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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

„Alpha Ventus“ wird 30 Prozent teurer – EWE trägt Mehrkosten für Offshore-Windpark

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Die geplanten zwölf Windkraftanlegen in der Nordsee 45 Kilometer vor Borkum sollen statt 189 Millionen Euro jetzt 250 Millionen kosten. Gründe für die gestiegenen Kosten sind nach Angaben der Betreibergesellschaft höhere Stahlpreise und Mehrausgaben bei der Erschließung. Die Lücke von 61 Millionen Euro übernehme der Oldenburger Energieversorger und Mitbetreiber EWE, sagte dessen Sprecher Christian Blömer.

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P.S.: Ein Kostenvergleich zwischen Windkraft und Kohlekraft

Der Windpark „Alpha Ventus“ mit 12 Anlagen je 5 MW Nennleistung kostet ca. 250 Mio. EURO.

Die Betreiber rechnen mit 3.800 Volllaststunden im Jahr.

-> 12 x 5 MW x 3.800 h = 228.000 MWh pro Jahr. (228 GWh/Jahr).

Ein Kohlekraftwerk mit 800 MW Nennleistung kostet ca. 800-900 Mio. EURO.

Gerechnet wird erfahrungsgemäß mit mindestens 7.000 Volllaststunden im Jahr.

-> 800 MW x 7.000 h = 5.600.000 MWh pro Jahr. (5.600 GWh/Jahr).

Ein Kohlekraftwerk der 800 MW-Klasse produziert also das 24-25-fache an Strom, wie der Windpark „Alpha Ventus“. Eine entsprechend leistungsfähiger Windpark würde ca. 300 Anlagen der 5 MW-Klasse benötigen und umgerechnet ca. 6.000 Mio. bzw. 6 Mrd. EURO kosten, also ca. das 7-fache des Kohlekraftwerkes.

Lebensdauer:
Die Lebensdauer der Windkraftanlagen ist mit ca. 20 Jahren ausgelegt.
Die Lebensdauer eines Kohlekraftwerkes beträgt ca. 40 Jahre.

Kosten des Stroms:
Der Windstrom aus Offshore-Anlagen wird nach dem EEG mit bis zu 14 Cent/kWh vergütet.
Die Erzeugungskosten von Kohlestrom betragen ca. 4 Cent/kWh (ohne CO2-Zertifikate und Subventionen).

Versorgungssicherheit:
Windstrom ist abhängig von Wind und Wetter.
Kohlestrom ist unabhängig von Wind und Wetter.

Written by admin

Donnerstag, 5 März, 2009 um 12:42

Veröffentlicht in Klimawandel

35 Antworten

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  1. Und bei Flaute müßen entsprechende Gas-, Kohle- und/oder Atomkraftwerke bereitstehen. Womit die Kosten auf etwa das 14-fache ansteigen.

    MEstermeier

    Donnerstag, 5 März, 2009 at 19:45

  2. Man kann doch aber bei Flaute einen Teil der Propeller mit dem günstigen Strom aus den Kohlekraftwerken antreiben. Diese könnten (bei geschickter Ausrichtung) für die restlichen Propeller den nötigen Wind konstant liefern.

    So hätten wir endlich erneuerbaren Wind.
    ;)

    Simon Grünland

    Donnerstag, 5 März, 2009 at 20:45

  3. Die Kosten und eventuelle Flauten sind nicht die einzigen Probleme der Windparks, wie die offizielle Analyse des europaweiten Netzausfalls von 4. November 2006 zeigt:
    UCTE (union for the co-ordination of transmission of electricity)
    Final Report (Final-Report-20070130.pdf; – http://www.ucte.org -)
    System Disturbance on 4 November 2006
    Seite 16/84
    „The main point to be underlined around North Europe (starting point of the disturbance) is the high flow from Germany to the Netherlands and Poland due to the high wind generation in Germany.“

    Seite 53/84
    „The negative role of wind generation performance on November 4 was evident. Due to uncontrolled behavier of wind generation it was not possible to maintain a sufficient power exchange balance in some German control areas (VE-T, East part of E.ON Netz) after split.“

    Eigentlich hört sich das doch ganz positiv für die Windbranche an. Zu diesem Zeitpunkt gab es mal reichlich Wind an der Ostsee, aber die noch vorhandenen Leitungen waren leider schon randvoll, da wegen einer Schiffüberführung auf der Ems eine 380 kV-Leitung ausgeschaltet werden mußte und eine weitere Richtung Ruhrgebiet in Reparatur war. Hier war das Netz-Management der E.ON wohl auch nicht optimal.
    Nachdem das europäische Netz sich in mehrere Teile zerlegt hatte, spielten die Windmüller ihre Trumpfkarte aus, indem sie die Re-Synchronisationsversuche der Netzwerker durch unkontrollierte Einspeisungen immer wieder torpedierten.

    paulchen

    Donnerstag, 5 März, 2009 at 22:20

  4. Das Problem ist, dass unter dem Schutz der Politik sich ein neuer Subventionsparasit gebildet hat. Solche Parasiten wieder los zu werden, ist nahezu unmöglich und wird wie bei den Kohlesubventionen Jahrzehnte dauern. Vielleicht erhöht die Wirtschaftskrise ja die Abwehrreaktion auf derartige Verschwendung, ich bin da aber pessimistisch.

    CK42

    Freitag, 6 März, 2009 at 08:55

  5. And when the wind doesn’t blow, you still need gas or coal fired power plants of eqivalent capcity as a back-up.
    200% capacity to ensure 100% supply.

    Pierre Gosselin

    Freitag, 6 März, 2009 at 10:22

  6. Vielen Dank für die ausführliche Darstellung dieses unser aller Steuergelder verbrennenden Schwachsinns. Damit sollte jetzt eigentlich jedem Bürger offenbar werden, daß er sich Jahr für Jahr und von Wahl zu Wahl, einige der übelsten Heuchler als Vertreter zur treuhändischen Wahrnehmung seiner Interessen(Schaden vom Volk abwenden) ausgesucht hat.

    Wie uns regierungsamtliche Plaudertaschen versichern, steht ein sog. „Superwahljahr“ bevor und es ist in Anbetracht der nicht mehr zu leugnenden Tatsachen an der Zeit, sich dieser Wölfe im Schafspelz zu entledigen…

    Und für den Fall, daß es „wahltechnisch“ nicht klappen sollte, steht:

    Artikel 20:

    (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
    (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
    (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

    (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

    Nur für den Fall, daß es wider erwarten doch nicht klappen sollte, eine entsprechende Mehrheit zu organisieren, stelle ich den Antrag unser Bundes Republikanisches Dusselland schnellstens Freie Republik Schilda um zu benennen.

    Denn schon die Weisen zu Schilda hatten ihre freien Flächen mit Windmühlen zugepflastert als sie herausfanden, dass die Luft in ihrem Lande doch ziemlich dünn war. Also ermittelten sie die kinetische Energie der pro Zeiteinheit bewegter Luft und erhielten in Watt pro Quadratmeter folgende Leistungsdichten (Arbeit pro Zeit und Flächeneinheit):

    Energieträger — Leistungsdichte in W/m2

    Kohle — 500.000 (im Kraftwerk)

    Wasser — 108.000 (bei v = 6 m/s)

    Luft — 130 (bei v = 6 m/s)

    Sonne — 110 (Mittel in BRD)

    Da staunten die Schildbürger aber nicht schlecht; sogar die Leistungsdichte der Wasserkraft übertrifft die der Windkraft um mehr als das 800fache!

    mfg

    Zyniker

    Freitag, 6 März, 2009 at 13:27

  7. Mal angenommen jemand käm auf die Idee, alle infrage kommenden Flüße Deutschlands so ca. alle 50km mit einer mehr oder wehniger großen Staustufe zu versehen und damit die Wasserkraft zu forcieren. Wie wäre wohl die Reaktion unserer Ökofaschisten im klima-umwelt-grünen Mäntelchen?

    MEstermeier

    Freitag, 6 März, 2009 at 22:03

  8. Das Kraftwerk Moorburg mit 1600MW soll uebrigens 2 Milliarden kosten und wird jetzt um 600 Millionen teurer.
    Der Vergleich 14cent EEG zu 4 cent ohne Subventionen ist ohne Zweifel ein schlechter Vergleich. Fairerweise muessen sie schon die tatsaechlichen Kosten vergleichen. Da liegt Windkraft aktuell bei 5.1 cent.
    Die Laufzeit ist doch vollkommen egal wirtschaftlich gesehen, wenn fuer das Energieunternehmen in der betreffenden Zeit die Kohle rein kommt, wovon man ausgehen darf.
    Warum war der Strom in Deutschland eigentlich vor der CO2 und Klimadebatte auch schon wesentlich teurer als z.b in Frankreich, wo wir doch bisher nur guenstige Kohle und Atomkraftwerke hatten?

    Wie deckt man eigentlich die Lastspitzen in einem Netz ab, das aussschliesslich auf Atom und Kohlekraft beruht. Diese Kraftwerkstypen kann man ja nicht mal schnell hoch und wieder runter fahren?
    Wahrscheinlich funktioniert das ohnehin nur so, das die Kraftwerke immer mehr Strom als noetig produzieren muessen? Oder braucht man da tatsaechlich Pumpspeicherkraftwerke?

    Kohlestrom ist auch nicht unabhaengig vom Wetter, man braucht ausreichend Kuehlwasser um die Turbinen in Gang zu halten, d.h. falls in einem heissen Sommer das Wasser in nahegelegenen Fluss knapp wird, muss die Leistung gedrosselt werden.

    [XXX Admin: Bitte eine gültige E-Mail-Adresse eintragen. Siehe Blogregeln. Danke. XXX]

    Windkraft

    Dienstag, 10 März, 2009 at 00:14

  9. Das Kraftwerk Moorburg mit 1600MW soll uebrigens 2 Milliarden kosten und wird jetzt um 600 Millionen teurer.

    Super! Und jetzt? Statt das 7-fache das 6,8-fache oder so?

    Der Vergleich 14cent EEG zu 4 cent ohne Subventionen ist ohne Zweifel ein schlechter Vergleich.

    Wieso?
    1. Würde ohne Subvention der deutsche Bergbau oder die Kohlekraftwerke untergehen? Würde ohne EEG der Wind oder die Windkraft untergehen?
    2. Verkauft der deutsche Kohlebergbau seine Ware nur an Kraftwerken? Oder auch für synthetische Herstellung wie Dünger, Kunststoff etc.?

    Btw. die neue Novelle der EEG 01.01.09 besagt, dass Windparkbetreiber auch dann Einspeisevergütungen bekommen, wenn die Netzbetreiber aus Überkapazitätsgründen/technischen Gründen die Windparks abschalten mussten. Also für Brötchen ihr Geld bekommen, die sie hätten liefern können, wenn der Backofen funktioniert hätte.

    Fairerweise muessen sie schon die tatsaechlichen Kosten vergleichen. Da liegt Windkraft aktuell bei 5.1 cent.

    Hä? Ich bastle mir die Welt…? Es ist mir doch egal was es den Vertreiber kostet, die Frage ist, was es den Kunden kostet.

    Kohlestrom ist auch nicht unabhaengig vom Wetter, man braucht ausreichend Kuehlwasser um die Turbinen in Gang zu halten, d.h. falls in einem heissen Sommer das Wasser in nahegelegenen Fluss knapp wird, muss die Leistung gedrosselt werden.

    Echt? Wie schaffen das nur die richtigen Kraftwerke in den Wüsten das Problem zu lösen? So in den USA und in den reichen Wüstenländern im Mittleren Osten? Selbstverständlich schlagen auch sie dort die Volllastenstunden von Windkraft um Längen.

    peper

    Dienstag, 10 März, 2009 at 02:51

  10. Ach, und Hochs haben die Angewohnheit sehr Windstill zu sein.

    peper

    Dienstag, 10 März, 2009 at 02:57

  11. Was einem noch alles einfällt. Benötigt Windkraft für ihre Herstellung selbst keine Kohle? Wäre mir neu.

    peper

    Dienstag, 10 März, 2009 at 03:08

  12. @Windkraft

    BUND Ortsverband Darmstadt

    Dr. Werner Neumann – 11.12.2006
    Energiepolitischer Sprecher
    AK Energie des BUND – Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.

    Das Kohlekraftwerk habe eine elektrische Leistung von 750 MWel, die Investitionskosten betragen ca. 860 Mio. €. Es ergibt sich folgende Wirtschaftlichkeitsberechnung auf der Basis jährlicher Kosten. Der Zinssatz von 7% ist ein Mischzins von 4% Fremdkapital und 12% Eigenkapital.

    Kapitalkosten bei 30 Jahren, 6% Zins, Annuität 7,3% 65 Mio. €
    Wartung, Instandhaltung 25 Mio. €
    Kohleverbrauch 750 MW*7000 h/ 43% * 1,0 ct/kWh Kohle 122 Mio. €
    Sonstige Betriebskosten 7 Mio. €
    Personalkosten 6 Mio. €
    Summe 225 Mio. €

    plus CO2-Zertifikate für 3,5 Mio. to * ca. 50 € ca. 175 Mio. €
    Gesamtkosten 397 Mio. €

    In Bezug auf eine Stromproduktion von ca. 5,0 Mrd. kWh im Jahr betragen damit die Stromproduktionskosten ohne CO2-Zertifikate ca. 4,5 Cent/kWh.

    (Korrektur: 750 MW * 7000 h = 5,25 Mrd. kWh -> 225 Mio. € / 5,25 Mrd. kWh = 4,29 Cent/kWh)

    Müller

    Dienstag, 10 März, 2009 at 10:54

  13. @Peper:

    „Super! Und jetzt? Statt das 7-fache das 6,8-fache oder so?“

    Wenn die genauen Zahlen irrelevant wären, dann ist doch die ganze Diskussion schon hinfällig. Da frage ich doch besser den Autor: Herr Müller, sind ihre Zahlen exakt oder „nur so“ ?

    „Wieso?
    1. Würde ohne Subvention der deutsche Bergbau oder die Kohlekraftwerke untergehen? Würde ohne EEG der Wind oder die Windkraft untergehen?
    2. Verkauft der deutsche Kohlebergbau seine Ware nur an Kraftwerken? Oder auch für synthetische Herstellung wie Dünger, Kunststoff etc.?“

    Das beantworte ich Ihnen gerne:
    zu 1) Natürlich würde er untergehen, das tut er doch auch. Er wird nur kuenstlich durch Subventionen am Leben erhalten. Für das investierte Geld könnte man am Weltmarkt wesentlich günstiger Kohle einkaufen. Deutsche Unternehmen exportieren erfolgreich Windkraftanlagen ins Ausland. Dort gibt es kein EEG.
    zu 2) Das hat doch nichts mit Windkraft vs. Kohle zu tun. Aber für die von ihnen genannten Zwecke nimmt man doch lieber Erdöl.

    „Hä? Ich bastle mir die Welt…? Es ist mir doch egal was es den Vertreiber kostet, die Frage ist, was es den Kunden kostet.“
    Sehr gut beobachtet! Der Kunde hat auch schon vor dem EEG zuviel für Strom aus Kohle und Atom gezahlt, woher kommen denn die Riesengewinne von EON, ENBW und Co? Das waere mir jetzt neu, das diese Firmen den Grossteil ihrer Gewinne aus dem EEG ziehen.

    „Echt? Wie schaffen das nur die richtigen Kraftwerke in den Wüsten das Problem zu lösen? So in den USA und in den reichen Wüstenländern im Mittleren Osten? Selbstverständlich schlagen auch sie dort die Volllastenstunden von Windkraft um Längen.“

    Nennen sie bitte ein paar Standorte von Kohlekraftwerken mitten in der Wüste, ohne Zugang zu Wasser. Das würde ich gerne nachvollziehen.
    Es mag zwar von Siemens Kraftwerke mit Luftkühlung geben, die benötigen dennoch Zugang zu Grundwasser und arbeiten mit reduziertem Wirkungsgrad.
    Zahlen waeren da interessant, um einen vernuenftigen Vergleich zu haben.

    „Ach, und Hochs haben die Angewohnheit sehr Windstill zu sein.“
    Ich bin mir sicher, das es Ingenieure gibt, die sich Methoden zur Speicherung einfallen lassen.

    „Was einem noch alles einfällt. Benötigt Windkraft für ihre Herstellung selbst keine Kohle? Wäre mir neu.“
    Da kann ich mich mit ihnen einigen, ich finde es auch besser wenn man Kohlefasern draus herstellt, anstatt die wertvolle Kohle einfach zu verbrennen. Die Kohle erzeugt so im Laufe der Zeit wesentlich mehr Energie als durch Verbrennung.
    Meinetwegen können sie soviel Kohle fördern wie sie wollen, solange sie das Zeug nicht verbrennen, sondern sinnvolle Sachen daraus herstellen.

    Windkraft

    Dienstag, 10 März, 2009 at 11:57

  14. @Windkraft

    Sie sagen:

    „Das Kraftwerk Moorburg mit 1600MW soll uebrigens 2 Milliarden kosten und wird jetzt um 600 Millionen teurer.“

    Ich finde dazu bei Wikipedia:

    „Am Standort Moorburg wird seit Oktober 2007 an einem neuen Kraftwerk gearbeitet, das aus zwei steinkohlebefeuerten Blöcken mit jeweils 820 MWel (zusammen 1640 MWel) und insgesamt 450 MWth bestehen soll…. Dieses wird rund 1,7 Mrd. Euro kosten.“

    Sie sagen:

    „Der Vergleich 14cent EEG zu 4 cent ohne Subventionen ist ohne Zweifel ein schlechter Vergleich. Fairerweise muessen sie schon die tatsaechlichen Kosten vergleichen. Da liegt Windkraft aktuell bei 5.1 cent.“

    Wie kommen Sie darauf?

    Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien
    (Erneuerbare-Energien-Gesetz – EEG)

    Ausfertigungsdatum: 25.10.2008

    § 31 Windenergie Offshore

    (2) In den ersten zwölf Jahren ab der Inbetriebnahme der Anlage beträgt die Vergütung 13,0 Cent pro Kilowattstunde (Anfangsvergütung). Für Anlagen, die vor dem 1. Januar 2016 in Betrieb genommen worden sind, erhöht sich die Anfangsvergütung nach Satz 1 um 2,0 Cent pro Kilowattstunde. (Anmerkung: also auf 15,0 Cent pro Kilowattstunde (Anfangsvergütung)). Der Zeitraum der Anfangsvergütung nach den Sätzen 1 und 2 verlängert sich für Strom aus Anlagen, die in einer Entfernung von mindestens zwölf Seemeilen und in einer Wassertiefe von mindestens 20 Metern errichtet worden sind, für jede über zwölf Seemeilen hinausgehende volle Seemeile Entfernung um 0,5 Monate und für jeden zusätzlichen vollen Meter Wassertiefe um 1,7 Monate.

    http://www.eeg-aktuell.de/fileadmin/user_upload/Downloads_Politik/EEG_neu.pdf

    Also wird Windstrom aus Offshore-Anlagen mit 13-15 Cent/kWh für mindestens 12 Jahre vergütet.

    Nach der oben aufgeführten Berechnung des BUND

    https://klimakatastrophe.wordpress.com/2009/03/05/alpha-ventus-wird-30-prozent-teurer-ewe-tragt-mehrkosten-fur-offshore-windpark/#comment-2378

    betragen die Kosten für die Produktion von Kohlestrom ca. 4 Cent/kWh.

    Die CO2-Zertifikate verteuern die Kohlestrom (nach Rechnung des BUND) um ca. 3-3,5 Cent/kWh.

    Der Steinkohlebergbau wird in Deutschland noch bis 2018 subventioniert. Bisherige Subventionen ca. 2,6 Mrd. € pro Jahr, ab 2009 durchschnittlich nur noch ca. 1,5 Mrd. € pro Jahr. 2008 wurden 128,5 TWh = 128.000.000.000 kWh Strom aus Steinkohle erzeugt (20,1% Anteil an der Gesamtsromproduktion). Das bedeutet, der Steinkohlestrom wurde/wird mit ca. 1-2 Cent/kWh subventioniert. Braunkohlestrom (23,5% Anteil an der Gesamtsromproduktion) wird in diesem Sinne nicht subventioniert.

    Damit erhalte ich folgende Kosten:

    Windstrom aus Offshore-Anlagen ~ 13-15 Cent/kWh
    Strom aus Steinkohle ~ 5-6 Cent/kWh (mit Subventionen, ohne CO2-Zertifikate)
    Strom aus Braunkohle ~ 4 Cent/kWh (ohne Subventionen und CO2-Zertifikate)

    (Indirekte Subventionen, die es sowohl beim Braunkohlestrom, als auch beim Windstrom gibt, rechne ich hier nicht gegeneinander auf!)

    Sie sagen:

    „Die Laufzeit ist doch vollkommen egal wirtschaftlich gesehen, wenn fuer das Energieunternehmen in der betreffenden Zeit die Kohle rein kommt, wovon man ausgehen darf.“

    Wie kommen Sie darauf? Windkraftanlagen, die nur die Hälfte der Lebenszeit eines Kohlekraftwerkes haben, sind entsprechend unwirtschaftlicher von den Kosten her, als auch von der Energieausbeute her … Die „Kohle“ kommt letztendlich über die „Subventionen“/Vergütung des EEG rein. Das wird direkt auf den Bürger umgelegt.

    Sie sagen:

    „Kohlestrom ist auch nicht unabhaengig vom Wetter, man braucht ausreichend Kuehlwasser um die Turbinen in Gang zu halten, d.h. falls in einem heissen Sommer das Wasser in nahegelegenen Fluss knapp wird, muss die Leistung gedrosselt werden.“

    Wann hatten wir das schon mal?

    Zur Windkraft mal eine kleine Überschlagsrechnung.

    639.000 GWh Strom wurden in Deutschland im Jahr 2008 verbraucht. Eine Groß-Offshore-Windkraftanlage leistet in Jahresdurchschnitt ca. 19 GWh. D.h. wir bräuchten ca. 35.000 solcher Anlagen, um den Strombedarf der BRD zu decken und zusätzlich natürlich eine effektive Speichertechnologie für Stürme und Flauten! Allein ein solcher Windpark müsste die Große von Schleswig-Holstein haben!

    Eine Groß-Offshore-WKA kostet ca. 20 Mio. €. 700 Mrd. € würde die besagten 35.000 Anlagen kosten, um die BRD mit Strom zu versorgen! Hinzu kommen die Kosten für Speicher und Stromnetze! Und das müsste alles 20 Jahre neu investiert werden, da die Lebensdauer der WKA nur ca. 20 Jahre beträgt. Der Strom würde entsprechend teuer werden!

    Müller

    Dienstag, 10 März, 2009 at 14:38

  15. @Müller

    Gut gekontert, ich bin beeindruckt. Danke für die Arbeit an dieser interessanten Seite.

    iwg

    Dienstag, 10 März, 2009 at 19:16

  16. Triviales Wissen über die EEGs:

    http://www.bmu.de/energieeffizienz/content/43208.php

    Von Alanka (2009-03-08, 00:44:10 Uhr)

    Das Stromeinspeisegesetz gibt es seit 1991 mit steten Verbesserungen. Mit der Verkündung des Atomausstiegsgesetzes im Jahr 2000 war unsere Regierung insofern erfolgreich. Mit den dafür suggerierten Wind- und Solarstromanlagen als Ersatzkraftwerke ist sie dagegen bitterlich gescheitert. Denn bisher 20.300 Windkraftanlagen mit 23.903 MW Gesamtleistung plus einer ungenannten Anzahl von Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von 3.800 MW stehen ca. 17.000 MW in Betrieb befindlichen Kernkraftwerken gegenüber – haben sie aber nicht ersetzt. EE-Kraftwerke haben ihren Praxistest als Ersatzkraftwerke nicht bestanden. Und deutsche Kernkraftwerke waren wieder mal Weltmeister in der Stromlieferung. Fazit: EE-Kraftwerke kommen nur teuer hinzu und nicht anstatt.

    Dazu stehe ich 1 zu 1.

    Für Speicher und Stromnetze muss auch viel früher neu investiert werden. Ein Fass ohne Boden.
    WKA verursachen nur eine miese Kettenreaktion.

    @ Windkraft
    Wenn Ihnen noch das Thema Materialermüdigung bekannt ist, dann müssten Sie die Vorteile von

    Diese Kraftwerkstypen kann man ja nicht mal schnell hoch und wieder runter fahren?

    kennen. Wenn man das Thema Materialermüdung nicht kennt, findet man so ein Verfahren eventuell schlecht. Googlen Sie mal danach.

    peper

    Dienstag, 10 März, 2009 at 21:14

  17. @ Müller

    Deine Rechnung ist auch nur für den miesesten Fall und Richtung Windkraft(Und spricht trotzdem dagegen).

    Jetzt muss man für das sehr materialintensive Verfahren noch forschen, an welche Kraftwerke sie angeschlossen sind. Vom Alu, Stahl, Beton etc. Und wie und woraus man die Materiale gewinnt. Welche Subventionen da drin alles sind. Bei Steinkohle ist zugegeben einfacher. Obwohl auch noch hier günstiger importiert wird.

    zu 1) Natürlich würde er untergehen, das tut er doch auch. Er wird nur kuenstlich durch Subventionen am Leben erhalten. Für das investierte Geld könnte man am Weltmarkt wesentlich günstiger Kohle einkaufen. Deutsche Unternehmen exportieren erfolgreich Windkraftanlagen ins Ausland. Dort gibt es kein EEG.

    Wer? Steinkohle ja, der Kohlekraftwerk nicht!

    zu 2) Das hat doch nichts mit Windkraft vs. Kohle zu tun. Aber für die von ihnen genannten Zwecke nimmt man doch lieber Erdöl.

    Nicht ganz! In letzter Zeit immer mehr Kohle. Wegen der Preisentwicklung. Wie früher halt.

    Es mag zwar von Siemens Kraftwerke mit Luftkühlung geben, die benötigen dennoch Zugang zu Grundwasser und arbeiten mit reduziertem Wirkungsgrad.

    Richtig!Wäre es im Sommer die Regel, dann würde man, täte man für irgendein notwendiges Zusatz investieren, braucht man aber nicht!

    Sehr gut beobachtet! Der Kunde hat auch schon vor dem EEG zuviel für Strom aus Kohle und Atom gezahlt, woher kommen denn die Riesengewinne von EON, ENBW und Co? Das waere mir jetzt neu, das diese Firmen den Grossteil ihrer Gewinne aus dem EEG ziehen.

    Und unsere Politik zockt uns darüber aus. Jeder darf mal, gelle.

    Da kann ich mich mit ihnen einigen, ich finde es auch besser wenn man Kohlefasern draus herstellt, anstatt die wertvolle Kohle einfach zu verbrennen. Die Kohle erzeugt so im Laufe der Zeit wesentlich mehr Energie als durch Verbrennung.
    Meinetwegen können sie soviel Kohle fördern wie sie wollen, solange sie das Zeug nicht verbrennen, sondern sinnvolle Sachen daraus herstellen

    Es geht primär jetzt um die Steinkohlesubventionen. Um den Bergbau! Ergo: WKA beinhalten es auch.

    peper

    Dienstag, 10 März, 2009 at 21:42

  18. Die Steinkohlesubventionen sind KEINE Subvention des Kohlestroms, das ist nur eine Nebelkerze der EEG-Abzocker. Es ist völlig belanglos, ob die in Kohlekraftwerke mit subventionierter einheimischer Steinkohle oder mit unsubventionierter Importsteinkohle betrieben werden. Braunkohle wurde nie subventioniert. Kohlekraftwerke sind also völlig unabhängig von Subventionen, während die Abschaffung des EEG das sofortige Aus für sämtliche WKA-Projekte in Deutschland wäre.

    Liberaler

    Donnerstag, 12 März, 2009 at 21:59

  19. Ich finde die Diskussion doch recht interessant, und kann nun ein wenig meines Fachwissens hier einstreuen….

    Nach aktuellen Angaben kann man bei Windstrom mittlerweile davon ausgehen, dass mit ungefähr 6 cent/kWh zu rechnen ist. In der Tat ist diese Stromlieferung alles andere als konstant und abgesichert. Aus eben diesem Grund halte ich enie generelle Ablehnung fossiler Energieträger für zu früh. Dennoch möchte ich in aller Deutlichkeit auf unsere Zukunft hinweisen und betonen, dass Kohle zweifelsfrei immer teurer wird. Die Recourcen sind bereits sehr stark dezimiert und dieser Zustand wird sich auch nicht mehr ändern. Ergo muss früher oder später ein neuer Energieträger her.
    Ob dieser jetzt für immer die WIndenergie ist oder nicht, ist meiner MEinung nach unerheblich. Entscheident ist, dass Jetzt sie die einzige Energieform ist, die auch ohne Subvention leben könnte. Der deutsche Staat steckt dennoch zusätzliches Geld in WIndstrom, meiner MEinung nach zu Recht, denn nur so ist die weitere Investition in diese Technik gewährleistet.
    Natürlich kann die Leistung einer aktuellen WIndkraftanlage nicht mit einem Kohlekraftwerk verglichen werden,. Wer sich auf diesen Vergleich stürzt lebt einfach neben der Realität. Es geht bei der WInenergie auch gar nicht um einen klassischen Knock out gegenüber den fossilen Energietechniken. Es ist lediglich eine Alternative, welche den Umbruch von Ausbeutung der natürlichen Kapazitäten zu einer nachhaltigen Energiegewinnung unterstützt und auch ermöglicht.
    Und zu der Laufzeit von 20 Jahren kann ich nur sagen, dass in der Realität die Anlagen länger arbeiten, meist einfach im Ausland.

    Der letzte Faktor der mich stöhrt war die Aussage, dass alle 20 Jahre wieder neu 700 Mrd € investiert werden müssen. Diese Annahme ist einfach falsch. Die Windenergie wird sich, wie alle anderen Techniken kontinuierlich weiterentwickeln und in 20 Jahren um ein vielfaches effizienter sein als heute. Zudem können die 5 MW Anlagen sowieso nicht vernünftig verglichen werden, da sie in den letzten Jahren erstmal konstruiert wurden und diese Anlagengröße noch keineswegs optimiert ist.

    Entscheident, so finde ich, ist die Tatsache, dass wir in unserer Verantwortung als Menschen langsam auf Nachhaltiges Wirtschaften umstrukturieren müssen. Auch in der Energiegewinnung.

    Meine Meinung

    Le Ander

    Dienstag, 17 März, 2009 at 23:35

  20. @Le Ander

    „Nach aktuellen Angaben kann man bei Windstrom mittlerweile davon ausgehen, dass mit ungefähr 6 cent/kWh zu rechnen ist.“

    Wenn ich einmal fragen darf, um welche Angaben handelt es sich dabei. Solch optimistische Abschätzungen sind leider nicht neu:

    https://klimakatastrophe.wordpress.com/2009/02/09/der-dokumentierte-irrtum-des-herrn-hohmeyer-europas-vertreter-im-un-klimarat-ipcc/

    „Und zu der Laufzeit von 20 Jahren kann ich nur sagen, dass in der Realität die Anlagen länger arbeiten, meist einfach im Ausland.“

    Das sind auch optimistische Abschätzungen. Die Betreiber selbst rechnen mit 20 Jahren Laufzeit. Zumal Offshore die Verwitterungsprozesse und die Belastungsansprüche wesentlich größer sind. Zudem sind alte Anlagen reparaturanfälliger, kostenaufwendiger und weniger leistungsfähig, also unwirtschaftlicher. Bei mir am Deich stehen alte WKA. Die fallen des öfteren mal aus und Reparaturtrupps rücken alle paar Wochen an. Bei Hooksiel wurden inzwischen eine der ersten, alten Großanlagen gesprengt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Aeolus_II

    „Der letzte Faktor der mich stöhrt war die Aussage, dass alle 20 Jahre wieder neu 700 Mrd € investiert werden müssen. Diese Annahme ist einfach falsch. Die Windenergie wird sich, wie alle anderen Techniken kontinuierlich weiterentwickeln und in 20 Jahren um ein vielfaches effizienter sein als heute.“

    Das ist ein Irrtum. Die Effizienz lässt sich nicht mehr viel weiter steigern. Sowohl beim Wirkungsgrad, als auch bei der Größe sind die Anlagen an ihren Grenzen angekommen. Das kann man sehr einfach berechnen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Betzsches_Gesetz

    Die Produktionskosten können aber eventuell sinken. Jedoch ist das nicht absehbar. Zudem muss man sehen, welche Logistik an den Offshore-Windparks hängt. Zu deren Errichtung, Betrieb und deren Ab- und Wiederaufbau benötigt man eine Flotte von Schiffen, Schwimm-Kränen, Fachpersonal, … Das muss in die Kosten mit einberechnet werden.

    Richtig ist, die Windkraft ist neben der Wasserkraft die wirtschaftlichste und effektivste der sog. EE. Allerdings kann sie ohne Subventionen durch das EEG nicht überleben und auf Dauer nicht mit der Kohle konkurieren. Die Weltkohlevorräte reichen auch noch für mindestens 100-200 Jahre.

    Müller

    Mittwoch, 18 März, 2009 at 11:01

  21. Also ich bin Schüler der 13. JGS Und habe eine Facharbeit über eben diese Wirtschaftlichkeit geschrieben und dabei ist der Preis teilweise unter 4 cent/kWh. Das sind dann die sehr guten Windstandorte, allerdings sind selbst bei ungünstigsten Bedingungen maximal 8 cent/kWh möglich. Also weis ich nicht, wo sie ihre 9 cent hernehmen. Im schnitt ist dass 5 – 6 cent pro kWh.

    Zu den 20 Jahren kann ich nur sagen, dass dies bis dato nur mit Binnenstandorten so gehandhabt wurde. Off-Shore WKAs sind in der Tat einer größeren Witterung ausgesetzt. Darüber bin ich nicht informiert.
    Allerdings ist ihre aussage über nicht mögliche Effizienzsteigerung ebenfalls nicht der Realität entsprechend. Das größte Entwicklungspotential liegt nach wie vor in der Feinelektronik. Getriebe, Generator und Umwerfer sind nach wie vor noch lange nicht bei der optimalen Ausbeute angelangt. Daraus folgt, dass eine weitere Steigerung noch immer möglich ist.

    Und warum sollten bitte die Produktionskosten nicht weiter sinken? Die vergangenen 20 Jahre haben sie sich um mehr als 60 Prozent gesenkt, warum sollte dies nicht weiter möglich sein. Nach wie vor existieren noch keine Serienfertigungen und viele Teile werden immer noch aus anderen Industrien exportiert. Insbesondere bei den Rotorblättern liegt noch ein imenses Potential an günstigeren Produktionskosten.

    Ohne das EEG können die anlagen kaum überleben…. Ich glaube das dies lediglich auf alte kleine und Windarme WKAs zutrifft. jedoch sind neue Anlagen an guten Standorten bereits so effizient, dass sie nach 10 Jahren bereits deutliche Gewinne einfahren.

    Und ich bleibe dabei, auch wenn die Reserven an Kohle noch 100 Jahre halten sollten, wovon ich nicht wirklich ausgehe, so wird der Preis dafür kontinuierlich steigen und irgendwann ist auch die Kohle verbraucht. Ich persöhnlich bin durchaus bereit, etwas mehr dafür zu zahlen, dass bereits jetzt etwas dafür getan wird, dass wir unsere Umwelt nicht noch weiter unnötig belasten.

    Le Ander

    Le Ander

    Mittwoch, 18 März, 2009 at 19:35

  22. Hallo Le Ander

    „Also ich bin Schüler der 13. JGS Und habe eine Facharbeit über eben diese Wirtschaftlichkeit geschrieben und dabei ist der Preis teilweise unter 4 cent/kWh. Das sind dann die sehr guten Windstandorte, allerdings sind selbst bei ungünstigsten Bedingungen maximal 8 cent/kWh möglich. Also weis ich nicht, wo sie ihre 9 cent hernehmen. Im schnitt ist dass 5 – 6 cent pro kWh.“

    Um welche Angaben handelt es sich dabei?

    Die Produktionskosten von Windstrom (Offshore und Onshore) liegen heute (laut Aussage von Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (von 2004), dem Vorstandsvorsitzenden des Hamburger Windenergie-Unternehmens REpower Systems AG) bei ca. 7,5 Cent/kWh.

    http://www.ipp.mpg.de/ippcms/ep/ausgaben/ep200402/0204_wind.html

    (Der Bundesverband WindEnergie gibt 2005 an: Bei einer Standardinvestition entstehen für eine Anlage mit 1.000 kW Nennleistung bei einem Jahresenergieertrag von 100% des Referenzertrages Stromgestehungskosten in Höhe von ca. 6,9 ct/kWh. Eine Anlage mit 2.000 kW kommt auf Stromgestehungskosten von 6,4 ct/kWh). Darin enthalten sind nicht der erforderliche Ausbau der Stromnetze und Infrastruktur.

    http://reisi.iset.uni-kassel.de/pls/w3reisiwebdad/www_reisi_page_new.show_page?page_nr=238&lang=ger

    Die Vergütung Onshore beträgt nach dem EEG bis zu ca. 9 Cent/kWh und Offshore ca. 15 Cent/kWh (Anfangsvergütung).

    Sie z.B. hier.

    http://www.eeg-aktuell.de/fileadmin/user_upload/Downloads_Politik/EEG_neu.pdf

    Alles andere sind mehr als optimistische Zukunftsprognosen.

    Eine kleine Rechnung zu „Alpha Ventus“.

    Rechne ich mit einer Finanzierung zu 100% aus Eigenkapital, 0% Betriebskosten und 0% Zinsverlusten, dann ergeben sich:

    Baukosten ca. 250 Mio. EURO.
    Leistung ca. 228.000.000 kWh/Jahr x 20 Jahre = ca. 4.560.000.000 kWh
    -> Ca. 5,5 Cent/kWh

    Jedes Jahr habe ich, bei 100%-Eigenkapitalfinanzierung, aber Verluste von ca. 3% Kapital-Zinsen.

    In 20 Jahren würden aus den 250 Mio. Baukosten (Eigenkapital), bei 3% Verzinsung p.a., ca. 450 Mio. EURO werden.

    Baukosten + Zinsen über 20 Jahre = ca. 450 Mio. EURO
    Leistung über 20 Jahre = ca. 4.560.000.000 kWh
    -> Ca. 10 Cent/kWh

    Eine Finanzierung über Kredite und Banken würde in etwas auf das Gleiche herauskommen, je nach geltendem Zinssatz.

    http://finanzcheck-tilgung.faz.net/rechner3/faz/index2.aspx

    Hinzu kommen noch die Betriebskosten von einigen Mio. EURO pro Jahr und die Verschrottungkosten nach 20 Jahren. Das ergibt zusammen Kosten von über 10 Cent/kWh, welche der Produzent verlangen muss, damit der Windpark wirtschaftlich läuft und er das angelegte Geld wieder rein bekommt. Das bekommt er mit Gewinnen nur über die Vergütungen des EEG rein.

    „Zu den 20 Jahren kann ich nur sagen, dass dies bis dato nur mit Binnenstandorten so gehandhabt wurde. Off-Shore WKAs sind in der Tat einer größeren Witterung ausgesetzt. Darüber bin ich nicht informiert.“

    Das wird auch so für die Offshore-Anlagen gehandhabt.

    Siehe hier:

    http://www.multibrid.com/fileadmin/infomaterial/MB_Datenblatt_DE.pdf
    http://www.alpha-ventus.de/uploads/media/pm_alpha_ventus_070613.pdf
    http://www.enprimus.de/index.php?id=214

    M5000 Auslegungslebensdauer 20 Jahre.

    Hier in Norddeutschland stehen kaum noch Anlagen aus den 80er und 90er Jahren, d.h. der 1. Generation, mit den zweiflügligen Rotoren. Zudem sind die Offshore-Analgen reparaturanfällig. Siehe Horns Rev und Nysted.

    http://www.zeit.de/2004/26/Wind_auf_See

    http://www.windaction.org/news/11042

    „Allerdings ist ihre aussage über nicht mögliche Effizienzsteigerung ebenfalls nicht der Realität entsprechend. Das größte Entwicklungspotential liegt nach wie vor in der Feinelektronik. Getriebe, Generator und Umwerfer sind nach wie vor noch lange nicht bei der optimalen Ausbeute angelangt. Daraus folgt, dass eine weitere Steigerung noch immer möglich ist.“

    Ein Vergleich: Auch bei meinem Fahrrad kann ich den Antrieb noch optimieren. Das bringt vielleicht bis zu 5% mehr Wirkungsgrad. Das sind in etwa auch die Relationen bei WKA.

    „Und warum sollten bitte die Produktionskosten nicht weiter sinken? Die vergangenen 20 Jahre haben sie sich um mehr als 60 Prozent gesenkt,…“

    Um welche Angaben handelt es sich dabei? Der Bundesverband WindEnergie schreibt 2005: Belief sich der Preis einer Anlage 1990 noch auf 1.260 Euro pro kW installierter Leistung, so sank der Anlagenpreis bis 2004 auf 890 Euro pro kW, also um über 29 Prozent.

    „… warum sollte dies nicht weiter möglich sein. Nach wie vor existieren noch keine Serienfertigungen und viele Teile werden immer noch aus anderen Industrien exportiert. Insbesondere bei den Rotorblättern liegt noch ein imenses Potential an günstigeren Produktionskosten.“

    Ganz einfach, die Herstellung lässt sich zwar optimieren, aber die Rohstoffpreise/Materialkosten und Personalkosten werden kaum weiter sinken. Deshalb stößt man hier auch schnell an Grenzen. Die Rohstoffpreise auf den Weltmarkt sind insbesondere in den letzten Jahre stark gestiegen. Serienfertigung gibt es natürlich. Anders ließen sich die Großanlagen gar nicht herstellen.

    „Ohne das EEG können die anlagen kaum überleben…. Ich glaube das dies lediglich auf alte kleine und Windarme WKAs zutrifft. jedoch sind neue Anlagen an guten Standorten bereits so effizient, dass sie nach 10 Jahren bereits deutliche Gewinne einfahren.“

    Ich denke durch meine obige Rechnung zum Alpha Ventus Windpark habe ich gezeigt, wie die Realitäten sind.

    „Und ich bleibe dabei, auch wenn die Reserven an Kohle noch 100 Jahre halten sollten, wovon ich nicht wirklich ausgehe, so wird der Preis dafür kontinuierlich steigen und irgendwann ist auch die Kohle verbraucht. Ich persöhnlich bin durchaus bereit, etwas mehr dafür zu zahlen, dass bereits jetzt etwas dafür getan wird, dass wir unsere Umwelt nicht noch weiter unnötig belasten.“

    Zu den Kohlevorräten:

    Die reichen noch für mehrere hundert Jahre.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Steinkohle#Vorr.C3.A4te

    http://de.wikipedia.org/wiki/Braunkohle#Vorr.C3.A4te

    http://www.lbeg.de/extras/boden/downloads/boeden_kueste/1_delisle_klimawandel.pdf

    P.S.: Zur Beständigkeit des Windes

    http://www.windfinder.com/forecasts/wind_europe_akt.htm

    http://www.windfinder.com/windstats/windstatistic_helgoland.htm

    Der Wind auf dem Meer soll ja angeblich gleichmäßiger und beständiger wehen als der an Land.

    P.P.S:

    Bzgl. der Umweltbelastungen durch Offshore-WKA empfehle ich diese Seite.

    http://www.minos-info.de/minos1_download_finalreports.htm

    MfG

    M. Müller

    Müller

    Donnerstag, 19 März, 2009 at 13:39

  23. Das ist so ein Problem, dass viele haben, die schauen nur nach technischen Daten des Herstellers aber weiter nicht. In ihre Aussage selbst ist so eine Paradoxie inne, den ich jetzt versuche aufzulösen. Eigentlich wiederhole ich mich. Die Kohlefaser wie die notwendige Metalle benötigt bei der Herstellung ebenfalls viel Kohle. Andere Materialien ebenso. Hinzu kommt, dass immer noch Kohle mit 60%-Anteil uns mit Strom versorgt. WKA werden mit konventionellen Energieträgern hergestellt.

    Sie können also nicht von einer baldigen Preissteigerung von Kohle prophezeien und gleichzeitig behaupten, dass die Produktion von Windkraft demnächst billiger werden würde. Auch die Hoffnung, dass die Feinmechanik in Zukunft hier und da noch einige Promille mehr rausholen(um mehr kann es sich dabei nicht mehr handeln.), löst den Knoten nicht.

    Desweiteren ist bei einer ständigen Inflation, die wir seit jeher grob immer hatten, davon auszugehen, dass insgesamt alles teurer wurde. Bei alle Energieträgern hatte Kohle aber den geringeren Preisanstieg. Selbst Uran stieg sehr. Man kann mit Gewissheit davon sprechen, bevor Kohle nicht mehr bezahlbar ist, haben andere Energieträger ganz andere Problemen. Selbst Wind und Solar würden mehr als ins Schwitzen geraden.

    Hier ein Beispiel:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtbogenofen
    Der Grund für den notwendigen Kohlenstoff ist der Sauerstoff. Erzen haben eine Menge davon. Rost z.B. ist chemisch dem Eisenerz ähnlich. Feuer = Oxidation. Der Kohlenstoff bindet sich mit dem Sauerstoff vom Erz usw. usf.

    peper

    Donnerstag, 19 März, 2009 at 20:08

  24. very very nice post…
    check out Kreditkarten-Vergleich

    hau rein

    EssefTussen

    Samstag, 4 April, 2009 at 16:41

  25. Wurde eigentlich berücksichtigt, dass es sich bei Alpha Ventus lediglich um einen Forschungswindpark handelt?

    Und das die Entwicklungen hin zu schwimmenden WKA vermutlich mehr Erfolg versprechen?

    Frankenstein

    Dienstag, 5 Mai, 2009 at 12:31

  26. @ Frankenstein

    Schwimmende WKA?
    Unter dem Aspekt, daß man sie dorthin schleppen kann, wo gerade Wind weht?
    Klingt interessant! Ist nur noch das Problem mit der Verkabelung zu lösen. Ich denke da z.B. an 100.000 Bojen in der Nordsee mit spritzwassergeschützten Hochenergiesteckdosen.

    MEstermeier

    Mittwoch, 6 Mai, 2009 at 04:51

  27. Für den Ortsweschel haben die Plattformen einen Elektromotor. Der Strom wird also gleich eingesetzt! (Global denken, lokal handeln!) Mehrere Institute überlegen aktuell noch, wie die Bedarfszeiten (Ortswechsel nötig, weil kein Wind ist) und Windzeiten besser aufeinander abgestimmt werden können. Das wahscheinlichste Modell ist eine zentrale Wind- und Heißluftbehörde.

    Simon Grünland

    Mittwoch, 6 Mai, 2009 at 05:20

  28. Gegen Schwimmende Anlagen spricht eigentlich alles: Rechtliches und vor allem die Physik.

    Rechtliches:

    Der Platz auf den Meeren ist arg begrenzt und so können WKA ohnehin nur dort installiert werden, wo der Platz dafür extra freigestellt wird – Schiffe müßten das Gebiet dann meiden. Und schon jetzt findet sich im deutschen Seegebiet eigentlich kein verfügbarer Platz (ohne, daß man Fischern ihre seit zweistelligen Generationen geltenden Rechte raubt – Stichwort: Nordergründe). Außerhalb des deutschen Seegebietes ist Deutschland nicht zuständig. Dort müßten soviele Organisationen, Behörden und Staaten zustimmen, daß man nie mit der Installation beginnen könnte. Und auf eine Gleichstellung mit Ölbohrplattformen (Vorrangrechte nach Seerecht) können WKA Betreiber ohnehin nicht hoffen – der Zug ist in den überfüllten Weltmeeren seit Jahrzehnten abgefahren.

    Die Bewegung einer Anlage über eine Seewasserstraße hinweg müßte Monate im Vorraus bekanntgegeben werden, damit dieses in den entsprechenden Kartenjournalen vermerkt werden kann. Ein schneller Wechsel von einem Seegebiet in ein anderes wäre grundsätzlich unmöglich. Das ist nicht anders als bei extremen Schwerlasttransporten auf deutschen Straßen – ohne langwierige Genehmigung geht da nix.

    Und schließlich alleine nur die Versicherungskosten. Für schwimmende (verankerte) und unbemannte Plattformen würden die durch den Stromprofit nicht gedeckt werden können.

    Physik:

    In jedem Fall wären die Anlagen immobil und mit dem Meeresgrund verankert und wenn überhaupt nur über Schlepper zu bewegen — eine eigene Motorisierung und Steuerung wäre um ein vielfaches Teurer als die Anlage selbst (schon alleine aufgrund der Wartung (in Werften in Trockendocks) und des stehenden Personals). Da muß man nur einmal einen Schiffbauingenieur fragen, was bei einem Schiff das teuerste Element ist (Maschine, Steuerung, Technik und Wartung — die Schiffshülle selbst hat nur Materialwert).

    Und der die Anlage antreibende Winddruck sorgt natürlich für eine Bewegung und Krängung (Verkippung) der Anlage und raubt damit Wirkungsgrad. Die Pontons von 100 Meter hohen schwimmenden WKAs würden eine immense Größe haben müssen. Als Segler weiß man, daß schon der Mast eines Schiffes (ohne eine Sturmfock – dem String-Tanga des Segelkleides) ausreicht, um ein Schiff bei starkem Wind zu bewegen und auf Kurs zu halten. Da möchte ich gerne Wissen, wie weit eine WKA bei Windstärke 12 krängt. An eine Grundsee darf man da gar nicht denken.

    FAZIT: Bei den Projekten schwimmender WKAs handelt es sich nur um die fruchtlosen Geldbeschaffungsmaßnahmen einiger Forschungsinstitute — das hat letztenlich nur Qualität für das PM-Magazin bzw. für uninformierte Politiker (und solche, die es gerne wären).

    Kael

    Mittwoch, 6 Mai, 2009 at 09:49

  29. @Simon Grünland

    Wind- und Heißluftbehörde

    Noch eine ? Haben wir davon nicht schon genug ??
    Na, ok, manche Behörden verbreiten nur pupswarme Luft.

    krishnag

    Mittwoch, 6 Mai, 2009 at 11:22

  30. Simon

    Danke für die Korrektur :-)
    Damit hat sich das Problem mit den Kabeln, Bojen und Steckdosen ja erübrigt.
    Jetzt ergibt sich nur noch eine Frage: Dürfen diese Windmühlen auch auf internationale Gewässer, oder dürfen die nur auf deutschem Hoheitsgebiet rumplätschern?

    MEstermeier

    Donnerstag, 7 Mai, 2009 at 04:00

  31. In internationalen Gewässer würden sie vielleicht langsam mal als Piraten geächtet.

    Simon Grünland

    Donnerstag, 7 Mai, 2009 at 17:30

  32. Die neueste Technik geht derzeit dahin, dass die schwimmenden Plattformen der Windmühlen mit jeweils 3 leistungsstarken Schweinegasmotoren ausgerüstet werden. Der bei der ständigen Kreuzfahrt so entstehende Fahrtwind treibt dann die Windmühlen.
    <[;-))

    BRK (der echte)

    Dienstag, 12 Mai, 2009 at 10:14

  33. Das nennt man dann wohl
    Perplexum Mobile
    oder so (scheiß Fremdwörter die keiner versteht)

    MEstermeier

    Mittwoch, 13 Mai, 2009 at 00:28

  34. >Herzlichen Dank für diesen Informativen Blog. Habe ihn gleich in meine Bookmarks eingetragen. Maschinenbau ist eine der ältesten Ingenieursdisziplinen, dabei bildet die klassische Physik die Grundlage der technischen Mechanik, Thermodynamik und Werkstoffwissenschaften und somit die Grundlage für weitere Aspekte (Konstruktion, Simulation, Materialmodellierungen). Mit alle diesen Disziplinen und weiteren Themengebieten des Maschinenbau finden sich aktuelle Anwenderreportagen und Applikationsbeispiele auf dem Industrieportal industriepraxis.de

    Weiter so……

    IndustriePraxis

    Freitag, 22 Januar, 2010 at 14:22


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