klimanews

Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Bestimmt die Solareinstrahlung die Temperatur und nicht das CO2?

with 14 comments

Von Scafetta und West ist folgende Veröffentlichung im November 2007 im JOURNAL OF GEOPHYSICAL RESEARCH erschienen:

Phenomenological reconstructions of the solar signature in the Northern Hemisphere surface temperature records since 1600.

Hier wird ein Vergleich zwischen der aus Proxydaten bestimmten Temperaturgeschichte (Mann, Moberg) und der aus Proxydaten bestimmten Geschichte der Solareinstrahlung (umgerechnet in Temperatur) durchgeführt, ergänzt jeweils durch aktuelle Messwerte der Temperatur und Solareinstrahlung (umgerechnet in Temperatur).

Insbesondere die Temperaturrekonstruktion von Moberg, mit Messwerten der Temperatur (Nordhalbkugel ab 1850), zeigt eine gute Übereinstimmung mit der aus der Solareinstrahlung (Proxydaten mit Messungen ab 1980) bestimmten Temperatur.

Scafetta-West
Advertisements

Written by admin

Samstag, 9 Februar, 2008 um 15:40

Veröffentlicht in Klimawandel

14 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Das hat einfach keine Katastrophe. Deshalb werden wir es auch nicht in der Tagesschau sehen, nur bei Müller! 8000 Hits auf den Blog sprechen eine deutliche Sprache.

    Wetterfrosch

    Samstag, 9 Februar, 2008 at 21:29

  2. Zitat aus Scafetta and West 2007:
    „[27] On the other hand, as Figure 5b shows, if we adopt MOBERG05, which shows a larger secular variability during the preindustrial era, the climate is found to be quite sensitive to solar variation. As deduced from Figure 5b, MOBERG05 shows that from the 17th century minimum to 1900 AD the NH warmed by about 0.4K. The Sun might have contributed at most ≈0.35K during the preindustrial era (1600–1900) and ≈0.4 K from 1900 to 2005. Thus the Sun could have contributed roughly 4/8 = 50% of the global NH surface warming that occurred from 1900 to 2005. Since 1950 the Sun might have contributed ≈0.05K (0.5/6 = 8% of the warming) using LEAN2000, or ≈0.15K (1.5/6 = 25% of the warming) using WANG2005. Again these estimates might present an 20% error.“

    Ein maximaler Beitrag von 0,15K von insgesamt 0,6K seit 1950, oder MAXIMAL 25% – das ist ja sogar noch weniger als Stott et al. 2003 festgestellt hatten und näher an dem, was Solanki als Maximalwert angibt. Whatever, die wichtige Diskussion in der Studie behandelt den Einfluss der Sonne auf die Temperatur, BEVOR das anthropogene CO2-Signal dominant wurde. Das ist in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Fall – und alle Studien sagen übereinstimmend, dass die Sonne seitdem nur einen minimalen Beitrag zur Erderwärmung geleistet haben kann.

    Nils Simon

    Sonntag, 10 Februar, 2008 at 16:00

  3. @ Nils Simon …

    man könnte aber auch argumentieren, daß ein Artikel der mehr behaupten wolle, den Review-Prozeß zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht überstanden hätte (oder überstanden hat). Für mich liest sich der Artikel ein wenig so, als ob sich die Autoren nicht festnageln lassen wollen.

    Und warum sollte man für den Sonneneinfluß kein zusätzliches positives Feedback postulieren – etwas, das Zeitversetzt und vollkommen unvorhersehbar den Sonneneinfluß verstärkt? Bei den CO2 Modellen war genau diese Vorgehensweise (= stetiger CO2-Anstieg aber chaotisch dazu ansteigende bzw. auch mal absinkende oder verharrende Temperatur) schließlich der „Schlüssel zum Erfolg“ für das (angebliche) wissenschaftliche Verständnis des AGW!

    mk

    Sonntag, 10 Februar, 2008 at 17:53

  4. …und wenn mann sich dann nicht zurücklehnt, sondern weiterliest, findet man die wesentliche Aussage der Einleitung des Artikels. Gelesen?
    By assuming MOBERG05, the Sun is responsible for 0.45K (or 56%) with LEAN2000 and
    0.55K (or 69%) with WANG2005 of the warming that occurred from 1900 to 2005, and 0.15K (or 20%)with LEAN2000 and DT 0.25K (or 42%) with WANG2005 of the warming that occurred since 1950. (The estimates might present an error of about 20%.)/

    und weiter:
    In conclusion, if we assume that the latest temperature and TSI secular reconstructions, WANG2005 and MOBERG05, are accurate, we are forced to conclude that solar changes significantly alter climate, and that the climate system responds relatively slowly to such changes with a
    time constant between 6 and 12 a. This would suggest that the large-scale computer models of climate could be significantly improved by adding additional Sun-climate
    coupling mechanisms./

    Also ein klein wenig mehr als Stott et al. 2003 festgestellt hatten und auch mehr, als Solanki angab.

    Wetterfrosch

    Sonntag, 10 Februar, 2008 at 21:17

  5. ohh shit, das mit den tags muss ich noch üben…

    Wetterfrosch

    Sonntag, 10 Februar, 2008 at 21:19

  6. Hallo Herr Simon. Schön, dass Sie sich mit der Materie auseinander setzen. Wie ich sehe beziehen Sie sich auf Abb. 5b der Veröffentlichung. Warum nicht auf die Abbildung 6b, welche ich als Ergebnis der Veröffentlichung abgebildet habe?

    Also laut Abb. 6b haben wir einen maximaler Beitrag von 0,25K von insgesamt 0,6K seit 1950, oder MAXIMAL 42%.

    Ich greife in Sachen „Beitrag zum Klimawandel“ einfach mal auf diese Abbildung aus Wikipedia zurück. An dem Beitrag haben Sie, wie ich sehen kann als Autor mitgearbeitet.

    Im Modell liefern die Treibhausgase einen Beitrag von etwa 0,55K seit 1950.

    Die Soloareinstrahlung einen von etwa 0,1K seit 1950 und nicht 0,25K.

    Der Einfluss der Solareinstrahlung scheint also um bis zu 2,5 mal stärker zu sein, als bisher angenommen wurde.

    Hinzu kommt natürlich noch der Einfluss der komischen Strahlung der Sonne und dessen Wirkung auf die Wolkenbildung.

    Weiter kommt den Aerosolen eine nicht unerhebliche Bedeutung in Sachen „Global Dimming“ der Sonneneinstrahlung zu. Hier einmal die am Erdboden gemessene Globalstrahlung am PIK Potsdam:

    Wie Sie sehen können ist diese seit 1980 um nahezu 10% angestiegen. Also knapp 10% mehr Sonneneinstrahlung in den letzten ca. 30 Jahren. Dieser Effekt ist global zu beobachten.

    Fazit: Der Sonneneinstrahlung kommt eine weitaus größere Bedeutung im Beitrag am Global Warming zu, als bisher angenommen wurde. Folglich muss der Beitrag des CO2 geringer sein, als bisher angenommen wurde.

    Müller

    Sonntag, 10 Februar, 2008 at 21:36

  7. @M.Müller #6

    Fazit: Der Sonneneinstrahlung kommt eine weitaus größere Bedeutung im Beitrag am Global Warming zu, als bisher seitens der AGW Vertreter angenommen wurde. Folglich muss der Beitrag des CO2 geringer sein, als bisher seitens der AGW Vertreter angenommen wurde.

    Ich habe das mal etwas abgeändert und damit „richtig“ gestellt, denn der stärkere Sonneneinfluß wird ja nur von dieser Seite in der Form negiert.

    krishnag

    Sonntag, 10 Februar, 2008 at 21:47

  8. @Nils simom #2

    dass die Sonne seitdem nur einen minimalen Beitrag zur Erderwärmung geleistet haben kann.

    Nun, da die Erwärmung ja mal abgebremst ist, die Sonnenaktivität auf niedrigstem Niveau in Sachen Flecken steht, paßt das ja auch wunderbar zusammen, auch mit dem oben zitierten Nachlauf.
    Nils, danke für die Bestätigung.

    krishnag

    Sonntag, 10 Februar, 2008 at 21:51

  9. Dazu kommt auch noch der Einfluss von AMO, PMO mit überwiegend positiver Wirkung in den vergangenen 30 Jahren (überwiegend El Niño). Was bleibt? Genau, nicht viel, außer Geschrei.

    Wetterfrosch

    Sonntag, 10 Februar, 2008 at 21:59

  10. #8 krishnag

    Die Hauptkomponente der momentanen globalen Abkühlung ist sicherlich La Niña. Solche Peaks sind auch in den Sat-Messungen der Vergangenheit zu sehen. Unter dem Einfluss von der beobachteten Pazifischen/Atlantischen Oszillation könnte dieser aber stärker, ggf. auch nachhaltig ausfallen.

    Rechnen wir mal zusammen: rund 0,25K Sonne, rund 0,3K AMO/PDO, 0,05 Rest (alles bezogen auf 1950 bis 2005 mit 20% Fehler natürlich).
    Das Paper dazu: http://www.icecap.us/images/uploads/Ocean_Multidecadal_Cycles_Temps2.pdf
    Geben wir den Rest dem CO2? ;-))

    Wetterfrosch

    Sonntag, 10 Februar, 2008 at 22:26

  11. @Wetterfrosch #10
    ICh finde das PDF nicht, wo El Niño und Sonne in direkten Zusammenhang gebracht werde. es lag ursprünglich mal bei EILE, wenn mich nicht alles täuscht.

    krishnag

    Sonntag, 10 Februar, 2008 at 22:57

  12. @Wetterfrosch #10
    dioch noch gefunden, kein PDF, ein Link, und der ist
    hier:
    http://www.john-daly.com/sun-enso/sun-enso.htm

    krishnag

    Sonntag, 10 Februar, 2008 at 23:01

  13. @Mueller

    Ja, ja , die komische Strahlung. I love Freud.

    Hier ein Link zu der ganz beachtlichen Liste methodischer Fehler und extensivem Cherrypicking aus dem Scafetta und West Paper
    http://www.realclimate.org/index.php/archives/2006/10/how-not-to-attribute-climate-change/langswitch_lang/in
    http://www.realclimate.org/index.php/archives/2007/11/a-phenomenological-sequel/langswitch_lang/sw

    Der Trick koennte einfacher nicht sein. Geht man davon aus, dass ALLE Klimavariabilitaet vor 1900 ausschliesslich von Solarvariabilitaet erzeugt wurde, braucht man sich nur noch die am staerksten variierende Rekonstruktion bis zum Maunder Minimum suchen und in einer multiplen Regression bleibt dann auch im 20ten Jhd (in dem es seit ca 1950-1970 je nachdem welche Groesse man betrachtet) keinen solaren Trend mehr gibt, noch genuegend Korrelation uebrig. Aber, klar dann gibt es ja immer noch die komische Strahlung, die auch keinen Trend hat.

    [XXX Admin: Der selbstdenkende Spamfilter hatte den Kommentar leider nicht sofort frei geschaltet. Fehler behoben. Ich hoffe Sie kommen demnächst direkt durch :) XXX].

    Georg Hoffmann

    Dienstag, 12 Februar, 2008 at 12:49

  14. Zu #13

    Es ist doch ohnehin fragwürdig, ob man Korrelationskoeffizienten von Datensätzen bestimmen sollte, die jeweils mit 20% Fehler behaftet sind.

    Aber dafür haben sich Scarfetta+West auch auf „might“ and „should“ beschränkt. Dieses muß man den Autoren zugute halten, denn die üblichen Pro-AGW-Publikationen sind deutlich weniger wissenschaftlich (da ist „Cherry-Picking“ nicht mal möglich) und die Autoren schreiben doch immer autoritär und ohne eine Spur von Zweifel an ihren schwammigen Erkenntnissen zuzulassen.

    MK

    Dienstag, 12 Februar, 2008 at 13:53


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: