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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Klimaforschung: „Die Erwärmung ist nicht abnormal“

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Wissenschaftler haben die Klimageschichte der letzten 10.000 Jahre rekonstruiert. Temperaturschwankungen um 1,5 bis zwei Grad innerhalb einiger Jahrzehnte waren in den letzten Jahrtausenden völlig normal.

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Die Katastrophenszenarien von Klima-Apokalyptikern halten einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand: Zum einen wird immer wieder behauptet, dass die globale Temperatur auf den höchsten Stand seit langem gestiegen ist. Und zum anderen ist immer wieder zu hören, dass die momentane Erwärmung schneller vor sich geht denn jemals zuvor. Beides ist falsch, wie nun das groß angelegte Forschungsprojekt „Hola“ (Holozänes Lawinengeschehen) zeigt. Dabei wurden Lawinenereignisse im Zillertal seit dem Ende der letzten Eiszeit studiert. Die Lawinen konnten durch Jahresring-Analyse von Holzresten in einem hochalpinen Moor auf das Jahr genau datiert werden. Zudem konnte aus der Breite der Jahresringe auf die damaligen klimatischen Bedingungen geschlossen werden.

Weiter

Siehe auch

Klimawandel und Veränderungen an der alpinen Waldgrenze

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Abbildung 2: Für den Zeitraum 7000 – 2000 v. Chr. konnten Baum- und Waldgrenze dendrochronologisch nachgewiesen werden. Sie liegen im oder über dem gegenwärtigem potenziellen Niveau. (Krüppelgrenze: An sehr sonnenexpositionierten, felsigen Stellen reichen vereinzelt Zirben, Lärchen oder Fichten über die Baumgrenze hinaus, bleiben aber aufgrund des eingeschränkten Wachstums „Krüppel“. Die Verbindungslinie dieser Holzpflanzen wird als „Krüppelgrenze“ bezeichnet (ELLENBERG, 1996)).

Zur Entwicklung der Waldgrenze in der Nacheiszeit gibt es neue Ergebnisse aus dendrochronologischen Analysen von Baumresten, die teilweise vor Jahrtausenden gewachsen sind. Gefunden wurden diese im zentralen Ostalpenraum an Stellen, die im Höhenbereich der heutigen potenziellen Baumgrenze und darüber liegen. Es konnte ein zeitlich präzises und gut abgesichertes Bild der Veränderungen der Baumgrenze über die Jahrtausende erstellt werden (Abbildung 2). Nachweisbar ist vor allem für die mittlere Nacheiszeit (von 9000 bis 4000 Jahren vor heute) eine Baumgrenze, die durchwegs über der momentanen potenziellen Höhe lag. Im Kaunertal wuchs beispielsweise zwischen 4674 und 4377 v. Chr. ein Baum auf 2400 m Seehöhe. In dieser Höhe ist dort heute kein Baumwachstum möglich.

Klimawandel und Veränderungen an der alpinen Waldgrenze – aktuelle Entwicklungen im Vergleich zur Nacheiszeit

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Written by admin

Freitag, 10 Oktober, 2008 um 13:01

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert

11 Antworten

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  1. Das wird der Klimaindustrie aber gar nicht gefallen. Das ist nicht gut fürs Geschäft.

    Mcp

    Freitag, 10 Oktober, 2008 at 13:35

  2. Deshalb schlagen sie auch so wild um sich und machen jeden nieder, der es wagt ihnen zu wiedersprechen.
    Aber solange die politische Unterstützung noch funktioniert, dürften deren Kassen auch weiterhin ordentlich klingeln.

    MEstermeier

    Samstag, 11 Oktober, 2008 at 05:55

  3. Hallo Herr Müller,

    Ich habe diese Daten schon einmal ausführlich im Spiegelforum diskutiert.

    Man muss darauf hinweisen, dass der Anfang des Holozän, vor etwa 10.000 Jahren anscheinend ein wärmeres Klima begünstigte, wegen der Erdbahnparameter. Die letzten Jahrtausende sollten dadurch kälter werden.

    Die mittelalterliche Warmperiode sollte jedoch ähnliche Bedingungen gahabt haben wie heute?!

    Hier ist ein interessanter Artukel zum Thema:

    http://www.ieap.uni-kiel.de/et/ag-heber/ihy2007/materialien/physikjournal/scherer.pdf

    Liebe Grüsse

    Eddy

    Eddy

    Montag, 13 Oktober, 2008 at 08:42

  4. Hallo noch einmal,

    Ich habe, zu oben gesagtem, noch etwas gefunden:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Holocene_climatic_optimum

    „This climatic event was probably a result of predictable changes in the Earth’s orbit (Milankovitch cycles)…“

    „However, orbital forcing would predict maximum climate response several thousand years earlier than those observed in the Northern Hemisphere. This delay may be a result of the continuing changes in climate as the Earth emerged from the last glacial period and related to ice feedbacks.“

    und eine genaue Erklärung auf Deutsch:

    http://www.pik-potsdam.de/~claussen/pictures/diss-kubatzki.pdf

    „6.1 Folgen sich verändernder Erdbahnparameter“

    Das ist der bisher beste Link zum Thema den ich finden konnte!!!

    Libe Grüsse

    Eddy

    Eddy

    Montag, 13 Oktober, 2008 at 10:00

  5. Hallo Eddy

    „Man muss darauf hinweisen, dass der Anfang des Holozän, vor etwa 10.000 Jahren anscheinend ein wärmeres Klima begünstigte, wegen der Erdbahnparameter.“

    Das stimmt.

    „Die letzten Jahrtausende sollten dadurch kälter werden.“

    Der Einfluss der Sonne hängt aber nicht nur von den Erdbahnparametern ab (z.B. 100.000 Jahre Milankovitch-Zyklus), sondern auch von der Sonnenaktivität. Und die ist derzeit so hoch wie seit ca. 8.000 Jahren nicht mehr.

    http://www.weltderphysik.de/de/1163.php

    Hier mal der Einfluss der Sonne über die letzten 500 Mio., über die letzten 250 Tsd., über die letzten 12 Tsd., über die letzten ca. 1000 und die letzten ca. 400 Jahre.

    Und die Veröffentlichungen dazu.

    http://arxiv.org/PS_cache/arxiv/pdf/0804/0804.1938v1.pdf

    http://cc.oulu.fi/~usoskin/personal/Sola2-PRL_published.pdf

    Dein Artikel fasst das auch sehr schön zusammen.

    Müller

    Montag, 13 Oktober, 2008 at 12:42

  6. Hallo Herr Müller,

    Ich hab noch einige Zusatzlinks. Die wollen einfach nicht durch. Soll ich sie per E-mail schicken?

    Danke für Ihre Links. Ich werde sie assimilieren >:-)

    Bis bald

    Eddy

    Eddy

    Montag, 13 Oktober, 2008 at 16:27

  7. Hallo noch einmal,

    Ich glaube wir beide haben fast genau dieselben Ideen. Kennen Sie die neuen Graphiken zur Sonnenaktivität, insbesondere die von Leif Svalgaard?

    http://www.leif.org/research/TSI-LEIF.pdf

    Das würde einiges über den Haufen werfen …

    Es ist und bleibt jedenfalls spannend. Danke für die vielen Links und Infos. :-)

    Hier noch die anderen Links:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Holocene_climatic_optimum
    http://www.pik-potsdam.de/~claussen/pictures/diss-kubatzki.pdf

    Sollte es nicht klappen, lasse ich die Links wieder weg :-)

    Bis denne

    Eddy

    Eddy

    Montag, 13 Oktober, 2008 at 16:39

  8. @Eddy #6

    „Ich hab noch einige Zusatzlinks. Die wollen einfach nicht durch. Soll ich sie per E-mail schicken?“

    Da hat mal wieder der automatische Spamfilter sein Unwesen getrieben. Dort habe ich grade den Kommentar gefunden und wiederhergestellt. Manchmal landen auch Kommentare im Filter, welchen ich eingerichtet habe. Die muss ich dann erst freischalten.

    Müller

    Montag, 13 Oktober, 2008 at 22:04

  9. Hallo Herr Müller,

    Ich hab gerade noch etwas interessantes bei meteo.lcd.lu gefunden:

    http://www.pnas.org/content/early/2008/10/03/0807624105.full.pdf

    „Reconstructed multidecadal
    changes are not as prominent as man-made CO2 increases since
    the onset of industrialization. Yet it seems obvious that a
    dynamic CO2 regime with fluctuations of up to 34 ppmv implies
    that CO2 can no longer be discarded as a forcing factor of
    preindustrial air-temperature changes.“

    Ich wusste nicht wohin damit. So haben Sie auch etwas davon!!! :-)

    Bis bald

    Eddy

    Eddy

    Dienstag, 14 Oktober, 2008 at 17:33

  10. Hallo Eddy

    „Ich hab gerade noch etwas interessantes bei meteo.lcd.lu gefunden:“

    Ich habe mir mal grade das Paper angeschaut. Aus Ablagerungen von Eichenlaub etc. die CO2-Konzentration der Atmosphäre 1000-1500 AD zu rekonstruieren, daraus den Strahlungsantrieb zu berechnen und daraus letztendlich Veränderungen in der Temperatur zu berechen und das alles mit Hilfe von Modellen, halte ich für eine sehr windige Sache.

    Vorindustrielle Schwankungen im CO2-Gehalt von 34 ppm (+-12%)(hervorgerufen durch Veränderungen in der Meeresoberflächentemperatur) sollen einen Strahlungsantrieb von +-0,3 W/m^2 bewirkt haben und damit Temperaturveränderungen von +-0,1°C?

    Müller

    Mittwoch, 15 Oktober, 2008 at 12:34

  11. Hallo Herr Müller,

    Diese ganzen „forcings“, die man bis auf das i-Tüpfelchen (anscheinend) genau (im Nachhinein!!!) berechnen kann, halte ich für eine windige Sache, so lange man abstreitet, dass es ein globales Wetter gibt (oder geben könnte), das das Klima beeinflusst. Ich finde die ganze Klimatologie manchmal etwas bizarr. Deshalb mag ich auch Leute wie Herr Von Storch, obschon mir wohl Herr Rahmstorf privat eher ein guter Freund wäre! Als Wissenschaftler ist er aber manchmal unausstehlich!

    Ich denke dass der Autor des weblogs darauf hinweisen wollte, dass die Co2kurve des Holozän nicht linear ist.

    Könnten Sie dem netten Herrn auch eine Nachricht auf seinem Blog hinterlassen, bitte. Sonst hört er noch auf zu bloggen ;-) : http://meteolcd.wordpress.com/

    Liebe Grüsse

    Eddy

    Eddy

    Mittwoch, 15 Oktober, 2008 at 13:53


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