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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Archive for September 2009

Windkraft versorgt bis zu 25 Mio. Menschen in Deutschland?

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Berlin, 24.09.2009

Die Windkraftanlagen in Deutschland haben inzwischen eine Gesamtleistung von 25.000 MW. Damit sei die Versorgung von bis zu 25 Millionen Menschen möglich, erklärte Umweltminister Sigmar Gabriel, der am 24. September einen neuen Windpark in Bayern eröffnete. Die Branche biete mehr als 90.000 Arbeitsplätze.

Der SPD-Politiker forderte, alte kleine Windräder für eine bessere Stromausbeute durch neue zu ersetzen, die teils mehr als 100 Meter hoch sind. Dabei schlug er vor, die blinkenden Positionslampen, die Flugzeuge vor den Hindernissen warnen sollen, nur bei Bedarf leuchten zu lassen, weil sich Anwohner davon häufig gestört fühlen. “Unterbleibt der Bau moderner Windenergieanlagen nur wegen des unnötigen Blitzens der Anlagen, verhindert dies einen effizienten Klimaschutz und neue Arbeitsplätze in Deutschland”, erklärte der Minister.

Quelle: APA/ag

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Die Berechnung:

Heute (Stand 2008) haben wir in Deutschland in etwa 20.000 Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von zusammen knapp 24.000 MW. Die durchschnittlich installierte Nennleistung pro Windrad beträgt ca. 1,2 MW. 2008 wurden in Deutschland real (brutto) 40,200 TWh (entspricht 40.200.000.000 kWh) Strom aus Windenergie produziert, was etwa 6,3% des Bruttostromverbrauches im Jahr 2008 entsprach.

Ein durchschnittlicher Zweipersonen-Haushalt in Deutschland verbraucht ca. 2.800-2.900 kWh Strom pro Jahr. Der durchschnittliche Haushalt in Deutschland umfasst 2,13 Personen (Stand 2007), er verursacht einen Stromverbrauch von in etwa 3.000 kWh pro Jahr. Somit könnten, rein theoretisch (nach den Bruttowerten), 13,4 Mio. Haushalte, oder 28,5 Mio. Menschen zu hause mit Strom aus Windenergie versorgt werden.

Vorausgesetzt in dieser Berechnung wird, dass der Wind in entsprechender Stärke weht, immer dann, wenn er vom Verbraucher auch benötigt wird. Das ist natürlich nicht der Fall. Der ins Stromnetz eingespeiste Windstrom unterliegt, je nach Windstärke, erheblichen Schwankungen. Bei Flaute gibt es keinen, oder zu wenig Strom aus Windenergie, der durch Regelkraftwerke (Gas, Kohle, Kernkraft, Wasserkraft) kompensiert werden muss und bei Sturm gibt es einen Überbedarf an Strom aus Windenergie, der ebenfalls kompensiert bzw. über entsprechende Netze ins Ausland abgeführt werden muss. Das Problem verschärft sich mit dem Ausbau der Windenergie.

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Die oben durchgeführte Berechnung bezieht sich ausschließlich auf die Stromversorgung der Haushalte. Berücksichtigt wird dabei nicht der Stromverbrauch außerhalb der Haushalte. Wir verbrauchen unseren Strom natürlich nicht nur zu hause, sondern auch auf der Arbeit und in unserem Umfeld. Im Jahr 2008 wurden brutto 639,1 TWh Strom in Deutschland erzeugt (entspricht in etwa auch dem Verbrauch, der lag 2008 bei 616,6 TWh). Dieser verteilt sich auf die 82 Mio. Einwohner. Macht einen brutto pro Kopf Verbrauch von knapp 7.800 kWh. Mit den 40,2 TWh aus Windenergie ließen sich also ca. 5 Mio. Menschen versorgen (und keine 25 Mio.), vorausgesetzt der Wind weht in entsprechender Stärke, immer dann, wenn er gebraucht wird.

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Freitag, 25 September, 2009 at 12:39

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GoGreen – CO2-neutral versenden mit der Post

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Es wird versprochen:

„Beim Versand von Briefen entstehen CO2-Emissionen. Mit GoGreen können Sie diese Emissionen neutralisieren. Der Ausgleich erfolgt über international anerkannte Klimaschutzprojekte.“

Link

Die Werbung: Der Postbote radelt symbolisch an blühenden Rapsfeldern vorbei.

Rapsfelder ein Symbol des Klimaschutzes?

1. Die Rapspflanze und das Ozonloch

Rapspflanzen setzen Methylbromid (=Brommethan) frei, was nicht nur ein Treibhausgas ist, sondern auch die Ozonschicht schädigt. (Info: Brom löst ähnlich wie Chlor eine Reaktionskette aus und ist sogar noch 50 mal effektiver im Ozonabbau). Raps allein erzeugt weltweit 6600 Tonnen Methylbromid im Jahr, was 15 Prozent der industriell produzierten Menge entspricht (Gribble 2005).

2. Die Rapspflanze und die Treibhausgase

Biosprit aus Raps ist klimaschädlicher als Benzin, dass hat eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern um den Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen berechnet. Der Grund liegt in dem gefährlichen Stickoxid (N2O), welches vor allem beim Düngen der Energiepflanzen in die Atmosphäre gelangt.

Jede Tonne Stickoxid hat nämlich eine fast 300-fach so starke Treibhauswirkung wie dieselbe Menge an Kohlendioxid.

Wegen der starken Treibhauswirkung von Stickoxid sind die Folgen fürs Klima erheblich: Für Raps-Sprit wäre demnach die relative Erwärmung 1,7-mal höher als der Kühlungseffekt durch die Einsparung von CO2 aus fossilem Treibstoff.

Nach dem ifeu-Gutachten (Heidelberger ifeu-Institut) fallen zu Ungunsten von Rapsöl oder Rapsölmethylesters (RME) folgende Faktoren aus:

  • „Verbrauch an mineralischen Rohstoffen“ (Mineraldünger),
  • „Versauerung“ der Böden und „Eutrophierung“ (Nährstoffanreicherung in Gewässern)
  • sowie „stratosphärischer Ozonabbau“ (Zerstörung der Ozonschicht) durch Freisetzung des ozonschädigenden und gleichzeitig hochwirksamen Treibhausgases Distickstoffoxid (N2O) aus Düngemitteln und Rapsstroh,
  • ferner die „Human- und Ökotoxizität“ von Ammoniak (NH3) und Stickoxiden (NOx). (NOx entstehen durch Umwandlung von N2O und sind Vorläufersubstanzen von bodennahem Ozon (O3) -> Sommersmog). (Des Weiteren sind NOx Säurebildner und tragen zur Versauerung der Böden und zum Waldsterben bei).

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Montag, 21 September, 2009 at 14:04

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Falsch verstandener Klimaschutz – Wahlwerbung 2009

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Ein Beispiel.

Wahl2009-Gruene

Es wird versprochen: Klimaschutz wirkt.

Gezeigt wird ein Schutzhelm auf der Sonne, der wie ein Schutzschild nach außen hin wirkt. Er schirmt die Erde vor den aufheizenden Strahlen der Sonne ab.

Wie funktioniert Klimaschutz eigentlich?

1. Die Theorie zum Treibhauseffekt.

Die Erde heizt sich durch die einfallende Sonnenabstrahlung auf. Die sog. Treibhausgase in der Atmosphäre, wie z.B. Wasserdampf und CO2 (Kohlendioxid), behindern eine ungehinderte Wärmeabstrahlung der Erde in das Weltall, dadurch stellt sich eine höhere Temperatur auf der Erde ein.

Diesen Effekt bezeichnet man als Treibhauseffekt.

2. Was versteht man unter Klimaschutz?

Unter Klimaschutz versteht man eine reduzierte Freisetzung von Treibhausgasen in unsere Atmosphäre. Vor allem dem CO2. Dadurch soll eine Stabilisierung der Temperatur und des Klimas auf der Erde erreicht werden.

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Samstag, 19 September, 2009 at 14:17

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Arktische Meereisausdehnung Herbst 2007, 2008, 2009

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AMSRE_Sea_Ice_Extent-16-09-2009b(534 x 334)

Arctic-Sea-Ice-2007-2008-2009b

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Mittwoch, 16 September, 2009 at 16:12

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