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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Archive for Oktober 21st, 2009

Mojib Latif: Das Klima könnte sich für ein bis zwei Jahrzehnte abkühlen, bevor sich die Erwärmung durchsetzt

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Teil1

Teil2

Professor Latif vom IFM-GEOMAR, Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel, ist einer der führenden Wissenschaftler im Bereich der Klimamodellierung. Er ist Empfänger von mehreren internationalen Klimaforschungspreisen und einer der führenden Autoren des Klimaberichts des United Nations‘ Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC).

Jetzt hat Professor Latif vor der UNO-Klimakonferenz am 1. September 2009 in Genf einen Vortrag gehalten, dem jährlichen Treffen des sogenannten „wissenschaftlichen Konsens“, bestehend aus 1500 der führenden Klimaforscher über die menschliche Ursache der Klimaerwärmung. Daraus geht hervor, dass die Erde sich in letzter Zeit nicht erwärmt hat und wir wahrscheinlich für die nächsten zehn bis zwanzig Jahre stagnierende Temperaturen, bzw. eine Temperaturabkühlung zu erwarten haben.

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Professor Latif hat festgestellt, dass der Atlantik, speziell der Nordatlantik, sich abkühlt und es so aussieht, dass die Abkühlung sich für die nächsten zehn bis zwanzig Jahre fortsetzen wird. Verantwortlich werden dafür natürliche Klimaschwankungen gemacht, welche derzeit das Klimageschehen dominieren.

Latif sagte: „Ich bin kein Klimaskeptiker, aber wir müssen die unangenehmen Fragen selbst stellen oder andere werden es tun.“

Vor allem wegen der zyklischen Veränderungen der Meeres- und Luftströmungen sei mit einer globalen Abkühlung von 10 oder sogar 20 Jahren zu rechnen.

Durch Verschiebung der NAO, einer nordatlantischen Luftdruckverteilung, habe sich die tropische Regenzone nach Norden in die Sahara ausgeweitet.

Latif wurde in seinen Ausführungen vom Klima-Chef des britischen Met Office, James Murphy unterstützt: „Die Ozeane sind der Schlüssel der dekadischen natürlichen Variabilität.“ Er verbindet die NAO mit dem indischen Monsun, den atlantischen Hurrikans und dem arktischen Meereis.

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Fazit: Damit ist genau das Gegenteil von dem eingetreten was die UNO, die Politiker, die Umweltschützer, die Wissenschaftler, die Medien, etc. schon seit Jahrzehnten erzählen, nämlich dass die Erderwärmung immer schneller voranschreitet. Ihre Vorhersagen waren somit falsch. Nicht der anthropogene Treibhauseffekt dominiert derzeit das Klimageschehen, sondern die natürlichen Klimaschwankungen, welche die Temperaturen derzeit stagnieren lassen.

Wann sich die antrophogene Erwärmung durchsetzen wird ist dabei noch völlig offen. Prof. Latif rechnet damit, dass dieses in ein bis zwei Jahrzehnten geschehen könnte. Die aktuellen Klimamodelle lassen diesbezüglich keine genauen Rückschlüsse zu.

Nichts desto trotz zeigen die Modelle langfristig gesehen einen deutlichen Temperaturanstieg, der von der antrophogenen Erwärmung dominiert wird. Ob sich diese Projektionen erfüllen werden, oder erneut nach unten korrigiert werden muss, wird sich unter Beweis stellen müssen. Das zukünftige Klima scheint eine Größe zu sein, die von vielen Unbekannten geprägt ist. Die Unsicherheiten sind noch groß und die Datenbasis noch unzureichend.

Und wer das nicht glaubt: Im Weltkimabericht (TAR) der UN (IPCC) von 2001 steht auf Seite 774, also ganz weit hinten: “Klimamodelle arbeiten mit gekoppelten, nichtlinearen chaotischen Systemen; dadurch ist eine langfristige Voraussage des Systems ‘Klima’ nicht möglich.”

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Written by admin

Mittwoch, 21 Oktober, 2009 at 15:50

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert