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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Archive for Januar 2009

Kommt der sibirische Winter zurück zu uns?

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Mit dem Polarwirbel fängt alles an

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Droht uns im Februar etwa ein krasser Kälteeinbruch? Die Vorzeichen für diese Annahme verdichten sich langsam. Rund 13 Kilometer über der Arktis liegt einer der weißen Flecken auf der Landkarte meteorologischen Wissens. Dort in der Stratosphäre tobt im Winter eigentlich ein gewaltiger permanenter Sturm mit bis 300 Stundenkilometern. Ein Sturmring um die Erdachse, der Polarwirbel. Was das mit sibirischer Kälte zu tun hat? Einiges!

Der Wettermotor ist defekt

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Anlage: Februarprognose der NOAA

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Samstag, 31 Januar, 2009 at 18:46

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NASA-Klimawissenschaftler James Hansen wird von seinem ehemaligen Vorgesetzten John Theon zurechtgewiesen

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Folgendes Schreiben von John Theon, dem ehemaligen Vorgesetzen von James Hansen, ist am 15.01.2009 an das U.S. Senate Committee on Environment and Public Works (EPW) ergangen.

Betreff: Klimamodelle sind unbrauchbar

Ich kann bejahen, dass ich in Wirklichkeit Hansens Aufsichtskraft war, weil ich seine Finanzierung rechtfertigen, seine Betriebsmittel zuteilen und seine Resultate auswerten musste. Ich hatte jedoch nicht die Ermächtigung, ihm seine jährliche Leistungsbewertung zu erteilen. Hansen wurde nie ein „Maulkorb“ erteilt, obwohl er amtliche Agenturposition der NASA bzgl. der Klimavoraussagen verletzte (d.h., wir wussten nicht genug, um Prognosen zum Klimawandel abgeben zu können oder die Wirkung des Menschen auf den Klimawandel beurteilen zu können). Er brachte folglich die NASA in Verlegenheit, indem er 1988 seine Auffassung bzgl. der globalen Erwärmung vor dem Kongress der USA vortrug. (Siehe Video im Anhang).

Mein eigene Meinung hinsichtlich der anthropogenen Klimaänderung ist, dass die Modelle nicht realistisch das Klimasystem simulieren, weil es viele und wichtige „sub-grid scale“ Prozesse gibt, welche die Modelle entweder schlecht reproduzieren können oder vollständig weglassen. Darüber hinaus haben einige Wissenschaftler die beobachteten Daten manipuliert, um ihre vorbildlichen Resultate zu rechtfertigen. Dabei werden sie weder erklären, wie sie ihre Beobachtungen geändert haben, noch erklären, wie sie es gemacht haben. Sie haben sich erwehrt ihre Arbeit transparent zu machen, um zu verhindern, dass unabhängige Wissenschaftler diese abgleichen können. Das ist konträr zu dem, wie Wissenschaft eigentlich ablaufen sollte. Aus diesem Grund gibt es keine rationale Begründung dafür, Vorhersagen aus Klimamodellen zu nutzen, um politische Zielsetzungen zu treffen.

Weitere Informationen finden sich hier: Link1 Link2

Anlage1: James Hansens Ansprache vor dem US-Kongress aus dem Jahre 1988.

Anlage2: 1988 präsentierte James Hansen vor dem US-Kongress folgende Klimaszenarien. (Szenarien A, B und C). In der Überblendung wird der tatsächlich gemessene Temperaturanstieg bis Ende 2008 gezeigt. Dabei handelt es sich ebenfalls um Messdaten von James Hansen (NASA-GISS, GISTEMP). Wir liegen heute ca. –0,2°C unter den niedrigsten Szenario von Hansen (Szenario C), welches ab den Jahr 2000 drakonische CO2-Reduzierungsmaßnahmen vorgesehen hatte, die aber nie in der Form umgesetzt worden sind. Link

hansen1988

Auch heute noch ist Hansen einer der eindringlichsten Warner vor dem anthropogenen Treibhauseffekt und überbietet sich immer wieder selbst.

Auf der AGU-Tagung in Dezember 2008 erklärte er einen venusartigen „Runaway Greenhouse Effect“ für möglich. Ein sich verselbstständigender Treibhauseffekt, bei dem sich verschiedene Rückkopplungsmechanismen im Klimasystem soweit aufschaukeln, dass es zu weitaus höheren Temperaturen kommt, als bisher angenommen (Venus-Syndrom). Der Vortrag findet sich hier.

UPDATE 31.01.2009
Angriffe auf John Theon

Link1
Link2
Link3

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Donnerstag, 29 Januar, 2009 at 14:20

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Das Sturmtief Klaus kam, aber der Wind über Deutschland und Nordwesteuropa schwächelt

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Am letzten Wochenende tobte das Sturmtief Klaus über Teilen von Spanien und Frankreich und richtetet schwere Schäden an. Den Medienmeldungen zufolge war es der schwerste Sturm seit 10 Jahren. Es stellt sich die Frage: Ist dieses Sturm ein Zeichen des Klimawandels?

Um diese Frage beantworten zu können, werfen wir zunächst einen Blick auf das Wetter und die Januartemperaturen in Westeuropa. Der Januar ist nicht nur in Deutschland bisher vergleichsweise kalt ausgefallen (d.h. zum Referenzwert der Jahre 1961-90) sondern auch in Spanien und Frankreich.

Spanien erlebte den kältesten Winterbeginn der letzten 35 Jahre

Marseille in Südfrankreich ist im Schnee versunken

Heftige Wintereinbrüche sorgten schon im Dezember in Südfrankreich für chaotische Zustände

Unter diesen Gesichtpunkten stellt Klaus nur ein weiteres Wetterereignis dar, für das nicht ursächlich eine Klimaerwärmung verantwortlich gemacht werden kann.

Wie verhält es sich aber grundsätzlich mit den Stürmen über Westeuropa. Nehmen diese in Häufigkeit und Intensität zu, wie es mit einer Klimaerwärmung zu erwarten wäre?

Die Antwort liefert die folgende Abbildung.

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Der obere Teil der Abbildung zeigt das Windenergieangebot der Jahre 1993 bis 2008 über Deutschland. Dieses nimmt seit den 1990er Jahren ab. Das stellen auch die Windmüller anhand der schwindenden Erträge ihrer Windkraftanlagen fest.

Der mittlere Teil der Abbildung zeigt die anhand von Luftdruckmessungen seit 1880 berechnete 99%ile der geostrophischen Windgeschwindigkeiten im Bereich der Nordsee und Ostsee. (Aus gemessen Luftdruckwerten werden dabei Windgeschwindigkeiten ermittelt). Im Bereich der Nordsee und Ostsee zeigt sich eine rückläufige Sturmaktivität zwischen 1880 und 1960 und ein erneuter Abfall seit den 1990er Jahren.

Der untere Teil der Abbildung zeigt letztendlich die jährliche Verweildauer von Sturmwasserständen an der Pegelstation List auf Sylt seit 1900. Dieser Wert stellt einen guten Indikator für die lokale Sturmflutintensität dar. Die Jahreswerte zeigen auf, dass die Sturmflutintensität an der Westküste von Schleswig-Holstein von etwa 1910/20 bis um 1990 zunahm. Ab 1990 nehmen die Jahreswerte der Sturmwasserstände und die Sturmflutintensität wieder ab. [Quelle: G. Gönnert, B. Pflüger & J.-A. Bremer. Von der Geoarchäologie über die Küstendynamik zum Küstenzonenmanagement. Coastline Reports 9 (2007)]. Selbes belegen Pegelaufzeichnungen auf Norderney.

Fazit: Entgegen der aktuellen Berichterstattung (u.a wird bei jeder Sturmflut live von der Nordsee berichtet) und der weitläufigen Meinung unter der Bevölkerung, nimmt sowohl die Häufigkeit, als auch die Intensität der Stürme und schweren Stürme über Deutschland und Nordwesteuropa ab.

Anlage: Ausschnitt aus einem Vortrag von Prof. Martin Claußen auf dem 2. Extremwetterkongress 2007

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Mittwoch, 28 Januar, 2009 at 13:57

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Hunderte Passagiere sitzen in Kanada im Eis fest

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Ottawa (dpa) – Im Sankt-Lorenz-Strom im Osten Kanadas stecken zwei Schiffe mit Hunderten von Menschen im Eis fest. Nach kanadischen Medienangaben ist es einem Eisbrecher bisher nicht gelungen, eine Fahrrinne frei zu machen.

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Dienstag, 27 Januar, 2009 at 18:39

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Grünes Licht für Algenexperiment der Polarstern

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Das Ozeandüngungsexperiment des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) kann beginnen: Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat den Streit um das Projekt beendet – und ihrem Kollegen, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, eine politische Niederlage bereitet.

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Dienstag, 27 Januar, 2009 at 14:56

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Der NABU macht sich für den Eisvogel stark / Bestand durch starken Frost gefährdet

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Vergrößerung: Klick

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Dienstag, 27 Januar, 2009 at 14:13

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Schnee in den Vereinigten Arabischen Emiraten

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Bei Ras Al Khaimah, gelegen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, ist zum zweiten mal in der Aufzeichnungsgeschichte Schnee gefallen. Im Jebel Jais Gebiet sanken die Temperaturen Freitag-Nacht auf -3°C, am Samstag Morgen lagen die Temperaturen noch bei 1°C. Der Schnee bedeckte ein Gebiet von ca. fünf Kilometern Ausmaß und lag ca. 10 cm hoch.

Link

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Montag, 26 Januar, 2009 at 16:39

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Wie Stefan Rahmstorf an den Klimadaten „dreht“

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Ich hatte bereits mehrfach darüber berichtet, dass von Forschungsinstituten an den Klimadaten „gedreht“ wird. Siehe z.B. hier und hier.

Aber auch einzelne Klimaforscher bedienen sich dieser Methode. Als Beispiel hatte ich Stefan Rahmstorf genannt. Sie hier und hier.

Nun ein weiteres Beispiel. Am 28.12.2008 hat Stefan Rahmstorf einen Vortrag auf einem Kongress des Chaos Computer Club in Berlin gehalten. Auf den ersten Blick ein sehr schöner und für den Laien überzeugender Vortrag. Dem kundigen Zuschauer fällt aber sehr schnell auf, dass Daten „umgestaltet“, selektiv ausgewählt und zielgerichtet eingesetzt werden. Hier ein Ausschnitt aus seinem Vortrag.

http://video.google.de/videoplay?docid=-3863971105404893461&hl=de

Herr Rahmstorf präsentiert diesen Graphen der Globaltemperatur.

rahmstorf-nasa-giss

Dabei handelt es sich um die NASA-GISS-Werte der Globaltemperatur von 1880 bis 2008. Einen vergleichbaren Datensatz stellt das Met Office in England mit seinem HadCRUT3-Daten von 1850-2008 zur Verfügung.

Auf die Daten des Met Office greift Herr Rahmstorf vermutlich nicht zurück, weil diese ein „Abknicken“ der Globaltemperatur ab 1998 zeigen. Dazu sollte man wissen, der NASA-GISS-Datensatz ist der einzige, von weltweit vier Datensätzen, der kein Abknicken ab 1998 zeigt.

1. Dreh: Auswahl des einzigen Temperatursatzes der Globaltemperatur, der kein „Abknicken“ ab 1998 zeigt.

Damit fängst es aber erst an. Ich zeige einfach mal die Originalgraphen von der Seite der NASA mit den zugehörigen Temperaturverläufen global und über Land und Ozean.

nasa-giss-1880-2008

Im Vergleich mit der Graphik von Herrn Rahmstorf stellt man folgende Unterschiede fest:

2. Dreh: Die Werte wurden um ca. +0,3°C nach oben versetzt und starten bei 0, im Original hingegen starten sie bei knapp –0,3°C. Das Original verwendet einen Referenzwert der Jahre 1951-80 als Nullwert (Normaltemperatur). Zwischen 1880-1890 lagen die Temperaturen um ca. –0,3°C niedriger als dieser Referenzwert. Heute liegen die Werte um ca. +0,5°C höher als dieser Referenzwert. Dieser Wert von ca. +0,5°C wird als Temperaturanomalie bezeichnet. Herr Rahmstorf definiert einen neuen Referenzwert und legt ihn an Anfang der Zeitreihe. Damit erhält er einen Temperaturwert von ca. +0,8°C gegenüber 1900. Das die Temperaturanomalie tatsächlich nur ca.+0,5°C beträgt, wird nicht mehr erwähnt.

3. Dreh: Es wird ein gleitender Mittelwert über 15 Jahre gewählt (die rote Linie). Im Original werden hingegen gleitende Mittelwerte über 5 Jahre verwendet. Der Zweck: Je länger der gleitende Mittelwert gewählt wird, umso stärker werden kurzfristige Temperaturschwankungen weggeglättet, vor allem die ab 1998.

4. Dreh: Der gleitende Mittelwert über 15 Jahre wurde nach vorne und hinten verlängert. Ein gleitender Mittelwert über 15 Jahre wird jeweils aus Zeitabschnitten von 15 Jahren gebildet. Z.B. für das Jahr 2000 aus den Jahren 1993-2007. Aus diesem Grund startet ein gleitender Mittelwert über 15 Jahre 7 Jahre nach Beginn der Zeitreihe (also im Jahr 1887) und endet 7 Jahre vor dem Ende der Zeitreihe (also im Jahr 2001). Das ist in der Abbildung von Herrn Rahmstorf nicht der Fall. Die Zeitabschnitte 1880-1887 und 2001-2008 wurden durch Interpolationen (Näherungen) verlängert. Vollständige Datenwerte liegen hier nicht vor. Von Herrn Rahmstorf wird das nicht erwähnt. Eine derartige Interpolation verwendet die NASA in ihren gleitenden Mittelwerten über 5 Jahre nicht.

Ich habe die Glättung und Interpolation von Herrn Rahmstorf in einen separaten Graphen noch einmal durchgeführt und die interpolierten Bereiche kenntlich gemacht (durch Strichelung der roten Linie an beiden Enden). Dabei habe ich die Werte nicht, wie Herr Rahmstorf es gemacht hat, um +0,3°C nach oben verschoben. Hier noch einmal der direkte Vergleich:

nasa-giss-535-x-433

5. Dreh: Der gleitende Mittelwert über 15 Jahre wurde noch einmal extra geglättet (sog. Smoothing). Dieses fällt beim Vergleich der oben gezeigten Graphen direkt auf. D.h. Herr Rahmstorf hat seinen Graphen noch einmal extra geglättet, nachdem er ihn nach oben verschoben und beidseitig verlängert hat. Der Zweck: Kurzfristige Temperaturschwankungen sollen vollständig weggeglättet werden, was ihm auch gelungen ist. Des Weiteren wird die Steigung am Ende des Graphen verstärkt.

6. Dreh: Unter seinen Graphen schreibt Herr Rahmstorf: „ Increase in global mean surface temperature: ~ 0,8°C since 1900. Similar increase in sea sureface temperature.“ Anstieg der mittleren, globalen Oberflächentemperatur: ~ 0,8°C seit 1900. Selber Anstieg in der Meeresoberflächentemperatur. Ist das wirklich der Fall? Schauen wir noch einmal auf den unteren Teil von Abbildung 2, also auf das Original der NASA.

nasa-giss2-535-x-384

Wir stellen fest, dass sich die Ozeane zwischen 1900-2008 von ca. –0,2°C auf +0,4°C erwärmt haben, also um ~ 0,6°C und nicht um die genanten ~ 0,8°C. Die Ozeane haben sich also deutlich weniger erwärmt.

Derartige Beispiele ziehen sich durch den gesamten Vortrag von Herrn Rahmstorf. Die „freie Gestaltung“ der Daten und die Fehlinformationen fallen dem unkundigen und gutgläubigen Zuschauer natürlich nicht auf, zumal er nicht informiert wird. Warum Herr Rahmstorf zu diesen Mitteln der Präsentation greift kann er nur selbst beantworten.

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Freitag, 23 Januar, 2009 at 16:07

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Paradoxon Klimaschutz

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Donnerstag, 22 Januar, 2009 at 13:08

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Wie Klimaaktivisten den Forschungsbetrieb auf der Polarstern lahm legen

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polarstern-klimaaktivisten

Worum geht es?

Der deutsche Forschungseisbrecher Polarstern befindet sich zur Zeit auf einer Forschungsreise zu einem Seegebiet zwischen Argentinien und der Antarktis.

An Bord: 48 Wissenschaftler aus Deutschland, Indien, Italien, Chile, Frankreich und Großbritannien.

Außerdem: 6 Tonnen Düngemittel. Die sollen in dem vorgesehenen Seegebiet ins Meer geschüttet werden. Bei den Düngemitteln handelt es sich um Eisensulfat.

Name der Mission: LOHAFEX. Ein deutsch-indisches Experimen, LOHA bedeutet Eisen auf Hindi (Indisch), FEX steht für „Fertilization Experiment“: Düngungsexperiment.

Ziel der Mission: Das Phytoplankton-/Algenwachstum anzuregen, um Verständnisse über den Kohlenstoffkreislauf und die Nahrungskette zu gewinnen. Algen sind „Kohlendioxid-Fänger“ (CO2-Fänger) und Nahrung für Krill.

Das „Experiment“ könnte unvorhersehbare Folgen haben, so die Befürchtung zahlreicher Umweltgruppen.

Die Umweltschützer und Klimaschützer behaupten, dass das ganze Forschungsvorhaben einen Verstoß gegen das Verbot der Meerdüngung darstellt, eine UN-Konvention, die ironischerweise unter der Federführung Deutschlands im Mai 2008 abgeschlossen wurde.

Das African Centre for Biosafety in Johannesburg bat deshalb den Umweltminister Südafrikas, Marthinus van Schalkwyk, das Auslaufen des Schiffes zu verhindern. Vergeblich, da die Experimente außerhalb der Hoheitsgewässer Südafrikas durchgeführt werden sollen.

Das deutsche Umweltministerium hatte zunächst keine Einwände erhoben, aber jetzt die Kehrtwende.

Eisensulfat wird bei uns vor allem als Zusatz von Düngemitteln und Tierfutter verwendet. Das indische National Institute of Oceanography (NIO) und das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) haben im Vorfeld von LOHAFEX die potentiellen Umweltbelastungen bewertet und zeigten, dass das Experiment nicht negativ auf die Umwelt wirkt. Die Eisenkonzentration, die durch die Düngung im Oberflächenwasser auftritt, ist um eine Größenordnung geringer als die natürliche Eisenkonzentration küstennahen Meerwassers und kann durch die meisten Analyseverfahren nicht einmal nachgewiesen werden. Auch wenn das Experiment im offenen Ozean stattfindet, hatten die gedüngten Wassermassen vorher aufgrund der Strömungsverhältnisse im Untersuchungsgebiet Kontakt zu den Küstenregionen Südamerikas und Südgeorgiens. Weiterhin wird die Plankton-Blüte deutlich kleiner sein als die Bereiche, die durch das Schmelzen von Eisbergen auf natürlichem Weg gedüngt werden.

Das Experiment steht im Einklang mit der Resolution der London Konvention (Übereinkommen über die Verhütung der Meeresverschmutzung durch das Einbringen von Abfällen und anderen Stoffen) aus dem Oktober 2008 und dem Beschluss der Konvention über die biologische Vielfalt aus dem Mai 2008. Beide Abkommen fordern weitere Forschung, um das Verständnis von Eisendüngung im Ozean zu verbessern. Genau darauf zielt das Projekt ab.

Das Verfahren der Eisendüngung ist als ein Konzept des Geoengineerings zur möglichen Lösung von Klimaproblemen diskutiert worden. Das US-Unternehmen Planktos hatte erwogen, kommerziell in die Ozeandüngung einzusteigen und dafür CO2-Zertifikate zu verkaufen – war damit aber gescheitert. Das AWI hatte die US-Pläne seinerzeit kritisiert und mehr Forschung gefordert. Dieser Aufgabe will das AWI mit seinem Projekt nachkommen.

Nun wird das AWI seinerseits scharf angegriffen. Die Umweltschutzorganisation Aktionskonferenz Nordsee (AKN) sprach von einem „größenwahnsinnigen Plan“. Hintergrund sei das wirtschaftliche Interesse, eine billige Lösung des weltweiten CO2-Problems zu finden.

Das geplante Experiment wurde daraufhin am 13.01.2009 ausgesetzt, nachdem Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) das von Annette Schavan (CDU) geleitete Forschungsministerium schriftlich dazu aufgefordert hatte, das Projekt „unverzüglich zu stoppen“. In dem Schreiben heißt es, der geplante Versuch habe bereits international zu Protesten geführt und untergrabe Deutschlands Glaubwürdigkeit und Vorreiterrolle beim Schutz der biologischen Vielfalt. Zunächst sollen weitere Gutachten zur Unbedenklichkeit des Versuchs eingeholt werden – nach Angaben eines Ministeriumssprechers von zwei international renommierten, unabhängigen wissenschaftlichen Einrichtungen. Nun müssen die Gutachter über die Zukunft des Großversuchs entscheiden.

Links: Link1, Link2, Link3, Link4

Fazit:

Einer relativ kleinen Gruppe von Umwelt- und Klimaaktivisten gelingt es mit Hilfe des Umweltministers, ein über lange Jahre geplantes und auf Umweltbelastungen geprüftes, ca. 4. Mio. teures Forschungsprojekt zu stoppen, um zu verhindern, dass eine relativ kleine Menge Eisensulfat zu Forschungszwecken ins Meer gelangt. Jeder Tag auf dem Forschungseisbrecher Polarstern verursacht alleine ca. 50.000 Euro Betriebskosten. Die Kosten für Projekt und Schiffseinsatz trägt dabei zum Großteil der Steuerzahler.

Ziel des Projektes ist, die Auswirkungen der Eisendüngung auf das Algenwachstum, den CO2-Haushalt und die Krillpopulation sowie Nahrungskette der Antarktis zu untersuchen. Die Forschung zielt nicht darauf ab, Eisensulfat kommerziell in den Ozean zu verfrachten, um CO2-Zertifikate verkaufen zu können. Das Gegenteil ist der Fall. Risiken, Folgen, Vorgänge und Stoffkreisläufe sollen untersucht werden.

Dazu teilt das AWI mit:

„Im Rahmen von LOHAFEX wird entsprechend einem deutsch-indischen Memorandum of Understanding wissenschaftliche Grundlagenforschung betrieben, die ein besseres Verständnis des globalen Kohlenstoffkreislaufs zum Ziel hat und die Grundlagen schaffen soll, eine bessere Einschätzung der Risiken einer Eisendüngung des Ozeans zu geben. Möglicherweise können die Ergebnisse des kontrollierten Düngeexperimentes ein Verbot der kommerziellen Eisendüngung gemäß der Empfehlungen der Bonner Konferenz der Konvention zur Biologischen Vielfalt (CBD) wissenschaftlich untermauern. Damit unterscheidet sich das Experiment grundlegend von den Zielen einiger Firmen, die im Rahmen des Emissionshandels mit der Düngung der Meere Geld verdienen möchten.“

Offenbar hat sich der Klimaaktivismus in Deutschland mittlerweile soweit verselbstständigt, dass es einer kleinen Gruppe von Aktivisten gelingt ein Millionenvorhaben zur Klimaforschung zu stoppen.

Von der Öffentlichkeit unbeachtet fanden ironischerweise schon in den Jahren 2000 und 2004 Düngeexperimente mit Eisensulfat von der Polarstern im Südozean statt. Anscheinend waren diese für die Umweltschutzverbände nicht medienwirksam genug?

P.S.: Zur Verankerung von Messgeräten und Messstationen im Ozean werden ausgediente Eisenbahnräder, oder Eisenbahnschienen eingesetzt, die sich langsam im Salzwasser zersetzen. Diese bestehen aus Stahl/ Eisen und verbleiben nach dem Einsatz auf dem Meeresboden. Es bleibt abzuwarten, wann sich Protest regt?

meeresforschung

Written by admin

Mittwoch, 21 Januar, 2009 at 15:23

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert