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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Archive for März 2009

Beschleunigt sich der Meeresspiegelanstieg? – Teil3

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Der wechselhafte Meeresspiegel der Nordsee

Für die Rekonstruktion früherer Meeresspiegelstände sind vor allem die organischen Schichten der holozänen (nacheiszeitlichen) Sedimentfolgen von Bedeutung. Subrezente Watt- und Salzwiesenhorizonte (schichtweise Ablagerungen) die an Stränden (z.B. denen der Ostfriesischen Inseln) erosiv (durch Abtragung) freigelegt wurden, ermöglichen die nahezu lückenlose Rekonstruktion der Wasserstandsentwicklung. Auch Nordsee-Bohrkerne lassen eine Rekonstruktion/Datierung zu. Zur Bestimmung des Ablagerungsmilieus werden Pollen-, Diatomeen- (Kieselalgen) und Makrorestanalysen (z.B. von Früchten, Samen, Blättern, Blüten etc.) angewendet, die zeitliche Einstufung der einzelnen Horizonte erfolgt mittels Radiokarbondatierungen, die sowohl an pflanzlichem Material als auch an Schnecken und Muscheln durchgeführt werden.

Siehe hier

und hier

Zum Ablauf der nacheiszeitlichen Entwicklung im deutschen Nordseesektor gibt es mehrere Publikationen (BEHRE & MENKE 1969, MENKE 1976, LUDWIG et al. 1979, BEHRE et al. 1984, STREIF 1990, CASPERS et al. 1995, BEHRE 2003). Sie belegen für die Zeitspanne von 8600 bis 7100 J.v.h. einen raschen Meeresspiegelanstieg mit einer durchschnittlichen Anstiegsrate von 2,1 m pro 100 Jahre (Radiokarbon-Datierte-Jahre). Beim weiteren Steigen der Nordsee um ca. 25 m (zwischen ca. 7500 J.v.h. bis heute) entwickelte sich die heutige Küstenlandschaft mit den Barriereinseln (vorgelagerten Inseln), Watten und Marschen.

Der Schichtenaufbau des Küstenraumes zeigt einen charakteristischen Wechsel transgressiver und regressiver Phasen (von Ablagerung und Abtragung). Eine z.T. intensive Verzahnung von Torfen mit klastischen Sedimenten (Sanden) ist das Indiz dafür, dass sich die Grenzen des marin beeinflussten bzw. des limnisch-semiterrestrischen Milieus (die Küstenlinie) im Verlauf der letzten 7500 Jahre wiederholt um einige Kilometer land- bzw. seewärts verschoben haben. Überflutungen erreichten dabei ihre Höhepunkte um 6800 J.v. h., 5500 J.v. h., 4200 bis 3400 J.v.h., um 1800 J.v. h. sowie im Mittelalter. Zu weitflächigem und überregional annähernd gleichzeitigem Moorwachstum (durch Rückzug des Meeres) ist es zwischen 4800 und 4200 J.v.h. bzw. 3300 und 2300 J.v.h. gekommen; weitere kleinflächige Vermoorungen sind um 2000 bis 1800 J.v.h. bzw. 1600 J.v.h. einzustufen. (CASPERS et al. 1995).

nordseepegel

Diverse Untersuchungen (BEHRE & STREIF 1980, STREIF 1982, BEHRE 1986, STREIF 1990, CASPERS et al. 1995) haben sich mit den Zusammenhängen zwischen Meeresspiegelschwankungen und Phasen transgressiver bzw. regressiver Küstenentwicklung befasst. Im Hinblick auf Höhenänderungen des Meeresspiegels vermitteln die geologischen Befunde aus den Watten und Marschen das Bild eines nacheiszeitlich, generell ansteigenden Meeresspiegels, wobei sich die Anstiegsrate ab ca. 6500 J.v. h. allmählich verringert. Dabei ist ein zyklischer Wechsel von Phasen mit verlangsamtem bzw. beschleunigtem Ansteigen des Meeresspiegels zu erkennen.

Das Subatlantische Pessimum (ca. 3150-2500 J.v.h.) brachte z.B. kalte Temperaturen mit sich (nach LAMB, 1977 lagen die Temperaturen ca. -2°C unter den heutigen). Zudem gibt es Anzeichen für mehr Niederschläge in dieser Zeit (siehe LAMB, 1977 und FAIRBRIDGE, 1987). Demzufolge beschreibt LOZAN, 1998 ein Anwachsen der Gletscher und FREUND & STREIF, 2000 einen Meeresspiegelabfall der Nordsee.

Um 460 J.v. h. (cal. 1410–1465 n. Chr.) kommt es (den Sedimenthorizonten nach) auf Borkum, Memmert und Juist zu einem Absinken des Meeresspiegels, was vermutlich auf die beginnende Klimaverschlechterung der Kleinen Eiszeit zurückzuführen ist. Auf Juist gibt es einige Hinweise dafür, dass der Meeresspiegel in dieser Phase um 60-120 cm abgesunken sein könnte.

freund-streif-2000

FREUND & STREIF (1999 bzw. 2000) Kommen zu den Schluss: „Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Klimaveränderungen und Meeresspiegelanstieg lässt sich festhalten, dass es in den vergangenen 2000 Jahren natürliche, vom anthropogenen Treibhauseffekt völlig unbeeinflusste Änderungen des MThw gegeben hat, deren Ausmaß den heute prognostizierten Zahlen entspricht. Die Ostfriesischen Inseln als solche waren dabei aber nie in ihrem Bestand gefährdet, obgleich es natürlich zu tief greifenden Veränderungen der Inselgestalt oder wie bei der Insel Buise auch zum Untergang einer Insel kam. Um verlässliche Prognosen in die Zukunft zu stellen, ist es daher wichtig, die Klimaänderungen der jüngsten geologischen Vergangenheit genau zu kennen und deren Auswirkungen auf das MThw zu erfassen.“

Literaturverzeichnis in der oben genannter Reihenfolge

BEHRE, K.-E., & B. MENKE (1969): Pollenanalytische Untersuchungen
an einem Bohrkern der südlichen Doggerbank.
Dt. Akad. Wiss. Berlin, Beiträge zur Meereskunde, 24/25:
122 – 129. Berlin.

MENKE, B. (1976): Befunde und Überlegungen zum nacheiszeitlichen
Meeresspiegelanstieg (Dithmarschen und Eiderstedt,
Schleswig-Holstein). Probl. Küstenforsch. südl. Nordseegebiet,
11: 145 – 161. Hildesheim.

LUDWIG, G., MÜLLER, H., & H. STREIF (1979): Neuere Daten zum
holozänen Meeresspiegelanstieg im Bereich der Deutschen
Bucht. Geol. Jb., D 32: 3 – 22. Hannover.

BEHRE, K.-E., DÖRJES, J., & G. IRION (1984): Ein datierter Sedimentkern
aus der Nordsee. Probl. Küstenforsch. südl.
Nordseegebiet, 15: 135 – 148. Hildesheim.

STREIF, H. (1990): Quaternary sea-level changes in the North
Sea, an analysis of amplitudes and velocities. In: BROSCHE, P.,
& J. SÜNDERMANN [Eds.]: Earth’s Rotation from Eons to Days.
Berlin [u. a.], 201 – 214.

STREIF, H. (1990): Das Ostfriesische Küstengebiet – Nordsee,
Inseln, Watten und Marschen. Sammlung Geologischer Führer,
57. Berlin und Stuttgart.

CASPERS, G., JORDAN, H., MERKT, J., MEYER, K.-D., MÜLLER, H.,
& H. STREIF (1995): III Niedersachsen. In: BENDA, L. [Hrsg.]:
Das Quartär Deutschlands. Berlin und Stuttgart, 23 – 58.

EISMA, D., MOOK, W. G., & C. LABAN (1981): An early Holocene
tidal flat in the Southern Bight. Spec. Publ. int. Ass. Sediment.,
5: 229 – 237. Oxford.

BEHRE, K.-E., Probleme der Küstenforschung, Bd.28, Isensee-Verlag, Oldenburg, 2003

BEHRE, K.-E., & H. STREIF (1980): Kriterien zu Meeresspiegel und
darauf bezogenen Grundwasserabsenkungen. Eiszeitalter
und Gegenwart, 30: 153 – 160. Hannover.

STREIF, H. (1982): The occurrence and significance of peat in the
Holocene deposits of the German North Sea coast. ILRI Publication
30, Proceed. of the Symposium on Peat Lands
below Sea Level: 31 – 41. Wageningen.

BEHRE, K.-E. (1986): Meeresspiegeländerungen und Besiedlung
während der Zeit um Christi Geburt in den Nordseemarschen.
Offa, 43: 45 – 53. Neumünster.

LAMB, H.H. (1977): Climate: Present, past and future. Methuen & Co Ltd., London, pp 423-461.

FAIRBRIDGE, R.W. (1987): Climate variation, historic record. In: Oliver, J.E. an Fairbridge, R.W. (eds.): The Encyclopedia of Climatology. Van Nordsrand Reinhold Company, New York, pp. 305-319.

LOZAN, J.L. (1998): Einfluß des Klimas auf die Kulturgeschichte der Menschheit. In:Lozan, J.L., Graßl, H. and Hupfer, P. (eds.): Warnsignal Klima. Wissenschaftliche Fakten. Wissenschaftliche Auswertungen, GEO, Hamburg, pp. 82-89.

FREUND, H. & STREIF, H. (1999 bzw. 2000):
Natürliche Pegelmarken für Meeresspiegelschwankungen der letzten 2000 Jahre
am Beispiel der Insel Juist.
– Petermanns Geographische Mitteilungen, 143, 34-45.

FREUND, H. & STREIF H. (2000): Natural sea-level indicators recording the fluctuations of the mean high tide level of the Southern North Sea. – Wadden Sea Newsletter, 2, 16-18.

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Samstag, 28 März, 2009 at 15:24

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Beschleunigt sich der globale Meeresspiegelanstieg? – Teil2

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Die Arbeit:

Larsen, C.E. and Clark, I. 2006. A search for scale in sea-level studies. Journal of Coastal Research 22: 788-800.

Hintergrund der Studie:

Die Autoren, welche am U.S. Geological Survey’s National Center in Reston, Virginia beschäftigt sind, greifen das gängige Konzept auf, welches im stark steigendem CO2-Gehalt der Atmosphäre und dem dadurch verursachten Temperaturanstieg einen Hauptgrund für den globalen Meeresspiegelanstieg sieht. Dieses vereinfachte Konzept geht davon aus, dass der Meeresspiegelanstieg in den vergangenen 6.000 Jahren relativ gering war, sich während des 19. Jh. beschleunigt hat und sich in der Zukunft weiter beschleunigen wird.

Was wurde getan?

Larsen und Clark stellten das Konzept anhand dreier Datenbasen auf die Probe. (1) Der Meeresspiegel der vergangenen 6.000 Jahre wurde mit Hilfe der Radiokarbondatierung von organischen Material rekonstruiert. (Torfablagerungen innerhalb der Horizonte von Salzwiesen und Flusssedimente, gelegen an stabilen, abgeflachten Küstenverläufen). (2) Der Meeresspiegel der vergangenen 1.000 Jahre wurde anhand der Verteilung von Foraminiferen (schalentragende Einzeller) innerhalb der Salzwiesenhorizonte rekonstruiert. (3) Der Meeresspiegel der letzten ca. 100-200 Jahre wurde anhand der aufgezeichneten Pegeldaten ermittelt.

Welche Schlussfolgerungen werden gezogen?

Wenn man die drei Datensätze zusammengefügt, um postglaziale, isostatische Bewegungen bereinigt (nacheiszeitliche Landhebungen) und den Höhenverlauf gegen das heutige mittlere Hochwasser aufträgt (MHW), so lässt sich der Verlauf eher als Fortsetzung der Vergangenheit interpretieren, denn als Störung. Ein beschleunigter, linearer Anstieg setzt Mitte der 1600er Jahre ein und setzt sich in den Pegeldaten der vergangenen 150 Jahre, bis heute, fort. Ein ausgeprägter Anstieg ab Mitte des 20. Jh., analog dem Mann Hockeystick der Temperatur, ist nicht zu erkennen. Weder noch zeigt sich eine Übereinstimmung mit dem stark steigendem CO2-Gehalt der Atmosphäre.

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Bereinigter Meeresspiegelanstieg aus Foraminiferen-Daten und Pegeldaten vs. CO2-Anstieg aus Eiskerndaten und atmosph. Messungen über den Zeitraum der letzten ca. 1.000 Jahre

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Meeresspiegelanstieg (Pegeldaten aus Stockholm und NY) vs. Temperaturrekonstruktion nach Mann et al. 1999 (Hockeystick) über den Zeitraum der letzten ca. 150 Jahre.

Was bedeutet das?

Im Gegensatz zu dem oft erklärten Anspruch, dass die Rate des Meeresspiegelaufstieges sich mit der Rate des Aufstieges in der CO2-Konzentration der Luft und/oder der Temperatur beschleunigt hat, konnten Larsen und Clark keinen Beweis dafür finden, welcher diesen Ansatz stützt.

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Freitag, 27 März, 2009 at 15:07

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Schneemassen in Hochlagen/ Zugspitze: Jetzt 5 Meter Schnee

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Solche Schneemassen sind auch für Deutschlands höchsten Berg nicht alltäglich. Zum letzten Mal wurde die 5-Meter-Marke vor sieben Jahren im März 2002 überschritten.

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Donnerstag, 26 März, 2009 at 12:23

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Ein Frühlingstag in Norddeutschland

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Mittwoch, 25 März, 2009 at 17:04

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Beschleunigt sich der globale Meeresspiegelanstieg?

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Aktuell ist wieder eine hitzige Debatte darüber entbrannt, ob sich der globale Meeresspiegelanstieg beschleunigt, oder verlangsamt.

Siehe hier

Welche Aussage ist nun richtig?

Zunächst habe ich mir die Pegeldaten und Satellitendaten, auf welche auch das IPCC zurückgreift, besorgt und einen Plot erstellt.

Die Folgende Abbildung zeigt eine Zusammenstellung zum globalen Meeresspiegelanstieg, aus Pegeldaten ab 1870 (IPCC-Bericht 2007, Daten nach Church & White 2006) und Satellitendaten ab 1992 (TOPEX/Poseidon (1992-2002), Jason-1 (2002-2008)). Die Satellitendaten ab 1992 wurden mit den Pegeldaten von 1992 auf eine gemeinsame Basis gebracht. Gezeigt wird der globale Meeresspiegelanstieg seit 1870 in cm.

meeresspiegelanstieg-1870-2008-534-x-455

Vergrößerung: Kick

Die Daten am Ende des 19. und Anfang des 20. Jh. sind noch mit einer großen Unsicherheit behaftet (u.a. aufgrund der geringen Stationsdichte und der Variabilität der einzelnen Pegel). Mit der Zeit erhöht sich die Stationsdichte und Stationszahl. Zwischen 1870 und 1925-30 ist der Meeresspiegel um etwa 4 cm angestiegen. Um 1925 zeigt sich ein Knick nach oben. Im Zeitraum zwischen 1925 und 2008 steigt der Meeresspiegel um weitere ca. 17 cm an. Das entspricht einem mittleren Anstiegsverhalten von 0,2 cm pro Jahr, oder 2 cm pro Jahrzehnt. (Die schwarze Linie).

Abweichungen nach oben und unten zeigen sich Ende der 1950er Jahre und Mitte der 1980er Jahre. Ein beschleunigter Anstieg, mit dem Einsetzen des Hauptteils der globalen Erwärmung in den 1970er Jahren, ist nicht zu erkennen.

Greife ich auf die Pegeldaten von Holgate 2007 zurück, so zeigt sich ein anderes Bild. Der globale Pegel wurde hier anhand der kontinuierlichen Messungen von 9 Pegelstationen, welche rund um den Erdball verteilt liegen, erstellt.

sealevel-holgate-2007

In der ersten Hälfte des 20. Jh. (von 1904-1953) erfolgt der Anstieg mit einer leicht höheren Rate (~0,203 cm pro Jahr) und nimmt in der zweiten Hälfte des 20. Jh. (von 1954-2003) ab (auf ~0,145 cm pro Jahr). Der mittlere Anstieg im 20 Jh. beläuft sich auf ~0,174 cm pro Jahr, also ca. 17 cm.

Poster von Holgate

Fazit:

  • Sowohl in den vom IPCC verwendeten Daten (Pegeldaten von Church & White 2006 und Satellitendaten ab 1992), als auch in den von Holgate 2007 veröffentlichten Daten, findet kein beschleunigter Anstieg des Meeresspiegels in der zweiten Hälfte des 20. Jh. statt.
  • Ende des 20 Jh. und Anfang des 21. Jh. ist kein beschleunigter Anstieg gegenüber den 1980er Jahren zu verzeichnen.
  • Ab 2006 ist eine weitere Abflachung in den Satellitendaten zu erkennen.

UPDATE 23.03.2008:

Einen weiteren Datensatz zum globalen Meeresspiegelanstieg stellen Jevrejeva, Grinsted, Moore, Holgate, 2006 bereit. Die Pegeldaten reichen von 1807 bis 2002. Die Folgende Abbildung zeigt eine Zusammenstellung zum globalen Meeresspiegelanstieg, aus Pegeldaten ab 1807 (nach Jevrejeva et al. 2006) und Satellitendaten ab 1992 (TOPEX/Poseidon (1992-2002), Jason-1 (2002-2008)). Die Satellitendaten ab 1992 wurden mit den Pegeldaten von 1992 auf eine gemeinsame Basis gebracht. Gezeigt wird der globale Meeresspiegelanstieg seit 1807 in cm.

meeresspiegelanstieg-1807-2008-534-x-462

Vergrößerung: Klick

Die Daten im 19. und Anfang des 20. Jh. sind noch mit einer großen Unsicherheit behaftet (u.a. aufgrund der geringen Stationsdichte und der Variabilität der einzelnen Pegel). Mit der Zeit erhöht sich die Stationsdichte und Stationszahl. Kommend aus dem Dalton Minimum (von ca. 1790-1830), der sog. Kleinen Eiszeit, zeigt sich bis ca. 1860 ein fallender Meeresspiegel. Ab 1860 beginnt der Meeresspiegel stark zu steigen. Anfang des 20. Jh. flacht der Anstieg ab. Um 1925 zeigt sich ein Knick nach oben. Im Zeitraum zwischen 1925 und 2008 steigt der Meeresspiegel um weitere ca. 17 cm an. Das entspricht einem mittleren Anstiegsverhalten von 0,2 cm pro Jahr, oder 2 cm pro Jahrzehnt. (Die schwarze Linie).

Die Satellitendaten ab 1992 wurden mit den Pegeldaten von 1992 auf eine gemeinsame Basis gebracht. Es zeigt sich ein deutlicher Offset zwischen den beiden Datensätzen. Die Pegeldaten steigen zunächst schneller als die Satellitendaten an, die Datensätze laufen aber um das Jahr 2000 wieder zusammen.

Jevrejeva et al. kommen zu dem Schluss, dass der Anstieg im Zeitraum 1993-2000 nicht außergewöhnlich ist. Die Pegeldaten und Satellitendaten zwischen 1993-2000 zeigen einen ähnlich großen Anstieg, wie er schon im Zeitraum zwischen 1920-1945 stattgefunden hat. Einen Großteil der Schwankungen im Meeresspiegelanstieg führen sie auf eine steigende Variabilität des Klimasystems zurück.

Anlage: Die neuste Veröffentlichung von Jevrejeva et al.

Recent global sea level acceleration started over 200 years ago?

Daten

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Sonntag, 22 März, 2009 at 16:05

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Missglückte Polar-Expedition

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Drei Briten wollten in 85 Tagen zum Nordpol. Um vermeintliche Forschungsdaten vom Polareis zu erhalten, brach das Trio mit Skiern auf. Dann kam ein Sturm auf, jetzt stecken die drei bei minus 40 Grad fest…

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Zu Fuß, mit Skiern und auch – in Spezialanzügen – schwimmend wollen die drei den geografischen Nordpol erreichen. Kurz hinter dem 80. Breitengrad ließen sie sich am 28. Februar von einem Flugzeug im Packeis absetzen. … Wie man gestern – zunächst – hörte, sind sie an diese Grenzen schon nach 20 Tagen und 24 Kilometern gestoßen, …

Interessant vor allem für den Hauptsponsor dürfte gewesen sein, dass man der Expedition auch eine Klimakomponente beifügte, … Und so nahmen sich die drei Abenteurer vor, unterwegs hier und da das Eis anzubohren, um seine Dicke zu messen.

Der stellvertretende Direktor des Bremerhavener Alfred-Wegener-Institutes für Polar und Meeresforschung (AWI), Heinrich Miller, bezeichnete gegenüber der WELT ONLINE die Eisbohrungen der drei Berufsabenteurer als „Humbug“, was den Erkenntnisgewinn für die Klimaforschung angeht. Er sieht dies lediglich als „Deckmäntelchen“ für einen klimawissenschaftlichen Anspruch… Die laufende Saison bezeichnet Miller als „normalen Winter“.

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Sonntag, 22 März, 2009 at 11:56

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„Große Naturkatastrophen“ und Trends

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Die Münchener Rückversicherungsgesellschaft (oder kurz Münchener Rück) unterhält eine der weltweit größten Datenbanken für Naturkatastrophen (NatCatSERVICE). Seit 1980 werden systematisch Daten gesammelt (auch retrospektiv (rückblickend)). Ca. 600-900 Ereignisse pro Jahr werden weltweit erfasst, davon bis zu 15 sog. „Große Naturkatastrophen“. Heute liegen mehr als 25.000 Ereignisse aus dem Zeitraum 1970-2008 vor. Vollständige Daten der „Großen Naturkatastrophen“ liegen seit 1950 vor. Die „Großen Naturkatastrophen“ sind i.Allg. so definiert, dass sie für das betroffene Gebiet überregionale Hilfe erfordern. Die folgende Abbildung zeigt eine Zusammenstellung der „Großen Naturkatastrophen“ im Zeitraum 1950-2008.

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Vergrößerung: Klick

Oberer Teil der Abbildung: Gezeigt wird die Anzahl der Großereignisse pro Jahr (unterteilt nach geophysikalischen, meteorologischen, hydrologischen und klimatologischen Ereignissen). Eingezeichnet ist eine schwarze „Trendlinie“. Welche Trendabschätzung bei der Erstellung der Trendlinie verwendet wurde wird nicht erwähnt. Folgendes Fazit wird gezogen: Die Abbildung „zeigt, dass es in der Anzahl solcher Katastrophen tatsächlich einen ansteigenden Trend gibt, der jedoch – ähnlich wie bei den Klimadaten – von ausgeprägten Fluktuationen überlagert ist.“ (Christian-D. Schönwiese, Wird das Klima extremer? Eine statistische Perspektive, 2007). „Naturkatastrophen nehmen (weiter) dramatisch an Zahl und Ausmaß zu. Die Schadenpotentiale erreichen neune Größenordnungen.“ (Schadensentwicklung durch Naturkatastrophen, Corporate Climate Centre, Münchener Rück, 04.02.2009).

Der untere Teil der Abbildung wurde um die Trendlinie und die geophysikalischen Großereignisse bereinigt. Gezeigt werden nur die klimarelevanten Großereignisse infolge von Stürmen, Überschwemmungen, Hitzewellen. Es zeigt sich eine deutliche Abnahme der klimarelevanten Großereignisse ab Mitte der 1990er Jahre. Von einem Höchstwert im Jahre 1993 (mit 14 Großereignissen) ist der Wert auf 0-7 Großereignisse in den Jahren 2000-2008 gefallen. Eine klimatische Fluktuation?

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Samstag, 21 März, 2009 at 15:51

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NASA-GISS Globaltemperatur Februar 2009

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Freitag, 20 März, 2009 at 13:16

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Klimakongress in Kopenhagen – Prof. Rahmstorf zum Meeresspiegelanstieg

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Mittwoch, 18 März, 2009 at 13:33

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HadCRUT3 Globaltemperatur Februar 2009

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Dienstag, 17 März, 2009 at 23:29

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