„Große Naturkatastrophen“ und Trends
Die Münchener Rückversicherungsgesellschaft (oder kurz Münchener Rück) unterhält eine der weltweit größten Datenbanken für Naturkatastrophen (NatCatSERVICE). Seit 1980 werden systematisch Daten gesammelt (auch retrospektiv (rückblickend)). Ca. 600-900 Ereignisse pro Jahr werden weltweit erfasst, davon bis zu 15 sog. „Große Naturkatastrophen“. Heute liegen mehr als 25.000 Ereignisse aus dem Zeitraum 1970-2008 vor. Vollständige Daten der „Großen Naturkatastrophen“ liegen seit 1950 vor. Die „Großen Naturkatastrophen“ sind i.Allg. so definiert, dass sie für das betroffene Gebiet überregionale Hilfe erfordern. Die folgende Abbildung zeigt eine Zusammenstellung der „Großen Naturkatastrophen“ im Zeitraum 1950-2008.
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Oberer Teil der Abbildung: Gezeigt wird die Anzahl der Großereignisse pro Jahr (unterteilt nach geophysikalischen, meteorologischen, hydrologischen und klimatologischen Ereignissen). Eingezeichnet ist eine schwarze „Trendlinie“. Welche Trendabschätzung bei der Erstellung der Trendlinie verwendet wurde wird nicht erwähnt. Folgendes Fazit wird gezogen: Die Abbildung „zeigt, dass es in der Anzahl solcher Katastrophen tatsächlich einen ansteigenden Trend gibt, der jedoch – ähnlich wie bei den Klimadaten – von ausgeprägten Fluktuationen überlagert ist.“ (Christian-D. Schönwiese, Wird das Klima extremer? Eine statistische Perspektive, 2007). „Naturkatastrophen nehmen (weiter) dramatisch an Zahl und Ausmaß zu. Die Schadenpotentiale erreichen neune Größenordnungen.“ (Schadensentwicklung durch Naturkatastrophen, Corporate Climate Centre, Münchener Rück, 04.02.2009).
Der untere Teil der Abbildung wurde um die Trendlinie und die geophysikalischen Großereignisse bereinigt. Gezeigt werden nur die klimarelevanten Großereignisse infolge von Stürmen, Überschwemmungen, Hitzewellen. Es zeigt sich eine deutliche Abnahme der klimarelevanten Großereignisse ab Mitte der 1990er Jahre. Von einem Höchstwert im Jahre 1993 (mit 14 Großereignissen) ist der Wert auf 0-7 Großereignisse in den Jahren 2000-2008 gefallen. Eine klimatische Fluktuation?

Hallo,
Mich würde vor allem interessieren woher diese Leute ihre Informationen haben. Noch vor einigen Jahren bzw. Jahrzehnten ist z.B. aus den Ostblockländern kaum etwas nach aussen gedrungen. Diese Statistik geht bis 1950 zurück und ist kaum realistisch.
Für 2005: “Von den weltweit 650 Schadenereignissen entfielen 42 % auf Stürme, 26 % auf Überschwemmungen, 18 % auf sonstige und 14 % auf Erdbeben und Vulkanausbrüche. Die meisten Todesfälle, nämlich 90 %, gingen auf das Konto der Erdbeben und Vulkanausbrüche. Bei den Schäden sind die Stürme die Hauptverursacher (87 % bei den volkswirtschaftlichen, 96 % bei den versicherten Schäden).”
Man fragt sich, wie genau die Schäden durch Stürme 1950 aufgezeichnet wurden. Hier z.B. für die USA: http://www.nhc.noaa.gov/pastdec.shtml
Aber wie ist es in anderen Ländern? Alle genauen Nachforschungen haben ergeben, dass die Sturmhäufigkeit bisher nicht zugenommen hat.
LG
Eddy
Eddy
Donnerstag, 26 März, 2009 um 10:17
@Eddy
Bei Sturmschäden geht es ja nicht um die Häufikeit der Ereignisse, sondern um die selbst bei verminderter Aktivität gestiegenen Schäden in Währung ( z.B. wg. Preissteigerung – oder höherer Werte der zerstörten Güter )
krishnag
Donnerstag, 26 März, 2009 um 13:33