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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

James Hansens Klimaprognosen aus dem Jahr 1988

with 21 comments

James E. Hansen (* 1941 in Iowa) ist ein US-amerikanischer Klimaforscher. Er ist Direktor des Goddard Institute for Space Studies (GISS) der NASA und Professor für Erd- und Umweltwissenschaften an der Columbia University. Bekannt wurde Hansen besonders in den 1980ern als einer der ersten Wissenschaftler, der eindringlich vor den Gefahren der globalen Erwärmung warnte.

Hansen hielt bereits vor 20 Jahren Reden vor dem amerikanischen Senat und präsentierte seine Forschungsresultate, siehe den folgenden Link.

http://cce.890m.com/hansen-nov87-sen-en-nat-res.pdf

Siehe dazu auch den Beitrag auf Climate Review „Amerikanische Dürren

Die Prognosen von Hansen aus den Jahren 1984-1988, welche er im Jahr 1988 präsentierte, sahen wie folgt aus.

Vorgestellt wurden 3 Szenarien (A, B und C).

Szenario A:

Ohne Vulkanausbrüche, exponentiell ansteigende Treibhausgaskonzentration (1,5% pro Jahr), Business as Usual Szenario. Angenommener Temperaturanstieg: 0,37°C pro Jahrzehnt.

Szenario B:

Angenommene Vulkanausbrüche in den Jahren 1995 und 2015, linear ansteigende Treibhausgaskonzentration, meist plausibles Szenario. Angenommener Temperaturanstieg: 0,25°C pro Jahrzehnt.

Szenario C:

Angenommene Vulkanausbrüche in den Jahren 1995 und 2015, geringerer ansteigende Treibhausgaskonzentration, strenge Maßnahmen (Emissionshandel) ab 2000. Angenommener Temperaturanstieg: 0,24°C pro Jahrzehnt.

Weiter ist im oberen Teil der Abbildung die gemessene Globaltemperatur bis 1988 verzeichnet.

Im unteren Teil der Abbildung findet sich eine Gegenüberstellung zwischen den Projektionen von 1988 und der tatsächlich gemessenen Globaltemperatur über Land, sowie über Land + See. Der Vulkanausbruch des Pinatubo im Jahr 1991 ist durch einen gelben Kreis kenntlich gemacht. Beobachtet wurde (nach GISS-Datensatz von Hansen) ein Temperaturanstieg von 0,25°C pro Jahrzehnt über den Landteil und von 0,20°C über den Land+Seeteil, mit stark abnehmender Tendenz seit 1998. Die Messwerte liegen damit im untersten Bereich der Projektionen von 1988. Und das, ohne das einschneidende Maßnahmen in Sachen CO2-Emissionen getroffen wurden.

Wie begründet Hansen diese Differenzen? In einer Veröffentlichung von 1998 weist er darauf hin, dass das Business as Usual Szenario nicht das höchstwahrscheinlichste sei. Die Sowjetunion sei zusammengebrochen, FCKWs (CFCs) wurden verboten, der Anstieg in der Methankonzentration hätte sich abgeflacht, der Pinatubo sei ausgebrochen, …

Nun gut, um Hansen entgegen zu kommen greife ich auf das Szenario B zurück. 1988 hatte Hansen angenommen, dass sich die Globaltemperatur in den 90er Jahren (entsprechend Szenario B) wie folgt ändern würde (linker Teil der Abbildung). Im rechten Teil der Abbildung ist die tatsächlich gemessene Temperaturveränderung der 90er Jahre abgebildet.

Die Modellannahmen zeigen global eine starke Erwärmung, vor allem in den hohen und niederen Breiten (Polargebiete). Die polaren Winter auf der NH und SH zeigen im Modell eine deutliche Erwärmung. Die Messungen zeigen hingegen eine moderatere Erwärmung. In Teilen der Arktis und Antarktis sind sogar Abkühlungen zu verzeichnen. Z.B. im Bereich der Baffinbai (zwischen Kanada und Grönland), in der Ostantarktis und im winterlichen Nordpolarmeer, sowie im sommerlichen Nordpazifik.

Rückblickend auf Hansens Modelle von 1988 kann man schlussfolgern, dass er seinerzeit eher zur Übertreibung neigte. Auch heute noch ist er ein eindringlicher Warner, wie das anliegende Video zeigt (mit deutschem Untertitel).

Siehe auch

http://cce.890m.com/part11/

Written by admin

Donnerstag, 1 Mai, 2008 um 11:50

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert

21 Antworten

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  1. #http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/palaoklima/2008-04-19/der-hansen-faktor/page/1#comments#
    Wo er sogar von Rahmstorf ausgebremst werden muß, der hier den „Skeptiger“ gibt, nicht über die Maßen melodramatisch angelegt.

    krishnag

    Donnerstag, 1 Mai, 2008 at 13:35

  2. Wenn man nur einigermaszen bei Verstand ist, den Zustand der Modelle im Jahr 88 richtig einschaetzt, sich klar macht, dass das 88er GISS eine Klmasensitivitaet von ueber 4° hatte, kann man nur sagen, dass Hansen fantastisch richtig lag. Das jahreszeitliche Pattern zB entspricht exakt den Berechnungen. Aber wie gesagt, wenn man nur einigermaszen bei Verstand ist.
    PS Bisschen dreist mal wieder aus einem mit viel Arbeit hergestellten Video so die Abbildungen rauszukopieren und unten nichts als „siehe auch“ drunter zu pinseln. Aber hei, dafuer bist du ja der Mueller.

    Georg Hoffmann

    Donnerstag, 1 Mai, 2008 at 18:56

  3. Glatt dieses Kleinod uebersehen:“In einer Veröffentlichung von 1998 weist er darauf hin, dass das Business as Usual Szenario nicht das höchstwahrscheinlichste sei. Die Sowjetunion sei zusammengebrochen, FCKWs (CFCs) wurden verboten, der Anstieg in der Methankonzentration hätte sich abgeflacht, der Pinatubo sei ausgebrochen, …
    Nun gut, um Hansen entgegen zu kommen greife ich auf das Szenario B zurück. “
    Im Jahr 98 haette er hoechstens sagen koennen, dass das Scenario C nicht eingetreten sei, von „Wahrscheinlichkeit“ kann man ja a posteriori nicht mehr sprechen. Wichtiger aber ist, dass er 88 (achtundachtzig) bereits geschrieben hat, dass Scenario B das wahrscheinlichste ist. Wenn du schon die Abbildungen kopierst, dann lies doch auch den eingeblendeten Text.

    Georg Hoffmann

    Donnerstag, 1 Mai, 2008 at 19:00

  4. @Hoffmann

    Sie haben mal wieder schlechte Laune.

    Was steht denn im Beitrag?

    „Szenario B:
    … meist plausibles Szenario.“

    Die Szenarien von 1988 laufen bis 2019 und nicht bis 1998.

    Die Quellen sind genannt und verlinkt. Bis auf eine Abbildung stammen die Abbildungen ursprünglich aus Hansens Präsentation.

    Müller

    Donnerstag, 1 Mai, 2008 at 19:29

  5. @Hoffmann

    P.S.: Berücksichtigt man den derzeitigen Trend und die neusten Berechnungen von Latif und Co., dann liegen Hansens Projektionen aus dem Jahr 1988 für das Jahr 2019 völlig daneben. Derzeit liegen wir schon in etwa 0,2°C unter Szenario B.

    Müller

    Donnerstag, 1 Mai, 2008 at 19:43

  6. @Mueller

    „Was steht denn im Beitrag?“

    Es steht der zwischen Luege und Frechheit rumlungernde Satz:

    „Nun gut, um Hansen entgegen zu kommen greife ich auf das Szenario B zurück.“

    Georg Hoffmann

    Donnerstag, 1 Mai, 2008 at 19:59

  7. @Hoffmann

    War doch wirklich nett von mir, dass ich nicht Szenario A „Business as Usual“ gewählt habe. Jeder Klimawissenschaftler zeigt uns doch, dass wir „Business as Usual“ fahren. Hier z.B. Ihr Vortrag:

    Wie wäre es mit einer Korrektur? Andere rudern auch schon zurück.

    Müller

    Donnerstag, 1 Mai, 2008 at 20:09

  8. @Heorg Hoffmann #6

    #Es steht der zwischen Luege und Frechheit rumlungernde Satz#

    So betrachte ich mittlerweile eigentlich fast jeden Satz, der von planck, aka Georg Hoffmann, in die Tastatur gehauen wird.

    krishnag

    Donnerstag, 1 Mai, 2008 at 20:49

  9. Ich denke, jeder, der mit dem Fach zu tun hat, ist beeindruckt, wie gut Hansen et al. 1988 mit dem Szenario B die tatsächliche Entwicklung getroffen hatten, wenn man bedenkt, was für eine gewaltige Entwicklung seit damals die Modelle und unsere Kenntnisse über Modellantriebe gemacht haben. Und sobald wir einen ENSO-Zyklus weiter sind, dürfte wohl auch klar sein, daß das damalige Modell immer noch auf der eher konservativen Seite lag.
    Und leider muß man immer wieder darauf hinweisen, daß der Hauptunterschied zwischen Modell A und B ist, daß A das Montreal-Protokoll nicht enthält, das ja kurz darauf ratifiziert wurde, insofern konnte Szenario A nie eintreten, und das war 1988 schon vorauszusehen.
    Noch frappierender ist, sich im Gegensatz dazu anzusehen, wo denn die Gegner von Hansen heute mit ihren Voraussagen gelegen hätten:
    Reid Bryson: Voraussage einer Eiszeit
    Fred Singer: „Keine Änderung“: er läge heute ca. 0,3-0,5 Grad daneben.
    Lindzen: „T-CO2-Sensitivität unter 1“: er läge heute 0,2-0,3 Grad daneben.
    Das ist der Grund, warum die IPCC-Gegner es gar nicht erst wagen, eigene, falsifizierbare Prognosen zu publizieren – sie hätten inzwischen bereits eine über 20 Jahre dokumentierte Geschichte der Fehlprognosen!

    for4zim

    Donnerstag, 1 Mai, 2008 at 21:00

  10. @For4zim

    Derzeit liegen wir schon in etwa -0,2°C unter Szenario B. 2019 werden es nach den aktuellen Projektionen von Latif und Co. ca. -0,5°C sein. Die gehen von stagnierenden Temperaturen aus.

    Hansen liegt schon jetzt mit all seinen 3 Szenarien falsch. Wir liegen selbst unter Szenario C. Szenario C geht von einen unterlinearen Anstieg im CO2-Gehalt aus. Der CO2-Gehalt der letzten 20 Jahre stieg aber überlinear an.

    Wie ich merke, sind Sie vom Fach. Vom DWD zum Qualitätsmanager.

    Müller

    Donnerstag, 1 Mai, 2008 at 22:06

  11. Müller: Lies Dir doch mal wenigstens die Studie von Keenlyside et al. durch, oder wirf einen Blick auf Figur Nummer 4. Siehst Du da bsi 2019 „nach den aktuellen Projektionen von Latif und Co. ca. -0,5°C“? Nein? Sondern eher sowas wie +0,4°C? Ja? Bingo.

    Nils Simon

    Freitag, 2 Mai, 2008 at 10:50

  12. Ist James Hansen ein Opportunist? Bereits im Jahr 1981 hatte das NASA Hansen-Team festgestellt, dass es von 1940 bis 1970 eine globale Abkühlung gegeben hatte. Sein Interesse dieses – möglicherweise – bedeutenste Klimaereignis des letzten Jahrhunderts nachvollziehbar zu erklären war bisher gering.

    Already back in 1981 the James Hansen’s team published their finding that, overall, Earth’s average temperature rose by about 0.4°C for the period from 1880 to 1978, but there was a global cooling from 1940-1970 (Mehr auf http://www.oceanclimate.de ).

    FRAGE: Wird der Mechanismus des heutigen Klimas verstanden, wenn die Ursachen für die globale Abkühlung über drei Jahrzehnte bisher nicht überzeugend dargelegt worden sind?

    ab

    Freitag, 2 Mai, 2008 at 11:10

  13. @Simon

    Habe ich schon gemacht und auch richtig gerechnet.

    „Derzeit liegen wir schon in etwa -0,2°C unter Szenario B. 2019 werden es nach den aktuellen Projektionen von Latif und Co. ca. -0,5°C sein.“

    Hansens Szenario B liegt im Jahr 2019 bei ca. 1,1°C (nach GISS Standard).
    -> 1,1 (GISS) – 0,4 (HadCRUT3) = 0,7 °C
    GISS liegt ca. 0,2 °C höher als HadCRUT3
    -> 1,1 – 0,6 = 0,5 °C

    Also liegt Hansens Szenario B (aus dem jahr 1988 ) im Jahr 2019 um ca. -0,5°C unter den aktuellen Projektionen von Latif und Co. Bingo.

    Müller

    Freitag, 2 Mai, 2008 at 11:11

  14. Hansens Szenario liegt bei einer Temperaturanomalie von 1,1 in 2019. Das ist noch korrekt. Derzeit (2007) liegt es bei einer Temperaturanomalie von etwa 0,8. GISS Land-Ozean-Index liegt bei 0,6 (0,57) in 2007. Das ist eine Abweichung von 0,2 Grad Celsius, die gut innerhalb des Modellfehlers liegt und im Rahmen der Schwankungsbreite des globalen Wetters, welches das Modell ja definitionsgemäß nicht vorhersagen kann und soll.

    Messungen für 2019 liegen nicht vor. (Die Gründe sind hoffentlich jedem bekannt.)

    Spekulationen darüber, ob die gemessenen Werte 2019 näher bei Hansens Modell oder Keenlysides Modell (aus Kiel) liegen, sind daher müßig. Es sei aber darauf hingewiesen, daß die vorausgesagten Temperaturen im Kieler Modell 2019 zu einer Anomalie von 0,7 bezogen auf die HadCRUT3-Zeitreihe und 0,8 bezogen auf die GISS-Zeitreihe führen. Damit wäre die Abweichung zwischen Hansen et als. damaligem Modell und dem aktuellen Modell nur 0,3 Grad Celsius, was ebenfalls erstaunlich wenig ist, wenn man den Fortschritt in dieser Zeit und die Unterschiede im Ansatz bedenkt.

    Es bleibt auch dabei, daß keiner der selbsterklärten Klimaskeptiker je eine falsifizierbare Vorhersage zu der globalen Temperatur publiziert hat, die auch nur halbwegs die Beobachtungen erklärt hätte. In einer Naturwissenschaft ist das aber der anerkannte Weg, überhaupt den Erfolg einer Hypothese zu prüfen, daß man ihre Voraussagen testet. Hansen et al. haben den Test bislang bestanden. Und die neuen Modellgenerationen sollten natürlich bessere Projektionen für längere Zeiträume liefern. Die Leugner des anthropogenen Klimawandels haben versagt (siehe oben).

    for4zim

    Freitag, 2 Mai, 2008 at 12:34

  15. @For4zim #14
    Könnte es u.U. möglich sein, das Skeptiker von diesen Szenarien im Allgemeinen und von Termperatur“voraussagungen“ im Speziellen nicht viel bis nichts halten ?
    Wenn ich von Modellen nichts halte, werde ich kein Modell laufen lassen um „wissenschaftlich“ etwas zu falsifizieren, oder ?
    Nur mal so als Idee ?

    Krishnag

    Freitag, 2 Mai, 2008 at 13:04

  16. @For4zim

    Wenn wir es schon genau haben wollen bis zur zweiten Nachkommastelle:

    Hansens Szenario B liegt im Jahr 2019 bei etwas über 1,1°C (GISS).

    Keenlysides und Latifs aktuelle Projektion liegt im Jahr 2019 bei etwas über 0,6 °C (HadCRUT3) entspricht 0,7-0,75 °C (GISS).

    -> Rund 0,4°C Abweichung im Jahr 2019 zwischen den beiden Projektionen.

    Szenario B von Hansen geht von einem linearen Anstieg im CO2-Gehalt aus. Der CO2-Gehlat steigt aber überlinear an.

    Also liegt die Wahrheit zwischen den Szenarien A und B von Hansen. Für das Jahr 2019 bedeutet das einen Wert zwischen 1,1-1,6°C nach Hansen. Latif und Co. sagen für 2019 nach GISS 0,7-0,75°C voraus. Macht rund 0,6°C Abweichung zwischen den beiden Projektionen im Jahr 2019. Hansen ist kläglich gescheitert. Er liegt über ½-Grad falsch und zu hoch.. Sie sind ebenso mit Ihren „Ozonwetterprognosen“ beim DWD gescheitert und mussten den DWD verlassen.

    Müller

    Freitag, 2 Mai, 2008 at 13:16

  17. Ich hätte auch damit, daß ein Modell ohne gekoppelte Ozeane und ein Modell mit gekoppelten Ozeanen und Assimilation von 50 Jahren Daten über Meeresoberflächentemperaturen 0,4 Grad auseinanderliegen, keine Probleme (nur um einen sinnlosen Streit um insignifikante zweite Stellen nach dem Komma zu vermeiden). Der entscheidende Punkt ist, daß Ihnen hier nicht klar ist, was die impliziten Fehlerbereiche dieser Modelle sind und der entsprechenden Temperaturzeitreihe und was da eine Falsifikation ist und was nicht. Läge die gemessene Temperatur (globales Jahresmittel) gerade zwischen diesen Zeitreihen, hätten sogar beide eine Punktlandung und wären statistisch gesehen nicht falsifiziert. Wir sind damit schon wieder bei dem Punkt, daß Sie zu den Daten auch die Vertrauensbereiche bzw. die Fehler hinzunehmen müssen.

    Der andere Punkt ist, daß Sie offensichtlich den Annex B der Arbeit von Hansen et al. nicht gelesen haben. Szenarion A und B unterscheiden sich bezüglich CO2 darin, daß der inkrementelle Wachstum pro Jahr in A mit 1,5% pro Jahr anwächst, in Szenario B von 1,5% pro Jahr bis 2010 auf 0 zurückgeht. Ab dann wächst CO2 mit 2 ppm pro Jahr linear. Das macht zwischen Szenario A und B in 2019 einen atemberaubenden Unterschied von 10 ppm bei CO2 aus, also weit weniger als 0,03 Grad beim reinen CO2-Antrieb. Der Unterschied zwischen den Szenarien A und B wird vor allem durch den weiteren Anstieg der Konzentrationen der FCKW hervorgerufen (außerdem Ozon, stratosphärisches Wasser und andere Komponenten). A war mit dem Montrealabkommen NICHT business as usual, sondern ein Szenario darüber, wie es hätte kommen können, wenn das Montreal-Abkommen nicht ratifiziert und umgesetzt worden wäre.

    for4zim

    Freitag, 2 Mai, 2008 at 14:06

  18. @For4zim

    „Der andere Punkt ist, daß Sie offensichtlich den Annex B der Arbeit von Hansen et al. nicht gelesen haben. Szenarion A und B unterscheiden sich bezüglich CO2 darin, daß der inkrementelle Wachstum pro Jahr in A mit 1,5% pro Jahr anwächst, in Szenario B von 1,5% pro Jahr bis 2010 auf 0 zurückgeht. Ab dann wächst CO2 mit 2 ppm pro Jahr linear.“

    Nun, hier der genaue Wortlaut von Hansen aus dem im Beitrag verlinkten Bericht, den Sie offensichtlich nicht gelesen haben:

    Scenario A – continued growth of emissions at rates which are compounded annually, and thus are exponential: e.g., CO2 emissions increase 1 ½ % / year and CFC emissions increase 3 % / year.

    Scenario B – fixed nannual growth of greenhouse forcing; if population grows, this scenario implies a reduction in per capita emissions.

    Scenario C – greenhouse forcings ceases to increase after year 2000; CFC emissions are terminated by 2000 and other trace gas emissions just balance their sinks; this would require dramastic cuts in fossil fuel use, perhaps half of the current use.

    A: Slow Exponential Growth (“business as usual”)
    B: Linear Growth (“limited emissions”)
    C: Terminated Growth (“Draconian emission cuts”)

    Ich stelle fest, Sie trollen wieder rum.

    Ich sage doch, die Wahrheit liegt zwischen A und B und Hansen liegt mit seinen Projektionen (von 1988 ) für das Jahr 2019 um ca. ½ Grad zu hoch, gegenüber den aktuellen Projektionen von Latif und Co.

    Das Hansens Projektion B jetzt schon um 0,2 Grad gegenüber den Messwerten zu hoch liegt haben Sie ja schon eingestanden.

    Und dann holen Sie noch das Montrealabkommen und die FCKWs aus der Kiste und natürlich Ihre Fehlerbereiche. Ja genau, wir haben durch das FCKW-Verbot den Temperaturanstieg um einige Zehntel Grad gebremst. Im welchen Paper steht das?

    Da ich morgen in den Urlaub fahre aktiviere ich mein Postfach. Sie können sich einige Tage Zeit für Ihre Antwort lassen und noch einmal alles in Ruhe nachlesen. Antworten werden ich erst nach meinem Urlaub wieder frei schalten. Wer weis, was hier sonst für ein Unfug getrieben wird.

    Müller

    Freitag, 2 Mai, 2008 at 16:00

  19. Den Vorwurf des „Trollens“ sollten Sie aber schnell zurücknehmen. Die genaue Erläuterung der Szenarien IST im Annex B und dort steht genau der Wortlaut, den ich verwende. Hansen et al gehen von Werten 1981 mit dem damaligen inkrementellen Anstieg des CO2 aus (entsprechend andere Substanzen) und sie verändern immer die EmissionsRATE. Nicht das CO2 wächst exponentiell oder degressiv, sondern der Anstieg der Emissionen.

    In der Arbeit von Hansen selbst steht EXPLIZIT, daß Szenario B das plausibelste Szenario sei. Und auch, daß bis 2019 die CO2-Mischungsverhältnisse nur um ca. 10 ppm auseinanderliegen, habe ich aus den Szenarien schnell ausrechnen können. Wie wäre es, wenn Sie die Übung auch mal hinter sich brächten?

    Und um 0,5 Grad höher als die ANDERE MODELLrechnung liegt Hansens Modell selbst nach Ihrer Rechnung nicht, denn Sie wissen genau, daß Sie sich bei den zu vergleichenden Anomalien auf den Bezugszeitraum 1951-1980 (GISS) beziehen müssen, und dann liegen die Anomalien ca. 0,1 Grad höher als bei dem Bezugszeitraum 1961-1990 (HadCRUT3).

    Und ich weise noch mal auf die Trivialität hin, daß zwei Zeitreihen nicht signifikant voneinander abweichen, wenn Sie im Rahmen des Fehlers übereinstimmen. Und bei 0,2 Grad Celsius Abstand in einem bestimmten Jahr können Sie nicht von einer signifikanten Abweichung von Messungen und Rechnungen reden. Ich finde auch Ihre Formulierungen absurd „haben sie jetzt auch eingestanden“. Was soll ich denn gestehen? Stehe ich hier vor Gericht? Hier geht es um naturwissenschaftliche Fragen, nicht um Glaubensfragen. Sie scheinen zu glauben, das Zutreffen oder Nichtzutreffen von Sachverhalten hätte irgendeine Bedeutung für jemanden persönlich. Kommen Sie davon mal runter.

    Das gilt auch für das Montrealabkommen. Das hole ich nicht aus einer Kiste, sondern das ist exakt der Punkt, der den größten Teil des Unterschieds zwischen Szenario A und B erklärt.

    Sie haben 1. Hansens Modell nicht verstanden. Sie nehmen 2. die Prognose eines Ihnen unbekannten Modells als die Realität im Jahr 2019, um damit ein über 20 Jahre älteres Modell zu „widerlegen“, 11 Jahre bevor echte Messungen vorliegen, die möglicherweise genauso gut näher bei dem neuen wie bei dem älteren Modell liegen können. Sie tun das, 3. unter völliger Mißachtung der bekannten Tatsache, daß sowohl die Anomalien aus den Messungen wie auch die Ergebnisse der Modelle erklärte Unsicherheitsbereiche haben, und daher Abweichungen im Rahmen der Konfidenzintervalle erlaubt sind.

    for4zim

    Freitag, 2 Mai, 2008 at 21:34

  20. @For4zim

    Ist schon gut. Fühlen Sie sich jetzt besser?

    Die nächsten Tage stehe ich als Kummertante leider nicht mehr zur Verfügung, dann bin ich im Urlaub.

    Solche Beiträge sind zukünftig etwas für den Kummerkasten.

    https://klimakatastrophe.wordpress.com/kummerkasten/

    keep cool :) 8)

    klimakatastrophe

    Freitag, 2 Mai, 2008 at 23:00

  21. James Hansen’s Stern könnte alsbald sinken. Die Ozeane kommen ins Gespräch. Nature 453, 84-88 (1 May 2008) runs a paper titled: Advancing decadal-scale climate prediction in the North Atlantic sector, and concluding: „we make the following forecast: over the next decade, the current Atlantic meridional overturning circulation will weaken to its long-term mean; moreover, North Atlantic SST and European and North American surface temperatures will cool slightly, whereas tropical Pacific SST will remain almost unchanged. „

    Weitere wichtige Meer-Erkentnisse wurden kürzlich veröffentlicht und sind dargestellt auf: http://www.what-is-climate.com ( Kälterekord in der Antarktis & Sensationell neues von den Ozeanen) und http://www.arctic-warming.com (Catherine Brahic on: Arctic currents may be warming the world)

    ab

    Samstag, 3 Mai, 2008 at 10:27


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