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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Arktisches Meereis 19.06.2007 & 19.06.2008 im Vergleich

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Die Überblendung zeigt die Ausdehnung des arktischen Meereises aus dem letzten Jahr im Vergleich zu der Ausdehnung in diesem Jahr. Vor wenigen Tagen wurde noch vermeldet, dass das Meereis der Arktis auf dem Weg zu dem „Rekordtiefststand“ aus dem letzten Jahr ist. Mit der Begründung, dass es sich um dünnes, einjähriges Eis aus dem letzten Winter handele, welches in diesem Sommer schnell wieder wegschmelzen könne.

http://www.scienceblogs.de/primaklima/2008/05/das-fell-des-baren.php

http://globaleumweltpolitik.wordpress.com/2008/06/12/arktisches-meereis-auf-direktem-weg-zu-neuer-rekordschmelze/

http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/nordpol-ohne-eis/

Diese Befürchtung scheint sich nicht zu bestätigen. Zur Zeit liegt die arktische Meereisanomalie immer noch bei –1 Mio. km^2. Zur selben Zeit im letzten Jahr hatten wir schon eine Anomalie um –1,5 Mio. km^2. Die Laptewsee und die nördliche Beringstraße waren zur selben Zeit im letzten Jahr schon eisfrei.

Warten wir es ab, wie es weiter geht.

Written by admin

Freitag, 20 Juni, 2008 um 13:47

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert

10 Antworten

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  1. Müller, es gibt einen kleinen, aber feinen Unterschied zwischen „sea ice area“ und „sea ice extent“. Ich habe mal ersteres mit „Meereisfläche“ und zweiteres mit „Meereisausdehnung“ übersetzt, und welche Wörter auch immer Du verwenden möchtest, es sind zwei unterschiedliche Dinge. Sea ice extent ist übrigens der robustere Indikator, und auf den beziehe ich mich in meinem Blogeintrag. Im übrigen ist es letztlich ziemlich schnurz, ob 2008 schon wieder einen Rekord aufstellt oder nicht. Allein schon dass es nur in die Nähe der Extremschmelze von 2007 gelangt, ist ein Alarmzeichen.

    Nils Simon

    Freitag, 20 Juni, 2008 at 19:16

  2. Die Temperaturen in der Arktis steigen im Sommer im allgemeinen über 0 Grad. Wie viel Eis tatsächlich schmilzt, hängt von einer Vielzahl Faktoren ab. Die wichtigsten dabei sind Wind, Seegang und Strömungen. Erinnert sei auch daran, dass der Großteil (bis 90%) des Eises sich unter der Wasseroberfläche befindet. Der Albedoeffekt geht vermutlich viel weniger ein als behauptet: Erstens ist die Einstrahlung sehr gering, zweitens reflektiert die Wasseroberfläche beim vorhandenen Einstrahlungswinkel beträchtlich (Fresnel-Effekt).
    Prof. Dr. Karsten Heyne, Juniorprofessor am Fachbereich Physik, Experimentalphysik der Freien Universität Berlin schreibt dazu:
    “Die Reflektion von Wasser und Eis (Schnee) ist nahezu gleich. Der Eindruck, dass Wasser Sonnenlicht schlechter reflektiert ist trügerisch. Im Schwimmbad kann man das gut feststellen. Ist die Wasseroberfläche vom Wasser ganz ruhig, dann gibt es einen Winkel unter dem man von dem reflektierten Sonnenlicht auf der Wasseroberfläche geblendet wird (Einfallwinkel = Ausfallwinkel). Dasselbe gilt für poliertes (glattes) Eis. Für raues Eis und Schnee findet Reflexion in alle Richtungen statt, während für Wasser fast das gesamte Licht in eine Richtung reflektiert wird. Dadurch gewinnt man den Eindruck, dass Schnee Licht besser reflektiert. Wenn man allerdings alle Raumrichtungen zusammen nimmt, dann sind die Reflexionen beinahe gleich.”

    http://www.berlinsciences.de/focus/index.php
    ***
    Entscheidend ist, wie viel Eis durch warme Strömungen abschmilzt, oder durch Wind und Strömung aufs offene Meer hinausgetrieben wird. Das ist Wetter und hat mit (A)GW nicht viel zu tun.
    Vielmehr liegt die Vermutung nahe, dass bedingt durch den Wechsel des Oszillationsmusters im Polarbereich, beeinflusst durch die PDO, ein Großteil der Veränderungen in der Eisbedeckung natürliche Varibilität ist.

    Wie viel Eis am Ende übrig bleibt, ist pure Spekulation. Fakt ist dagegen, dass einjähriges Eis nicht automatisch schneller abschmilzt als mehrjähriges, was sich bereits eindrucksvoll zeigt.

    MfG

    Wetterfrosch

    Samstag, 21 Juni, 2008 at 11:01

  3. @Simon

    „Sea ice extent ist übrigens der robustere Indikator, und auf den beziehe ich mich in meinem Blogeintrag.“

    Na, du als „Naturwissenschaftler“ musst es ja wissen ;)

    Ich verlasse mich da ganz auf die Satellitenbilder und die Temperaturen. In der Laptewsee und in der nördlichen Beringstraße verschwindet idR zuerst das Eis. Das hängt mit der Eisdrift (Transpolarstrom, Beaufortwirbel)

    und den Temperaturen zusammen.

    Müller

    Samstag, 21 Juni, 2008 at 13:40

  4. Na, du als „Naturwissenschaftler“ musst es ja wissen

    *gähn* Ich zitiere mal von Walt Meier, Wissenschaftler am National Snow and Ice Data Center:

    „On area vs. extent – NSIDC uses total extent, which the total area covered by at least 15% sea ice. Area just counts up the area covered by sea ice. Thus, area values are lower since extent includes regions not completely covered by ice. Extent is a more robust value to use to compare to other years. Area estimates from the satellites can be biased by surface melt and atmosphere. This much less of an issue for extent, so it is more reliable to use extent.“

    Falls Du es nicht gleich entdeckst, hier ist der entscheidende Satz noch einmal: „Extent is a more robust value to use to compare to other years.“ Ist übrigens der erste Fund bei der Suche nach robust „sea ice area“ „sea ice extent“. Wenn ich als Sozialwissenschaftler das schon vor Dir rausfinden kann, solltest Du Dir Gedanken über die Qualität Deiner physikalischen Ausbildung machen. Mein Tipp: Hör öfter mal auf Georg!

    Nils Simon

    Montag, 23 Juni, 2008 at 10:22

  5. @Lieber Nils

    „Wenn ich als Sozialwissenschaftler das schon vor Dir rausfinden kann, solltest Du Dir Gedanken über die Qualität Deiner physikalischen Ausbildung machen.“

    Klar mache ich doch ;)

    Der kleine aber feine Unterschied besteht darin, dass du keine wiss. Arbeit ablieferst, sondern aus Zusammenfassungen deine eigenen nicht wiss. Schlüsse ziehst. Mehr erwarte ich auch nicht von einem angehenden Politikwissenschaftler. Wiss. Arbeit besteht darin, Daten selbst auszuwerten und die Ergebnisse ohne Bewertung für sich selbst sprechen zu lassen.

    „Mein Tipp: Hör öfter mal auf Georg!“

    Kleiner Tipp: Der zeigt die SEA ICE (AREA) ANOMALY
    http://www.scienceblogs.de/primaklima/2008/05/das-fell-des-baren.php

    Müller

    Montag, 23 Juni, 2008 at 14:35

  6. @Lieber Nils

    Anbei der Kommentar von Georg aus deinem Blog ;)

    „Georg Hoffmann sagt:
    22. Juni 2008 um 12:33
    Praktisch drei Monate kein Woelkchen ueber der Arktis wie in 2007 ist einfach sehr unwahrscheinlich. Wenn auch die Experten ihre Schaetzungen zum Verschwinden des Sommerseeeises nach 2007 deutlich nach vorne korrigiert haben, es ist noch lange nicht soweit.“

    http://globaleumweltpolitik.wordpress.com/2008/06/12/arktisches-meereis-auf-direktem-weg-zu-neuer-rekordschmelze/#comment-608

    Müller

    Montag, 23 Juni, 2008 at 14:46

  7. @Müller
    „Wiss. Arbeit besteht darin, Daten selbst auszuwerten und die Ergebnisse ohne Bewertung für sich selbst sprechen zu lassen.“

    Schwer zu sagen, wo die Wissenschaft waere, wenn das wirklich die allgemein ackzeptierte Philosophie waere. Gottseidank bist du, Mueller, auch da nicht wirklich Mainstream.
    Das gleiche Missverstaendnis findet man in dem Skeptikersatz: AGW sei „nur“ eine Theorie, kein Fakt.
    Theorien sind eine Form der Synthese, sie enthaelt die Fakten und interpretriert sie. Theorien sind das eigentliche Ziel der Naturwissenschaft und am meisten lieber wir Theorien, die weitere Hypothesen hervorbringen. So hat die AGW Theorie eine ganze Reihe von anfaenglich nicht erwarteten Hypothese und Erklaerungsmuster hervorgebracht, zB stratosphaerische Abkuehlung oder Erklaerungen fuer geologische Events wie das PETM.
    Nu ja, Perlen fuer die Saeue.
    Zurueck zu Dingen, die du vielleicht gerade noch verstehst: 1) Extent ist besser als area. 2) Ich habe nie gesagt, dass ich an einen weiteren Rekord glaube. Schon wieder Leseschwierigkeiten?

    Georg Hoffmann

    Montag, 23 Juni, 2008 at 15:03

  8. @Hoffmann

    Da haben wir heute aber wieder gute Laune ;)

    „1) Extent ist besser als area.“

    Na, dann wundert es mich nur, dass du die Area Anomaly und nicht die Extent Anomaly in deinem Blogbeitrag zeigst.

    „2) Ich habe nie gesagt, dass ich an einen weiteren Rekord glaube. Schon wieder Leseschwierigkeiten?“

    Habe ich auch nicht behauptet.

    Ich zitiere aber mal aus dem Blogbeitrag von dir:

    „Die Schmelzsaison hat noch gar nicht richtig begonnen und schon scheinen wir auf dem Niveau des Sommers 2007.“

    „Die besten Vorraussetzungen fuer einen neuen Rekord sind ein Rekord grad zuvor.“

    http://www.scienceblogs.de/primaklima/2008/05/das-fell-des-baren.php

    Na, ich komme in 1-2-3 Monaten noch mal auf eure vorschnellen Beiträge zurück 8)

    Müller

    Montag, 23 Juni, 2008 at 19:35

  9. @Mueller
    „“Die Schmelzsaison hat noch gar nicht richtig begonnen und schon scheinen wir auf dem Niveau des Sommers 2007.”“
    Stimmt, etwas flauschig formuliert. Wir SIND auf dem Niveau des Vorjahres. Der entscheidende Absturz passiert in den naechsten 4 Wochen und ich glaube nicht, dass es passiert.
    „Die besten Vorraussetzungen fuer einen neuen Rekord sind ein Rekord grad zuvor.“
    Das ist allerdings statistisch in einem System mit Autokorrelation wahr, zumindest wenn man (so wie du etwa) nichts von einem System weiss.

    Georg Hoffmann

    Montag, 23 Juni, 2008 at 20:50

  10. @Georg Hoffmann #9
    …. sprach Zwerg Allwissend und verschwand wieder in seinem Erdloch.

    krishnag

    Dienstag, 24 Juni, 2008 at 20:13


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