N2O), welches über die Düngung des Mais in die Atmosphäre gelangt. Jede Tonne N2O hat nämlich eine fast 300-fach so starke Treibhauswirkung wie dieselbe Menge an CO2. Weiterhin ergeben sich Grundwasserbelastungen durch Überdüngung und Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Der beigemischte 10% Bio-Erdgas-Anteil ist somit auch nicht ohne Belastungen zu sehen.

Zuletzt komme ich noch auf die Ökostomanlagen zu sprechen, in welche investiert wurde und wird.

„Förderung des Baus von Ökostromanlagen in der Region“

Folgene Anlagen wurden bereits gefördert

„Solarstromanlagen auf dem Schlachthof, der Radstation am Bahnhof, dem Recyclinghof Findorff, der Geschwister-Scholl-Schule in Bremerhaven und dem Haus der Zukunft in Bremen-Lüssum
Bürgersolaranlage „Am Lehester Deich“
swb-Windpark Weserwind (neben der Bremer Stahlwerken)
Windkraftanlage Deichverband Wasserhorst
Offshore-Windkrafttestanlage in Bremerhaven-Wedderwarden
Wassswekraftwerk in Lünzen
Biogasanlage Eitzendorf und Wadders
Biogasanlage in Weyhe“
Biogasanlage Butjadingen „Hof Oegens“

Hier die Daten

Solarstromanlage Kulturzentrum Schlachthof
Inbetreibnahme 2003
4 Kilowatt Photovoltaik-Anlage
Stromerzeugung pro Jahr: ca. 2.500 kWh

Solarstromanlage Radstation am Hauptbahnhof
Inbetriebnahme 2003
Ca. 9 Kilowatt Photovoltaik-Anlage
Stromerzeugung pro Jahr: ca. 6.400 kWh

Solarstromanlage Recyclinghof Findorff
Inbetreibnahme 2004
10 Kilowatt Photovoltaik-Anlage
Stromerzeugung pro Jahr: ca. 7.500 kWh

Solarstromanlage Geschwister-Scholl-Schule
Inbetreibnahme Februar 2007
4,63 Kilowatt Photovoltaik-Anlage
Stromerzeugung pro Jahr: ca. 4.000 kWh

Solarstromanlage „Haus der Zukunft“
Inbetriebnahme 2006
Ca. 16 kW Photovoltaikanlage
Stromerzeugung pro Jahr: ca. 13.000 kWh

Solarstromanlage Deichverband Bürgersolaranlage
Inbetriebnahme August 2006
30,6 Kilowatt Photovoltaik-Anlage
Stromerzeugung pro Jahr. ca. 24.000 kWh

Windpark „swb-Weserwind“
Inbetreibnahme 2002
Bestehend aus 6 Anlagen je 2 Megawatt
Stromerzeugung pro Jahr: ca. 20 Mio. kWh

Windkraftanlage Deichverband
Inbetriebnahme 2000
1 Anlage mit 600 kW
Stromerzeugung pro Jahr: ca. 500.000 kWh

Offshore-Windkrafttestanlge Wedderwarden
Inbetriebnahme 2006
1 Anlage mit 5 Megawatt
Stromerzeugung pro Jahr: ca. 8 Mio. kWh

Wasserkraftwerk Lünzen
Inbetreibnahme März 2007
4,8 Kilowatt-Anlage

Biogasanlage
Inbetriebnahme 2004
350 Kilowatt Gasmotor
Stromerzeugung pro Jahr: ca. 3 Mio. kWh

Biogasanlage in Weyhe
Im Bau (Spatenstich am 11.03.2009)
Die elektrische Leistung liegt bei 500 Kilowatt, die voraussichtliche Stromeinspeisung ins öffentliche Netzt beträgt ca. 3,6 Millionen Kilowattstunden pro Jahr.

Biogasanlge „Hof Oegens“
Inbetriebnahme Februar 2008
185 Kilowatt
Stromerzeugung pro Jahr: ca. 1,4 Millionen kWh
Wärneerzeugung pro Jahr: ca. 1,2 Millionen kWh

Macht zusammen ca. 36 Mio. kWh Ökostrom pro Jahr, der in den geförderten Anlagen nach den Angaben des Stromanbieters produziert wird. Das hört sich zunächst viel an, aber rechnet man das auf die Personen um, die man im Mittel (aber nicht bedarfsgerecht) damit versorgen könnte, somit ergibt sich folgendes Ergebnis:

Im Jahr 2008 wurden brutto 639,1 TWh Strom in Deutschland erzeugt (entspricht in etwa auch dem Verbrauch, der lag 2008 bei 616,6 TWh). Dieser verteilt sich auf die 82 Mio. Einwohner. Macht einen brutto pro Kopf Verbrauch von ca. 7.500 kWh.

Mit dem ca. 36 Mio. kWh Ökostrom pro Jahr ließen sich also ca. 4.800 Menschen mit Strom versorgen.

Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der Großteil des Ökostroms (knapp 80%) aus Windkraftanlagen kommt. Der Wind weht natürlich nicht bedarfsgerecht, sondern immer wie es die Natur gerade zulässt. Ausfälle, z.B. bei Flauten, müssen also kompensiert werden. Das geschieht in der Regel mit konservativ erzeugtem Strom aus Nicht-Ökostromquellen.

Ca. 20% des Stroms stammen aus Biogasanlagen. Hier ergibt sich durch den Einsatz von Gülle und Silage u.a. wieder die Treibhausproblematik von Methan und Stickoxid (N2O), welches über Viehhaltung und die Düngung in die Atmosphäre gelangt. Weiterhin ergeben sich Grundwasserbelastungen durch Überdüngung und Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Nur der Bruchteil eines Prozentes des Stroms stammt aus den Photovoltaikanlagen.

Konservative Stromanlagen, welche mit fossilen Brennstoffen oder mit Kernkraft betrieben werden, können somit kaum ersetzt werden.

Neben diesen Projekten unterstüzt der Stromanbieter den Erhalt des Baumbestandes z.B. im Stadtwald Bremen.

Dem zugeschickten Werbeprospekt entnehme ich:

„Für ein besseres Klima Bäume pflanzen

swb ist sich als Energieversorger seiner Verantwortung für die Umwelt bewusst. Aus diesem Grund unterstützen wir zusammen mit dem Bürgerparkverein und Stadtgrün Bremen den Erhalt des Baumbestandes zum Beispiel im Stadtwald Bremen. So sorgen wir für mehr Grün in den Städten und ein besseres Klima“.

Dazu sollte man ergänzen, dass sich der Baumbestand im Stadtwald Bremen überwiegend selbst durch natürliche Fortpflanzug regelt. Alte Baumbestände und junges, dichtes Unterholz sind überall dicht nebeneinander anzutreffen. Ob das für mehr Grün in den Städten und ein besseres Klima sorgt, dass sei dahingestellt.

StadtwaldHB

UPDATE 29.10.2009

Die „SWB“ darf nicht mehr „SWB“ heißen

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Written by admin

Dienstag, 27 Oktober, 2009 um 14:04

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert

4 Antworten

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  1. Wir sollten alle was für unsere Umwelt tun, denn dies ist unsere Zukunft. An Ökostrom wird meiner Meinung nach nichts mehr vorbeiführen.

    Viele Grüße Hans

    Hans

    Dienstag, 27 Oktober, 2009 at 17:17

  2. Hans

    Anscheinend haben Sie weder den langen Text gelesen und wenn ja, nicht verstanden.

    Viel „Klimaschutzmassnahmen“ wiedersprechen direkt den Gedanken des Umweltschutzes, ich würde sogar soweit gehen, zu behaupten das Klimaschutz den Umweltschutz aushebelt.

    Erneuerbare Energien sind Etikettenschwindel, es sind meist gewaltige Eingriffe in unsere Natur und am Beispiel „Bio-Gas“ sogar klimaschädlich.

    Wer heute noch behauptet er könnte allein mit EE eine nationale Stromversorgung sicherstellen ist entweder ein Lobbyist oder ein absoluter Techniklaie.

    MfG
    Heinz Eng

    Heinz Eng

    Donnerstag, 29 Oktober, 2009 at 11:55

  3. Hallo,

    ich bin interessiert, ob gruener strom wirklich gruen ist. Die oben genannten BioGasAnlagen wohl kaum:
    http://max-sievers.name/MordsGeschaeft_Bioenergie_-_W._Hofmann.pdf

    Mich interessieren auch Lebenzeitbilanzen von KW. Also wieviel CO2 (PLUS den noch schaedlicheren Treibhausgasen) werden wirklich pro kwh benoetigt. Dazu gehoert meiner Meinung nach: Entwicklung, Produktion, Lagerung, Transport, Aufbau, Unterhalt, Wartung, benoetigte Rohstoffe, Demontage, Recycling, Renaturalisierung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass hunderte WKW wesentlich besser sind als traditionellen Kernenergie (die ja nun leider endlich ist).

    Hat da schon jemand interessante Webseiten oder aktuelle Studien (nicht von der Regierung oder supranationalen Instiutionen in Auftrag gegeben)gefunden die da NEUTRAL rangehen?

    VG

    R3ckl355

    Mittwoch, 13 Januar, 2010 at 20:48

  4. hier gibt es ab und zu brauchbare posts dazu: http://www.pi-news.net/

    R3ckl355

    Mittwoch, 13 Januar, 2010 at 20:55


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