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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Hubschrauberabsturz: Forscher stirbt in der Antarktis

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Beim Absturz eines Hubschraubers nahe der deutschen Forschungsstation „Neumayer II“ in der Antarktis sind am Sonntag zwei Menschen getötet worden, darunter ein Forscher. Drei weitere Verletzte werden nun auf dem Forschungsschiffes „Polarstern“ behandelt. Das schlechte Wetter macht ihnen zu schaffen.

Weiter: WELT ONLINE vom 03.03.2008

Neues vom Bau der Antarktisstation Neumayer III

Sturmwolken über der Neumayer-Station III

Der Herbst hat endgültig Einzug gehalten an Deutschlands südlichster Baustelle und mit ihm kündigen sich die ersten Schneestürme an der Neumayer-Station III an.

Die Arbeiten sind gut vorangekommen. In der vergangenen Woche konnte das U1, das erste Untergeschoss, fertig gestellt werden. Nun stehen Innenarbeiten an, die bis zum Ende der Saison fortgesetzt werden. Ebenfalls geschlossen ist das Dach der Garage, so dass der Ausbau von U1 bei jeder Wetterlage erfolgen kann.

Am vergangenen Wochenende wurde die provisorische Nordzufahrt der Garage mit Schnee verfüllt. Sobald dieser durchgefroren ist, wird an seiner Stelle die endgültige Garageneinfahrt mit Rampendeckel gebaut.

Doch stürmischer Wind und starke Schneefälle sind angekündigt. Am 18. Februar bereitete man sich im Bau-Camp auf die erste richtige Schneedrift vor. Bedingungen unter denen die Sicht auf wenige Meter abfällt und der Lärm des Windes für schlaflose Nächte sorgen kann.

Wer bei solchem Wetter vom Bau-Camp auf die 100 Meter entfernte Baustelle muss, riskiert im Schneetreiben die Orientierung zu verlieren. Daher werden Fahnen und Sicherheitsleinen am Weg zur Neumayer-Station III aufgestellt, mit deren Hilfe die Arbeiter den Weg zu und von der Baustelle sicher finden können.

Schon in der Nacht beginnt der Sturm sein Werk und am nächsten Tag ist das Bau-Camp von Neumayer III fest in der Hand der Schnee-Drift.

Schon der Weg zwischen Baustelle und Camp gleicht einer Passage aus den Tagebüchern von Amundsen oder Shackleton. Wer an der Station seinen Weg beginnt, geht nicht allein. Bei Sichtweiten von unter 10 Metern und eisigen Temperaturen marschieren die Männer in Gruppen zur Baustelle – irgendwo im Nirgendwo.

Trotz des gerade fertig gestellten Daches hat der Schnee in der kurzen Nacht das erste Untergeschoss der Station mit einer dicken Schneedecke überzogen. Ärgerlich doch unvermeidbar, denn selbst die kleinste Fuge bietet einen willkommen Weg für die feinen Kristalle.

Unverdrossen und mit Fegern, Schaufeln sowie selbstgebauten Schneeschiebern schaffen die Arbeiter den Schnee aus dem Rohbau, um nach dem Sturm zügig mit den Arbeiten fortfahren zu können – wie vieles auf Neumayer III ein echter Knochenjob.

Ein Teil der Bau-Mannschaft von ist bei diesen Bedingungen zur Untätigkeit verdammt. Alle Außenarbeiten mussten eingestellt werden und so steht fast die Hälfte des Teams vor der besonderen Aufgabe sich eine Beschäftigung zu suchen – schwierig, wenn man nach drei Monaten alle Bücher gelesen, Filme geguckt und Musik gehört hat. Da ist es nur allzu verständlich, wenn man sich auf ein baldiges Ende des Sturms freuen – doch das ist noch nicht in Sicht. Bis zum Wochenende muss mit Schnee-Drift gerechnet werden.

Am 20. Februar legt der Sturm eine Atempause ein und gibt allen die Möglichkeit sich auf seine Fortsetzung vorzubereiten.

Im Camp werden entdeckte Löcher gestopft, damit der Wind den Schnee nicht mehr hinein blasen kann. Die Treibstofftanks und die Schneeschmelze werden gefüllt, damit wieder genug Energie und Wasser zu Verfügung steht.

Denn schon am nächsten Tag wütet wieder ein Schneesturm über dem Camp – dieser zwar weniger Schneefall dafür aber mit höheren Windgeschwindigkeiten. Doch die Vorbereitungen haben sich gelohnt. Im Camp sind die meisten Löcher gestopft und die Schneewehen vom Dienstag bieten zusätzlichen Schutz.

Im Camp macht sich derweil geschäftige Sauberkeit breit. Aus Ermangelung an Freizeitaktivitäten werden die Wohncontainer gefegt, gesaugt und gewischt. Es wird Wäsche gewaschen und aufgeräumt. Wer etwas zu reparieren hat, versucht dies so gut es geht – einziges Problem: Das meiste Werkzeug liegt 100 Meter entfernt in der Garage von Neumayer III.

Doch schon am Abend signalisiert der Wetteraushang Entspannung: Pünktlich zum Wochenende kündigen die Meteorologen gute Arbeitsbedingungen an.

Am darauf folgenden Morgen begannen dann endlich die Arbeiten an der Nordrampe. Mit Hilfe der Schneefräse – liebevoll Frau Schmidt genannt – und Pisten-Bullies schneiden Mitarbeiter des AWI die Zufahrt zur sechs Meter tiefen Garage aus dem Eis.

[Quelle: AWI-Bericht vom 25.02.2008]

Der aufregende Transport der Neumayer-Station III in die Antarktis

Interview mit Dr. Hartwig Gernandt, Leiter der Logistik-Abteilung des Alfred-Wegener-Insituts über den Transport der Forschungsstation Neumayer III in die Antarktis: Teilweise kam der Forschungseisbrecher Polarstern in diesem Jahr nur 30 m pro Tag im Packeis voran. Hätte die Polarstern einfrieren Können?

[Quelle AWI-Bericht vom 17. Januar 2008]

Written by admin

Dienstag, 4 März, 2008 um 13:00

Veröffentlicht in Klimawandel

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