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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Gletschertagebuch 2009 – Tauerngletscher

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An der Pasterze begann die Eisablation erst Anfang Juni. Mitte Juni war die Zunge ähnlich schneefrei wie im Vorjahr, aber auch hier verzögerte die kühle Witterung das Schneefreiwerden der Gletscherzunge im Juni.

Auf der Tauernnordseite war die Ausaperung deutlich später als in den letzten Jahren. Die Zunge des Obersulzbachkeeses ist im Vergleich zu 2007 um drei bis vier Wochen später frei geworden.

Das St. Sonnblickkees, das höher liegt als die vorher genannten Gletscher, war Mitte Juli noch fast zur Gänze mit Altschnee bedeckt. Die Neuschneefälle am 18. und 19. Juli verzögerten die Schneeschmelze zusätzlich.

Das Stubacher Sonnblickkees am 11. Juli 2009. Der Gletscher ist noch fast zur Gänze mit Altschnee bedeckt.

Am Stubacher Sonnblickkees lag am 1. Juli mit 2,4 Meter Schneehöhe mehr Schnee als in den vergangenen drei Jahren, sie entspricht dem langjährigen Mittel.

Eine erste Abschätzung vom 21.07.2009 ergibt für ein vorzeitiges Ende der Abschmelzzeit:

Eine so stark positive Jahresbilanz gab es bisher in 50 Jahren nur einmal, 1965, mit einer extrem positiven mittleren spezifischen Bilanz von + 2 Meter oder + 3,5 Millionen Kubikmeter Masse. Die Abschmelzzeit war damals schon am 25. August zu Ende.

Wie es weiter gehen wird?

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Written by admin

Samstag, 17 Oktober, 2009 um 12:16

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert

3 Antworten

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  1. Sehr geehrter Herr Müller,

    was die diesjährige alpine Gletscherschmelze angeht, so können Sie zum jetzigen Zeitpunkt noch gar keine aussagekräftigen Angaben machen. Alpenweit betrachtet hat sich die Gletscherschmelze auch in 2009 fortgesetzt. Und auch wenn dies nicht so wäre, so hätte ein Jahr Schmelzunterbrechung keinen Aussagewert.

    Auch die Firnauflage oder der Zeitpunkt der Ausaperung an der Gletscherzunge sagt wenig aus über Zeitpunkt und Intensität der Gletscherschmelze aus. In vielen Regionen dieser Welt beobachten wir Gletscherschmelze, ohne dass die Gletscher ausapern. Gletscher schmelzen auch von unten und der Pressdruck des Eises führt auch zu inneren Schmelzvorgängen. Daran ändert auch eine Firnauflage wenig.

    Fazit: Sie bemühen eine lokale Momentaufnahme, ziehen daraus waghalsige, voreilige und weit hergeholte Schlüsse und konstruieren daraus eine mögliche Trendwende. Hierbei vergessen Sie die über Jahrzehnte anhaltende Gesamtsituation einer rapiden Gletscherschmelze auf fast dem gesamten Globus. In diesem Abschmelztrend darf es auch einmal kleine Zacken nach unten oder oben geben. Dies ändert aber an der Gesamtentwicklung nichts.

    Roland Jauch

    Roland Jauch

    Samstag, 17 Oktober, 2009 at 18:49

  2. Tolles Stöckchen, Müller. Zu mindest für Kommentare, die die Buchstabenkombination [b]LINK[/b] nicht deuten können, aber an sonsten voll bescheid wissen wollen.
    Man kann ja nicht sagen, dass 2009 insgesamt kühl war, ganz im Gegenteil. Entscheidend ist eben nicht die Temperatur allein, sondern der ganz konkrete Verlauf des Wetters übers Jahr, vor allem Windrichtung und Niederschlag. Ein Jahr ohne überwiegende Westwetterlagen, und schon ist’s vorbei, mit der Gletscherschmelzerei… :-)
    MfG

    Wetterfrosch

    Montag, 19 Oktober, 2009 at 20:27


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