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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Archiv für Oktober 30th, 2008

So viel Neuschnee wie noch nie im Oktober

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Die stärksten Schneefälle im Flachland für Ende Oktober seit dem Messbeginn von 1931 haben am Donnerstagmorgen zu einem Chaos im Schweizer Verkehrsnetz geführt. Im Verlauf des Morgens begann sich die Situation gebietsweise zu normalisieren.

(sda/ap)/tsf. In der Nacht zum Donnerstag fiel im Flachland zum Teil so viel Neuschnee wie noch nie in einem Oktober seit Messbeginn (1931), wie Meteo-Schweiz mitteilte. Am Zürichberg beispielsweise hatte der Neuschneerekord im Oktober bisher bei 14 Zentimetern im Jahr 1939 gelegen. Am Donnerstagmorgen wurde dort ein neuer Rekord von 20 Zentimetern gemessen. Wetterexperten sprachen von einem «Rekord-Wintereinbruch» für das Flachland.

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Geschrieben von klimakatastrophe

Donnerstag, 30 Oktober, 2008 um 19:29

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Klimakiller vom Acker

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Biosprit hat nicht nur wegen seiner energieaufwendigen Herstellung keine positive Klimabilanz. Das Düngen von Raps und Mais macht ihn offenbar schädlicher als Benzin und Diesel.

Das Ergebnis klingt zunächst paradox: Biosprit ist klimaschädlicher als Benzin, hat eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern um den Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen berechnet. Der Grund liegt in dem gefährlichen Stickoxid (N2O), welches vor allem beim Düngen der Energiepflanzen in die Atmosphäre gelangt.

Jede Tonne Stickoxid hat nämlich eine fast 300-fach so starke Treibhauswirkung wie dieselbe Menge an Kohlendioxid.

Wegen der starken Treibhauswirkung von Stickoxid sind die Folgen fürs Klima erheblich: Für Raps-Sprit wäre demnach die relative Erwärmung 1,7-mal höher als der Kühlungseffekt durch die Einsparung von CO2 aus fossilem Treibstoff. Ethanol aus Mais, der vor allem in den USA hergestellt wird, wäre den Berechnungen zufolge bis zu 1,5-mal klimaschädlicher als Benzin oder Diesel. Ethanol aus Zuckerrohr, das auch in seiner energetischen Bilanz besser abschneidet als Raps und Mais (dessen Anbau allerdings zugleich den Regenwald gefährdet) kommt auf einen Faktor 0,5.

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Es stellt sich die Frage: Wie Klima- und Umweltfreundlich ist Biosprit wirklich? Dazu einige Auszüge aus  Presse, Literatur und aus wissenschaftlichen Studien.

Kritiker halten den positiven Effekten des Rapsölmethylesters (RME) entgegen: den hohen Flächenbedarf, den Energie- und Rohstoffverbrauch durch die Düngemittelanwendung, den Energieverbrauch bei der Verarbeitung des Rapsöls zu RME und schließlich – vor dem Hintergrund global zunehmender Trinkwasserknappheit – den hohen Wasserbedarf der Rapspflanze. Durch die – im intensiven Rapsanbau nötige – hohe Stickstoffdüngung entsteht viel Distickstoffoxid (Lachgas, N2O), welches ein bis zu 320-fach stärker wirkendes Treibhausgas ist als Kohlenstoffdioxid (CO2). Ein weiterer Kritikpunkt sind die Auswirkungen der Biokraftstoffproduktion auf Weltmarktpreise von Nahrungsmitteln. (Quelle: Wikipedia)

Pflanzen liefern dagegen einen messbaren Beitrag an ozonschädigenden Verbindungen. Kreuzblütengewächse produzieren Methylbromid. Allein der Raps produziert 6600 Tonnen im Jahr, dies ist ein Anteil von 15% dessen, was immer noch industriell hergestellt wird. (Quelle: Wikipedia)

Dazu auch „Umweltgifte vom Gabentisch der Natur“


http://www.wissenschaft-online.de/spektrum/pdf/leseprobe/SDW_05_06_S038.pdf

Nach dem ifeu-Gutachten (Heidelberger ifeu-Institut) fallen zu Ungunsten von Rapsöl oder RME folgende Faktoren aus:

  • „Verbrauch an mineralischen Rohstoffen“ (Mineraldünger),
  • „Versauerung“ der Böden und „Eutrophierung“ (Nährstoffanreicherung in Gewässern)
  • sowie „stratosphärischer Ozonabbau“ (Zerstörung der Ozonschicht) durch Freisetzung des ozonschädigenden und gleichzeitig hochwirksamen Treibhausgases Distickstoffoxid (N2O) aus Düngemitteln und Rapsstroh,
  • ferner die „Human- und Ökotoxizität“ von Ammoniak (NH3) und Stickoxiden (NOx)
    (NOx entstehen durch Umwandlung von N2O und sind Vorläufersubstanzen von bodennahem Ozon (O3) -> Sommersmog). (Des Weiteren sind NOx Säurebildner und tragen zur Versauerung der Böden und zum Waldsterben bei).

Weitere Nachteile: Ein Hektar Raps gibt kaum 1.000-1.500 Liter Biodiesel her. Das ist so wenig, dass man praktisch das ganze Land mit Rapsfeldern überziehen müsste. Schon die Traktoren und andere landwirtschaftliche Maschinen verbrauchen eine ganze Menge Treibstoff.

Zusammenfassung:

  1. Freisetzung von klimabeeinflussenden Gasen
    Bei der landwirtschaftlichen Produktion von Raps entstehen klimaschädigende Gase:
    Methan, Lachgas (Distickstoffoxid), Kohlenwasserstoffe, Stickoxide, Kohlenmonoxid.
  2. Bodenbelastungen beim Rapsanbau
    Zur Rapskultur werden Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und Unkrautbekämpfungsmittel eingesetzt. Diese Stoffe gelangen in den Boden und ins Grundwasser. Deshalb steigt z.B. der Nitratgehalt im Grundwasser.
  3. Gefahr der Monokultur
    Wenn auf bestimmten Feldern nur Raps angebaut wird, führt dies zu einer Begünstigung von Schädlingen. Ein erhöhter Bedarf an Schädlingsbekämpfungsmitteln ist die Folge.
  4. Flächenverbrauch geht dem Biotop- und Artenschutz verloren
    Stillgelegte Ackerflächen dienen auch dem Biotop- und Artenschutz. Wenn durch Rapsanbau zusätzliche Flächen erforderlich sind oder stillgelegte Flächen wieder genutzt werden, geht dieser Aspekt des Naturschutzes verloren.
  5. Geringe Produktionskapazitäten
    In Deutschland stehen jährlich nur etwa 1 Mio. Tonnen Rapsöl für die Erzeugung von Biodiesel zur Verfügung.

Die Ökobilanz des Umweltbundesamtes

Eine Studie des Umweltbundesamtes kam im Jahre 1993 zu folgenden beachtlichen Ergebnissen:

Die für Deutschland geschätzten Ersatzmengen von Diesel durch Biodiesel könnten den Kohlendioxidausstoß nur um ca. 0,6 % verringern. Der Ersatz von Diesel durch rapsbasierte Kraftstoffe ist aus Umweltsicht nicht zu befürworten. Zukünftig sollte bei der Verwendung von Raps die Verarbeitung zu fettchemischen Produkten (siehe Fettalkoholsulfat!) im Mittelpunkt stehen.

Geschrieben von klimakatastrophe

Donnerstag, 30 Oktober, 2008 um 14:16

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert

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