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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Latif, Rahmstorf, Schönwiese: Meinungsmache gegen Klimaskeptiker

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Hintergründe:

Georg Delisle Geophysiker und bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover für “Klimaentwicklung” zuständig, hatte es jüngst gewagt am IPCC-Bericht Kritik zu üben. Daraufhin wurden er und sein Arbeitgeber von seinem Kollegen Mojib Latif als “Schande” eingeordnet, “die die gesamte Klimaforschung in den Dreck zieht” (in einer Monitor Sendung vom 01.03.2007). In einem “vertraulichen” Dossier des Bundesumweltamtes, das sofort in der taz stand, wurde die Arbeit der Hannoveraner Behörde als “irrelevant”, “eindeutig falsch”, “anmaßend” und “fernab jeder Realität” gegeißelt (Überschrift des taz Artikels: ”Die Amtliche Lüge vom prima Klima”). Ein Sprecher des Umweltministeriums beeilte sich dann noch, die Hannoveraner als gekaufte Vasallen hinzustellen, denen es offenbar darum ginge “die Interessen der Energieindustrie zu vertreten”. Und jetzt das: Die American Geophysical Union, kurz AGU, hat heute die jüngste Klima-Publikation von Georg Delisle zum “AGU Journal Highlight” gekürt.

Hier die Pressemitteilung:

Klimaforschung der BGR ausgezeichnet
Permafrostböden der Arktis sind im 21. Jahrhundert nicht gefährdet

Die American Geophysical Union, kurz AGU, hat heute die jüngste Klima-Publikation von Georg Delisle zum “AGU Journal Highlight” gekürt. Das wissenschaftliche Paper von Delisle ist soeben unter dem Titel “Near-surface permafrost degradation: How severe during the 21st century?” in den “Geophysical Research Letters” erschienen, einer der weltweit renommiertesten wissenschaftlichen Zeitschriften für Geophysik.

Delisle weist in seiner Veröffentlichung darauf hin, dass das von Lawrence & Slater (2005) verwendete CCSM3-Klimamodell, das auch im neuesten IPCC-Bericht Verwendung findet, unsinnig hohe, in der Natur nicht vorkommende Temperatursprünge von 8°C zwischen Boden und bodennaher Atmosphäre produziert. Es unterschätzt überdies den kühlenden Effekt von tief sitzendem Permafrost auf oberflächennahe Bodenschichten. Ähnliche Probleme bei der Berechnung des Klimas in Polarregionen haben nach Einschätzung von Delisle auch zahlreiche andere Klimamodelle.

(Quelle: Dirk Maxeiner, Die Achse des Guten, 11.05.2007)

Der moderne Mensch sei an der Erwärmung weit weniger schuld, als der Weltklimarat nahelege, argumentierte Paläoklimaforscher Prof. Augusto Mangini von der Universität Heidelberg am 5. April auf FAZ.NET (siehe: Augusto Mangini: Einspruch gegen den Weltklimabericht). Ihm antwortet dort sein Kollege, der Klimaforscher Stefan Rahmstorf.

Mangini schreibt, zwei Aussagen des IPCC-Berichts seien falsch: dass es keine Belege für global wärmere Perioden als heute im Holozän (den letzten 12.000 Jahren) gäbe – und dass die derzeitige Erwärmung rascher ablaufe als frühere, natürliche Erwärmungsphasen. Zudem vertritt Mangini bereits seit einigen Jahren die These, die Erwärmung im zwanzigsten Jahrhundert sei überwiegend auf natürliche Sonnenzyklen zurückzuführen. Dies alles schließt er aus Stalagmitendaten.

Dazu Stefan Rahmstorf: Ich bin einer der Autoren des IPCC-Kapitels zu den Klimavariationen der Erdgeschichte. In einem Briefwechsel habe ich mit Mangini diese Fragen diskutiert und ihn explizit als IPCC-Autor um Belege für seine Thesen gebeten. Aufgabe der Autorenteams des IPCC ist es ja, einen neutralen Überblick über die umfangreiche Fachliteratur zu leisten und damit zu sortieren, was Einzelmeinung und was wirklich gut belegte Wissenschaft ist.

Am 27. Juni traten beide Wissenschaftler in einer „Phoenix-Runde“ auf. Herr Rahmsdorf viel dabei den bescheidend und vorsichtig argumentierenden Mangini, in der einseitig besetzen Runde, des Öfteren ins Wort.

Die Stalagmitendaten seinen ein lokales und kein Globales Phänomen und die Sonnenaktivität sei rückläufig und könne nicht für die aktuelle Klimaerwärmung verantwortlich sein, so Stefan Rahmstorf. Weite Kritik kam zu Lobbyisten und der sensationshungrigen Presse.

Es sei gut, wenn man darüber diskutiert, als wenn man gar nicht diskutiert. Er finde es gut, wenn man andere Meinungen hat und diese dann sagen kann. Warum soll man nicht darüber sprechen, so Mangini.

Written by admin

Sonntag, 2 März, 2008 um 00:24

Veröffentlicht in Klimawandel

4 Antworten

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  1. Es ist doch bei den Lobbyismusvorwürfen immer wieder schön, wie einseitig diese verbreitet werden und koolportiert werden.
    Die Deutsche Rückversicherung hat gearde wieder ein hervorragendes BE verbreitet, an dessem zusatndekommen ein Herr Rahmstorf mit seinen Kllimakaputt-Thesen einen nicht unmaßgelichen Anteil hatte. Das nur zu den bekannten Verbindungen
    Daß ein Herr Schellnhuber in Interviews von der weiteren Nutzng der Atomenergie spricht, läßt wirtschaftliche Verindungen zumindestmal vermuten.

    krishnag

    Sonntag, 2 März, 2008 at 14:32

  2. Lobbyismus:
    Schellnhuber: Ich bin nicht aus ideologischen Gründen gegen Atomstrom, auch wenn ich die Ängste davor durchaus verstehe. Für eine Übergangszeit könnten wir ihn nutzen und die Gewinne daraus in erneuerbare Energien stecken, das könnte ich mir vorstellen.

    http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/tid-8104/klimaberater_aid_144837.html
    So ist er halt, unser “Klimaberater” unserer “Republik”.
    Nebenbei bemerkt, fordert er die Atomwirtschaft offen und unverholen zu “lobbyistischer” Zahlung auf.

    Möge sich bitte noch mal jemand über Exxon aufregen !!!

    Mit Atom hat er’s:

    Schellnhuber fordert ein Mammutprogramm, ähnlich dem Manhattan-Projekt, mit dem die USA 1942 bis 1945 in Rekordzeit die Atombombe entwickelten. Um den friedlichen Charakter der internationalen Forschungsanstrengungen im 21. Jahrhundert zu betonen, schlug er vor, das Programm nach der toskanischen Stadt San Gimignano zu benennen

    http://www.heise.de/tr/Weltweites-Manhattan-Projekt-gegen-Klimawandel–/artikel/85533

    krishnag

    Mittwoch, 12 November, 2008 at 20:09

  3. Schmelzen der Gletscher in den Alpen
    Eine Katastrophe oder eine wünschenswerte Entwicklung?

    Jetzt schmelzen die Gletscher in den Alpen, die zur Zeit der Römer, der Germanen und im Mittelalter noch gar nicht da waren. Sie entstanden erst während der kleinen Eiszeit zwischen 1500 und 1850 und waren eine Katastrophe für die damaligen Menschen in den Alpen, denn ihnen ging wertvolles Ackerland, Almwiesen und Wald verloren. Diese Gletscher haben alles plattgemacht, wie zäh fließende Lava.
    Wie haben die Menschen damals auf die Eisbedrohung und das kälter werdende Klima reagiert? Von dieser Zeit sind uns viele Zeugnisse überliefert. Hier einige Beispiele:
    Unterhalb des Aletschgletschers beteten fromme Menschen über 3 Jahrhunderte für den Rückgang dieser Gletscher-Bedrohung („Der kalte Tod“): Es gab eine Zeit, in der der Aletschgletscher wuchs und wuchs. Er rückte bedrohlich nahe ans Dorf heran. Dazu kamen die Ausbrüche des Märjelensees. 35 Mal brach der Eisstausee im 17. Jahrhundert oberhalb von Fiesch aus.
    1678 legten die Bewohner von Fiesch und vom Fierschertal ein Gelübte ab, in dem sie vor Gott und der Welt kund taten, fortan tugendhaft zu leben und brav zu beten, dass der Gletscher sein Wachstum einstelle. Sie hielten einmal pro Jahr eine mehrstündige Prozession im Ernerwald ab, um gegen das Wachstum des Gletschers zu beten. Die Prozession fand am Tag des Gründers des Jesuitenordens, dem Heiligen Ignatius von Loyola, am 31. Juli statt.

    Pfarrer Johann Joseph Volken, ein Vorfahre des heutigen Regierungsstatthalters Herbert Volken leitete 1678 das Gelübde seiner Gemeinde an die nächste kirchliche Instanz weiter, den Bischof von Sitten. Von dort aus gelangte es an den Nuntius der römisch-katholischen Kirche der Schweiz in Bern, der es dem Vatikan zur Absegnung unterbreitete. Papst Innozenz segnete das Gelübde ab.
    Bedrohungen durch die Natur wie Gletscherabbrüche, Gletschersee-Ausbrüche oder Murgänge wurden als Strafe Gottes für sündhaftes Verhalten interpretiert.
    Das erklärt, warum die Bewohner von Fiesch und Fieschertal Gott Tugendhaftigkeit versprachen. Dieses religiöse Verhalten der von wachsenden Gletschern bedrohten Bewohner ist mit dem Begriff „Gletscherbannung“ in die Literatur eingegangen.

    „Gletscherbannungen“ sind aus dem ganzen Alpenraum bekannt. Auch das Aufstellen von so genannten „Gletscherkreuzen“ in den Fließweg zeugt vom den Versuchen, die Gletscher zu bändigen.
    1862 wurde das Gelübte der Fiescher und Fieschtaler noch verstärkt: Die Prozession wurde zweimal jährlich durchgeführt.

    Und heute: In unserer Zeit werden nun von angeblichen Klimaforschern die Werte menschlichen Denkens und Empfindens ins Gegenteil verkehrt. Statt dankbar zu sein, wollen die Katastrophentrommler jetzt für mehr Kälte und Gletscherschäden sorgen. Wieso soll denn eine zähflüssige Eis-Lava wünschenswerter sein als blühende Alpenwiesen? Die Bewohner früherer Tage würden sagen: „Gott hat unsere Gebete gehört, wir haben es jetzt besser.“
    Die Fotos aus den Tälern beweisen: Die Gletscherschmelze hinterlässt wieder blühende Landschaften. Die Anzahl der wild lebenden Tiere, z.B. Murmeltiere, Vögel, in den Alpen nimmt zu und nicht ab, genauso die Vegetation und die Vielfalt der Pflanzen.

    Fazit: Kälte ist lebensfeindlich, Wärme ist lebensfreundlich. Das warme Mittelalter wäre der wünschenswerte Klimazustand und nicht die kleine Eiszeit. Doch leider gehen die Temperaturen seit 10 Jahren wieder zurück, das Poleis nimmt zu. Die kurze, angenehme 20jährige Wärmeperiode von 1980 bis zur Jahrtausendwende scheint leider vorbei zu sein. Vorerst schmelzen die Alpengletscher noch, da das Eis durch die Zivilisation und den Fremdenverkehr immer schmutziger wird. Eis reflektiert sichtbares Licht und absorbiert IR-Licht. Durch die Rußpartikel lässt die Reflektion nach, umgekehrt nimmt die Wärmeaufnahme zu. Doch diese einfache Tatsache lassen die „Treibhäusler“ unter den Tisch fallen, um ihre spezielle C02-Gletscherschmelzstory nicht zu gefährden

    J.Kowatsch

    Donnerstag, 11 Februar, 2010 at 18:20


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