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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Beschleunigt sich der globale Meeresspiegelanstieg? – Teil2

with 7 comments

Die Arbeit:

Larsen, C.E. and Clark, I. 2006. A search for scale in sea-level studies. Journal of Coastal Research 22: 788-800.

Hintergrund der Studie:

Die Autoren, welche am U.S. Geological Survey’s National Center in Reston, Virginia beschäftigt sind, greifen das gängige Konzept auf, welches im stark steigendem CO2-Gehalt der Atmosphäre und dem dadurch verursachten Temperaturanstieg einen Hauptgrund für den globalen Meeresspiegelanstieg sieht. Dieses vereinfachte Konzept geht davon aus, dass der Meeresspiegelanstieg in den vergangenen 6.000 Jahren relativ gering war, sich während des 19. Jh. beschleunigt hat und sich in der Zukunft weiter beschleunigen wird.

Was wurde getan?

Larsen und Clark stellten das Konzept anhand dreier Datenbasen auf die Probe. (1) Der Meeresspiegel der vergangenen 6.000 Jahre wurde mit Hilfe der Radiokarbondatierung von organischen Material rekonstruiert. (Torfablagerungen innerhalb der Horizonte von Salzwiesen und Flusssedimente, gelegen an stabilen, abgeflachten Küstenverläufen). (2) Der Meeresspiegel der vergangenen 1.000 Jahre wurde anhand der Verteilung von Foraminiferen (schalentragende Einzeller) innerhalb der Salzwiesenhorizonte rekonstruiert. (3) Der Meeresspiegel der letzten ca. 100-200 Jahre wurde anhand der aufgezeichneten Pegeldaten ermittelt.

Welche Schlussfolgerungen werden gezogen?

Wenn man die drei Datensätze zusammengefügt, um postglaziale, isostatische Bewegungen bereinigt (nacheiszeitliche Landhebungen) und den Höhenverlauf gegen das heutige mittlere Hochwasser aufträgt (MHW), so lässt sich der Verlauf eher als Fortsetzung der Vergangenheit interpretieren, denn als Störung. Ein beschleunigter, linearer Anstieg setzt Mitte der 1600er Jahre ein und setzt sich in den Pegeldaten der vergangenen 150 Jahre, bis heute, fort. Ein ausgeprägter Anstieg ab Mitte des 20. Jh., analog dem Mann Hockeystick der Temperatur, ist nicht zu erkennen. Weder noch zeigt sich eine Übereinstimmung mit dem stark steigendem CO2-Gehalt der Atmosphäre.

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Bereinigter Meeresspiegelanstieg aus Foraminiferen-Daten und Pegeldaten vs. CO2-Anstieg aus Eiskerndaten und atmosph. Messungen über den Zeitraum der letzten ca. 1.000 Jahre

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Meeresspiegelanstieg (Pegeldaten aus Stockholm und NY) vs. Temperaturrekonstruktion nach Mann et al. 1999 (Hockeystick) über den Zeitraum der letzten ca. 150 Jahre.

Was bedeutet das?

Im Gegensatz zu dem oft erklärten Anspruch, dass die Rate des Meeresspiegelaufstieges sich mit der Rate des Aufstieges in der CO2-Konzentration der Luft und/oder der Temperatur beschleunigt hat, konnten Larsen und Clark keinen Beweis dafür finden, welcher diesen Ansatz stützt.

Written by admin

Freitag, 27 März, 2009 um 15:07

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert

7 Antworten

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  1. Hallo,

    Diese Aussage ist doch 100% klar und nicht falsch zu verstehen?! Es widerlegt eigentlich alles, was man bisher zum Meeresspiegelanstieg lesen konnte. Gibt es dazu keine aufgeregte Gegendarstellungen?

    Was sagen die Orakel des realen Kleimët?

    Das müsste doch hohe Wellen geschlagen haben? ;-)

    „“Wäre es möglich FokkerPlanck meine E-mailadresse zu senden?““ Und vielen Dank für die ganze Mühe und ihre Fähigkeit durchzuhalten!

    Eddy

    Eddy

    Freitag, 27 März, 2009 at 19:00

  2. Die Aussage widerlegt keineswegs alles, was man bisher zum Meeresspiegelanstieg lesen konnte. Der Zusammenhang zwischen CO2-Gehalt und Meeresspiegel ist sicherlich ziemlich indirekt, zeitverzögert und nicht linear. Insofern keine besondere Überraschung.

    kinimod

    Samstag, 28 März, 2009 at 04:39

  3. Kinimod hat Recht

    Kinimod schrieb:
    „Die Aussage widerlegt keineswegs alles, was man bisher zum Meeresspiegelanstieg lesen konnte.“

    Was bisher so an Wasserstandsmeldungen formuliert wurde, kann gar nicht mit nur einer Aussage widerlegt werden.

    Simon Grünland

    Samstag, 28 März, 2009 at 06:19

  4. Der Meeresspiegelanstieg rührt heute anscheinend hauptsächlich von der thermischen Dilatation her. Diese steht in direktem Verhältnis zur Erwärmung. Sollte der Meeresspiegelanstieg sich nicht beschleunigt haben, fällt die alarmistische Prognose der IPCC-Mafia in sich zusammen.

    Letzter IPCC-Bericht sprach von 30 bis 50 cm Anstieg in 100 Jahren, was alles andere als bedrohlich ist. Da sprang gleich der Mafia-motor der IPCC-dirigenten an und torpedierte diese diffamatorischen „eigenen“ Aussagen. Was nicht passte wurde schleunigst passend gemacht, noch bevor der Bericht definitiv publiziert wurde.

    Seit mehreren Jahren hat sich das Meer nicht mehr erwärmt und somit ist eine weitere thermische Expansion in dem Zeitraum kaum zu erwarten.

    Wie man nun von 30 cm auf die heutigen 2 m der IPCC-Dirigenten kommt ist schon ziemlich konstruktivistisch.

    Dito mit den Stürmen, wo aus bedrohlich alarmistischen Vorhersagen heute laue Lüftchen wurden, die vom Menschen nicht einmal bemerkt werden KÖNNTEN. Ausserdem hat die aktuelle Klimastatistik die schrille Alarmsirene zu einem leisen Wimmern abgedämpft. Kein Temperaturanstieg, kein ungewöhnlicher Meeresspiegelanstieg, keine Verschiebung der Klimazonen, keine tropischen Bakterien die durch ausbleibende Winter überleben usw… usf… Was bleibt ist ein exponentiell ansteigender Beleidigunsgindex in Klimaforen, welches Klimawissenschaftler, so wie andere Wissenschaftsblogger gleicher Gesinnung wie Vollidioten ausschauen lässt.

    Irgndwann wir diese Waffe im Kampf gegen den Klimaskeptizismus, bzw. das brave Nachbellen des Rudelführerlamentos nach hinten losgehen und die ganze Wissenschaft in ein tiefes Loch mit sich hinabziehen.

    Ich freue mich schon auf die Zeit, wo Religion, Wissenschaft, Esoterik, ganzheitliche Medizin und Astrologie den gleichen Stellenwert in der Gesellschaft haben werden. Danke Klimawissenschaft, dass die Welt wegen DIR besser wurde! AMEN!

    Eddy

    Samstag, 28 März, 2009 at 11:48

  5. @Eddy

    „Gibt es dazu keine aufgeregte Gegendarstellungen?
    Was sagen die Orakel des realen Kleimët?“

    Soweit ich in der KlimaLounge gelesen habe, arbeitet Stefan Rahmstorf an einer neunen Publikation, die vermutlich das Gegenteil aufzeigen wird?

    ”Wäre es möglich FokkerPlanck meine E-mailadresse zu senden?”

    Da kann ich, mangels seiner E-Mail-Adresse, leider nicht weitervermitteln.

    „Und vielen Dank für die ganze Mühe und ihre Fähigkeit durchzuhalten!“

    Ich betrachte die Sache mit ausreichend Abstand und als Hobby.

    In Kürze wird ein Teil3 zum Meeresspiegelanstieg folgen. Eine weitere Veröffentlichung, die keinen beschleunigten Anstieg sieht. Diesmal ist das Untersuchungsgebiet die Nordsee.

    Müller

    Samstag, 28 März, 2009 at 12:49

  6. Hallo Herr Müller,

    Wäre es nicht möglich, Herr Kramm UND Herr Ebel auf diesem Blog zur Diskussion anzuregen. Hier gibt es eine englische Diskussion zum Thema, wo wieder Herr Kramm überzeugender klingt als die anderen:

    http://rabett.blogspot.com/2008/02/all-you-never-wanted-to-know-about.html

    Mit dem idiotischen Säbelgerassel der Primaklimamafia hat diese sich wieder einen Bärendienst erwiesen.

    Danke für den Blog
    Eddy

    Eddy

    Sonntag, 29 März, 2009 at 14:08

  7. Ich habe die Auseinandersetzung jetzt fertig, und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Kritiker von Gerlich, Herr Kramms Erklärungen nicht verstehen. Das Ende des Zitats ist auch keinesfalls das Ende der Diskussion!

    Was mir vor allem fehlt ist, wie Gerlich und Tscheuschner den realen „Treibhauseffekt“ erklären.

    Deshalb käme mir eine Diskussion hier zwischen Ihnen, Herr Ebel und Herr Kramm sehr gelegen. Ich habe den Eindruck, dass dieser Herr Kramm mehr von dem Ganzen versteht als, Georg, Rahmstorf und Rings zusammen. Das ist so als würde Verona Feldbusch sich mit Einstein über die RT zanken.

    Bevor man das Ganze als Schwachsinn abtut, sollte man bitte schön erst einmal versuchen zu verstehen was gesagt wurde. Dann darf man gern widerlegen.

    Liebe Grüsse
    Eddy

    Eddy

    Sonntag, 29 März, 2009 at 15:11


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