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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Die Klimawette: Ein unmoralisches Angebot von Stefan Rahmstorf?

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Ist der Klimakonsens gebrochen?

Kürzlich ist im renommierten Fachmagazin Nature ein Beitrag von Keenlyside, Latif et al. erschienen (Nature 453, S. 84-88), der unter den Klimawissenschaftlern für Aufregung sorgte.

http://wattsupwiththat.files.wordpress.com/2008/05/keenlyside_nature_may_2008.pdf

Die Arbeitsgruppe um Mojib Lativ (Kiel/Hamburg, welche u.a. mit an den Berichten des IPCC arbeitet) erwartet unter Verwendung zusätzlicher Ozeandaten (Meeresströmungen) in ihrem Modell eine leichte Abkühlung der Globaltemperatur in den nächsten Jahren. Siehe dazu die folgende Abbildung.

Weiter wird davon ausgegangen, dass der Temperaturanstieg in den darauf folgenden Jahrzehnten wieder aufholen wird. Also eigentlich alles im grünen Bereich in Sachen Klimaerwärmung?

Aber einen Haken hat die Sache. Die aktuellen Projektionen widersprechen denen des IPCC, die im letztem Jahr groß verkündet wurden.

Aus diesem Grund sahen sich offensichtlich eine Reihe von IPCC-Autoren zum Handeln veranlasst, um ihre Projektionen zu verteidigen.

Der Nature-Beitrag veranlasste Stefan Rahmstorf (PIK), Michael Mann (Hockeystick), Ray Bradley, William Connolley, David Archer und Caspar Ammann Beiträge auf RealClimate und WISSENSlogs (KlimaLounge) zu verfassen, in welchen sie der Arbeitsgruppe um Latif eine Wette unterbreiten.

http://www.realclimate.org/index.php/archives/2008/05/global-cooling-wanna-bet/
http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2008-05-08/die-klimawette

Die Gruppe um Stefan Rahmstorf bezweifelt die vorgestellten Nature-Projektionen und schlägt folgende Wette vor:

„Die Wette, die wir vorschlagen, ist ganz einfach und bezieht sich direkt auf die Voraussage, die Keenlyside et al. in ihrem Nature-Artikel über die globale Temperatur treffen. Sollte die Durchschnittstemperatur in den Jahren 2000 bis 2010 (ihre erste Voraussage) tatsächlich niedriger oder gleich der Durchschnittstemperatur in den Jahren von 1994 bis 2004 (*) sein, zahlen wir ihnen 2500 Euro. Ist sie höher, zahlen sie uns 2500 Euro. Wer diesen Teil der Wette gewinnt, wird sich Ende 2010 erweisen.

Das gleiche soll auch für ihre zweite Voraussage gelten. Erweist sich die Durchschnittstemperatur im Zeitraum zwischen 2005 und 2015 (*) als geringer oder gleich der Temperatur in den Jahren von 1994 bis 2004 (*), zahlen wir ihnen 2500 Euro. Sollte die Durchschnittstemperatur höher sein, zahlen sie diesen Betrag an uns. Als Basis für den Temperaturvergleich sollen die HadCRUT3-Daten dienen, die auch die Autoren in ihrer Publikation verwenden.

Der Fairness halber sehen wir auch eine Ausstiegsklausel vor. Im Falle eines großen Vulkanausbruchs oder eines Meteoriteneinschlags auf die Erde, der die Temperaturen unter das Niveau von 1994-2004 drückt, ließen sich die Voraussagen von Keenlyside et al. nicht mehr verifizieren. Dann gilt die Wette als unentschieden.

Zudem bräuchten wir einen neutralen Schiedsrichter. Wir schlagen zum Beispiel den Direktor des Hadley Centre vor, wo die von Keenlyside verwendeten HadCRUT-Daten ermittelt werden, oder einen Ausschuss neutraler Kollegen. Dieser Schiedsrichter würde auch entscheiden, ob ein Vulkanausbruch oder ein Meteoriteneinschlag so gravierend ist, dass die Wette abgebrochen werden muss.“

Nun, eine solche Wette halte ich für äußerst interessant, hätte sie aber nicht öffentlich gemacht, zumal die Arbeitsgruppe um Latif doch am selben Strang zieht. Man hätte die Sache intern austragen können und um einen symbolischen Preis von 1€ wetten können. Bei einer solchen Wette kann es nur einen Verlierer geben, nämlich die Glaubwürdigkeit der Klimawissenschaften. Zwangsläufig ist eine der Gruppen der Verlierer und einer der Gewinner. Welche der Gruppen kann man in Zukunft noch trauen? Beide arbeiten mit an den IPCC-Berichten und es muss ein Konsens gefunden werden. Dieser wird stetig von allen Seiten verkündet, es gibt ihn aber offensichtlich nicht.

Ich denke die Arbeitsgruppe rund um Latif wird sich erstaunt und verwundert zeigen, wenn sie aus dem Internet, oder aus der Presse von dieser Wette erfährt. Weiterhin wird eine öffentliche Gegendarstellung von Herrn Rahmstorf angekündigt. Hätte er sich nicht vorher telefonisch mit Herrn Latif in Verbindung setzten können? Dieser geht doch mit Herrn Rahmstorfs Meinung weitgehend konform und beide haben an den selben Projekten gearbeitet.

Ich vermute einmal Herr Rahmstorf sieht sich und seine Arbeit durch den Nature-Artikel persönlich angegriffen. Anders kann ich mir diesen Schnellschuss nicht erklären. Anstatt das Gespräch zu suchen, wird die Kontroverse öffentlich ausgetragen. Zudem legt Herr Rahmsdorf einseitig die Bedingungen fest, die gewiss nicht neutral gehalten sind.

Fairer wäre es die Projektionen der beiden Gruppen in einigen Jahren zu vergleichen. Wer näher an der Realität liegt gewinnt und wer weiter weg liegt verliert.

Aber noch etwas anderes macht mich stutzig. Herr Rahmstorf hat unter dem Beitrag „Der Hansen Faktor“ die überzogenen Projektionen von James Hansen aus dem Jahr 1988 verteidigt, hinterfragt seine neuen Arbeiten aber kritisch.

http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/palaoklima/2008-04-19/der-hansen-faktor

Siehe dazu die folgende Abbildung mit den Projektionen von Hansen aus dem Jahr 1988 und die tatsächlich eingetretene Temperaturerhöhung über Land und See.

Es bleibt festzuhalten, dass die Diskussion durch persönliche Eitelkeiten geprägt zu sein scheint und die Klimawissenschaftler darüber zwiegespalten sind, wie stark die Erwärmung ausfallen wird und ob Kälteeinbrüche zu erwarten sind. Jeder glaubt die alleinige Wahrheit zu besitzen. Von einem Konsens kann keine Rede sein.

Dazu noch ein Zitat aus der „Die Weltwoche“:

http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=18883&CategoryID=66

„Wie die Klima-Zukunft wirklich aussieht, weiss natürlich niemand. Den beteiligten Forschern geht es wohl auch darum, ihre Glaubwürdigkeit zu retten, bevor unangenehme Fragen kommen. Der Astrophysiker Stephen Hawking sagte einmal: «In der Praxis widerstrebt es Menschen, eine Theorie aufzugeben, in die sie viel Zeit und Mühe investiert haben. Gewöhnlich […] versuchen sie die Theorie so abzuändern, dass sie zu den Beobachtungen passt. Schliesslich verwandelt sich die Theorie in ein schiefes und hässliches Gebäude.»

Written by admin

Freitag, 9 Mai, 2008 um 14:47

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert

20 Antworten

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  1. Im Büchlein Rahmstorf & Schellnhuber „Der Klimawandel“, 2006/07, S.12, wird erklärt: „Unser Klima ist im globalen Mittel das Ergebnis einer einfachen Energiebilanz:“

    Er wurde gefragt, auf WISSENSlogs, Der Hansen Faktor, (Link siehe oben), ohne darauf zu antworten:
    ## Sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf, gibt es eine plausible Erklärung dafür, warum das J. Hansen Team, obwohl es schon 1981 darauf hingewiesen hatte, dass es zwischen 1940 und 1970 eine globale Abkühlung gab, dieses nachhaltige Ereignis bisher nicht in Übereinstimmung mit der CO2 These zu bringen vermocht hat, wie reklamiert auf http://www.oceanclimate.de/ . Auch Sie verlieren dazu kein Wort.
    Ferner antworten Sie: EDDY- 21Apr-: „Für mich ist der Hauptgrund der, dass wir die Energiebilanz der Erde und die Physik des Treibhauseffekts verstehen, und zwar seit dem 19. Jahrhundert.“
    Das passt nicht so recht zum Bericht des Alfred Wegener Institut (AWI), siehe FAZ.net, 21 April 2008, unter : “Kälterekord lässt Eisdecke wachsen”. Danach bewege sich die Erkaltung der antarktischen Meerwasser im Hundertstel-Grad-Bereich, was für ein Polarmeer schon sehr deutlich sei, so das AWI und dies könne die Umwälzbewegungen der ozeanischen Wassermassen in Schwung bringen. Änderungen des Meerwassers im Hundertstel-Grad-Bereich und atmosphärischer Kälterekord, passt das mit AGW zusammen? ##

    Wird die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft nicht durch Konsens, sondern auch durch Wetten gestärkt?
    Siehe auch: Kommentar No 21; klimakatastrophe zu James Hansens Klimaprognosen aus dem Jahr 1988

    ab

    Freitag, 9 Mai, 2008 at 18:17

  2. #Ich denke die Arbeitsgruppe rund um Latif wird sich erstaunt und verwundert zeigen, wenn sie aus dem Internet, oder aus der Presse von dieser Wette erfährt. Weiterhin wird eine öffentliche Gegendarstellung von Herrn Rahmstorf angekündigt. Hätte er sich nicht vorher telefonisch mit Herrn Latif in Verbindung setzten können?#

    Das ist die typische hinterhältige Wadenbeißermentalität von Rahmstorf, der kann nur von hinten, heimlich, hinterrücks ohne mit den Angegriffenen vorher gesprochen zu haben.

    Der ist immer angegriffen, wenn einer eine andere Meinung hat

    krishnag

    Freitag, 9 Mai, 2008 at 23:42

  3. Die Wette und Russisches Roulette – Ein Auszug aus DIE WELT im Jahr 1994 (FN)
    Ergänzend zu Kommentar-Link, Pierre Gosselin sagt: Nr.3):

    Erster Absatz:
    Verpaßt wurde die Möglichkeit, die Industrialisierung der Erde im Einklang mit dem Erhalt des Klimasystems zu vollziehen seit über einhundert Jahren. Selbst jetzt wird nicht zur Kenntnis genommen, daß das Klima und das Meer eine synchrone Einheit sind. Statt dessen gibt es bereits die Empfehlung, so um die 40 000 Milliarden Mark in die Luft zu investieren. Damit soll der Himmel von einem Teil der überschüssigen Treibhausgase befreit werden. Eine Reduzierung von 25 Prozent bis zum Jahr 2010 ist im Gespräch. Andernfalls stünde einer Klimakatastrophe wohl nichts mehr im Wege, lautet die These der Experten seit Jahren. Das herausragende Gefährdungspotential muß vielmehr in den vertanen Jahren und in der bisherigen Treibhausdiskussion gesucht werden. Dadurch wurde auch verhindert, daß die bereits 1982 fertiggestellte Verfassung der Meere bisher nicht zur Erfassung und zum Schutz des Klimas eingesetzt wurde.

    Letzter Absatz:
    Die Klimaproblematik ist viel zu ernst, als daß sie denen überlassen werden kann, die es seit langem besser hätten wissen müssen und die sie weder erkannten noch an den klimatischen Vorgaben der Meere interessiert waren. Für einen Schutz des Klimas wird die seit zwölf Jahren brachliegende Verfassung der Meere, das 1982er Seerecht der Vereinten Nationen und deren tatkräftige Anwendung benötigt
    Es ist das einzige internationale Rechtsinstrument, das den Namen Klimaübereinkommen verdient. Denn Klimaänderungen sind nur mit Meeresverständnis und Meeresschutz zu vermeiden. Nur mit diesem Übereinkommen kann sichergestellt werden, daß sich alle Staaten an dieser Aufgabe nachhaltig beteiligen. Der Glaube vieler Experten an die These vom Treibhauseffekt ähnelt mit ihrem 40-Billionen-Einsatz Russischem Roulette mit voller Revolvertrommel. Ein höchst fragwürdiges Leitmotiv, das hier gesetzt wurde. Wichtige Zeit wurde ohnehin schon vertan. Es ist Verschwendung von Zeit und knappen Mitteln des IPCC, „das Klima der Erde zu entdecken“, Die Meere werden handeln.

    FN: Versäumisse der Wissenschaft, Beim Klima starren Forscher in die Luft und vergessen die Meere, DIE WELT, 26 April 1994, Arnd Bernaerts, in: FORUM, Die andere Meinung, Seite 5. Ganzer Text auf http://www.ozeanklima.de/

    ab

    Samstag, 10 Mai, 2008 at 11:37

  4. Reuters UK berichtet über die Klimawette „Global cooling theories put scientists on guard“.

    http://uk.reuters.com/article/oilRpt/idUKL0982254220080509?sp=true

    Müller

    Samstag, 10 Mai, 2008 at 12:27

  5. Auch FOCUS ONLINE berichtet heute über die Klimawette (Interview mit Professor Stefan Rahmstorf) „Von wegen Abkühlung“.

    http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/tid-9923/globaler-klimawandel-von-wegen-abkuehlung_aid_300673.html

    Müller

    Samstag, 10 Mai, 2008 at 18:08

  6. @krishnag
    Ich stimme Ihnen zu…
    Hier kann ich mich besser ins Englisch ausdrücken.
    It’s only a matter of time before Mr. Ramstorf’s tactics catch up to him. He’s already viewed by many as someone who talks way too much before thinking. It’s only a question of time (and maybe a few 10ths of a degree Celsius) before the rest of the scientific community stops tolerating his disrespectful attitude.

    Pierre Gosselin

    Montag, 12 Mai, 2008 at 09:48

  7. @Müller
    The Reuters article was quite unbiased. What the Reuters report now shows is that the sceince is far from being settled – and that’s a step in the right direction.

    Pierre Gosselin

    Montag, 12 Mai, 2008 at 10:03

  8. Über die Initiatoren der Klimawette kann man sich wirklich nur wundern, sind doch schon die Vorgaben von Keenlyside, Latif et al. höchst angreifbar. Die Kernaussage des Nature Beitrages (453, S. 84-88) sagt: Wir verwendeten nur die an der Meeresoberfläche gemessenen Temperaturen (SST) und fütterten damit unser Klimamodel. ( Here we apply a simple approach—that uses only sea surface temperature (SST) observations—to partly overcome this difficulty and perform retrospective decadal predictions with a climate model. Weiterer Auszug siehe PS).

    Wenn Herr Prof. S. Rahmstorf auf WISSENSLOGS seinem Beitrag am 08 Mai 2008 den Titel KLIMAWETTE gibt, scheint ihm nicht aufgefallen zu sein, dass es um eine SST-Wette geht, bzw er keinen möglichen Zusammenhang zwischen kälteren SST im Atlantik und dessen Einfluss auf die Lufttemperaturen sieht. Wer weiß. Zu der Wette wurde er u.a. folgendes gefragt (10 Mai, 00:16) AUSZUG:

    Auszuganfang
    Sie haben sicherlich Recht, wenn Sie sagen, dass Sie Klimaschwankungen für die nächsten zehn Jahre nicht vorhersagen können, soweit Sie Ihre Prämissen Ihres Buches DER KLIMAWANDEL 2006/07 (S.12 und 13) zugrunde legen, wonach: Klima eine Energiebilanz und Klimaänderungen die Änderungen dieser Klimabilanz sind. Könnte es sein, das diese Vorgabe nicht so richtig stimmt, wenn man den Ozeanen ca. die 1000fache Menge Energie gegenüber der Atmosphäre zubilligt – im Prinzip wenigstens? Auch mit nur vier Grad Durchschnittstemperatur, ist die Energie der Meere gewaltig, wird aber in Ihrem Buch nicht erwähnt (s. S. 13).
    Ende des Auszugs; (Siehe dazu auch oben: Kommentar 1, Absatz: EDDY)

    Wenn Keenlyside, Latif et al. ihre Klimamodelle lediglich mit SST speisen, und den Klimawettern fällt dazu nichts ein, dann könnte es um deren Verständnis, wie Klima funktioniert, schlecht bestellt sei, insbesondere auch deshalb weil die Nature Autoren selbst bestätigen, dass es an Temperaturdaten aus tiefern Wasserschichten gemangelt hätte (s. PS).

    PS (Auszug aus NATURE, die ersten Zeilen des Aufsatzes):
    The climate of the North Atlantic region exhibits fluctuations on decadal timescales that have large societal consequences. Prominent examples include hurricane activity in the Atlantic,
    and surface-temperature and rainfall variations over North America, Europe and northern Africa. Although these multidecadal variations are potentially predictable if the current state of the ocean is known, the lack of subsurface ocean observations that constrain this state has been a limiting factor for realizing the full skill potential of such predictions. Here we apply a
    simple approach—that uses only sea surface temperature (SST) observations—to partly overcome this difficulty and perform retrospective decadal predictions with a climate model.

    ab

    Montag, 12 Mai, 2008 at 21:06

  9. Hat mit dem aktuellen Thema nix zu tun, aber evtl kann mir doch einer weiterhelfen.

    Ich hätte da mal ne Frage zur „Normaltemperatur“ sprich „natürlicher Treibhauseffekt“

    Es kursieren da 4 Werte die bedenklich voneinander abweichen
    1. ca 15°C
    2. 58,6F (also ca. 14,8°C)
    3. 57,9F (ca. 14,4°C)
    4. 57,2F (ca. 14,0°C)

    Was ist denn nun richtig? Und wo wird gemessen (Land oder Land/Ozean)?

    MEstermeier

    Dienstag, 13 Mai, 2008 at 02:03

  10. 1. Man kommt zu verschiedenen Resultaten, je nachdem, ob man Temperaturen nach verschiedenen Verfahren aus Messungen am Boden, von Satelliten (mit oder ohne Extrapolation an den Polen) oder mit verschiedener Genauigkeit der Näherungen aus dem Strahlungsgleichgewicht der Erde ableitet. Außerdem hängt der Wert davon ab, auf welche Höhe vom Boden man sich bezieht, wie gemittelt und wie interpoliert wird.

    2. Es ist überhaupt kein Problem, wenn der Wert für die globale Temperatur je nach Verfahren einen anderen Wert hat, weil uns die Temperaturanomalie interessiert, die Abweichung der Temperatur von einem für einen bestimmten Zeitraum festgelegten Mittelwert. Diese Anomalie läßt sich nämlich viel genauer bestimmen, als die globale mittlere Temperatur, weil der Fehler bei der Bestimmung der Temperatur bei der Differenzenbildung mit abgezogen wird.

    3. Die 14 Grad stammen z.B. aus dem IPCC-Bericht (Seite 100) und beziehen sich auf das Strahlungsgleichgewicht. Aber hier ist es ausdrücklich ein ca.-Wert, und es wird offen gelassen, auf welchen exakten Zeitpunkt sich der Wert bezieht. NCDC gibt 13,9 Grad als Mittelwert 1901-2000 an und eine aktuelle Anomalie von etwa 0,55 Grad, was 14,4-14,5 Grad ergibt. Je nachdem, worauf man sich bezieht, sind also 14 , 14,4 , 14,8 und 15 Grad Celsius alle richtige Antworten auf die Frage nach der mittleren globalen Temperatur. Die Anomalien hingegen sind recht genau bestimmbar und können alle auf die gleiche Basis umgerechnet werden.

    4. Der Wert bezogen auf die Zeit vor Einsetzen der anthropogenen Treibhausgasemissionen wäre wiederum aus der Rückrechnung zugänglich, also aktueller Wert minus 0,8 Grad, plus/minus natürliche Variabilität, die wiederum vom betrachteten Zeitraum abhängt. Wie schon geschrieben, das Strahlungsgleichgewicht wird üblicherweise mit ca 14 Grad berechnet und ist in dem Zusammenhang der am häufigsten verwendete Wert. Richtig ist er aber nur im Sinne der oben gemachten Einschränkungen. Angaben auf Zehntel Grad genau sind in dem Zusammenhang sinnlos.

    for4zim

    Dienstag, 13 Mai, 2008 at 11:57

  11. @MEstermeier #10
    15° stammen aus der Rechnung des natürlichen Treibhauseffektes, der davon ausgeht, daß die normale Temperatur ohne Treibhausgase, insbesondere Wasserdampf bei -18°C liegen würde.
    Wasserdampf aber auch Treibhausgase heizen die Erde um 33 K auf, damit wären wir 15°C.
    In den Betrachtungen zum Klimawandel kommen dann die unter #11 von For4zim genannten Variablen zum Tragen, die aber sinnvollerweise alle unter 15°C liegen weil wir ja sonst nicht von einer Erwärmung sprechen könnten, sondern von einer unterdurchschnittlichen Temperatur.

    @For4zim #10
    #die Abweichung der Temperatur von einem für einen bestimmten Zeitraum festgelegten Mittelwert#
    der sehr flexibel gelegt werden kann.
    warum man diese -18+33=15 nicht nimmt entzieht sich meinem Verständnis, außer eben das die Anomalie dann eben immer im Minusbereich pendeln würde, und welcher Klimakatastrophikus will das schon, der kriegt ja schon bei Stagnation einen Herzkasper.

    krishnag

    Dienstag, 13 Mai, 2008 at 21:21

  12. hoffentlich geht die welt nicht unter.

    unnikuttan

    Dienstag, 13 Mai, 2008 at 22:21

  13. @M.Müller wieso muß mein Kommentar erst freigeschaltet werden ??

    krishnag

    Dienstag, 13 Mai, 2008 at 22:24

  14. @krishnag

    Liegt daran, dass ich einige Schlüsselwörter in den Filter eingegeben habe. Z.B. Laie, Colodingsbumbs, … na die üblichen Leute, die rumtrollen und die ich schon ermahnt habe. Ich schalte da lieber erst nachträglich frei. Wenn du eines der Worte oder einen gewissen Namen verwendest, dann erkennt der Scanner das leider nicht.

    Müller

    Dienstag, 13 Mai, 2008 at 22:42

  15. #12

    @krishnag

    Genau das hab ich mir auch gedacht als ich meine Frage formulierte. ;)
    Endlich bekommen wir die Temperatur, die uns eigentlich wissenschaftlich begründet zusteht.

    MEstermeier

    Dienstag, 13 Mai, 2008 at 23:18

  16. Diese Wette ist eine einzige Frechheit!

    MfG

    Christian

    Mittwoch, 14 Mai, 2008 at 11:59

  17. Traue denen ein abgekartetes Spiel zu um schwindendes Interesse bestimmter Politiker am Klimagetöse zu reanimieren.
    Warum sonst der andauernde Presserummel? Eine Krähe hackt der anderen schließlich kein Auge aus. Klima-Wissenschaft
    auf Rekordtief seit Beginn der Aufzeichnungen!

    Torsten

    Mittwoch, 14 Mai, 2008 at 17:17

  18. „Ich möchte das nicht kommentieren“, sagte Mojib Latif auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,553296,00.html

    Müller

    Mittwoch, 14 Mai, 2008 at 23:48


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