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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Zur Temperaturentwicklung in Nordwesteuropa

with 12 comments

Die Temperatur in Nordwesteuropa ist im Zeitraum von ca. 1980 und 2007 merklich angestiegen. (Seit 2007 gehen die Werte wieder zurück).

Das ist zweifelsfrei den Messwerten der Wetterstationen zu entnehmen. Es stellt sich aber die Frage nach den Ursachen der Erwärmung zwischen ca. 1980-2007. Könnte hierfür der Treibhauseffekt verantwortlich sein, oder lässt sich der Temperaturanstieg auch über andere Einflüsse erklären?

Es bietet sich an einen Blick auf die direkte Sonneneinstrahlung aus dem Weltall (TSI : Total Solar Irradiation) und die am Erdboden ankommende Sonnen- und Himmeleinstrahlung (Globalstrahlung) zu werfen. Weiter bietet sich an einen Blick, auf die für Nordwesteuropa wetterbestimmende, Nordatlantische Oszillation (NAO) zu werfen. Die folgende Abbildung zeigt einen Überblick der drei Parameter.

tsi-globalstrahlung-nao-535-x-1048

Vergrößerung: Klick

Der obere Teil der Abbildung zeigt eine Zusammenstellung aus rekonstruierten Werten der direkten Sonneneinstrahlung (TSI nach Lean et al. 2000) und Messwerten von Satelliten aus (PMOD). Gut zu sehen ich der 11jährige Sonnenzyklus. Die Sonneneinstrahlung ist im 20. Jh. stark angestiegen und erreicht ein Maximum um 1950. Ein zweites Maximum wird um 1980 erreicht. Danach verharren die Werte auf verhältnismäßig hohen Niveau und beginnen mit Ende des letzten Sonnenzyklus zu sinken. Die Schwankungen bewegen sich im Bereich von +- 0,5 Watt pro Quadratmeter. Ein direkter Zusammenhang zwischen Sonneneinstrahlung aus dem Weltall und der Erwärmung im Zeitraum von ca. 1980-2007 ist hier nicht ersichtlich.

Der mittlere Teil der Abbildung zeigt die am Erdboden ankommende Sonnen- und Himmeleinstrahlung (Globalstrahlung) an der Messstation Potsdam Telegrafenberg. Eine der am längsten betriebenen und zuverlässigsten Stationen. Ähnliche Verläufe zeigen Wetterstationen in ganz Europa. Schön zu erkennen ist, dass zwischen ca. 1980 und heute die Einstrahlung am Erdboden um mehr als 10 Watt pro Quadratmeter zugenommen hat. Ein beachtlicher Wert, welchen wir der abnehmenden Luftverschmutzung und infolge dessen den abnehmenden Nebeltagen zu verdanken haben. Dieses Phänomen wird global beobachtet. Die Globalstrahlung liegt in Deutschland heute auf dem Niveau von 1950. Um 1950 war es in Deutschland ebenfalls verhältnismäßig warm gewesen, allerdings nicht ganz so warm wie heute.

Der untere Teil der Abbildung zeigt den Winterindex (Dez/Jan/Feb/März) der Nordatlantischen Oszillation. Ein Wettersystem zwischen Islandtief und Azorenhoch, was vor allem in den Wintermonaten für Nordwesteuropa wetterbestimmend ist. Man sieht, dass der Index in den 1980er und 1990er Jahren stark angestiegen ist. Genau in diese Zeit fällt auch die Erwärmung in Nordwesteuropa. Um 1950 lagen die Werte auch im positiven Bereich, aber deutlich niedriger, als in den 1980er und 1990er Jahren.

Damit sollte eines klar geworden sein. Sowohl die Globalstrahlung, als auch der NAO-Winterindex sind mit der Erwärmung der 1980er und 1990er Jahren stark angestiegen. Ein ansteigender Treibhauseffekt entzieht sich hingegen der Messung.

Anlage: Temperaturzeitreihen des DWD für Karlsruhe und Bremen

temperaturen-karlsruhe-bremen

Written by admin

Donnerstag, 5 Februar, 2009 um 14:49

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert

12 Antworten

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  1. So richtig vom Hocker reißt das mich auch nicht. Das sind nur ca. 0,2% Schwankung in der Einstrahlung, und wegen T**4 dann nur noch 0,15K in der Temperatur. Das als alleinige Erklärung würde noch mehr Verstärkung benötigen, als es die CO2-Experten reklamieren.

    ck42

    Donnerstag, 5 Februar, 2009 at 19:06

  2. Klar geworden ist sicherlich auch, dass nicht nur die Intensität der Solarstrahlung Einfluss auf das Klima hat, sondern auch andere solare Parameter wie z.B. die Variationen der Solar-Zyklen oder Einflüsse auf Strahlungs- und Ozonänderungen in der Stratosphäre mit Auswirkungen in die Troposphäre.
    Das Klimasystem ist eben nicht nur ein sensibler Empfänger sondern auch Verstärker auch relativ schwacher solarer Signale.
    Publikationen: Cubasch, Labitzke, Matthes, Langematz, Carl, Rathmann u.a.)

    adrian

    Donnerstag, 5 Februar, 2009 at 20:14

  3. @CK42

    Zu der TSI gibt er verschiedene Rekonstruktionen.

    Die nach Lean 2000 zeigt die größeren Schwankungen. Die Rechnung nach „IPCC-Methode“ haut vorne und hinten nicht hin. 1% Änderung der Solarkonstante ergibt nur ca. 0,7°C Temperaturveränderung. Die gezeigten Rekonstruktionen zeigen nicht mal 0,2% Änderung der Solarkonstante, also Temperaturveränderungen unter 0,1°C.

    P.S.: Damit dürften wir keine Kleine Eiszeit gehabt haben ;)

    Müller

    Donnerstag, 5 Februar, 2009 at 20:53

  4. Hallo,

    Ich hatte schon öfter in Foren auf den Sommer 2006 und z.B. denjenigen vom letzten Jahr hingewiesen. Die Tageshöchsttemperatur war einmal 40° und das andere mal 15° C. Immer wenn man davon anfängt kommt gleich die „Du kannst Wetter nicht von Klima unterscheiden“-masche ;-)))

    Ich habe dann immer auf das extreme Hoch von 2006 verwiesen, das sich monatelang über (fast) ganz Europa hielt.

    Jede Diskussion die solche Wetterlagen mit ins Spiel bringt, wird von den „Katastrophisten“ abgewürgt. Wetter ist stochastisch (zufällig) und bildet für das Klima bloss eine Art Hintergrundrauschen.

    Ich kann das einfach nicht glauben. Wer das Klima so wenig versteht wie JEDER heute auf diesem Planeten kann doch so einen unglaublichen Unsinn einfach nicht behaupten.

    2008 liegen wir schon wieder bei den Temperaturen von 1990 und es könnte sein, dass wir bald wieder bei denen von 1980 lägen. Für Klimamodellisten eine absolute Unmöglichkeit.

    Dass da etwas nicht stimmt ist doch mit mehr als 90%iger Wahrscheinlichkeit klar.

    Liebe Grüsse
    Eddy

    Eddy

    Freitag, 6 Februar, 2009 at 08:56

  5. Kürzlich habe ich irgendwo gelesen, daß sich die Erwärmung jetzt in die tieferen Ozeanschichten verlagert. Der Trend ist also OK, nur wir merken nichts davon.

    MEstermeier

    Freitag, 6 Februar, 2009 at 21:50

  6. Im Rahmmstorf Blogg müssen jetzt schon einzelne „Spitzenwerte“ herhalten, um seine ärmliche Diskussionsbasis aufrecht zu erhalten und vor allen Dingen K L I M A zu erklären…..

    Armes Deutschland.

    krishnag

    Freitag, 6 Februar, 2009 at 22:01

  7. @krishnag

    Habe ich auch gelesen. Da folgt noch ein Blogbeitrag, wegen der Trendanalyse, welche schon bemängelt wurde.

    Müller

    Freitag, 6 Februar, 2009 at 23:02

  8. #5 MEstermeier
    Klar doch. Die Wärme versteckt sich unter kaltem Oberflächenwasser ;-)
    Wie wäre es mit folgender Überlegung?
    In der negativen Phase von PDO/NAO akkumulieren die Ozeane in der Tat Energie, welche sie Jahrzehnte später abgeben. So hat die PDO bis in die 70er viel Wärme für die 90er Jahre „bereitgestellt“, die wir jetzt als Katastrophe verkauft bekommen, in Wirklichkeit aber zum großen Teil nur „gespeicherte“ Sonnenaktivität der 50er Jahre ist…

    Wetterfrosch

    Samstag, 7 Februar, 2009 at 00:21

  9. Man werfe mal einen vergleichenden Blick hier hin:
    http://helios.izmiran.rssi.ru/cosray/months.htm

    krishnag

    Samstag, 7 Februar, 2009 at 16:22

  10. @M.Müller

    Daß die Globalstrahlung sich ab Mitte 80iger erhöhte hängt u.a. mit dem Beginn der „Deindustrialisierung“ der damals noch DDR zusammen, und setzte sich nach dem Zusammenschluß natürlich fort.
    Außerdem begann davor bereits die Luftverschmutzung sich zu reduziern ( Großfeuerungsverordnung, TA – Luft etc. )
    Das betrifft DE, Sekularstation Postdam hat das natürlich alles gemessen.
    Siehe Ökologismus – Forum „Wer einmal mit dem Klima spielt“

    krishnag

    Samstag, 7 Februar, 2009 at 21:37

  11. Was hier auch nicht erwähnt wird, daß die Sonne auch in Zeiten geringer Sonnenfleckenzahlen natürlich erhöht Strahlung in Form von Flares und Eruptionen in Richtung Erde schleudern kann, daß die Strahlung im Wasser thermalisiert weiß man schon lange.
    Das passierte bei dem s. g. „Climate jump 2“ den Borchert in seinen Schriften beschreibt:
    Borchert

    krishnag

    Samstag, 7 Februar, 2009 at 21:41

  12. #8 Wetterfrosch

    ouh mann
    du nimmst einem aber auch noch die letzte Hoffnung auf eine wärmere Zukunft :(

    MEstermeier

    Samstag, 7 Februar, 2009 at 23:26


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