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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Buschbrände in Australien. Ein Zeichen des Klimawandels?

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In allen Nachrichtensendern wurde über die größten Buschbrände seit Menschengedenken in Australien berichtet. Der Südosten Australiens war von diesen Bränden betroffen (vor allem der Bundesstatt Victoria). Eine zweiwöchige Hitzewelle im Südosten Australiens, zwischen Ende Januar bis Anfang Februar, soll die Brände begünstigt haben. Ein Zeichen des Klimawandels?

Letztendlich hat sich herausgestellt, dass ein Großteil der Brände auf Brandstiftung zurückzuführen ist. Der Ministerpräsident Australiens sprach in diesem Zusammenhang sogar von „Massenmord“.

Siehe hier

Ein Blick auf die Temperaturen bringt weitere Aufklärung. Die folgende Abbildung zeigt die Temperaturanomalie im Dezember 2008 und im Januar 2009, im Vergleich zu den Dezembertemperaturen und Januartemperaturen der letzten 30 Jahre.

australien-hitzewelle-jan-2009b

Der Dezember 2008 war im Südosten Australiens, im Vergleich der letzten 30 Jahre, um -½ bis -1°C zu kalt. Der Januar 2009 war im Südosten Australiens, im Vergleich der letzten 30 Jahre, um ein +½ bis +1°C zu war. Alles im allen nichts Außergewöhnliches.

Die Großwetterlage mit einem Hoch südlich des Kontinents über dem Meer und einem Hitzetief über Nordaustalien war typisch für diese Region. Das Hoch südlich des Kontinents brachte im Südosten Australiens die Wärme, dass Hitzetief im Nordosten Australiens hingegen heftige Regenfälle und Überschwemmungen. Inzwischen ist diese „Hitzewelle“ im Südosten vorbei.

hitzewelle-suedostaustralien-ende-jan-anfang-feb-2009b

Karten

Die Brände im Südosten Australiens wurden zudem dadurch begünstigt, das präventives Abbrennen von Buschland heute kaum noch stattfindet. Eine alte Tradition der Ureinwohner, die heute aus Wald- und Tierschutzgründen kaum noch praktiziert wird. Das Laub von Eukalyptusbäumen kann sich somit auf den Böden ansammeln, trocknen und entzünden. Es wirkt dabei wie ein Brandbeschleuniger.

Nachtrag

Noch während der Brände ist in Australien eine heftige Debatte ausgebrochen, inwieweit grüne Umweltpolitik zur Katastrophe beigetragen habe. So schrieb beispielsweise Miranda Devine, Kolumnistin des renommierten Sydney Morning Herald in einem Artikel mit dem Titel „Grüne Ideen sind schuld an den Toten“, es sollten weniger die Brandstifter als vielmehr die Grünen an Straßenlaternen erhängt werden. Weiter wird beschrieben, dass insbesondere in der Gegend um Kinglake, das völlig zerstört wurde, lokale grüne Politik Bewohner erfolgreich gehindert hätte, Bäume um ihre Häuser zu fällen, die Wälder von trockenem Tot- und Unterholz zu befreien, oder in kühleren Wintermonaten alle fünf bis sieben Jahre gezielt Wälder abzubrennen, um Waldbränden in heißen Sommern vorzubeugen, obwohl dies als eine Brandschutzmaßnahme, bei der nicht die Bäume, sondern nur das Unterholz abbrennen andernorts und früher bewährte Praxis gewesen sei.

Nachtrag

niederschlag-trend-australien-534-x-361

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Written by admin

Montag, 16 Februar, 2009 um 13:53

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert

14 Antworten

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  1. Ich habe mal eine Offtopic Frage. Sowohl in der Arktis, wie auch in der Antarktis haben wir momentan laut NSIDC extrem niedrige Eisbedeckung.

    http://nsidc.org/data/seaice_index/daily.html

    Hat jemand eine Ahnung, was da los ist? Werden mal wieder die Methoden neut kalibriert, damit die Daten zu den Vorhersagen passen?

    MfG

    Rainer

    Rainer

    Montag, 16 Februar, 2009 at 18:02

  2. Und hier noch was zum Themas Australien:

    Feuerkatastrophe in Australien: Umweltschutz tötet – schon jetzt

    Die Brandkatastrophe in Australien forderte diesmal deswegen so viele Opfer und verursachte deswegen so viel Sachschaden, weil die Politik und die örtlichen Behörden, angetrieben durch Umweltschützer, den Bürgern jahrelang verboten hatten, auf ihren eigenen Grundstücken Bäume zu fällen und Flurbereinigungen vorzunehmen. Nur in einem schmalen Streifen von bis zu sechs Metern von ihren Häusern war das den Einwohnern erlaubt.

    Sehr lesenswert.

    Rainer

    Montag, 16 Februar, 2009 at 18:18

  3. @Rainer

    „Hat jemand eine Ahnung, was da los ist? Werden mal wieder die Methoden neut kalibriert, damit die Daten zu den Vorhersagen passen?“

    Danke für den Hinweis. Ich werde der Sache mal nachgehen und habe schnell die Graphen des NSIDC abgespeichert. Morgen sehen die bestimmt wieder anders aus. Das IJIS zeigt jedenfalls keinen Absturz in der Arktis.

    http://www.ijis.iarc.uaf.edu/en/home/seaice_extent.htm

    Müller

    Montag, 16 Februar, 2009 at 18:30

  4. @ Müller

    Jetzt ist es auch WUWT die Sache mit dem Eis aufgefallen. Ich bin ja mal gespannt, was dabei raus kommt.

    http://wattsupwiththat.com/2009/02/16/nisidc-makes-a-big-jump-but-why/

    Rainer

    Montag, 16 Februar, 2009 at 18:43

  5. Liebe Leser
    Bitte benützen Sie diese 2 Sites:
    http://www.ijis.iarc.uaf.edu/cgi-bin/seaice-monitor.cgi
    und
    http://www.ijis.iarc.uaf.edu/en/home/seaice_extent.htm

    Die Grafiken von Sea Ice Monitor zeigen keine grossen Abschmelzen.
    The National Snowjob and Idiot Drone Center ist voll mit Bullshit.
    Wahrscheinlich von Hansen oder Mann geleitet!

    Pierre Gosselin

    Montag, 16 Februar, 2009 at 19:59

  6. Schau mal den Grafik von den NSIDC.
    Laut diese Grfik, den Eisfläche von heute ist ca. genauso viel wie 10 Januar 2009.
    Nun, schau mal den Eisfläche von den 10. Januar 2009 hier:
    http://www.ijis.iarc.uaf.edu/cgi-bin/seaice-monitor.cgi

    Wie ist der Vergleich mit 15 Februar 2009?
    Fazit: Die NSIDC spinnt!

    Pierre Gosselin

    Montag, 16 Februar, 2009 at 20:12

  7. Die Absturz wird nicht mehr gezeigt von den NSIDC.

    Zumindest haben sie schnell reagiert.

    Pierre Gosselin

    Montag, 16 Februar, 2009 at 20:31

  8. es muß ja mal vor vielen Millionen Jahren mal Zeiten gegeben haben, wo die Durchschnittstemperaturen auf der Erde zwischen 5-10 °C höher waren .. wie konnten damals bloß Wälder existieren?

    ts

    Dienstag, 17 Februar, 2009 at 11:05

  9. @ Müller #3

    Noch ein interessanter Aspekt:

    Vergleiche mal die Eisbedeckung vom 14.02. mit dem 15.02 und die vom 15.02. mit dem 16.02.

    Ich finde es sehr erstaunlich, welche Eismengen einfach so über Nacht „Verschwinden“. Und das mitten im Winter…

    Rainer

    Dienstag, 17 Februar, 2009 at 11:33

  10. Von wegen Buschfeuer und dergleichen…

    Drückt mal hier den „Startknopf“ der Animation(2000 bis 2008), da erscheint Euch das, was in gerade Australien abgeht, als Grillfest im heimischen Garten.

    mfg

    Zyniker

    Mittwoch, 18 Februar, 2009 at 01:53

  11. Herr Müller,

    Ihr Beitrag in allen Ehren, doch er geht an der Realität leider etwas vorbei.

    1.) Sie schreiben, im Dezember sei es in Australien etwas kühler als üblich gewesen, daher könne die globale Erwärmung nicht Schuld sein. Sie verwechseln hier leider Wetter mit Klima. Die globale Erderwärmung hat in Südaustralien bereits dazu geführt, dass dort seit ca. 14 Jahren eine immer stärker zunehmende Trockenheit herrscht. Für diese Trockenheit ist es unerheblich, ob die Dezembertemperaturen im Tagesmittel bei 28 oder 29 Grad lagen. Entscheidend für die Dürre sind in erster Linie die fehlenden Niederschläge. Hierzu müssten Sie eine Grafik zeigen. Die Dürre ist v. a. durch die aussergewöhnliche anhaltende Trockenheit bestimmt. Im Januar gab es dann nie gemessene Rekordtemperaturen von über 46 °C. Diese haben dann die teilweise durch Banndstiftung ausgelösten Feuer erst zu dem Feuersturm werden lassen, wie wir ihn gesehen haben. Hierfür ist folglich die Erderwärmung mitverantwortlich.

    2.) Sie werfen dem Umweltschützern vor, sie wären an den Schäden Schuld, weil sie größere Brandschneisen in Wohngebieten verhindert hätten. Auch hier verwechseln Sie Ursache und Wirkung. Australien ist ein Wüstenland. Jeder Hektar Wald ist wichtig für den Feuchtigkeitshaushalt, als Lebensraum für Tiere, als Wasserspeicher und Erosionsschutz. Wo der Wald gerodet wird, „verbrennt“ und erodiert der Boden, wird das Land zur Wüste.

    Ein solches Feuer, wie wir es erlebt haben, lässt sich auch durch 50 Meter Brandschneise nicht aufhalten, hier sind mindestens 100 Meter erforderlich. Dies bedeutet, wir müssten für jedes Haus 1 Hektar Wald als Brandschutz roden. Wollen Sie das? Schuld für die großen Schäden ist neben einer verfehlten Klimapolitik eine ebenso verfehlte Baupolitik. In einem waldarmen Land wie Australien kann nicht jeder Bewohner sein Haus einzeln mitten im Wald errichten, am besten mit großem Abstand zum Nachbarn. Der Waldflächenverbrauch ist hier riesig, die Waldbrandgefahr kaum abzuhalten. Richtig wäre es gewesen, die Häuser in waldbrandgefährdeten Gebieten näher zusammen zu legen und gemeinsam durch geeignete Geländegestaltung und Schutzstreifen zu schützen. Diese Planungsfehler kann man jetzt nicht denjenigen anlasten, die sich schon immer gegen diese einzelhausweise Waldbebauung ausgesprochen haben.

    Und noch etwas: Das Jahrtausendfeuer ist nicht in den Wohnsiedlungen so groß geworden. Es wurde in den Waldflächen so groß, begünstigt durch die Trockenheit und die extremen Temperaturen.

    Wenn Sie jetzt hier die Schuld den Naturschützern anlasten ist das grob unredlich.

    Klaus Richter

    Samstag, 21 Februar, 2009 at 12:22

  12. @Klaus Richter

    „Die globale Erderwärmung hat in Südaustralien bereits dazu geführt, dass dort seit ca. 14 Jahren eine immer stärker zunehmende Trockenheit herrscht.“

    Zur Globalen Erwärmung der letzten ca. 14 Jahre in Australien.

    http://data.giss.nasa.gov/cgi-bin/gistemp/do_nmap.py?year_last=2009&month_last=01&sat=4&sst=1&type=anoms&mean_gen=0112&year1=1995&year2=2008&base1=1961&base2=1990&radius=1200&pol=reg

    Hier der Trend der Niederschläge in Australien

    Leicht zunehmende Niederschläge in Südaustralien im Vergleich 1900-2008

    „Im Januar gab es dann nie gemessene Rekordtemperaturen von über 46 °C.“

    Melbourne, historische Höchstwerte

    13. Jan. 1939 45,6°C
    10. Jan. 1939 44,7°C
    17. Jan. 1908 44,2°C
    14. Jan. 1862 44°C

    Zur Temperaturentwicklung in Adelaide

    http://data.giss.nasa.gov/cgi-bin/gistemp/gistemp_station.py?id=501946720004&data_set=1&num_neighbors=1

    „Sie werfen dem Umweltschützern vor, sie wären an den Schäden Schuld, weil sie größere Brandschneisen in Wohngebieten verhindert hätten.“

    Ich zitiere aus Wikipedia.

    MfG

    Müller

    Müller

    Samstag, 21 Februar, 2009 at 14:08

  13. @Klaus Richter

    Min Max
    Carnarvon 2.4 47.8
    Broome 3.3 44.8
    Alice Springs Airp. -7.5 45.2* * 47.5C also recorded in the Post Office Station in December 1891 Cairns Airport 6.2* 40.5* * extremes of 6.1C and 43.2C were recorded in the old city station Melbourne City -2.8 46.4* * 46.8C also recorded in the Airport Station
    Hobart City -2.8*40.8 * -3.9C also recorded in the Airport Station in June 1972 Birdsville -1.7 49.5
    Mardie 2.9 50.5
    Oodnadatta -2.6 50.7

    http://www.mherrera.org/temp.htm

    AUSTRALIA HIGHEST RECORDED TEMPERATURE:
    * Oodnadatta, South Australia 50.7 C (123.3 F) on the 2nd January, 1960

    members.iinet.net.au/~jacob/worldtp.html

    krishnag

    Samstag, 21 Februar, 2009 at 14:40

  14. @ Klaus Richter

    Australien: Warum soviel Tote?

    Liam Sheahan verstieß gegen die neuzeitlichen grünen Gesetze und rodete gemäß der australischen Tradition um sein Haus herum in Kenntnis der ortüblichen Buschfeuer. Dafür zahlte er zwar 50.000 Dollar Strafe, aber immerhin lebt er. (http://www.3news.co.nz/News/InternationalNews/Family-fined-for-firebreak-vindicated-as-house-survives-bush-fires/tabid/417/articleID/90872/cat/62/Default.aspx)

    Gibt es eigentlich schon Zahlen, wieviel tausend Menschen wegen der Biospritnummer bisher zusätzlich an Hunger gestorben sind?

    Simon Grünland

    Samstag, 21 Februar, 2009 at 15:05


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