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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Windenergie in Deutschland – Windangebot, Anlagenzahl & installierte Leistung, regionale Verteilung & Windstromeinspeisung

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Tag ein Tag aus wird von der Presse und von der Politik über den Ausbau der Windenergie berichtet und hochgerechnet wie viele Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke man damit ersetzen kann. Diese Rechnungen haben aber einen Schönheitsfehler. Die eingespeiste Windenergie steht nicht beliebig zur Deckung der Nachfrage und zur Aufrechterhaltung der Grundlast zur Verfügung. Um eine Versorgunksicherheit zu gewährleisten und das Stromnetz aufrecht zu erhalten müssen sog. Schatten- bzw. Regelkraftwerke und Speicher eingesetzt werden. Mit ihnen wird die stark schwankende Windstromeinspeisung, welche durch Flauten/Unterbedarf und Stürme/Überbedarf geprägt ist, ausgeglichen. Derzeit deckt Deutschland seinen Strombedarf zu etwa 6% aus Windenergie. Ein Ausbau der Windenergie bedeutet zwangsläufig mehr Schattenkraftwerke und Speicher zwecks Kompensierung der steigenden Fluktuationen im Stromnetz. Im Folgenden möchte ich aufzeigen, dass Windangebot und Windstromeinspeisung keine Konstanten sind die sich nach den Bedarf richten, sondern natürlichen Schwankungen unterlegen sind, die es zu kompensieren gilt.

Die nachfolgenden Grafiken geben zunächst einen Überblick über das Windenergieangebot und den sog. Windindex in Deutschland.

Deutlich zu erkennen ist, dass von 1993 bis 2006 das Windenergieangebot (sprich der Wind) in allen Regionen Deutschlands kontinuierlich abgenommen hat. 2007 fällt dabei aus der Reihe. Hier wurden Werte erreicht, die annähernd an das Angebot von 1994 heran reichen. Das zeigt sich auch in den Erträgen der Windkraftanlagen und Windparks von 2007.

Das selbe Bild zeigt sich im Wind-Index. Der Wind-Index dient zur Beurteilung des Windenergieangebots einzelner Monate und Jahre in Bezug auf die langjährigen, regionalen Durchschnittswerte. Sowohl die Jahreswerte, als auch die Monatswerte zeigen erhebliche Fluktuationen zu den langjährigen Durchschnittswerten.

Wie wirkt sich das aber auf die Windstromeinspeisung aus? Die folgende Grafik zeigt Tagesmittelwerte der eingespeisten Leistung aller Windkraftanlagen in Deutschland für 2008 und den zeitlichen Verlauf der eingespeisten Leistung zwischen den 27.08.08 und 02.09.2008.

Man sieht, es treten erhebliche Fluktuationen von einem Tag zum anderen und im Tagesverlauf auf. Weiter fällt auf, dass in den Wintermonaten in etwa das Doppelte bis Dreifache eingespeist wird wie in den Sommermonaten. Das spiegelt sich auch in den monatlichen Erträgen der Jahre 2007 und 2008 wieder.

Die nachfolgende Grafik zeigt, dass die Windenergie in den letzten 16 Jahren stark ausgebaut wurde. Heute haben wir in Deutschland in etwa 20.000 Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von zusammen knapp 23.000 MW. Damit ist Deutschland weltweit Spitzenreiter. Der Trend geht dabei zu immer größeren und leistungsstärkeren Anlagen, was wie gesagt das Problem der Kompensation im Stromnetz mit sich bringt.

Schaut man sich die regionale Verteilung der Anlagen und deren installierte Leistung an, so ist ein deutliches Nord-Südgefälle zu erkennen. Dabei verwundert ein wenig die Spitzenposition (Platz 2-4) von Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen, die im Gegensatz zu Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern (Platz 5-6) nicht küstennah gelegen sind. Hier scheint es nicht nach den günstigsten Standort zu gehen, sondern nach den politischen Zielen der jeweiligen Landesregierungen.

Written by admin

Mittwoch, 3 September, 2008 um 16:46

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert

4 Antworten

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  1. Hallo Müller
    Toll, was Du da gemacht hast, willst Du damit noch jemand ärgern???
    Ich frag nur so, ansonsten bekommt der Typ dann den Link von mir vorm Kopp geknallt, grins.
    Weiter so.
    MfG

    Energie-Ossi

    Mittwoch, 3 September, 2008 at 18:02

  2. moin ich hätte gerne ein bier, habt ihr eins für mich?

    boby

    Mittwoch, 25 März, 2009 at 12:41

  3. Bitte um eine Stellungnahme zu folgender AP-Meldung von heute: „Die Windkraftanlagen in Deutschland haben inzwischen
    eine Gesamtleistung von 25.000 Megawatt. Damit sei die Versorgung
    von bis zu 25 Millionen Menschen möglich, erklärte Umweltminister
    Sigmar Gabriel, der am Donnerstag einen neuen Windpark in Bayern
    eröffnete.“ Wieviel Strom verbrauchen 25 Millionen Menschen und wieviel Strom wird jahresdurchschnittlich von den installierten Windkraftanlagen tatsächlich geliefert?

    Stefan Dietrich

    Donnerstag, 24 September, 2009 at 17:12

  4. @Stefan Dietrich
    hat der BUM was von Speicherung von sich gegeben ???

    krishnag

    Donnerstag, 24 September, 2009 at 17:49


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