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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Differenzen der Globaltemperatur

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Bis heute wird die Lufttemperatur vom Boden aus mit Thermometern gemessen (HadCRUT3-, bzw. GISS-NASA-Datenbasis). Der globale Mittelwert wird dabei aus den weltweiten Messungen (zu Land und zur See) errechnet. Seit einigen Jahrzehnten gibt es auch Messungen vom Orbit aus. Über Satteliten, welche mit Spektrometern ausgestattet sind, wird dabei die Temperatur der unteren Atmosphäre bestimmt (UAH-, bzw. RSS-Datenbasis).

Diese vier Institute veröffentlichen jeweils monatlich ihre eigene Temperaturanomalie zu einem langjährigen Referenzmittelwert. Die Referenzmittelwerte sind dabei unterschiedlich gewählt. Referenzmittelwerte: GISS (1951-1980), HadCRUT3 (1961-1990), UAH und RSS (1978-1999). GISS liegt derzeit bei knapp +0,6 °C, HadCRUR3 bei +0,4 °C und UAH und RSS bei +0,3 °C Anomalie zum gewählten Referenzmittelwert.

In der folgenden Abbildung sind die Temperaturanomalien GISS, UAH und RSS mit gleitendem Jahresmittelwert (die roten Linien) im Zeitraum 1998 bis März 2008 dargestellt.

Die Datensätze UAH, RSS und HadCRUT3 (hier nicht verzeichnet, da der Märzwert noch nicht veröffentlicht ist) zeigen übereinstimmend eine maximale Anomalie im Jahr 1998 (El-Nino-Jahr). Nur der GISS-Datensatz fällt hier als der Reihe. Weiter ist anzumerken, dass für den GISS-Datensatz ein Referenzmittelwert der Jahre 1951-1980 gewählt wurde. Dieses war mit Abstand die kälteste Periode der vergangenen Jahrzehnte. Aus diesem Grund fällt die GISS-Temperaturanomalie auch besonders groß aus.

Die Wahl des Referenzmittelwertes ist in erster Linie für die Größe der Temperaturanomalie entscheidend. Viel wichtiger ist aber, dass die verschiedenen Datensätze in sich konsistent sind, also einen übereinstimmenden Verlauf zeigen. 1998 fällt hier schon der GISS-Datensatz aus der Reihe. Aber wie sieht es in der Zeit danach aus? Hierzu habe ich einmal die Differenzen zwischen GISS- und RSS-Anomalie, sowie zwischen GISS- und UAH-Anomalie gebildet und für den Zeitraum der letzten 5 Jahre aufgetragen. Ein gleitender Jahresmittelwert ist verzeichnet (die roten Linien).

Es zeigt sich, dass die GISS-Anomalie mit der Zeit immer mehr von den RSS- und UAH-Daten abweicht. 2003 hat die Abweichung noch ca. 0,2°C betragen, heute beträgt sie schon ca. 0,3°C. Die Daten klaffen also immer weiter auseinander. Es hat den Anschein, dass in den GISS-Daten 1998 herunter korrigiert wurde und in den letzten 5 Jahren herauf. Besonders fällt der Unterschied im März 2008 auf. Hier beträgt die Differenz zu den RSS- und UAH-Daten sage und schreibe 0,6°C. Eine Rekordabweichung. Sollten die HadCRUT3-Daten von März 2008 diese Abweichung zu den NASA-GISS-Daten bestätigen, so hat die NASA und der verantwortliche James Hansen (ein bekennender Verfechter der Treibhaustheorie) ein echtes Problem.

Written by admin

Donnerstag, 10 April, 2008 um 15:36

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert

6 Antworten

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  1. muss ja nicht gleich heißen, dass die GISS-Daten geschönt sind, vielleich sind die Messungen einfach so ungenau.

    CK42

    Donnerstag, 10 April, 2008 at 19:01

  2. Wetten, dass Met Office schon einen Brief im Kasten hat…
    Derartige Spielchen zeigen nur eines- dass man sie nicht für ernst nehmen kann.

    Wetterfrosch

    Donnerstag, 10 April, 2008 at 20:40

  3. Interessant ist vor allem der Trend, die absoluten Werte sind ja eigentlich nur Maßzahlen und als solche wenig aussagekräftig.

    Und hier zeigen die Satellitendaten eben, daß der März 2008 deutlich kühler war als der März 2007. Das war eigentlich auch zu erwarten, bezieht man La Nina, die (zugegebenermaßen nicht wirklich repräsentativen) Medienberichte über diverse Kältewellen und die nach wie vor weit über Normal befindliche Meereismenge im Südpolarmeer ein.

    NASA-GISS dagegen sagt, daß der März 2008 wärmer ist als der März 2007. Und das überrascht schon. Schaut man sich die Daten detailliert, so ist dies ausschließlich auf die Nordhalbkugel und da auf einen „Wärmepol“ über Sibirien zurückzuführen. Ich würde gerne mal wissen, wieviele Stationen da als repräsentativ für wieviel Landfläche angesetzt wurden.

    Und: Die Differenz zwischen Nord und Süd nimmt bei den GISS-Zahlen jetzt ungeahnte Ausmaße an.

    Mal abwarten, was Hadley dazu sagt, dann sehen wir weiter.

    der physiker

    Donnerstag, 10 April, 2008 at 22:30

  4. @der Physiker #3
    http://www.metoffice.gov.uk/research/hadleycentre/news/cc_global_variability.html
    Noch nicht ganz der aktuelle Stand, aber man hat schon mal vorgebaut :-)

    krishnag

    Donnerstag, 10 April, 2008 at 23:34

  5. Es wäre vieleicht mal nicht verkehrt, die jeweiligen Mittelwerte anzuführen
    Danke

    Krishnag

    Freitag, 11 April, 2008 at 08:12

  6. Das war etwas vorschnell. Ich muss für den guten Ruf der AGW-Skeptiker hier eine Korrektur anbringen:
    @Physiker
    NASA-Giss Land-Ocean-index (Referenzperiode 1951-1980)
    März 2007 = +0.60°C
    März 2008 = +0.67°C
    ——————-
    März 2008 = +0.58°C NASA-Giss umgerechnet auf Referenzperiode 1961-1990
    März 2008 = +0.43°C HatCRUT3, Referenzperiode 1961-1990

    Aber es ist schon so: GISS-Nasa hat eine Graphik wo die globale Abdeckung der Bodenstationen beschrieben ist. Diese ist kontinuierlich zurückgegangen auf ca. 75% wobei eine Region als abgedeckt gilt, sofern sie mindestens alle 1200 km EINEN Thermometer hat. Gerade kam ein Kommentar aus Schweden, wonach INNERHALB einer solchen Masche laufend Thermometer gerade in Kältesenken in Mittelschweden abgebaut werden. Ich habe dies auch in Sibirien festgestellt, dass ein Thermometer, der nicht wie die anderen bis im März 2008 mittelfristig stark gestiegen ist, sondern eine langjährige flache Temperaturgeschichte hat, wurde einfach gelöscht. Also innerhalb dieser 75% Abdeckung wird laufend ausgedünnt – die sogenannten Ausreisser-Thermometer. Diese Thermometer müssen Klimalügner sein;-).

    Freundliche Grüsse,
    CP

    climatepatrol

    Montag, 14 April, 2008 at 17:54


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