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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Wie Stefan Rahmstorf an den Klimadaten „dreht“

with 49 comments

Ich hatte bereits mehrfach darüber berichtet, dass von Forschungsinstituten an den Klimadaten „gedreht“ wird. Siehe z.B. hier und hier.

Aber auch einzelne Klimaforscher bedienen sich dieser Methode. Als Beispiel hatte ich Stefan Rahmstorf genannt. Sie hier und hier.

Nun ein weiteres Beispiel. Am 28.12.2008 hat Stefan Rahmstorf einen Vortrag auf einem Kongress des Chaos Computer Club in Berlin gehalten. Auf den ersten Blick ein sehr schöner und für den Laien überzeugender Vortrag. Dem kundigen Zuschauer fällt aber sehr schnell auf, dass Daten „umgestaltet“, selektiv ausgewählt und zielgerichtet eingesetzt werden. Hier ein Ausschnitt aus seinem Vortrag.

http://video.google.de/videoplay?docid=-3863971105404893461&hl=de

Herr Rahmstorf präsentiert diesen Graphen der Globaltemperatur.

rahmstorf-nasa-giss

Dabei handelt es sich um die NASA-GISS-Werte der Globaltemperatur von 1880 bis 2008. Einen vergleichbaren Datensatz stellt das Met Office in England mit seinem HadCRUT3-Daten von 1850-2008 zur Verfügung.

Auf die Daten des Met Office greift Herr Rahmstorf vermutlich nicht zurück, weil diese ein „Abknicken“ der Globaltemperatur ab 1998 zeigen. Dazu sollte man wissen, der NASA-GISS-Datensatz ist der einzige, von weltweit vier Datensätzen, der kein Abknicken ab 1998 zeigt.

1. Dreh: Auswahl des einzigen Temperatursatzes der Globaltemperatur, der kein „Abknicken“ ab 1998 zeigt.

Damit fängst es aber erst an. Ich zeige einfach mal die Originalgraphen von der Seite der NASA mit den zugehörigen Temperaturverläufen global und über Land und Ozean.

nasa-giss-1880-2008

Im Vergleich mit der Graphik von Herrn Rahmstorf stellt man folgende Unterschiede fest:

2. Dreh: Die Werte wurden um ca. +0,3°C nach oben versetzt und starten bei 0, im Original hingegen starten sie bei knapp –0,3°C. Das Original verwendet einen Referenzwert der Jahre 1951-80 als Nullwert (Normaltemperatur). Zwischen 1880-1890 lagen die Temperaturen um ca. –0,3°C niedriger als dieser Referenzwert. Heute liegen die Werte um ca. +0,5°C höher als dieser Referenzwert. Dieser Wert von ca. +0,5°C wird als Temperaturanomalie bezeichnet. Herr Rahmstorf definiert einen neuen Referenzwert und legt ihn an Anfang der Zeitreihe. Damit erhält er einen Temperaturwert von ca. +0,8°C gegenüber 1900. Das die Temperaturanomalie tatsächlich nur ca.+0,5°C beträgt, wird nicht mehr erwähnt.

3. Dreh: Es wird ein gleitender Mittelwert über 15 Jahre gewählt (die rote Linie). Im Original werden hingegen gleitende Mittelwerte über 5 Jahre verwendet. Der Zweck: Je länger der gleitende Mittelwert gewählt wird, umso stärker werden kurzfristige Temperaturschwankungen weggeglättet, vor allem die ab 1998.

4. Dreh: Der gleitende Mittelwert über 15 Jahre wurde nach vorne und hinten verlängert. Ein gleitender Mittelwert über 15 Jahre wird jeweils aus Zeitabschnitten von 15 Jahren gebildet. Z.B. für das Jahr 2000 aus den Jahren 1993-2007. Aus diesem Grund startet ein gleitender Mittelwert über 15 Jahre 7 Jahre nach Beginn der Zeitreihe (also im Jahr 1887) und endet 7 Jahre vor dem Ende der Zeitreihe (also im Jahr 2001). Das ist in der Abbildung von Herrn Rahmstorf nicht der Fall. Die Zeitabschnitte 1880-1887 und 2001-2008 wurden durch Interpolationen (Näherungen) verlängert. Vollständige Datenwerte liegen hier nicht vor. Von Herrn Rahmstorf wird das nicht erwähnt. Eine derartige Interpolation verwendet die NASA in ihren gleitenden Mittelwerten über 5 Jahre nicht.

Ich habe die Glättung und Interpolation von Herrn Rahmstorf in einen separaten Graphen noch einmal durchgeführt und die interpolierten Bereiche kenntlich gemacht (durch Strichelung der roten Linie an beiden Enden). Dabei habe ich die Werte nicht, wie Herr Rahmstorf es gemacht hat, um +0,3°C nach oben verschoben. Hier noch einmal der direkte Vergleich:

nasa-giss-535-x-433

5. Dreh: Der gleitende Mittelwert über 15 Jahre wurde noch einmal extra geglättet (sog. Smoothing). Dieses fällt beim Vergleich der oben gezeigten Graphen direkt auf. D.h. Herr Rahmstorf hat seinen Graphen noch einmal extra geglättet, nachdem er ihn nach oben verschoben und beidseitig verlängert hat. Der Zweck: Kurzfristige Temperaturschwankungen sollen vollständig weggeglättet werden, was ihm auch gelungen ist. Des Weiteren wird die Steigung am Ende des Graphen verstärkt.

6. Dreh: Unter seinen Graphen schreibt Herr Rahmstorf: „ Increase in global mean surface temperature: ~ 0,8°C since 1900. Similar increase in sea sureface temperature.“ Anstieg der mittleren, globalen Oberflächentemperatur: ~ 0,8°C seit 1900. Selber Anstieg in der Meeresoberflächentemperatur. Ist das wirklich der Fall? Schauen wir noch einmal auf den unteren Teil von Abbildung 2, also auf das Original der NASA.

nasa-giss2-535-x-384

Wir stellen fest, dass sich die Ozeane zwischen 1900-2008 von ca. –0,2°C auf +0,4°C erwärmt haben, also um ~ 0,6°C und nicht um die genanten ~ 0,8°C. Die Ozeane haben sich also deutlich weniger erwärmt.

Derartige Beispiele ziehen sich durch den gesamten Vortrag von Herrn Rahmstorf. Die „freie Gestaltung“ der Daten und die Fehlinformationen fallen dem unkundigen und gutgläubigen Zuschauer natürlich nicht auf, zumal er nicht informiert wird. Warum Herr Rahmstorf zu diesen Mitteln der Präsentation greift kann er nur selbst beantworten.

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Written by admin

Freitag, 23 Januar, 2009 um 16:07

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert

49 Antworten

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  1. Ist nicht Rahmstorf auch einer derjenigen, der Beck „Fälschung“ vorwirft ?

    krishnag

    Freitag, 23 Januar, 2009 at 17:36

  2. Hallo,

    Herr Rahmstorf wird sich umgehend hier melden und seine Graphiken korrigieren. Er wird vor der UNO eine Pressekonferenz abhalten und sich für seine wissenschaftlichen „Fälschungen“, die jetzt schon seit Jahren andauern, entschuldigen. Ausserdem wird er den Leuten die er beleidigt und diffamiert hat, so wie allen die er bewusst irregeführt hat eine Entschädigung bezahlen.

    Für die Opfer der Biodieselernährungskatastrophe wird er eine Stiftung gründen und seine Verantwortung übernehmen. Er wird die Welternährungsorganisation jährlich mit grossen Spenden unterstützen und dieser Organisation als Sponsor beitreten.

    http://www.fao.org/corp/publications/en/

    Ausserdem wird er Herr Hoffmann wegen seiner Fehldarstellung der Ernährungssituation rügen und ihn bitten dieser Organsiation zum Themenschwerpunkt Biodiesel und Ernährungskatastrophe selbst beizutreten:

    http://www.fao.org/docrep/011/i0100e/i0100e00.htm

    Ja, ja, ich weiss …. aber träumen wird man doch wohl noch dürfen?! :-)

    Danks
    Eddy

    Eddy

    Freitag, 23 Januar, 2009 at 17:43

  3. @Eddy
    Träum weiter :-)

    SR wird nie und nimmer akzeptiern, daß kalt = kalt ist, sondern weiter behaupten, kalt = Wärme die man nicht sieht.

    krishnag

    Freitag, 23 Januar, 2009 at 17:52

  4. hier kann man die vier ermittelten „Globaltemperaturen“ einschließlich der handmade-Daten vom GISS sehr gut sehen und vergleichen, die aber inzwischen auch eine Abkühlung in den letzten Jahren zeigen:

    http://www.woodfortrees.org/plot/hadcrut3vgl/last:72/plot/uah/last:72
    /plot/rss/last:72/plot/gistemp/last:72

    Der CCC ist auf einen Fälscher reingefallen.

    Simon Grünland

    Freitag, 23 Januar, 2009 at 19:44

  5. Simon Grünland

    Freitag, 23 Januar, 2009 at 19:45

  6. Hallo und guten Morgen,

    Soweit ich den bösen bösen „Skeptiker“ Steve McIntyre verstanden habe, ist GISS die gepflegteste Klimakurve von allen die die Stationsdaten verarbeiten.

    Oder weiss von euch jemand mehr zu dem Thema?

    Libe Grüsse
    Eddy

    Eddy

    Samstag, 24 Januar, 2009 at 06:26

  7. Hier mal was aktuelles zu GISS:

    http://wattsupwiththat.com/2009/01/18/giss-divergence-with-satellite-temperatures-since-the-start-of-2003/

    Zusammenfassung zu den Manipulationen:
    http://www.klimaskeptiker.info/index.php?seite=manipulation.php

    Was nicht paßt, wird passend gemacht.

    Grüße

    Simon Grünland

    Samstag, 24 Januar, 2009 at 08:25

  8. Ich verstehe nicht, wie so man bei der globalen Temperatur nicht längst zu einer gefühlten Temperatur wie beim Wetterbericht übergegangen ist, die die Erwartungshaltung des Publikums besser trifft. Man muss diese ja nicht vom Wind abhängig machen, es bieten sich als Multiplikatoren ja auch Energiepreise oder Solarstromsubventionen an.

    ck42

    Samstag, 24 Januar, 2009 at 13:15

  9. Ck42

    Ok. Dann stehen wir aber vor dem gleichen Problem wie jetzt auch. Was ist Ursache und was Wirkung
    a) mehr Wärme durch höhere Energiepreise?
    b) höhere Energiepreise durch mehr Wärme?
    c) sollte ich meinen Pulover ausziehen, und welche Wirkung hat das auf die Solarstromsubvention?
    Du machst mich noch ganz konfus.

    MEstermeier

    Samstag, 24 Januar, 2009 at 20:34

  10. @Müller
    Schöne Bescherung. Einstein wusste, wovon er redete.

    „If the facts don’t fit the theory, change the facts“

    Danke für die gelungene Analyse.

    PS: Merken die Herren von der Klimakatastrophenfront eigentlich nicht, dass sie sich selbst das Wasser abgraben?
    (Pass auf, der Georg H. wird das Missverständnis deinerseits gleich aufklären. Ich wunder mich, wo er nur bleibt?)

    Wetterfrosch

    Samstag, 24 Januar, 2009 at 23:16

  11. @Wetterfrosch
    Der wird sich hier durcharbeiten:
    Food Crisis
    Von da abwärrts :-)

    krishnag

    Samstag, 24 Januar, 2009 at 23:51

  12. @M.Müller
    #Warum Herr Rahmstorf zu diesen Mitteln der Präsentation greift kann er nur selbst beantworten.#

    Muß er aber nicht, denn eigentlich weiß es doch jeder, der sich ein wenig kritisch mit dem Thema auseinader setzt.

    krishnag

    Sonntag, 25 Januar, 2009 at 00:07

  13. Hier mal eine aktuelle Zusammenstellung von links, wäre auf den Vortrag gespannt, den Herr Rahmstorf hierzu halten würde.

    Antarktis – ein Rekordzuwachs an Eis:

    Arktis – aktuell keine dramatischen Entwicklungen:

    http://www.ijis.iarc.uaf.edu/en/home/seaice_extent.htm

    Globale Eisflächen konstant:

    Die „Globaltemperatur“ sinkt seit Jahren:

    http://www.woodfortrees.org/plot/hadcrut3vgl/last:72/plot/uah/last:72/plot/rss/last:72/plot/gistemp/last:72

    Temperatur und CO2 sind aktuell gegenläufig:

    Und hier mal jeman, der am C02 verdient:

    http://www.rahmstorf.eu/co2pins/

    ;)

    Simon Grünland

    Sonntag, 25 Januar, 2009 at 09:30

  14. Das mit den CO2-Pins ist doch eine versteckte Satire?! Oder?

    So strunzdumm kann doch kein Wissenschaftler sein?!

    Merkt der Rahmstorf gar nicht, daß er sich damit endgültig lächerlich macht? (Also endgültig lächerlicher, als schon mit seinem „abreißen des Golfstromes“ über das zum Glück nicht mehr geredet wird)!

    MK

    Sonntag, 25 Januar, 2009 at 11:41

  15. Der Mann ist zur Satire nicht fähig. Ich sehe hier eher seinen Fetisch, den viele religiöse Fanatiker nun mal brauchen. ;)

    Simon Grünland

    Sonntag, 25 Januar, 2009 at 11:50

  16. [XXXXX Bitte ersten Beitrag wegen fehlerhafter Links enfernen – Danke XXXXX

    @MK
    @Simon Grünland
    Das Logo des PIK habt Ihr schon gesehen ?
    PIK Logo

    und seiner „Freunde“ ( u.a. Münchener Rück)
    PIK Freunde Logo

    An irgend etwas erinnert mich das alles
    Freimaurer – Logo
    von:
    http://www.geschichteinchronologie.ch/USA/freimaurer-USA-CH-parallelen.html

    Ferner:
    #Dieses Dreieck, die Pyramide oder die Triangle erzeugt bei mir einen unangenehmen Beigeschmack. Würde ein Nachhilfeinstitut solch ein Logo benutzen würde, würde ich meine Kinder ( zum Glück haben sie es nicht nötig )mit großer Sicherheit nicht dort anmelden.

    [Antwort: Unser Logo symbolisiert die Wechselwirkung Klima-Biosphäre-Mensch (daher das Dreieck), wobei das Klima durch eine Wolke, die Biosphäre durch einen Baum und der Mensch durch eine Hand dargestellt wird.]#
    Antwort wohl von SR.
    SR Wissenslogs

    krishnag

    Sonntag, 25 Januar, 2009 at 12:14

  17. So strunzdumm kann doch kein Wissenschaftler sein?!

    Welches Wissen hat er erschaffen?

    Müller hat neulich darauf hingewiesen:
    http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/debatte/2009-01-21/neue-aera-der-klimapolitik

    Jammert der, der Zensur bezüglich Pressefreiheit in Deutschland verlangte. Damals bei der FAZ.

    peper

    Sonntag, 25 Januar, 2009 at 12:37

  18. @ Eddy
    Eine Antwort von ihm:

    Träumer“ sind das übrigens nicht. In einem System, das Europa zu 100% mit Strom aus Erneuerbaren versorgt, benötigen Sie noch ca. 20% an speicherbarer Regelenergie, die aus Wasserkraft und Biomasse kommen kann.

    Es sind keine Träumer, weil sie Europa mit 100% Strom aus Erneuerbaren versorgen und noch 20% Regelenergie brauchen.

    Speziell zu Biokraftstoff bietet er dann folgenden Link an:

    http://www.wbgu.de/wbgu_jg2008_presse.html

    Nettes Foto.

    peper

    Sonntag, 25 Januar, 2009 at 12:54

  19. Schnee
    in den VAE!
    http://www.gulfnews.com/nation/General/10278477.html

    Sehe auch Anthony Watts Website!

    Pierre Gosselin

    Sonntag, 25 Januar, 2009 at 17:10

  20. Eine kleine Anmerkung an den „Diplom-Physiker“:

    Warum sollte man Ramstorf nach einer Datenquelle fragen müssen? Diese sollte bei einem (als „wissenschaftlich“ deklarierten) öffentlichen Vortrag **immer** angegeben werden — schon alleine, um die Arbeit der Kollegen zu würdigen. Aber das wissen Sie ja, wenn Sie denn Physik studiert haben.

    Es soll schon vorgekommen sein, daß geachtete Wissenschaftler ihre Titel verloren haben, weil Sie „Phantasieergebnisse“ publiziert haben (prominent fallen mir hierbei spontan Jan Hendrick Schön und Hwang WooSuk ein).

    MK

    Sonntag, 25 Januar, 2009 at 19:21

  21. @Diplom-Physiker
    Eine Überlagerung der beiden von Müller oben aufgezeigten Kurven von SR und NASA GISS ist nahezu identisch. Ihre Diskussion dazu ist deshalb einfach köstlich.
    Da sie aber Physiker sein wollen, dürfte ihnen auch bekannt sein, dass die Deckung beider Kurven SR’s Kurve als das identifiziert, was sie ist- NASA -GISS.
    Herr Müller war so frei, beide derart zu skalieren, dass sie sich nicht mal darüber Gedanken machen müssen…

    Um so mehr macht sich der Leser jetzt aber Gedanken über einen, der sich Dipl Physiker nennt, anonym herumschwadroniert und nicht in der Lage ist, die von S. Rahmstorf verwendete Kurve zu identifizieren…

    Anmerkung: Herr Rahmstorf bezeichnet die Y-Achse mit „Temperaturänderung“ (relativ zum dargestellten Zeitpunkt um 1880), nicht mit einer auf einen üblichen Zeitraum bezogenen Anomalie. Dies ist zwar ungewöhnlich, aber keineswegs falsch. Ein Dreh eben.

    mfG

    Wetterfrosch

    Sonntag, 25 Januar, 2009 at 20:28

  22. @Diplomphysiker
    Sicher kommt bei mir in meinen Kommentaren reichlich „Rahmstorf“ vor, er ist unter den ganzen Gestalten der s.g. „Klimaforschung“ der unseriöseste und frecheste, der seiner Sache einen schlechten Dienst erweist, egal ob mir sein Anliegen gefällt oder nicht.

    Wenn Sie, wie Sie vorgeben, überall meine Posts lesen, dann sollten Sie auch wissen, daß ich es wahrlich nicht nötig habe mich zu verstecken.
    Vielleicht ist es Ihnen nicht aufgefallen, die Angabe einer email Adresse dient auch der Sicherheit des Bloggbetreibers. Aber das scheint Sie weniger zu interessieren.

    krishnag

    Sonntag, 25 Januar, 2009 at 22:52

  23. Herr DiplPhys

    Oberflächlich betrachtet hat ihr Einwand in #44 natürlich positive Aspekte

    „Durch die Entwicklung neuer Technologien im Rahmen des “Klimaschutz” werden in D
    neue Arbeitsplätze und Technologien geschaffen. Dadurch wird unser Standort gesichert.“

    Wieviele Arbeitsplätze werden vorher vernichtet, bis die neuen Technologien konkurenzfähig zur Verfügung stehen?

    „Und wer was vernuenftiges studiert hat und lernfähig ist, wird da auch seinen Platz finden. Ich sehe nicht wo durch Klimaforschung, Energieeinsparung, Diversifizierung der Energieversorgung ein Problem entstehen soll.“

    Und hier ist schon das nächste Problem.
    Wir haben heute schon nicht genügend qualifizierten Nachwuchs in unseren Betrieben. Im Gegenzug hängen immer mehr bildungsferne Zeitgenossen am Sozialtropf. Stell dir mal vor, alle etwas weniger geistig anspruchvollen Arbeitsplätze werden aus D abgezogen. Haben wir dann 10, 15 oder eher 20 Millionen arbeitslose? Selbst mit größter Anstrengung ist es eine Utopie, das Bildungsniveau von mindestens 30% der Bevölkerung auf Ingenieursebene zu heben. Man könnte natürlich auch die Anforderung auf einen Ingenieurstitel entsprechend absenken. Nur, wem soll damit geholfen sein? Praktische Beispiele sind heute schon die vielen arbeitslosen Jungakademiker.

    MEstermeier

    Montag, 26 Januar, 2009 at 02:20

  24. Ich versteh’s einfach nicht! Stöbert man durch die durch die Foren, scheint es, das ein wilder Krieg zwischen sog. Klimabefürwortern und Klimaskeptikern entstanden ist. Die einen wollen anscheinend alles regulieren und die anderen sehen sich in ihrer persönlichen Freiheitsentfaltung beraubt. Letztendlich, wie sich das Klima kurzfristig (50J) entwickelt, ob Klimawandel hausgemacht oder normale Klimazyklen darstellen – wissen tut’s keiner. Fakt jedoch ist, dass die Menschheit sich in dieser Zeit gegen 10 000 000 000 Individuen entwickelt. Diese Menschen wollen sich alle einen Planeten mit begrenztem Reservoir an Land, Luft, Wasser und mineralischen Resourcen teilen. Menschliche Siedlungstätigkeit braucht Raum für Häuser und Strassen und zudem noch landwirtschaftliche Nutzfläche. Dies bedingt einen Flächenverbrauch, welcher die Eigenschaften der Fläche ändert, also Versiegelung, Refexion von Licht und Wärme, Wasserzyklen usw. Die Frage ist nun, ob eine Änderung der Faktoren ausgreicht, das Klima im globalen (im kleinem Maßstab – Stadtklima) Maßstab signifikant ändert. Weiterhin braucht menschliche Tätigkeit Energie für Wohnen, Industrie und Mobilität. Diese wird fast ausschließlich durch fossile Verbrennung erzeugt. Diese setzt neben CO2 auch andere Schadstoffe, wie polycyclische, aromatische Kohelnwasserstoffe, Furane und Dioxine frei. (Diese Nebenprodukte sind alleine schon ein Grund, warum man die Verbrennung zurückfahren sollte, also energiesparende Techniken einsetzen sollte). Nun sagen die Klimaskeptiker, der CO2-Anteil in der Atmosphere ist so gering, dass er klimatisch fast keinen Effekt hat. Gut, ich weiß es nicht. Fakt ist aber, dass täglich 12 500 000 000 Liter Öl verbrannt werden. Ob sich durch diese Verbrennung im Zusammenspiel mit den Beiprodukten die Atmosphärenchemie ändert, könnte ich mir gut vorstellen. Weiterhin werden die mineralischen Resourcen der Erde in einer unglaublichen Geschwindigkeit geplündert, so dass sich diese in naher Zukunft erschöpfen dürften. Auch hier wäre maßhalten angesagt. Die Zunahme der Entropie besagt letztendlich, dass sich nutzbare (geordnete) Energie in unnutzbare (diffuse, ungeordnete) Wärme verbraucht. Vergeudung ist dann Entropiebeschleunigung und sägen auf dem Ast, auf dem man sitzt. Die Natur (Pflanzen- und Tierreich) hätte keine 2Mrd. Jahre existiert, wenn sie von Anfang an auf Resourcenvergeudung ausgelegt wäre. Deshalb: Wohlstand ist hui, Verschwendung ist pfui! Das denke ich, ist es worauf es bei der Diskussion an kommen müßte.

    Jupp

    Montag, 26 Januar, 2009 at 15:20

  25. Thema Überbevölkerung sind Sie in Europa fehl am Platz. Sie sollten mit ihrem Wissen dringend nach Asien auswandern (etwa jeder 2. Mensch lebt dort) und dort Methoden entwickeln.

    peper

    Montag, 26 Januar, 2009 at 19:18

  26. Lieber Peper,

    wer spricht denn von Europa? Macht das Wetter an den Grenzen Europas halt? Dann schon mal genauer nachdenken. Und vergleichen Sie mal die Fläche der Bundesrepublik bezogen auf die Anzahl der Bewohner. Dann sind wir mit Sicherheit nicht unterbevölkert.
    Und? Welche Methoden haben oder entwickeln Sie? Weiter so, bie bisher und Vogel Strauss Mentaltät? Lesen Sie mal:
    http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=9440

    Jupp

    Dienstag, 27 Januar, 2009 at 09:41

  27. @Jupp #53

    „Lieber Peper,
    wer spricht denn von Europa? Macht das Wetter an den Grenzen Europas halt? Dann schon mal genauer nachdenken. Und vergleichen Sie mal die Fläche der Bundesrepublik bezogen auf die Anzahl der Bewohner. Dann sind wir mit Sicherheit nicht unterbevölkert.“

    Da wär’s doch mal an Dir aufzuzeigen, wo Du eine „Überbevölkerung“ geortet haben willst, wenn nicht in BRD oder Europa?

    Wie sieht die Wirklichkeit denn aus? Die Erdoberfläche beträgt etwas über 510 Millionen Km2, davon sind ca. 71 % oder 361 Mio. Km2 Wasser. Die Landfläche umfaßt 149 Mio. km2, davon gelten als „bewohnbar“ 90 Mio. km2. Von diesen 90 Mio. km2 werden ca. 14 Mio. km2 landwirtschaftlich genutzt, das sind rund 15%, und nur ca. 2 % der bewohnbaren Fläche – wobei diese sich durch entsprechende Maßnahmen sicher noch ausdehnen ließe – ist von menschlichen Siedlungen bedeckt. Mit anderen Worten, mehr als 83% der bewohnbaren Erdoberfläche sind vom Menschen weder besiedelt, noch werden sie als Ackerland genutzt.

    Z.Z. leben ca. 6 Mrd. Menschen auf der Erde. Böte man jedem nur 113 m2 Raum, so hätten sie alle in einem einzigen US-Bundesstaat, nämlich in Texas Platz, der mit 680.755 km2 fast doppelt so groß ist wie die BRD. Wenn man die einzelnen Menschen aller Altersstufen nun in Drei-personenhaushalte zusammenfaßt, könnte man für jeden Haushalt ein Haus von 102 m2 Wohnfläche errichten und mit der frei werdenden Fläche würden Städteplaner Freiräume für eine Infrastruktur, für Ver- und Entsorgungseinrichtungen. Sie bräuchten höchsten zweigeschossige Häuser zu errichten und Texas wäre eine riesige Stadt, eine Megapolis, und kein Mensch wäre da, die Felder in der Ukraine, in Australien, Europa, Afrika, den USA, Kanada und Lateinamerika zu bearbeiten, sie alle würden in Texas wohnen.

    Vergl. dazu Roland Rösler „Familienplanung – die Mär v.d. Bevölkerungsexplosion“ ;
    sein Buch von 1989 „Der Menschen Zahl“

    Und was soll der Hinweis auf’s Öl?

    Denn seit der „Club of Rome“ schon in den 90ern des vergangenen Jahrhunderts, in seinem von jeglicher wissenschaftlicher Kompetenz befreiten Buch „Die Grenzen des Wachstums“, mit derlei „Drohungen“ Schiffbruch erlitt, wird die Phrase von der „Endlichkeit der Ressourcen“, hier Erdöl mit einer beständigen Regelmäßigkeit wieder und wieder hochgewürgt.

    Dazu wäre festzuhalten: es war ein gewisser M. King Hubbert (1903-89), welcher schon 1956 in einem Aufsatz (Nuclear Energy and Fossil Fuels in: Drilling and Prodution Practice, Washington, American Petroleum Institute, S. 7-25), so etwas wie „peak oil“, d.h. den Wendepunkt der Ölförderung, richtig für das Jahr 1970 vorhergesagt hatte.

    Das betraf aber ausschließlich die USA und lag nicht an den natürlichen Ölvorkommen der USA, sondern daran, daß die Regierung diese Ölvorkommen in den USA aus strategischen Gründen als Reserve betrachtete und nicht weiter angreifen wollte! (Böse Zungen sprechen bei derartigen Vorkommnissen auch schon mal von Manipulationen des sogen. „freien Marktes“.)

    Für den Rest der Welt stimmten Hubberts Ankündigungen auf der ganzen Linie nicht; so sollte für Libyen der Rückgang der Ölproduktion schon 1970 eintreten; im Iran 1974; in Rumänien 1976; in Brunei 1979; in Rußland 1987… usw. Doch wieviel Öl tatsächlich in der Erdkruste verborgen ist, weiß bisher niemand so recht. Hierzu sehr aufschlußreich Biosphäre der heißen Tiefen & „Mit der Ölwaffe zur Weltmacht“ oder gleich bei Autor William Engdahl

    Schon lange vor Hubbert, nämlich 1933, hatte Erich Zimmermann (1888-1961, World Resources and Industries, New York, Harper & Brothers) diese Denkweise ebenfalls sehr einfach und grundlegend widerlegt. Es gebe keine natürlichen Rohstoffe sagte er:

    „Rohstoffe sind eine recht dynamische, funktionale Vorstellung. Es gibt sie nicht, sie werden. Sie ergeben sich aus dem dreieinigen Zusammenwirken von Natur, Mensch und Kultur. Die Natur setzt zwar Grenzen, aber der Mensch und seine Kultur sind weitgehend für den Anteil an der physikalischen Totalität verantwortlich, die dem Menschen verfügbar ist.“

    Kurz gesagt: „Wissen ist die Mutter aller Ressourcen“. Nicht nur macht erst das Wissen um die Verwendbarkeit bestimmter Stoffe diese zu Rohstoffen, auch die Technik des Zugriffs auf sie bestimmt, wie viel davon zur Verfügung stehen. Unsere geldorientierte Zeit verkürzt diese Einsicht auf den Preis: die Höhe des Rohstoffpreises bestimmt den Umfang der verfügbaren Vorräte. Und selbst eine wahrhafte EU-Energie-Kommissarin, Loyola de Palacio, erklärte im Mai 2004 in Brüssel vor versammelter Medien-Meute:
    „Es handelt sich um eine Spekulationsblase … Es gibt keine echte Verknappung auf den Märkten. Das ist die Wirklichkeit.“

    Wie mit dem Erdöl, dürfte es bei allem anderen sein. Um sich einmal über die Dimensionen klar zu werden um die es hier geht und für jeden, der noch über ein gewisses Maß an Vorstellungskraft verfügt, als Vorgabe: der mittlere Erddurchmesser beträgt ca. 12.735 Km.

    Das tiefste Bohrloch befindet sich mit über 12 Km in Russland; das, was einmal die „tiefste Bohrung“ werden sollte, wurde bei etwas über 10 Km in der Oberpfalz abgebrochen. Nachweislich graben die Menschen überall auf den 149.000.000 Km2 Fläche der Erde punktuell nach allerlei Mineralien; in Südafrika hat man sich dabei so um die 4 Km eingeschaufelt.

    Man zeichne mit einem Zirkel einen Kreis mit Radius 6,4 cm auf ein Blatt Papier und erhält folglich einen 12,8 cm Kreisdurchmesser. Die Linie die ihn umschreibt, dürfte im Verhältnis um ein mehrfaches dicker sein, als es menschliche Buddelei vermochte in die Erdkruste vorzudringen!

    Ergo: was dort alles noch auf Entdeckung wartet, enthält sich noch anthropogener Schaffenskraft!

    In Ermangelung grundschultauglicher Utensilien tut’s auch eine handelsübliche Salat-Zwiebel. Die oberste braune Schale dürfte dem Vergleich nahe kommen.

    Ich hoffe geholfen zu haben…

    Zyniker

    Dienstag, 27 Januar, 2009 at 15:02

  28. Hallo Jupp,

    bei einer Gesamtfläche der BRD von 357.000 quadratkilometern und einer Bevölkerung von ca. 82.000.000 Einwohnern verbleibt für jeden Menschen eine Fläche von ca. 4.353 quadratmetern.

    Selbst wenn Sie die gesamte Weltbevölkerung von ca. 6.750.000.000 in Deutschland verteilen, bleiben jedem Menschen immer noch ca. 52 qm.

    Grüße
    Alexander

    Alexander

    Dienstag, 27 Januar, 2009 at 15:35

  29. @Alexander

    Ständig bringen Fernsehen und Illustrierte Bilder von wimmelnden Menschenmassen, Großstädte wie New York, Rio oder Hongkong zur Rush hour, oder sinnige Collagen, wie eine halb aufgerollte Sardinenbüchse, in der dichtgedrängt Menschen stehen, wie auf einem Geo-Titelblatt(1989). Wenn wir es so extrem betreiben wie seinerzeit „GEO“, benötigt aber weder Computer noch Taschenrechner, um folgendes auszurechnen:

    drängt man die gesamte heute lebende Menschheit, 6,75 Milliarden(s.o.) so eng wie dort dargestellt aneinander, würde die Fläche einer einzigen großen Stadt von 1.000 km2 ausreichen, um alle Menschen aufzunehmen!

    Zum Vergleich: Berlin hat eine Fläche von knapp 900 km2!

    <|:-)

    Zyniker

    Dienstag, 27 Januar, 2009 at 16:25

  30. „drängt man die gesamte heute lebende Menschheit, 6,75 Milliarden(s.o.) so eng wie dort dargestellt aneinander, würde die Fläche einer einzigen großen Stadt von 1.000 km2 ausreichen, um alle Menschen aufzunehmen! … Zum Vergleich: Berlin hat eine Fläche von knapp 900 km2!“

    Ich glaube, das ist so nicht zulässig. Der CO2-Ausstoß aller 6,75 Milliarden Menschen ist für die Berliner Umweltzone zu hoch. Schon die Durchführung des Berlinmarathons in der Umweltzoine ist fragwürdig, weil er eine Verdopplung des CO2 Ausstoßes von über 40.000 Läufern mit sich bringt. Habe die lokale Emission von C02, die 6,75 Mrd. Menschen hinterlassen mal überschlagen ….
    Ich rechne mit einer lokalen Erwärmung, die aus dem Weltall als Supernova wahrgenommen würde.

    Außerdem stinkt es.

    ;)

    Simon Grünland

    Dienstag, 27 Januar, 2009 at 17:11

  31. Da bin ich aber baff. Also alles kein Resourcenproblem. Die Erde hat noch Platz für viel mehr Menschen. Aufgrund der fast unendlichen Größe der Erdkugel sind alle Resourcen unerschöpflich und können ausgebeutet werden. Ok, ich bin bekehrt, ihr habt wie immer Recht und alle Wissenschaftler liegen falsch.

    Tschüss, und eine schöne Zukunft auf euren Maschinenplaneten (Terminator III – Da will ich auch leben).

    Jupp

    Dienstag, 27 Januar, 2009 at 18:47

  32. Sie mal die Fläche der Bundesrepublik bezogen auf die Anzahl der Bewohner. Dann sind wir mit Sicherheit nicht unterbevölkert.

    Die BRD ist wohl als Staat, von Kleinstaaten und Niederlande ausgenommen, einer der dicht besiedelten Staaten in Europa. Weitere westliche Staaten folgen. Aber die Vergreisen und viele machen sich Sorgen um ihr Rentensystem. Russland hat so viele Einwohner wie Japan. Also auf „Go East“.

    peper

    Mittwoch, 28 Januar, 2009 at 09:36

  33. Und? Welche Methoden haben oder entwickeln Sie?

    Keine! Ich sehe es anders. Aber genug von mir, Sie sprachen es an, Sie sehen das Problem. Ich gab Ihnen dann nur den Hinweis, wo Sie am besten anfangen sollen und wo es völlig überflüssig ist.

    peper

    Mittwoch, 28 Januar, 2009 at 09:45

  34. Macht das Wetter an den Grenzen Europas halt?
    Hä? Haben Sie schon vom WETTER angst? Ich schon schlimm genug, dass Warmduscher vor bisschen Wärme angst haben, jetzt haben die sogar vom Wetter angst.

    peper

    Mittwoch, 28 Januar, 2009 at 10:13

  35. Pardon:

    Macht das Wetter an den Grenzen Europas halt?

    peper

    Mittwoch, 28 Januar, 2009 at 10:14

  36. Hallo Pepper, angst schreibt man groß, also so: Angst.
    Vor den Folgen sollten auch Kaltduscher Angst haben. Aber die Ängste der „Klimaskeptiker“ sind menschlich und verständlich. Man hat einen bestimmten Lebensstandard, fliegt 3x im Jahr in den Urlaub, hat zwei oder drei PS Turbos daheim und kennt in Wien ein lauschiges Cafe, zu dem man gerne mal eine Spritztour macht. Dann kommen da die bösen Ökos, Puritaner und Klimafanatiker und machen einen den hart erarbeiteten Lebensstandard streitig. Das treibt einen den Angstschweiß auf die Stirn. Aber es kann nicht sein, was nicht sein darf, und so reimt man sich pseudowissenschaftlich Argumente, – mehr zur Untermauerung seiner eigenen Ansichten -, zusammen, baut diese in sein Weltbild ein und personalisiert dieses. Psychologisch voll verständlich, ein Modell, welches beim Auftreten bedrohlicher Situationen meistens so abläuft: Abwehrhaltung, Verdrängung und Leugnung, Apathie und manchmal in der letzten Stufe Akzeptanz mit der Situation.
    Die Vehemenz, mit der „Klimaskeptiker“ ihre Modelle verteidigen, läßt darauf schliessen, dass es in der Tat im Lebensumfeld der Individuen viel zu verlieren gibt. Aber es kommt noch dicker: Der Klimawandel ist ein langsamer Prozess, dessen Auswirkungen womöglich erst in Jahrzehnten, -dann aber unumkehrbar -, ins Bewußtsein der Menschen tritt. Bedrohlicher für die Beibehaltung des „Ist und Jetzt“ ist jedoch die aktuelle Wirtschaftkrise, die Deflation, die kommende Hyperinflation und der zu erwartende Zusammenbruch des Weltwährungssystems. Sie glauben es nicht? Dann lesen sie mal renommierte Medien (FAZ, FTD, Handelsblatt …). Dies wird Ihr geliebtes und gewohntes Lebensumfeld drastisch ändern, und zwar ziemlich bald. Ihren Lebensstandard werden Sie dann nicht mehr halten können.

    Jupp

    Donnerstag, 29 Januar, 2009 at 10:56

  37. Lieber Jupp,
    so einfach ist die Welt nicht: „Man hat einen bestimmten Lebensstandard, fliegt 3x im Jahr in den Urlaub, hat zwei oder drei PS Turbos daheim und kennt in Wien ein lauschiges Cafe, zu dem man gerne mal eine Spritztour macht.“ Ich kenne viele Leute die sehr gut verdienen (und ober die Steuern sehr viel mehr Umweltschutz finanzieren als andere) und extrem energiebewußt leben. Die biblische Nummer: „Esst weniger Rindfleisch, sonst kommt ne Sintflut!“ greift hier wie beim überwiegenden Teil der Menschheit nicht, weil immer mehr Leute erkennen, dass das nicht so ist. Auch Al Gore ist nicht so dick geworden, weil er die Luft anhält, um kein CO2 auszustoßen.
    Aber: Man darf dem brasilianischen Bauern, der durch die Biospritnummer angeregt wird, Regenwald zu roden, das nicht nicht vorwerfen, weil er sonst verhungert. Schuld ist da Erzengel Gabriel.

    Wenn Du wissen willst, warum die Globale Erwärmung kaum mehr so genannt wird:
    http://www.frank-wettert.de/globale-erwaermung-oder-doch-globale-abkuehlung/

    Grüße
    Simon

    Simon Grünland

    Donnerstag, 29 Januar, 2009 at 14:41

  38. #JUPP
    (Sorry Müller, is leider off topic)

    Jooo, so stell ich mit das Rot/Grüne Weltbild eines eingefleischten Öko-Latschenträgers vor. 82 Millionen Deutsche wollen sich einfach nich von ihren Porsche oder Benz trennen und missachten deshalb die Warnung vor der verglühenden Erde…..gehts noch????

    Realität in Deutschland…..offiziell knapp 4 Mill. Arbeitslose, zig Mill. Hartz 4 Empfänger, zig Mill. Rentner die nur Mindestrente beziehen, zig Mill. Menschen die trotz Arbeit kaum über die Armutsgrenze kommen…..und ein paar Superreiche die sich alles leisten können.
    Dazwischen hängen noch diverse Berufsbeamte (Hauptwählerpotential der Grünen) die gesicherte Gehälter und anschließend fette Pansionen haben, die vor lauter langeweile ihre esotherischen Gefühle gegenüber Gaia pflegen und uns Otto-Normal nich mal den Urlaub auf Malle gönnen.

    Ne mein Freund, Menschen die am Existenzminimum leben interessiert doch der Klimawandel nich die Bohne, die sind schon froh wenn sie sich und ihre Kinder übern Monat kriegen und dessen Urlaub ausschließlich auf den eigenen Balkon stattfindet.

    Aber es is doch toll als Roter seine gesellschaftskritische Einheitsbrei-Meinung den Skeptiker an den Kopp zu hauen, da fühlt man sich doch gleich moralisch wertvoll uns gegenüber, gelle.
    Am besten noch Student in einem Psycho/Pädalog/Geschichts/Politstudium, da lernt man ja Dank alt 68ér Lehrpersonals richtig toll das Blödquatschen, gelle.
    Geh mal 40 Stunden die Woche, völlig unterbezahlt arbeiten bis das dir der Schweiß im Gesicht steht, dann quatschen wir noch mal über den angebliche menschlichen Anteil am Klimawandel.

    Wenn es ein Herr R. aus P. schon nötig hat mit „eigenartigen“ Kurven die Panik zu schüren, dann steht es um die Klimaangstverbreiter wirklich schlimm. Auf zum letzten Rückzugsgefecht, sind ja nu schon 1000 Jahre wo wir nix mehr ändern können, wenn es nich so traurig und teuer wäre könnte ich mich totlachen.

    Habe die Ehre, und grüß Deine Genosssen recht schön von mir.

    Den Sozialismus in seinen Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf.

    Rot Front, Genosse

    Energie-Ossi

    Donnerstag, 29 Januar, 2009 at 15:54

  39. @Jupp
    Nachdem sich unter #58 – mangels Argumenten – nur der kleine trotzige Realitätsverdränger offenbarte, geht’s jetzt wohl nur noch mit Übertreibungen?(…fliegt 3x im Jahr in den Urlaub, hat zwei oder drei PS Turbos daheim und kennt in Wien ein lauschiges Cafe, zu dem man gerne mal eine Spritztour macht.)

    Die psychologische Nummer zieht aber noch weniger, da auch hier die Realität(gleichbleibende bis fallende Temperaturen bei steigendem CO2) den klimamodellierten Blick in die Glaskugel(ständig zunehmende Temperaturen) eingeholt hat. Und wo wir schon mal dabei sind: der DWD bestätigt mir die 14°C „Weltdurchschnittstemperatur“(so jemand daran glaubt?) des von der WMO zur 3. Klimanormalperiode erhobenen Zeitraums 1961-1990.
    Unbeeindruckt davon läßt BUM Gabriel verkünden:

    „Ohne die Treibhausgase wäre es auf der Erde bitterkalt. So aber herrscht bei uns eine konstante Temperatur von 15 Grad Celsius.“

    Zu Schluß wird noch alles mögliche zu einer Bedrohung verwurstet. Hauptsache man hat irgendwas entgegnet! Hierbei wird aber auch deutlich, daß ausgerechnet derjenige der es empfahl, sich zwecks Untersuchung auf die berühmte Couch legen sollte! Denn wer zwecks Unterschied den Vergleich „Klimawandel vs. Wirtschafts.- Bankenkrise“ ins Feld führt, dem sollte wenigstens aus seinem erwähnten Lesezirkel der Artikel des „Handelsblatt“ in Erinnerung sein – und man beachte mal das Datum –, wo bereits in 2003 der Vorschlag zu einer „Bad Bank“ vermeldet wurde! Der kam von… na,… Aber lest selbst!

    Im Übrigen begann der schleichende Prozeß zum weltwirtschaftlichen Niedergang mit Alan Greenspan 1987, als dieser die größte Privatbank der Welt übernahm. Fast ein Jahr zuvor trommelt man in BRD Journalisten zusammen, um die Mär vom „Klimawandel“ zu lancieren. Und als der noch nicht so richtig in Schwung war äußerte ein gewisser Dr. Richard Sandor gegenüber dem „Wall Street Journal“ 1992:

    „Luft und Wasser sind nicht mehr die freien Güter, wie sie in der Wirtschaft einmal als gegeben galten. Sie müssen als Eigentumsrechte neu definiert werden, damit sie effizient zugeteilt werden können.“

    Neben anderen Tätigkeiten war er Gründer und Vorsitzende der „Chicago Climate Exchange“ und ein guter Kumpel von Al Gore; letzter hat, bevor er so massiv die Werbetrommel zum sog. „Climate Change“ rührte, seinen eigenen Generation Investment Fund gegründet, der massiv im CO2-Emissions-Zertifikathandel tätig ist.

    Und bevor das hier „off topic“ ausartet, noch was zu den „Prognosen“ einiger selbsternannter „Klima-Spezialisten“.

    Den „Klimawandel“ zwecks Abzocker-Zertifikate sahen sie schon; die Schatten der kreisenden Pleite-Geier nicht! ;-)

    I.d.S.

    Zyniker

    Donnerstag, 29 Januar, 2009 at 17:34

  40. Ihren Lebensstandard werden Sie dann nicht mehr halten können.

    Doch! Daran sehe ich keine Probleme. Sie kennen ja den Spruch, wo Geld ist… Und selbstverständlich verdiene ich auch ein goldenes Näschen bei Leute die Angst vorm Wetter oder vor Wärme haben. Ich setzte nie auf ein Pferd. Ich bin sogar so teuflisch und gebe den Ideologisierten das, was ihrer Ideologie auch wünscht. Dann komm ich mit vielen Artikeln aus dem schönen sonnigen Prospekte. Da kenn ich nix. Wie jeder will. Eine Diskussion mit denen ergäbe auch einen zu schlechten Stundenlohn. Zum Glück steht ja auch jeden Morgen ein naiver Weltretter auf und kommt zu mir ins Büro. Und noch teuflischer werde ich, wenn ein sehr kluger Mensch vor mir sitzt und von mir wissen möchte, wie er mit wenig Mitteln viel Sparen kann. Das ist in der Regel voll klimaschädlich. Ob Sie es glauben oder nicht, noch nie konnte so jemand ein preiswerteres Angebot finden. Der Clou daran, sogar zukunftssicher dank den Paranoias von euch. Eine schlichte Tatsache. Und wenn ihr es zu übertreibt, dass man in der Zukunft sein Lebensstandard in der EU verliert – Was juckt mich das? Ich haue dann ab. Irgendwohin, die Welt ist groß und Dank mein Konto und den vielen goldischen Barren bin ich auch fast überall willkommen. Ich folge einfach der von euch flüchtenden Industrie. Also mit „Go East“ habe ich weniger Probleme als Sie. Da gibt es schöne Ecken. Wien kenne ich übrigens nicht, mein Kaffee trinke ich am Wochenende am liebsten in Paris oder Rom. Natürlich aber am allerliebstem Zuhause, wo ich ein Blick in den Wald habe und ein Bach durch mein Grundstück plätschert. Jetzt im Winter sind nachts sogar viele Wildtiere zu sehen. Anscheinend lieben sie es, wenn ich auf dem Flügel Canon spiele;.) In D-Dur versteht sich. Aus irgendeinem Grund fahr ich momentan auf dieses Stück voll ab. Leider ist aber auch meine Arbeit zu zeitintensiv, dass ich jeden Tag eigentlich arbeite und Paris und Rom immer seltener besuchen kann. Na ja, dafür sind dann mehr Fernreisen drin.
    Desweiteren haben Sie auch recht, die meisten Zeitungen lese ich nur via Internet sehr oberflächlich. Was aber Naturwissenschaft und Ingenieurkunst angeht, kann man sie auch NICHT ernsthaft empfehlen. Meistens empfinde ich diese Artikel auch nur peinlich. Offensichtliche Meinungsmacherei für den dummen Pöbel. Die fallen ja auch immer wieder darauf rein. Die glauben i.d.R. noch einem Herr Prof. Dr. Sowieso, selbst wenn er schon zuvor x-mal danebengegriffen hatte. Manche hatten sogar nie recht und werden trotzdem WISSENschaftler genannt. Anderseits beneidenswert, weil so viele Fehler kann ich mir nicht erlauben. Je nachdem kann schon einer mir sehr teuer zu stehen kommen. Wieso wollten Sie eigentlich soviel von mir wissen? Wollen Sie mich heiraten? Tut mir leid, ich bin schon glücklich vergeben. Auch so ne vorbildliche Ehe. Treu, verliebt, kümmern uns um unsere Beziehung und um unser Kind, das bisher überall als Klassenbester auffiel.
    In einem Punkt haben Sie aber völlig unrecht: Angst kenne ich nicht. Ich lasse mir auch nicht Angst suggerieren. Sowieso ist mein Nervenkostüm als extrem stabil bekannt. Deswegen werden Sie von mir, im Gegensatz zu ihnen, keine panische Angstanfälle (erstrecht nicht größenwahnsinnig um die ganze Welt) entnehmen können.
    Mag sein, dass das was ich über mich schrieb ihnen zu verlogen erscheint. Ist mir aber egal, es ist so.

    peper

    Donnerstag, 29 Januar, 2009 at 20:09

  41. @Jupp
    #Aber die Ängste der “Klimaskeptiker” sind menschlich und verständlich#
    Welcher Gegner der AGW Wahnidee hat Ängste ?
    Ich „kenne“ eigntlich nur die Ängste der Klimahysteriker, es könnte kaum meßbare 0,4 oder was auch immer da hinter dem Komma steht wärmer werden.
    Welche Idiotie ?!

    Abgesehen davon, daß es alles andere als wärmer wird, es tendiert eher zu kälter, trotz CO2, „dank“ Sonne, brauchen wir viel weniger Energie, wenn es wärmer wird.
    Nun hat die zwar nicx mit Klimawandel zu tun, stimmt, ist aber immer „Hysterikers“ Argument wg. CO2 Abbau.
    Was wollt Ihr Hysteriker eigentlich ?
    Kälter, weniger Energie, kein CO2, keine Industrie, keine Glühbirnen, keine elekrischen Zahnbürsten ( Dentistenlobby !!!! war aktiv !!)…..

    krishnag

    Donnerstag, 29 Januar, 2009 at 21:06

  42. Zitat:
    „Habe die Ehre, und grüß Deine Genosssen recht schön von mir.
    Den Sozialismus in seinen Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf.
    Rot Front, Genosse“

    Euch Ossis hat der Marx das Hirn verbrettert, dumpfer geht’s nicht. Armes Deutschland.
    Zu meiner Wenigkeit, ich bin 48, Physiker und in der Automobilindustrie in der Forschung Elektroantriebe tätig. Zudem komme ich aus Bayern und bin, was denn sonst, Mitglied der CSU. Au, jetzt krieg ich aber von euch Ossis Watsch’n. Leider kann ich nicht Schuaplattln und habe auch keine Lederhosen. Wenn’s noch mehr sein darf, kann ich auch den Lebenslauf oder meine Webseite posten, nur um falsche Mutmaßungen hier zu widerlegen. Was die Heiratsanträge in diesem Forum anbelangt, bin auch ich verheiratet und habe 2 Kinder.
    Aber trotz allem, super Forum hier und lauter intelligente Leute. Macht echt Spaß zu diskutieren.

    Jupp

    Donnerstag, 29 Januar, 2009 at 21:39

  43. @All

    Cool down. Die Streitereien führen hier nicht weiter.

    Müller

    Donnerstag, 29 Januar, 2009 at 22:25

  44. Nur so nebenbei. Wenn Sie einen Neuwagen anmelden, fällt der Wert. Bei mir steigt er.

    peper

    Freitag, 30 Januar, 2009 at 08:31

  45. Forschung Elektroantriebe tätig.

    Hehe, dann haben Sie ja noch genug Probleme, die Sie lösen müssen, damit das auch irgendwie konkurrenzfähig sein kann. Dann mach. Ich warte.

    Macht echt Spaß zu diskutieren.

    Mir weniger, ich steh‘ mehr auf sachliche Gespräche. Ist aber mit Hyper erfahrungsgemäß weniger möglich.

    peper

    Freitag, 30 Januar, 2009 at 08:45

  46. Nochmal so nebenbei

    Aufgrund der fast unendlichen Größe der Erdkugel sind alle Resourcen unerschöpflich und können ausgebeutet werden.

    So einen Satz von einem Physiker zu lesen tut schon weh. Nicht das ich abstreiten wolle, diverse Ressourcen könnten irgendwann in der Zukunft rar werden, aber ALLE Ressourcen ist naturwissenschaftlich unmöglich. Ein Beispiel brachte auch der Club of Rome. Gold würde leer werden. Sowas ist ein schlechter Witz, aber keine Wissenschaft. Gilt für alle Metalle. Wasser ist nicht nur reichlich vorhanden, sondern stellt die regenerative Ressource schlechthin da. Dafür muss nur die Sonne scheinen. Was auch nicht bedeuten soll, dass Wasser lokal nie rar werden könne. Aber global bleibt das ein Unding. Usw. usf.

    peper

    Freitag, 30 Januar, 2009 at 09:55

  47. @Peper

    Nicht das ich abstreiten wolle, diverse Ressourcen könnten irgendwann in der Zukunft rar werden, aber ALLE Ressourcen ist naturwissenschaftlich unmöglich.

    Gut, genau da wollte ich hin. Die Erde ist ein abgeschlossenes System. Außer Licht, Wärme und ein paar Tonnen Nickel kommt vom unendlichen Weltall nichts rein. (Neutrinos, Protonen vom Sonnenwind und den Rest des Elementarteilchenzoos mal ausgeschlossen.) Das heißt also, Wasser, Luft, fossile Energieträger, mineralische Resourcen sind also begrenzt, was wiederum bedeutet, dass man Haushalten muß. (Dieses Prinzip wendet die Natur schon seit Jahrmilliarden an!) Eine wachsende Zahl von Menschen bedeutet mehr Konsumenten und damit eine höhere Entnahme der Resourcen, was letztendlich die Resourcen irgendwann einmal erschöpfen wird, es sei denn, man kommt in einen Balancezustand. Beispiel: Luftsauerstoff – Verbrennungsprozesse verbrauchen Luftsauerstoff – pflanzliche Biomasse liefert diesen nach. Wenn man entweder die Verbrennungsprozesse steigert und/oder pflanzliche Biomasse reduziert (Urwälder abholzt, Landschaften betoniert und über den Klimawandel desertifiziert (Wüstenbildung), dann stimmt das Gleichgewicht nicht mehr. Der Anteil Luftsauerstoff beträgt ca. 21%, ein Abfall auf 14% würde die Überlebensfähigkeit unserer Art stark einschränken. Momentan ist die Entnahme höher als die Produktion, so dass dieser Zustand in 20000-40000 Jahren eintreten könnte.
    Abgeschlossenene Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass exponentielles Wachstum nur bis zu einem bestimmten Grad möglich ist. Exponentielles Wachstum ist z.B. ein Wirtschaftwachstum von 2% jährlich, d.h. die Zunahme (zinseszinseffekt) pro Zeiteinheit wird immer schneller. Mit mathematischer Sicherheit bricht das exponentielle Wachstum unter seiner eigenen Last zusammen.
    Interessanterweise deckt sich die Kurve des (exponentiellen) Bevölkerungswachstums mit der Kurve der Ölförderung, was bedeutet, dass die heutige Populationsdichte direkt von der verfügbaren Energie abhängt. Die Erdölvorräte gehen zur Neige, das Fördermaximum scheint überschritten zu sein. Die Frage ist dann, ob es gelingt, alternative Energien bereitzustellen oder den Energieverbrauch einzuschränken (, was nicht unbedingt einem Verlust der Lebensqualität gleichkommt). Heute werden täglich ca. 90Mio Barrel, also 14 220 000 000 (14.2Mrd) Liter Öl gefördert und weitestgehend verbrannt. Ein Kohlenstoffatom bindet 2 Sauerstoffatome. Zudem entstehen bei der Verbrennung jede Menge polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Schwefeloxide, nitrose Gase und Kohlenmonoxidverbindungen. Da das natürliche Luftvolumen der Erdatmosphere beschränkt ist, bedeutet diese Beimischung eine Änderung der Atmospherenchemie, wobei sich maßgeblich z.B. Absorptionsverhalten über das gesamte Wellenlängenspektrum, die Wärmespeicherfähigkeit, dynamische horizontale und vertikale Strömungen und das Sättigungsverhalten für z.B. Wasserdampf ändern können. Komplexe Systeme sind gegenüber kleinen Änderungen oft invariant, d.h. sie puffern Änderungen weg, so dass das System stabil bleibt. Ab einem gewissen Schwellwert machen diese dann aber eine Zustandsänderung, d.h. das System reagiert auf die Einflüsse und stellt ein neues Gleichgewicht her. Beispiele aus der Mathematik /Elektrotechnik sind Regelsysteme. Unter dem Einfluß von äußeren Störgrößen versucht ein Regler, einen z.B. Sollwert beizubehalten. Dies schafft er aber nur, wenn die Störgröße nicht zu groß wird. Im Prinzip läßt sich die Welt als ein inhomogenes, nichtlineares, unendlichdimensionales gekoppeltes Differentialgleichungssystem beschreiben. Für einen Regler bedeutet dies dann, dass unendlich viele Stellschrauben miteinander verkoppelt sind und sich gegenseitig beeinflussen. Dies macht eine Prediktion von Klimaeinflüssen so schwierig. Auch wenn diese nicht mit absoluter Genauigkeit vorhergesagt werden können, so muß man sagen, dass die Menschheit zur Zeit ein Experiment mit ungewissen Ausganggang gestartet hat, von dem man aber auf jeden Fall sagen kann, dass menschliche Einflüsse dieses Experiment maßgeblich mitbestimmen.

    Jupp

    Freitag, 30 Januar, 2009 at 12:48

  48. Sauerstoffmangel ist völlig übertrieben. Es gibt diverse Hochrechnungen, die ergaben, dass wenn wir „schlagartig“ alle bekannten CH-Ressourcen verbrennen würden, der CO2-Konzentration der Luft von rund 400 auf rund 1000ppm steigen würde. In Prozent für den Vergleich zu Sauerstoff: ~0,1%. Sie können zwar nun mit „bekannten“ erwidern, darauf erwidere ich dann mit „schlagartig“. Das können wir nämlich nicht.
    Es gibt auch diverse Prognosen für die Sauerstoff-Konzentration, die alle gegenüber der realen gemessenen Werte für die Verifikation der Hypothesen weit drunter/daneben lagen. O2 reduzierte sich zwar, aber sehr, sehr langsam. Und immer langsamer als bisher gedacht. Eine Senkung auf 14% der O2-Konzentration ist eine für den Mensch nicht zu bewerkstelligen Aufgabe. Eine Mammutsaufgabe ohne Beispiel. Wir bräuchten Jahrtausende.

    Probleme gibt es hierbei zuhauf. Die grüne Lunge der Erde ist eigentlich nicht der Amazonas wie viele denken, sondern der grüne Gürtel in den nördlichen Breitengraden. Quasi von der Beringstraße bis zur Beringstraße. Desweiteren die fast unbekannten 70% der Erde: Die Ozeane. Plankton, Wasserpflanzen etc., sind ebenso sehr wichtige o2-Emittianten. Bedeutet Abholzung des Amazonas gleich auch Wüstenbildung? Habe ich bisher noch nie davon gehört. Es sollen wieder Pflanzen nachwachsen. Nach einem Prospekt der Forstwirtschaft sollen Bäume ab ein gewisses Alter weniger C binden, O2 produzieren als jüngere Bäume. Wenn das stimmt, könnte ein wie in Deutschland forstwirtschaftlich betriebener Wald sogar mehr O2 produzieren als ein wilder Amazonas. Zugleich ist der Amazonas für seinen hohen Methanausstoß bekannt, dass ebenfalls reduziert werden würde. Also alles im allem eine extrem komplexes Unterfangen mit viele Fragen.

    Wie auch immer, eine gefährliche Reduktion des gewaltigen Vorkommens des O2 ist bisher nicht zu erkennen. Daher auch keine großen Pressemeldungen.

    Wasserknappheit ist und war immer eine lokale Angelegenheit. In Deutschland hat sie nichts zu suchen. Völlig diametral. Die Bevölkerung benötigt etwa 3% der bekannten, durchschnittlich jährlich vorhandenen Reservoiren: Grundwasser, Seen etc. Und weniger als 1% des jährlichen Niederschlags. Wasser kann man auch für zukünftige Generationen nicht aufsparen. In Spanien sieht es in den südlichen Regionen trockner aus. Die Verbrennungstechnik selbst erzeugt zuvor nicht vorhandenes H20. O aus der Luft, das H aus den fossilen Brennstoffen. In der Regel weniger als CO2. Erdgeschichtliche Rekonstruktionen ergaben auch immer nur ein Bild: In den Eiszeiten vergrößerten sich die Savannen-, Steppen- und Wüstengebiete. In den Warmphasen verkleinerten sie sich und der Meeresspiegel stieg.
    http://www.uni-stuttgart.de/wechselwirkungen/ww2002/bluemel.pdf

    Das mit der Differenzialgleichung sehe ich ähnlich. Allerdings bleibt eine Aufgabe mit mehr als drei Unbekannten eben eine unlösbare Aufgabe. Die Variablen oder Bedingungen kann man ändern wie man will, dass Ergebnis bleibt: Ein Experiment ins ungewisse. Selbst also, wenn wir Ihnen folgen würden. Für mich eine banale Feststellung.
    Überbevölkerung ist, wie angedeutet, immer zuerst eine lokale Angelegenheit. Die Regierung Chinas ist der Meinung, dass es zu viele Mitbürger gibt und hat dagegen reagiert. Die westlichen Länder haben eine negative Geburtsrate, warum sollen sie reagieren? Indien boomt es m.W. am Meisten. U.a. auch in Philippinen. Wenn sie es zu übertreiben, werden andere Staaten mit Sicherheit den Fehler nicht völlig auskompensieren wollen. Bei ihren Angaben entstehen viele Fragen. Warum muss das globale Geburtssystem so exponentiell steigen? Warum keine Annahmen von Gegenmaßnahmen, Kriege etc.? Gibt es wie dafür einen systematischen Grund? Sind eigentlich 10-Milliarden zu viel für die Erde? Der Kalorienverbrauch der heute lebenden Ameisen soll 30-Milliarden Menschen betragen. Und dank des Fortschritts benötigten Menschen, obwohl sie sich Verdoppelt hatten nur 10% mehr Agrarfläche.

    Öl wird irgendwann alle sein. Es besteht nur die Frage wann. Ob ist unvermeidbar. Es besteht auch kein Grund es links liegen zu lassen und werden alle Menschen auch nie. Viel zu leicht zugewinnen, mit Destillation viel zu einfach zu veredeln, viel zu hohe Energiedichte. Etc.

    peper

    Samstag, 31 Januar, 2009 at 12:08

  49. @Peper
    „Öl wird irgendwann alle sein. Es besteht nur die Frage wann. Ob ist unvermeidbar.“

    Nicht einmal das ist sicher:

    http://diepresse.com/home/techscience/wissenschaft/360079/index.do

    „Eine Senkung auf 14% der O2-Konzentration ist eine für den Mensch nicht zu bewerkstelligen Aufgabe. Eine Mammutsaufgabe ohne Beispiel. Wir bräuchten Jahrtausende.“
    Geht schon deshalb nicht, weil wir unter ca. 18% Sauerstoffanteil ersticken. Aber das wäre doch aus ökologistischer Sicht wünschenswert, denn jeder Mensch ist ja ein fieser Klimaschädling.

    Liberaler

    Samstag, 31 Januar, 2009 at 13:06


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