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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Archiv für Februar 16th, 2009

Buschbrände in Australien. Ein Zeichen des Klimawandels?

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In allen Nachrichtensendern wurde über die größten Buschbrände seit Menschengedenken in Australien berichtet. Der Südosten Australiens war von diesen Bränden betroffen (vor allem der Bundesstatt Victoria). Eine zweiwöchige Hitzewelle im Südosten Australiens, zwischen Ende Januar bis Anfang Februar, soll die Brände begünstigt haben. Ein Zeichen des Klimawandels?

Letztendlich hat sich herausgestellt, dass ein Großteil der Brände auf Brandstiftung zurückzuführen ist. Der Ministerpräsident Australiens sprach in diesem Zusammenhang sogar von „Massenmord“.

Siehe hier

Ein Blick auf die Temperaturen bringt weitere Aufklärung. Die folgende Abbildung zeigt die Temperaturanomalie im Dezember 2008 und im Januar 2009, im Vergleich zu den Dezembertemperaturen und Januartemperaturen der letzten 30 Jahre.

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Der Dezember 2008 war im Südosten Australiens, im Vergleich der letzten 30 Jahre, um -½ bis -1°C zu kalt. Der Januar 2009 war im Südosten Australiens, im Vergleich der letzten 30 Jahre, um ein +½ bis +1°C zu war. Alles im allen nichts Außergewöhnliches.

Die Großwetterlage mit einem Hoch südlich des Kontinents über dem Meer und einem Hitzetief über Nordaustalien war typisch für diese Region. Das Hoch südlich des Kontinents brachte im Südosten Australiens die Wärme, dass Hitzetief im Nordosten Australiens hingegen heftige Regenfälle und Überschwemmungen. Inzwischen ist diese „Hitzewelle“ im Südosten vorbei.

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Karten

Die Brände im Südosten Australiens wurden zudem dadurch begünstigt, das präventives Abbrennen von Buschland heute kaum noch stattfindet. Eine alte Tradition der Ureinwohner, die heute aus Wald- und Tierschutzgründen kaum noch praktiziert wird. Das Laub von Eukalyptusbäumen kann sich somit auf den Böden ansammeln, trocknen und entzünden. Es wirkt dabei wie ein Brandbeschleuniger.

Nachtrag

Noch während der Brände ist in Australien eine heftige Debatte ausgebrochen, inwieweit grüne Umweltpolitik zur Katastrophe beigetragen habe. So schrieb beispielsweise Miranda Devine, Kolumnistin des renommierten Sydney Morning Herald in einem Artikel mit dem Titel „Grüne Ideen sind schuld an den Toten“, es sollten weniger die Brandstifter als vielmehr die Grünen an Straßenlaternen erhängt werden. Weiter wird beschrieben, dass insbesondere in der Gegend um Kinglake, das völlig zerstört wurde, lokale grüne Politik Bewohner erfolgreich gehindert hätte, Bäume um ihre Häuser zu fällen, die Wälder von trockenem Tot- und Unterholz zu befreien, oder in kühleren Wintermonaten alle fünf bis sieben Jahre gezielt Wälder abzubrennen, um Waldbränden in heißen Sommern vorzubeugen, obwohl dies als eine Brandschutzmaßnahme, bei der nicht die Bäume, sondern nur das Unterholz abbrennen andernorts und früher bewährte Praxis gewesen sei.

Nachtrag

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Written by admin

Montag, 16 Februar, 2009 at 13:53

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert

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