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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

1.500 Jahre Abkühlung in der Arktis

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Die Arktis schmilzt. Richtig? Grade ist in der Fachzeitschrift Climate Dynamics ein Artikel zur Temperaturgeschichte der Arktis der letzten 1.500 Jahre erschienen. Autor ist Håkan Grudd von der Universität Stockholm, Abteilung Physikalische Geographie und Geologie des Quartär.

Schwerpunkt der Arbeit waren Untersuchungen im Torneträsk Gebiet im Norden Schwedens in der Nähe von 68,5 ° N (innerhalb des Polarkreises). Untersucht wurden Baumringe von Schottischen Kiefern und subfossile Proben. Die Kiefern reagieren sehr empfindlich auf die sommerlichen Temperaturen.

Grudd hat nicht nur die Breite der einzelnen Baumringe bestimmt, sondern auch die Dichte des Holzes im jedem Ring. Anhand der Dichte und Breite lassen sich Wachstumsraten bestimmen und Zeitreihen für das Klima erstellen. Weiterhin wurde ein Abgleich mit Messungen von Wetterstationen aus dem und aus der Nähe des Torneträsk Gebietes durchgeführt. Aufzeichnungen aus Abisko (AD 1913–2004), Tornedalen (AD 1802–2002) und Bottenviken (AD 1860–2004). Daraus entstanden ist letztendlich die folgende Temperaturrekonstruktion der letzten 1.500 Jahre.

Abbildung: Rekonstruktion der Sommertemperaturen (April-August) für den Zeitabschnitt AD 500-2004. a) Aus der Breite von Baumringen, b) Aus der Breite und Dichte der Baumringe. Aufgetragen als Anomalien in °C zum Referenzmittel 1951-1970. c) Unterschiede zwischen den beiden Rekonstruktionen sind als hellgraue Linie (hundertjähriger Verlauf) und dunkelgraue Linie (zehnjähriger Verlauf) dargestellt.

Wie der Abbildung zu entnehmen ist, zeigt sich in den letzten 100 Jahren in dem Gebiet eine Erwärmung um 2°C. Über den gesamten Zeitraum betrachtet ergibt sich aber eine Abkühlung von –0,3°C über die letzten 1.500 Jahre hinweg.

Grudd erklärt: „Das späte 20. Jh. fällt nicht außergewöhnlich warm aus in der Torneträsk-Aufzeichnung. Die Zeiträume um 750 n. Chr., 1000, 1400 und 1750 waren mindestens genauso warm, wenn nicht sogar wärmer. Die wärmsten Sommer in der neuen Rekonstruktion sind innerhalb einer Periode von 200 Jahren um das Jahr AD 1000 zu finden. Eine „Mittelalterliche Warmzeit“ wird gestützt durch weitere paleoklimatische Zeugnisse aus den Norden von Fennoscandia. Auch die neunen Baumringuntersuchungen aus Tornetraäsk deuten darauf hin, dass dieser Zeitabschnitt deutlich wärmer war, als bisher anerkannt ist“.

Referenz:

Grudd, H. 2008. Torneträsk tree-ring width and density AD 500–2004: a test of climatic sensitivity and a new 1500-year reconstruction of north Fennoscandian summers. Climate Dynamics, DOI 10.1007/s00382-007-0358-2.

Written by admin

Dienstag, 5 Februar, 2008 um 13:56

Veröffentlicht in Klimawandel

5 Antworten

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  1. @M.Müller #3
    Es zieht sich wie ein „roter Faden“ dort durch wo sie auftauchen – sie können / wollen nict lesen, das was sie lesen verstehen sie nicht.

    Dieser Peak um 1750 ist schon nicht uninteressant – any Idea ob es da eine Ursache gibt ?

    krishnag

    Dienstag, 5 Februar, 2008 at 19:35

  2. Hallo Müller, da sind Sie ja vollständig bei Dir vertreten, auf Ökologismus.de vermisst die ehrlicherweise auch keiner.
    Und SOD treibt sich jetzt bei Klimapatrol rum, also auch vor dem haben wir drüben Ruhe.
    Kannst einen schon leid tun, mußt wohl auch Deine Anmelderoutinen ändern.-:)

    Mit dem Peak um 1750 haste aber recht, was´n Zufall aber auch. Hat die Nordhalbkugel wohl echt mal ne warme Phase durchlebt, ich kann mir auch nicht vorstellen, das im selben Zug die Südhalbkugel abgekühlt wäre. Leider gibt es da wohl keine Messdaten, die so lange zurückreichen, Schade
    MfG

    Energie-Ossi

    Dienstag, 5 Februar, 2008 at 23:13

  3. @krishnag #4

    Hier kommt die Sonne

    Müller

    Dienstag, 5 Februar, 2008 at 23:40

  4. @Müller 6

    Würde die höheren Temperaturen nach 1750 zumindestens logisch erklären.
    Aber sicherlich wird gleich wieder ein dummer „roter“ Kommentar kommen.
    MfG

    Energie-Ossi

    Dienstag, 5 Februar, 2008 at 23:44

  5. @Energie-Ossi #7

    Und hier noch mal die Sonne

    Der Peak um 1760-1770 liegt genau zwischen dem Maunder- und Daltonminimum :)

    Müller

    Mittwoch, 6 Februar, 2008 at 10:47


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