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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Der Hockeystick & wie die mittelalterliche Warmzeit vom IPCC aus der Geschichte getilgt wurde

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Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), im Deutschen oft als Weltklimarat bezeichnet, wurde im November 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ins Leben gerufen. Hauptaufgabe des der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) beigeordneten Ausschusses ist es, Risiken der globalen Erwärmung zu beurteilen und Vermeidungsstrategien zusammenzutragen.

Zur Klimageschichte des IPCC

Im ersten Assessment Report des IPCC von 1990 findet sich auf Seite 202 eine Grafik, welche die Temperatur der letzten 1000 Jahre zeigt:

Man erkennt, dass das Klima im 11. bis 13. Jahrhundert deutlich wärmer war als heute. Diese Zeit wurde Medieval warm period, oder auch mittelalterliche Warmzeit genannt. Die gezeigte Grafik stammt aus folgender Publikation: LAMB, H.H. (1977): Climate Present, Past And Future Volume 2: Climatic history and the future. – Methuen & co Ltd, London (page 440). Die Klimadaten wurden in Mittelengland erfasst und reichen bis 1970.

Schon im zweiten Assessment Report von 1995 sah die Abbildung ganz anders aus. Auf Seite 174 findet sich ein Abschnitt mit der Überschrift

Darin ebenfalls eine Temperaturkurve:

Doch anstatt die letzten 1000 Jahre zu zeigen, beginnt sie erst im 15. Jahrhundert. Also exakt nach dem Ende der mittelalterlichen Warmzeit. Aber noch etwas fällt auf. Die durchgezogene Durchschnittslinie scheint gar nicht zu der gezeigten Temperaturkurve zu passen.

Im dritten Assessment Report von 2001 wird schließlich diese Kurve vom IPCC präsentiert. Laut IPCC 2001 (nach Mann, M.E, R.S. Bradley and M.K. Hughes (1998) Global-scale temperature patterns and climate forcing over the past six centuries.- NATURE, VOL 392, 23 April).

In der Literatur oft abgedruckt unter (Michael E. Mann and Raymond S. Bradley (1999). Northern Hemisphere Temperatures During the Past Millennium: Inferences, Uncertainties, and Limitations) (mit der Originalgrafik auf der letzten Seite, Figure 3).

Die mittelalterliche Warmzeit ist auf einmal wie ausgelöscht. Bis ca. 1900 zeigt das Diagramm ein relativ stabiles Klima mit abkühlender Tendenz, gefolgt von einen dramatischen Temperaturanstieg. Die Grafik erlangte aufgrund ihrer Form, die einem Hockeyschläger ähnelt, “Weltruhm” als sog. “Hockeystick-Kurve”. Sie wurde vielfach zitiert und übernommen, wobei die Fehlergrenzen (der grau schattierte Bereich) oftmals nicht mehr eingezeichnet wurde. Siehe z.B. Al Gores Film „Eine unbequeme Wahrheit“.

Die Kurve geriet u.a. in die Kritik, da die Methode, welche Michael Mann verwendet hat, offensichtlich immer eine Hockeystick Kurve lieferte. Michael Mann weigert sich bis heute die Methode vollständig offen zu legen. Weiter wurde festgestellt, dass die verwendeten Baumringdaten die Klimasprünge der Vergangenheit offensichtlich unterbewerten und zu schwach abbilden.

Letztendlich präsentiert das IPCC im vierten Assessment Report von 2007 auf Seite 467 diese Klimakurve („Spaghettikurve“).

Darin enthalten ist u.a. immer noch die Hockeystick-Kurve von Michael Mann (MBH1999). Allerdings ist sie zu einer Kurve unter vielen geworden. Neuere Rekonstruktionen zeigen wieder eine mehr oder weniger ausgeprägte mittelalterliche Warmzeit. Damit wären wir annähernd wieder bei der Kurve von Lamb aus dem Jahr 1977 angelangt, die uns im ersten Assessment Report von 1990 präsentiert wurde.

Nachdem wir die Klimageschichte des IPCC aufgearbeitet haben, möchte ich mich nun der Frage widmen, ob es vor 1998 bzw. 2001 nichts „Besseres“ als den Hockeystick gab? In wie weit war die mittelalterliche Warmzeit schon vorher wissenschaftlich belegt?

Bei der Recherche bin ich auf zahlreiche Arbeiten gestoßen, die zwischen 1993 und 1998 veröffentlicht wurden und in denen die mittelalterliche Warmzeit weltweit gut belegt ist.

Im Folgenden möchte ich einige Arbeiten kurz vorstellen.

Tree-ring and glacial evidence for the medieval warm epoch and the little ice age in southern South America, Ricardo Villalba, Climatic Change, März 1994

“Abstract: A tree-ring reconstruction of summer temperatures from northern Patagonia shows distinct episodes of higher and lower temperature during the last 1000 yr. The first cold interval was from A.D. 900 to 1070, which was followed by a warm period A.D. 1080 to 1250 (approximately coincident with the Medieval Warm Epoch). Afterwards a long, cold-moist interval followed from A.D. 1270 to 1660, peaking around 1340 and 1640 (contemporaneously with early Little Ice Age events in the Northern Hemisphere).”

Anhand von Baumringdaten wurde das Klima Patagoniens der letzten ca. 1100 Jahre rekonstruiert. Der Autor Ricardo Villalba (heute übrigens IPCC-Autor) ermittelt eine Kälteperiode zwischen 900-1070 AD (heute auch bekannt als Oort Minimum der Sonnenaktivität um ca. 1050), gefolgt von einer Wärmeperiode zwischen 1080-1250 AD (welche er der mittelalterlichen Warmzeit zuordnet), gefolgt von einer Kälteperiode zwischen 1270-1660 AD mit Höhepunkten um 1340 und 1640 (welche er der Kleinen Eiszeit zuordnet, im Übereinstimmung mit dem Auftreten auf der Nordhalbkugel).

Glacial geological evidence for the medieval warm period, Jean M. Grove and Roy Switsur, Climatic Change, März 1994

“Abstract: It is hypothesised that the Medieval Warm Period was preceded and followed by periods of moraine deposition associated with glacier expansion. Improvements in the methodology of radiocarbon calibration make it possible to convert radiocarbon ages to calendar dates with greater precision than was previously possible. Dating of organic material closely associated with moraines in many montane regions has reached the point where it is possible to survey available information concerning the timing of the medieval warm period. The results suggest that it was a global event occurring between about 900 and 1250 A.D., possibly interrupted by a minor readvance of ice between about 1050 and 1150 A.D.”

In der Arbeit werden fossile Gletscherfunde, organischen Materials, stammend aus diversen Bergregionen der Welt, über ihr datiertes Radiokarbonalter verglichen. Daraus wird geschlossen, dass die mittelalterliche Warmzeit ein globales Ereignis war, dass in die Zeit zwischen 900-1250 AD fällt, wahrscheinlich unterbrochen durch einen kurzfristigen Eisvorstoß der in die Zeit um 1050-1150 fällt (heute auch bekannt als Oort Minimum der Sonnenaktivität um ca. 1050).

A warm and wet little climatic optimum and a cold and dry little ice age in the southern rocky mountains, U.S.A., Kenneth Lee Petersen, Climatic Change, März 1994

“Abstract: The zenith of Anasazi Pueblo Indian occupation in the northern Colorado Plateau region of the southwestern U.S.A. coincides with the Little Climatic Optimum or Medieval Warm Period (A.D. 900–1300), and its demise coincides with the commencement of the Little Ice Age…”

Die Arbeit nimmt Bezug zum Aufstieg und Niedergang der Kultur der Anasazi-, bzw. Pueblo-Indianer in den südlichen Rocky Mountains von Colorado, analog zur mittelalterlichen Warmzeit um 900-1300 AD und der folgenden Kleinen Eiszeit.

Evidence for the existence of the medieval warm period in China, De’Er Zhang, Climatic Change, März 1994

“Abstract : The collected documentary records of the cultivation of citrus trees andBoehmeria nivea (a perennial herb) have been used to produce distribution maps of these plants for the eighth, twelfth and thirteenth centuries A.D. The northern boundary of citrus andBoehmeria nivea cultivation in the thirteenth century lay to the north of the modern distribution. During the last 1000 years, the thirteenth-century boundary was the northernmost. This indicates that this was the warmest time in that period. On the basis of knowledge of the climatic conditions required for planting these species, it can be estimated that the annual mean temperature in south Henan Province in the thirteenth century was 0.9–1.0°C higher than at present…”

In dieser Arbeit werden Verbreitung und Vorkommen von Zitrusbäumen und Chinagras, im China der letzten Jahrhunderte untersucht. Aus den klimatischen Bedingungen, welche für das Wachstum erforderlich sind, kann geschlossen werden, dass die jährliche Mitteltemperatur in der Südhenan-Provinz im 13. Jahrhundert 0.9-1.0°C höher lag als heute.

Hier eine Arbeit von Lisa J. Graumlich (u.a. verantwortlich für das Biosphäre 2 Projekt):

Graumlich, L.J. 1993. A 1000-year record of temperature and precipitation in the Sierra Nevada. Quaternary Research 39(2): 249-255.

„Abstract: Tree-ring data from subalpine conifers in the southern Sierra Nevada were used to reconstruct temperature and precipitation back to A.D. 800. Tree growth of foxtail pine (Pinus balfouriana) and western juniper (Juniperus occidentalis ssp. australis) is influenced by nonlinear interactions between summer temperature and winter precipitation. Reconstruction of the separate histories of temperature and precipitation is feasible by explicitly modeling species and site differences in climatic response using response surfaces. The summer temperature reconstruction shows fluctuations on centennial and longer time scales including a period with temperatures exceeding late 20th-century values from ca. 1100 to 1375 A.D., corresponding to the Medieval Warm Period identified in other proxy data sources, and a period of cold temperatures from ca. 1450 to 1850, corresponding to the Little Ice Age…”

Dazu die folgende Abbildung:

Die Baumringdaten der untersuchten Nadelbäume zeigen einen erhöhten Tree-Ring-Index (eine erhöhte Wachstumsrate) und die in Vergleich gesetzten Delta-14C-Werte eine erhöhte Sonnenaktivität während der mittelalterlichen Warmzeit an. Zum Thema Maximum der Sonnenaktivität während des Mittelalters gibt es diverse Arbeiten. Auf eine neuere komme ich später noch zu sprechen.

Kommen wir nun zu einem Science Paper aus dem Jahre 1996.

The Little Ice Age and Medieval Warm Period in the Sargasso Sea, Lloyd D. Keigwin, Science 29 November 1996

“Sea surface temperature (SST), salinity, and flux of terrigenous material oscillated on millennial time scales in the Pleistocene North Atlantic, but there are few records of Holocene variability. Because of high rates of sediment accumulation, Holocene oscillations are well documented in the northern Sargasso Sea. Results from a radiocarbon-dated box core show that SST was ~ 1°C cooler than today ~ 400 years ago (the Little Ice Age) and 1700 years ago, and ~ 1°C warmer than today 1000 years ago (the Medieval Warm Period). Thus, at least some of the warming since the Little Ice Age appears to be part of a natural oscillation.”

In der Arbeit werden Sedimentkerndaten aus der Sargasso-See ausgewertet. Untersucht wurden Schichtung, Carbonatverteilung, Verhältnis der Sauerstoffisotope und Radiokarbonalter. Daraus wird geschlossen, dass die Meeresoberflächentemperatur vor ~ 400 Jahren in etwa ~ 1°C niedriger lag als heute (Kleine Eiszeit) und vor 1000 Jahren in etwa ~ 1°C um höher lag als heute (mittelalterliche Warmzeit). Aus der Arbeit stammt die folgende Abbildung:

Gezeigt wird die rekonstruierte Temperatur mit aktuellen Messwerten am linken Ende des Graphen „S“ (Jahresmittelwerte ab 1954).

Hier eine weitere Arbeit welche in Science veröffentlicht wurde, diesmal aus dem Jahr 1998 stammend.

Past Temperatures Directly from the Greenland Ice Sheet, D. Dahl-Jensen, K. Mosegaard, N. Gundestrup, G. D. Clow, S. J. Johnsen, A. W. Hansen, N. Balling, Science 9 October 1998

In der Arbeit werden Temperaturdaten aus Bohrlöchern in Grönland ausgewertet.

Darin heißt es:

„The record implies that the medieval period around 1000 A.D. was 1 K warmer than present in Greenland. Two cold periods, at 1550 and 1850 A.D., are observed during the Little Ice Age (LIA) with temperatures 0.5 and 0.7 K below the present.”

Die Abbildung unten zeigt die rekonstruierte Temperaturgeschichte aus der GRIP-Bohrung in Zentralgrönland. Dargestellt ist die Klimageschichte Grönlands der letzten 2000 Jahre inklusive Fehlergrenzen. Sehr schön zu sehen ist die mittelalterliche Warmzeit um 1000 mit einer Temperatur, die nach Dahl-Jensen um ca. +1°C höher lag als die heutige und die nachfolgende Kleine Eiszeit mit Kälteperioden um 1550 und 1850 und einer Temperatur, die ca. –0,5 bis –0,7°C niedriger lag als die heutige.

Zu einem ähnlichen Ergebnis für die mittelalterliche Warmzeit kommt diese Arbeit mit Temperaturdaten (Heat-Flow-Profilen) aus Bohrlöchern in aller Welt.

Late Quaternary Temperature Changes Seen in World-Wide Continental Heat Flow Measurements, Shaopeng Huang, Henry N. Pollack, Po Yu Shen, GEOPHYSICAL RESEARCH LETTERS, VOL. 24, NO. 15, PAGES 1947–1950, 1997

Die Abbildung zeigt die weltweit verwendeten Bohrlochdaten und daraus rekonstruierten Temperaturgeschichten. Deutlich zu erkennen ist ein ausgeprägtes mittelalterliches Maximum um das Jahr 1000.

Bei den hier vorgestellten Arbeiten möchte ich es einmal bewenden belassen. Es gibt diverse weitere. Ich stelle fest, es gab zahlreiche Arbeiten zur mittelalterlichen Warmzeit aus aller Welt (darunter auch Science-Paper), die vor dem Mann-Hockeystick erschienen sind und welche vom IPCC offensichtlich nicht berücksichtigt worden sind.

Zuletzt möchte ich noch auf die Sonnenaktivität zu sprechen kommen. Diverse Arbeiten behandeln das Thema Sonnenaktivität während des Mittelalters. Abgesehen von den lokalen Auswirkungen der mittelalterlichen Warmzeit kann man über die Sonne eine gemeinsame Verbindung herstellen. Hier eine Arbeit aus dem Jahr 2003.

A Millennium Scale Sunspot Number Reconstruction: Evidence For an Unusually Active Sun Since the 1940’s, USOSKIN Ilya G.; SOLANKI Sami K.; SCHÜSSLER Manfred; MURSULA Kalevi ; ALANKO Katja ; Physical review letters ISSN 0031-9007 CODEN PRLTAO, 2003, vol. 91, no21, pp. 211101.1-211101.4

“Résumé / Abstract
The extension of the sunspot number series backward in time is of considerable interest for dynamo theory, solar, stellar, and climate research. We have used records of the 10Be concentration in polar ice to reconstructthe average sunspot activity level for the period between the year 850 to the present. Our method uses physical models for processes connecting the 10Be concentration with the sunspot number. The reconstruction shows reliably that the period of high solar activity during the last 60 years is unique throughout the past 1150 years…”

Die Abbildung unten zeigt die aus weltweiten Proxydaten rekonstruierte Sonnenaktivität der letzten 1150 Jahre, sowie die beobachtet Sonnenaktivität seit 1610. Verzeichnet sind Minimas und Maximas der solaren Aktivität. Die Autoren weisen auf die außergewöhnlich hohe Aktivität der letzten 60 Jahre hin.

Schön zu erkennen ist die mittelalterliche Warmzeit zwischen 900-1300 AD, welche durch das Oort Minimum der Sonnenaktivität um ca. 1050 unterbrochen wird. Eine ähnlich hohe, bzw. höhere Sonnenaktivität wie zur mittelalterlichen Warmzeit wurde erst wieder um 1750 und 1940 erreicht. Diese Zeiträume zeichnen sich wie die mittelalterliche Warmzeit durch höhere Temperaturen aus.

P.S.: Die Delta-14C-Werte aus der obigen Abbildung gehen auf die Arbeit von Stuvier & Quay 1980 zurück:

Stuvier, M., and Quay, P. D., 1980, Changes in atmospheric carbon-14 attributed to a variable sun: Science, v. 207, p. 11-19.

Abbildung nach Stuvier & Quay 1980 und Damon 1987

Anligend noch eine Grafik aus: Cosmic Rays and Climate, Jasper Kirkby, Surveys in Geophysics 28, 333-375 (Nov 2007)

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Written by admin

Donnerstag, 18 September, 2008 um 12:24

Veröffentlicht in Klimawandel, Nicht kategorisiert

25 Antworten

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  1. Sehr geehrter Herr Dipl.-Phy. Müller!

    In wie weit ist es wichtig, die genaue globale Durchschnittstemperatur der mittelalterliche Warmzeit zu kennen, wenn es ohnehin mit der Temperatur im nächsten Jahrhundert aufwärts geht?

    MfG

    Schmidt

    Donnerstag, 18 September, 2008 at 13:44

  2. Sorry: (diesem/nächsten Jahrhundert)

    Schmidt

    Donnerstag, 18 September, 2008 at 13:46

  3. Ok! Zu sicher von mir formuliert, schließlich bin ich doch kein Augur!

    Hier bitte noch einmal:

    In wie weit ist es wichtig, die genaue globale Durchschnittstemperatur der mittelalterlichen Warmzeit zu kennen, wenn es ohnehin mit der Temperatur im nächsten Jahrhundert aufwärts gehen sollte?

    Schmidt

    Donnerstag, 18 September, 2008 at 14:28

  4. Hallo Müller
    Echt toll gemacht, da werd ich gleich mal a bisserl Werbung fahren, damit das auch alle Warmaholics mitbekommen und hier wie die Fliegen einfallen können.

    Hallo Schmidt!

    Völlig falsche Fragestellung:
    Wie erklärst Du Dir die mittelalterliche Warmzeit (gleich/wärmer temperiert als heute), wenn es zu keinen nennenswerten antropogenen CO2 Eintrag in die Atmoshäre kam?
    Oder
    Bestehen berechtigte Zweifel an der Treibhaustheorie aufgrund erhöhter CO2 Konzentration in der Atmosphäre?

    MfG

    Energie-Ossi

    Donnerstag, 18 September, 2008 at 15:01

  5. @Schmidt

    Wichtig ist doch die Erkenntnis, dass es eine mittelalterliche Warmzeit gab, mit Verhältnissen, welche den heutigen gleichen. Das Holozän-Maximum war weitaus wärmer, auch das geht aus den Studien hervor. Alles im allem betrachtet ist die heutige Warmzeit also nicht Besonderes in Vergleich der Warmzeiten der letzten Jahrtausende. Grade das will uns aber das IPCC einreden. Genauso will uns das IPCC einreden, dass es weiter mit der Temperatur aufwärts gehen wird. Dafür gibt es derzeit weder Anzeichen, noch sind die Computerprognosen besser als die Klimarekonstruktionen. Wenn man nicht einmal das Klima der Vergangenheit versteht und richtig nachmodellieren kann, dann wird es schwer fallen das Klima der Zukunft zu modellieren.

    Müller

    Donnerstag, 18 September, 2008 at 15:05

  6. Danke!

    Schmidt

    Donnerstag, 18 September, 2008 at 15:13

  7. Hallo Müller,

    ein klasse Beitrag, der bringt´s mal wieder auf den Punkt.

    Erstens ist die Erwärmung nicht einmalig, zweitens ist ein Anstieg der Temperatur um etwa 0,6° in 60 Jahren (GISS global) nun wirklich nichts besonderes.
    Der “beschleunigte Anstieg” in den 90ern hat sich mehr als relativiert, wenn man wirklich klimatologische Zeiträume betrachtet:
    http://woodfortrees.org/plot/gistemp/from:1948/plot/gistemp/from:1948/trend

    Wenn wir davon ausgehen, dass diese historischen Änderungen vor 1850 allein durch natürliche Schwankungen stattfanden, bleibt für A im GW nicht mehr viel übrig.
    Im neuen Paper von Christy wird von 0.070g ºC/decade (g=feedback, ~1) gesprochen.
    http://arxiv.org/ftp/arxiv/papers/0809/0809.0581.pdf

    Sollte das so zutreffen, könnte uns das CO2 vor einer größeren Abkühlung in Folge geringer Sonnenaktivität verschonen.
    Ein Anstieg um mehr als 1,5° bis 2100 erscheint dagegen im Hinblick auf die bisherige Entwicklung immer fragwürdiger.

    Bleibt noch der schlimme Meeresspiegelanstieg. Es wäre interessant, parallel zur historischen Temperaturentwicklung eine Rekonstruktion der Meeresspiegel zu zeigen. Ich denke, da bleibt einigen Hysterikern endgültig die Luft weg.

    mfG

    Wetterfrosch

    Donnerstag, 18 September, 2008 at 17:46

  8. Hallo Müller,

    wieder mal ein wirklich ausgezeichneter Artikel!

    Vielen Dank und weiter so.

    Beste Grüße,
    Rainer

    Rainer

    Donnerstag, 18 September, 2008 at 22:28

  9. Eine nette kleine Geschichte wie man sich die von Qualitätsmedien im Verein mit würdelosen Berufspolitikern erzeugte „öffentliche Meinung“ in entsprechende Bahnen lenken kann.

    Man vergleiche die erste Graphik oben mit diesen Klimaaufzeichnungen samt dem Wissen, wo das mehrmals zitierte Kloster Steingaden geographisch liegt.

    mfg

    Zyniker

    Freitag, 19 September, 2008 at 10:01

  10. Grosses Durcheinander, wie immer. Man kann aber immerhin kaum boesen Willen erkennen. Die Verwirrung ist echt.
    1) Ich bin mir nicht sicher, ob jemand weiss, wo diese 1990er IPCC Figur wirklich herkommt. In meiner Ausgabe von Lamb 77 ist sie sicher nicht drin. EInheiten hat sie auch nicht im IPCC Report (und ausser Menschen mit seherischen Faehigkeiten wie EG BECK, die je nach Gusto mal eine Amplitude von 3 oder 2 Grad dranmalen, weiss auch jeder, dass dieses Bild wohl eher eine Hypothese formuliert als ein Resultat). Zu Lambs Zeiten waere es so oder so nicht moeglich gewesen eine quantitative Analyse der NH oder globalen Temperaturentwicklung zu wagen. Der Paleo-Mensch im damaligen IPCC war Ray Bradley und meine Vermutung ist, dass es einfach eine Handzeichnug von ihm war. Das waren noch Zeiten als man noch seine schlichte Experten-Meinung hinmalen koennte, ohne dass einem die Anwaelte von rgendwelchen Spinnern im Nacken sassen.
    2) Interpretation dieser Zeichnung: Und selbst wenn also dies Zeichnung irgendeinen quantitativen Anspruch haette, dann waere eben 1970 so warm wie zu Zeiten des MWP gewesen und du fdarft dann an die Kurve ca +0.5C drankleben um einen Vergleich mit Heute zu haben.
    3) “Jede Menge Hinweise auf ein MWP” und jede Menge dagegen, damals wie heute. Der AR4 widmet dem Thema eine Special Box und ich will dem nichts hinzufuegen. Wuerde man zB Lambs Buch als Massstab nehmen, findet man ganze Stapel von Tree Rings, historischen Verweisen, Eiskernrekords etc die entweder kein MWP zeigen oder Kaelteperioden (Seite 447 im Lamb kalte Winterrecords aus China). Das ist schon bei deinen eigenen Zitaten deutlich. Wenigstens deine selbst zitierten Abstracts koenntest du doch lesen?
    4) Tatsaechlich enthalten die modernen Rekonstruktionen unzaehlige solcher “ein bisschen MWP, kein MWP oder kaltes MWP” -Serien. Die Zusammenfassung dessen steht natuerlich im AR4.
    5) Eine besondere Erwaehnung verdient vielleicht das Pollock Borehole Paper. Das immerwieder vorzukramen hat schon was Verzweifeltes.
    Hier ist das letzte Paper derselben Autoren:
    A late Quaternary climate reconstruction based on borehole heat flux
    data, borehole temperature data, and the instrumental record
    S. P. Huang,1 H. N. Pollack,1 and P.-Y. Shen2
    http://www.geo.lsa.umich.edu/~shaopeng/2008GL034187.pdf vor ein paar Wochen erschienen.
    Das 20te und Teile des 19ten Jhd sind ueberhaupt nicht in ihrem 98er Paper enthalten. Sie haben Bohrloecher verwandt die nach ihren Worten nicht-klimatisch verschmutzt waren. Figur 2 in ihrem jetzigen Paper ist besonders aufschlussreich, aber ich denke, du bist happy mit den 10 Jahre alten Ergebnissen, die etwas ganz anderes bezwecken sollten als die Skeptiker gerne haetten.
    Aber ich nehme an, der skeptische Paranoiker, der hier so postet, vermutet jetzt, dass Pollack und seine Gruppe vom SIS des IPCC mit vorgehaltener Waffe zum Abfassen ihres neuen Papers gezwungen wurden.
    Das Ganze in den Worten in den WOrten von Huang/Pollack/Sheng
    “The consequence of excluding the upper 100 meters
    is that the 20,000 year reconstructions in HPS97 contain
    virtually no information about the 20th century. As the
    authors of HPS97 we can be criticized for not stating
    explicitly in the abstract and figure caption that the ‘present’
    (the zero on the time axis) really represents something like
    the end of the 19th century, rather than the end of the 20th
    century. At the time we published that paper our focus was
    on trying to extract a broad-brush representation of Late
    Quaternary surface temperature variability that might be
    overprinted on the ensemble of world-wide continental heat
    flux measurements. We did not anticipate that a comparison
    of late 20th century and Medieval Warm Period temperatures
    would later become a contentious issue.”
    6) Und schliesslich voellig veraltet sind die vermeintlichen 14C-Solarrekonstruktionen. 14C ist NICHT = solare Aktivitaet aus einem dutzend Gruenden. Die letzte Radioisotopen Rekonstruktion solarer Aktivitaet, die Erdmagnetfeld, Ozeanzirkulation etc mitbetrachtet, ist:
    Quaternary Science Reviews 26 (2007) 82–97
    Solar activity during the last 1000 yr inferred from radionuclide records
    Raimund Muschelera,, Fortunat Joosb, Ju¨ rg Beerc, Simon A. Mu¨ llerb,
    Maura Vonmoosc, Ian Snowballd
    mit einem MWP deutlich kleiner als lange Phasen im 17ten 18ten und 20ten Jhd.
    Was auch immer das MWP genau ist, wir haetten grosze Probleme aus den jetzt bekannten Forcing Daten ein starkes globales Signal zu erklaeren. Nicht nur das spricht in der Tat fuer eine sehr moderate Warmphase.

    Georg Hoffmann

    Freitag, 19 September, 2008 at 13:00

  11. Ahh Hoffmann,
    habe dich schon vermisst.

    multiverus

    Freitag, 19 September, 2008 at 14:20

  12. @Multiverus
    “Ahh Hoffmann,
    habe dich schon vermisst.”
    Kann ich mir gar nicht vorstellen. Was koennte einen wie dich mehr stoeren als Fakten und Wissenschaft?

    Georg Hoffmann

    Freitag, 19 September, 2008 at 14:57

  13. @Hoffmann

    „5) Eine besondere Erwaehnung verdient vielleicht das Pollock Borehole Paper. Das immerwieder vorzukramen hat schon was Verzweifeltes. Hier ist das letzte Paper derselben Autoren:“

    Mit den Paper habe ich überhaupt keine Probleme, im Gegenteil. Grade Abb. 1 zeigt doch nach wie vor ein Holozän-Optimum, in dem die Globaltemperatur weitaus höher liegt als heute und ein mittelalterliches Optimum in dem die Temperatur auf vergleichbar hohen Niveau liegt wie heute. Die Autoren schreiben:

    „The reconstructions show the temperatures of the mid-Holocene warm episode some 1–2 K above the reference level, the maximum of the MWP at or slightly below the reference level, the minimum of the LIA about 1 K below the reference level, and end-of-20th century temperatures about 0.5 K above the reference level.”

    Demnach liegt das rekonstruierte Holozän-Optimums um 0,5-1,5°C über den heute gemessenen Lufttemperaturen. Das rekonstruierte mittelalterliche Optimum liegt ca. 0,5°C unter den heute gemessenen Lufttemperaturen und auf ähnlich hohen Niveau wie das Referenzlevel der Jahre 1961-1990.

    Leider waren die obersten 100m der Bohrlöcher für die Temperaturrekonstruktion nicht geeignet, daher mussten die Autoren für das 20. Jh. auf Direktmessungen der Lufttemperatur zurückgreifen. Die Lufttemperatur wird idR in Wetterhütten auf 2m Höhe gemessen und nicht auf dem Erdboden. Die Bohrlochtemperaturen bilden aber die vergangenen Temperaturen am Erdboden ab und hier auch nur eine gemittelte Temperatur über längere Zeiträume und keine dekadischen Spitzenwerte. Auch die Position der Messorte (Bohrlöcher, Wetterhütten) sind nicht identisch. Das Problem mit den obersten 100m hatten

    D. Yu. Demezhko and I. V. Golovanova, Climatic changes in the Urals over the past millennium – an analysis of geothermal and meteorological data, Clim. Past, 3, 237–242, 2007

    z.B. nicht.

    http://www.clim-past.net/3/237/2007/cp-3-237-2007.pdf

    Hier reichen die rekonstruierten Temperaturen bis ca. 1985. Verglichen werden diese auch mit Direktmessungen der Lufttemperatur aus dem 19. und 20. Jh. (siehe Abb. 5). Hier sieht man, dass die Lufttemperaturen ab ca. 1960 einen leichten Offset aufweisen.

    Auch Dahl-Jensen hatte die Probleme mit den obersten 100m nicht.

    Past Temperatures Directly from the Greenland Ice Sheet, Science, 1998

    http://www.gfy.ku.dk/~klaus/papers/B7-Science1998.pdf

    Ich will mich hier auch nicht darum streiten, ob die mittelalterliche Warmzeit lokal, global um einige 1/10 Grad wärmer, oder kälter war, als die heutige Warmzeit. Das Holozän-Optimum war im jedem Fall entscheidend wärmer als das Optimum des Mittelalters und das der heutigen Zeit. Alles im allem ist unsere heutige Warmzeit also nichts besonderes in der Klima-Geschichte der letzten Jahrtausende.

    „6) Und schliesslich voellig veraltet sind die vermeintlichen 14C-Solarrekonstruktionen. 14C ist NICHT = solare Aktivitaet aus einem dutzend Gruenden.“

    Herr Hoffmann, dass Sie mir diese Vereinfachung (niedrige Delta-14C-Werte -> höhere Sonnenaktivität) übel nehmen habe ich gleich erwartet. Im Übrigen werden die Delta-14C-Werte sehr schön durch die 10Be-Werte aus Grönland und der Antarktis, als auch und durch die Direktbeobachtungen der Sonnenflecke bestätigt.

    Ich empfehle die anliegende Grafik und Arbeit von Kirkby.

    „Die letzte Radioisotopen Rekonstruktion solarer Aktivitaet, die Erdmagnetfeld, Ozeanzirkulation etc mitbetrachtet, ist:
    Quaternary Science Reviews 26 (2007) 82–97
    Solar activity during the last 1000 yr inferred from radionuclide records
    Raimund Muschelera, Fortunat Joos,…
    mit einem MWP deutlich kleiner als lange Phasen im 17ten 18ten und 20ten Jhd.“

    Genau, Zweitautor Fortunat Joos. Wundert mich nicht ;) . Auch hier empfehle die anliegende Grafik und Arbeit von Kirkby.

    Cosmic Rays and Climate, Jasper Kirkby, Surveys in Geophysics 28, 333-375 (Nov 2007)

    http://arxiv.org/PS_cache/arxiv/pdf/0804/0804.1938v1.pdf

    Müller

    Freitag, 19 September, 2008 at 15:21

  14. @Mueller
    “Ich will mich hier auch nicht darum streiten, ob die mittelalterliche Warmzeit lokal, global um einige 1/10 Grad wärmer, oder kälter war, als die heutige Warmzeit. Das Holozän-Optimum war im jedem Fall entscheidend wärmer als das Optimum des Mittelalters und das der heutigen Zeit. Alles im allem ist unsere heutige Warmzeit also nichts besonderes in der Klima-Geschichte der letzten Jahrtausende.”
    Freue ich mich aber, dass man jetzt so grosszuegig argumentiert. Falsch bleibt es trotzdem. Keines der Paper zu den Bohrloechern ist global oder erhebt auch nur den Anspruch.
    Du hast anscheindend Probleme mit dem “Heute”. “Heute” heisst bei mir 2008 und wenn ich klimatologisch grosszuegig bin die letzten Jahre. Fig 1 bei HPS08 zeigen das Mittel von 60-91 welches wir um ca 0.5°C uberschritten haben. Die Vergroesserung in Fig 2 zeigt das deutlich. Cherrypicking bei dir anscheinend nicht nur bei Papern sondern auch noch beim Zoom.
    HPS haben eine riesigen Bias zu noerdlichen Breiten und so ist ihre Kurve auch eher repraesentativ fuer die Temperaturen 30-60°N. Es wurde ferner gezeigt dass Bohrlochtemperaturen einen Sommerbias haben auf Grund der isolierenden Wirkung von Schnee. Kurz um das Holozaene Optimum beurteilen zu koennen (nachdem HPS nun klar gemacht haben, dass das MWP kaelter als heute ist), muss man sich tropische Temperaturen anschauen.
    AR4:
    “In contrast, tropical temperature
    reconstructions, only available from marine records, show that
    Mediterranean, tropical Atlantic, Pacific and Indian Ocean
    SSTs exhibit a progressive warming from the beginning of the
    current interglacial onwards (Kim et al., 2004; Rimbu et al.,
    2004; Stott et al., 2004), possibly a reflection of tropical annual
    mean insolation increase (Box 6.1, Figure 1).”
    Sprich das Strahlungsforcing erwaermt den tropischen Ozean seit dem Holozaenen Optimum. Der vorindustrielle Pazifik ist ca 0.5 waermer als zu Zeit des Holozaenen Optimums.

    “Herr Hoffmann, dass Sie mir diese Vereinfachung (niedrige Delta-14C-Werte -> höhere Sonnenaktivität) übel nehmen habe ich gleich erwartet”
    Na fein. Dann kannste es ja naechstes Mal richtig machen.

    “Auch hier empfehle die anliegende Grafik und Arbeit von Kirkby.”
    Das ist ja nett, dass du die empfiehlst. Dann wirst du sicher wissen, dass Kirbys Abbildung deiner obigen von Stuiver&Quai so sehr aehnelt, weil es die gleiche ist. Es ist ohnehin nicht solare Aktivitaet, aber selbst als CR Rekonstruktion gibt es vielleicht etwas neueres als ein Paper von 1980?
    Richtig, eben das von Muscheler, die den INTCAL04 Datensatz von 2003 benutzen.

    Georg Hoffmann

    Freitag, 19 September, 2008 at 15:59

  15. @Hoffmann

    „Keines der Paper zu den Bohrloechern ist global oder erhebt auch nur den Anspruch“

    Das habe ich auch nie behauptet. Auch Manns-Hockeystick ist in dieser Hinsicht nicht global. Da haben Sie sich das Ei selbst ins Nest gelegt.

    „Du hast anscheindend Probleme mit dem “Heute”. “Heute” heisst bei mir 2008 und wenn ich klimatologisch grosszuegig bin die letzten Jahre. Fig 1 bei HPS08 zeigen das Mittel von 60-91 welches wir um ca 0.5°C uberschritten haben.“

    Ist das wirklich so?

    http://woodfortrees.org/plot/gistemp/mean:12/from:1960/plot/hadcrut3vgl/mean:12/offset:0.1/from:1960/plot/rss/mean:12/offset:0.25/from:1960/plot/uah/mean:12/offset:0.25/from:1960/plot/gistemp/mean:360/from:1960

    Also das Mittel von 60-91 liegt bei ca. 0,1 Anomalie und heute haben wir in etwa 0,4 Anomalie. Das macht für mich keine 0,5°C, sondern nur 0,3°C über den Level von 61-90.

    „HPS haben eine riesigen Bias zu noerdlichen Breiten und so ist ihre Kurve auch eher repraesentativ fuer die Temperaturen 30-60°N.“

    Selbes trifft auf den Mann-Hockeystick zu. Da haben Sie sich wieder ein Ei ins Nest gelegt.

    „Es wurde ferner gezeigt dass Bohrlochtemperaturen einen Sommerbias haben auf Grund der isolierenden Wirkung von Schnee.“

    U.a. auch aus diesem Grund sollte man an rekonstruierte Temperaturen aus Bohrlöchern keine Messwerte der aktuellen Lufttemperatur anhängen.

    „AR4: … “

    Ach wie schön wieder die Klimabibel.

    „Das ist ja nett, dass du die empfiehlst. Dann wirst du sicher wissen, dass Kirbys Abbildung deiner obigen von Stuiver&Quai so sehr aehnelt, weil es die gleiche ist. Es ist ohnehin nicht solare Aktivitaet, aber selbst als CR Rekonstruktion gibt es vielleicht etwas neueres als ein Paper von 1980?“

    Jup, ist mir bekannt. Stuiver&Quai werden in fast allen Arbeiten zur Sonnenaktivität der letzten 1000 Jahre zitiert. Die von mir gezeigten 10Be Rekonstruktionen sind aber neueren Datums und zeigen eine sehr gute Übereinstimmung mit den Werten nach Stuiver&Quai. Auch damals konnten die Leute schon richtig messen. Der Mann-Gefolgschaft stelle ich das aber in Abrede.

    Müller

    Freitag, 19 September, 2008 at 16:40

  16. Letztes Mal, indem ich mich bei Hoffis Webseite verlaufen hatte, konnte ich noch den Hockeystick genießen. Daher auch sein Getue. Er hat es schwer, Fehler zuzugeben. Von wegen Fakten und pla pla-

    Das hier:
    „2) Interpretation dieser Zeichnung: Und selbst wenn also dies Zeichnung irgendeinen quantitativen Anspruch haette, dann waere eben 1970 so warm wie zu Zeiten des MWP gewesen und du fdarft dann an die Kurve ca +0.5C drankleben um einen Vergleich mit Heute zu haben.“
    erwähnt er immer wieder, obwohl ihm soviele schon versucht haben ihm zu erklären, dass diese Logik so falsch, so unwissenschaftlich ist. Es hilft nichts. Dafür ist sein Horizont so offen wie ein Scheunentor. Man vergleicht nicht Äpfel mit Birnen.

    Aber trotzdem Danke Herr Müller, dass Sie soviel Geduld aufbringen. Ihre Mühe ist sehr zu schätzen.

    jedi

    Samstag, 20 September, 2008 at 01:58

  17. @Mueller
    “Das habe ich auch nie behauptet. Auch Manns-Hockeystick ist in dieser Hinsicht nicht global. Da haben Sie sich das Ei selbst ins Nest gelegt”
    Doch ist er, zumindest NH weit. Auch wenn tausende Rekords in Manns Approach aus Norwegen waeren, am Ende gehen nur Gitterpunkte ins NH Mittel ein die ueber die Kalibrierungszeit signifikativ korrelieren. Eine einzige Seirie in den Tropen wie Quelccaya liegt unter ENSO Einfluss kann mit einem weit groesserem Gebiet korrelieren. Ich sehe zumindest ohne weiteres nicht, dass so etwas bei den Bohrlöchern gemaht worden waere (lass mich aber eines besseren belehren).Der Bias steckt bei Mann in der Information aber nicht in der Flaechenwichtung.
    An eine Rekonstruktion durch Bohrloecher muesste also am Ende der Temperaturanstieg ueber den Kontinenten zwischen insbesondere 30N und 60N angehangen werden. Wie auch immer man es dreht und wendet, in der Bohrlochrekonstruktion ist das MWP heute ueberschritten. Das Holozaene Optimum ist mit dem AR4 in Uebereinstimmung und es ist auf Grund der Pazifik und Indic Temperaturen schwer zu sagen, wo das Holozaen global relativ zu heute liegt. Die Tropen zwischen 30N und 30S entsprechen der Haelfte der Erdoberflaeche.

    @jedi
    “obwohl ihm soviele schon versucht haben ihm zu erklären, ”
    Dann versuch du es doch noch einmal. Da keine Temperaturen an der Kurve sind (ausser Beck erfindet gerade welche) ist es eine qualitative Kurve. Ok bis da?
    Waeren Temperaturen dran endete die 1970 mit einer Tempeatur x. Wollte man sie mit heute vergleichen muesste man den Temperaturverlauf ab da an die Kurve dranhaengen und haette dann eine quantitative Kurve. Lucide, oder?

    Georg Hoffmann

    Samstag, 20 September, 2008 at 06:33

  18. @Mueller
    jetzt habe ich im Eifer ganz vergessen zu fragen:

    “Die gezeigte Grafik stammt aus folgender Publikation: LAMB, H.H. (1977): Climate Present, Past And Future Volume 2: Climatic history and the future. – Methuen & co Ltd, London (page 440). Die Klimadaten wurden in Mittelengland erfasst und reichen bis 1970.”
    Darf ich davon ausgehen, dass du das von irgendeiner Seite im Internet abgeschrieben hast, weil es so toll recherchiert klingt, und das Buch nie gesehen hast? Oder hast du eine andere Edition als ich?

    Georg Hoffmann

    Samstag, 20 September, 2008 at 09:46

  19. @Hoffmann

    Sie haben Recht. Die Grafik aus dem 1. Assessment Report des IPCC von 1990 geht vermutlich nicht auf LAMB, H.H. (1977) zurück, sondern auf eine noch ältere Arbeit von Lamb:

    http://www.climateaudit.org/?p=3072

    Mit besten Dank an Steve McIntyre.

    Noch mal zum Hockeystick

    Herr Hoffmann, Sie schreiben doch selbst in Ihrem Blog zum Hockeystick:

    “Ian Jolliffe zu Hockey Sticks und Climate Change

    Ian Jolliffe ist emeritierter Statistik Professor der Universität Aberdeen und kam durch ein paar Postings in das Sperrfeuer des Klimakriegs um Manns hockey stick. Ich mach keine langen Einführungen, die meisten wissen worum es dabei geht. Ich mache auch keinen Hehl daraus, dass ich die Entscheidung des IPCC TAR Reports dem hockey stick so einen prominenten Platz einzuräumen für unglücklich halte und hielt. Der IPCC sollte immer das Gewicht auf die schon dutzendmal durchgekochten Resultate legen, an denen sich nichts wesentliches mehr ändern wird. Das heisst nicht, dass ich das allermeiste der Kritik am hockey stick teile, von vielen Aspekten habe ich so ohne weiteres aber schlicht keine Ahnung und es würde mich viel zu viel Zeit kosten, diese zu erlangen und etwas halbwegs interessantes zu diesem im Internet voellig abgegrasten Thema zu sagen. Ich bin auch nicht sicher, ob es sich denn ernsthaft lohnen würde bei einem nun mehr als 10 Jahre alten Paper.
    Soweit so gut…”

    Müller

    Samstag, 20 September, 2008 at 10:40

  20. @Mueller
    “Sie haben Recht. Die Grafik aus dem 1. Assessment Report des IPCC von 1990 geht vermutlich nicht auf LAMB, H.H. (1977) zurück, sondern auf eine noch ältere Arbeit von Lamb:”

    Na dann wissen wir ja jetzt, dass du hier vollstaendig Aepfel mit Birnen vergleichst, es sei denn Central England ist identisch mit der Nordhemisphaere.
    Immerhin bist du jetzt einmal in bester Gesellschaft, in der des IPCC naemlich.

    Georg Hoffmann

    Samstag, 20 September, 2008 at 11:17

  21. Nichteinmal der Durchschnittswert stimmt. Was für ein erbärmlicher Haufen.

    BenNeutrum

    Mittwoch, 1 Oktober, 2008 at 14:00

  22. Endlich können die Manipulationen diverser Temperaturkurven bewiesen werden!
    Nie hätte ich mir träumen lassen, dass wir genau das den “bösen” Hackern verdanken.
    Geahnt haben die Wahrheit schon viele Leute, die noch klar denken können und sich nicht allein auf aus einer einzigen Quelle stammenden Fakten verlassen, aber wenn man etwas von Manipulationen verlauten ließ, wurde man als Klimakiller beschimpft oder / und ausgelacht.

    cheetah

    Mittwoch, 16 Dezember, 2009 at 08:48

  23. Herrlich wie sich hier gestritten wird.
    Man kann doch einfach mal die historischen Fakten anführen. Die Wikinger haben zur Zeit der mittelalterlichen Warmzeit Grönland “erobert”. Es ist nur logisch,das Sie nicht einfach aus Spaß beim Anblick eines angeblichen Permafrostboden sich dachten: “Sehr schön, das neue Land nennen wir Grünland und betreiben Ackerbau, auch wenn es eisig kalt ist und alles voller Schnee”. *Achtung Ironie*
    Wie kommt es das heute Ackerbaugeräte aus dem Permafrostboden auftauen? Die Wikinger haben ebenfalls die Küste Grönlands kartographiert und diese stimmt sehr genau mit den Satellitenuntersuchungen der Küstenlinie unter dem Eis überein. Folglich gab es kein Eis, allerdings sind Städte wie London oder Amsterdam zu dieser Zeit nicht überflutet worden.

    Eine andere Sache die ich beim Treibhauseffekt nicht ganz verstehe ist die Reflektion der Sonnenstrahlen auf die Erde. Vereinfacht gesagt ist es offiziel ja so: Licht trifft auf die Erde und wird teilweise reflektiert, es kann aber nicht vollständig in den Weltraum entweichen, da durch die erhöhte Co2 Konzentration ein großer Teil wieder auf die Erde reflektiert wird. Eine Erwärmung ist die Folge.
    Da aber die Treibhausgase völlig ungeordnet in der Atmosphäre herumfliegen, müsste doch schon vorher ein Großteil des Sonnenlichts gleich in den Weltraum abgeleitet werden. Den Molekülen ist die Richtung doch egal, oder hab ich einen Denkfehler?

    HansWurst

    Mittwoch, 25 Januar, 2012 at 09:13

  24. .. Die Richtung schon, allerindgs nicht die Freuqenz – hier wird postuliert dass der nach Reflexion vorliegende Anteil stärker absorbiert wird. Was uns hier allerdings als “Kimamodell” serviert wird ist Okultismus der feinsten Art inklusive Hexenwahn. Modelle, die nichteinmal taugen den aktuellen Status und die nähere Vergangenheit sauber abzubilden sind die Milliardenanstrengungen nicht wert – wissenschaft mit viel Mathematik aber wenig Realitätsbezug – kein Steckenpferd der exakten wissenschaften sondern etwas für die Kollegen aus den Sozialwissenschafte – evnt. der Psychologie / Le Bon. Das Geld ist VERBRANNT – ursprünglich intendiert um den lokalen Produzenten zu schützen verwandelt es sich nunmehr in ein faschistoides Lenkinstrument. Gewisse Klimaforscher gehören einem Audit unterzogen – von unabhängiger Stelle. Insebsondere Ihre Außenwirkung die sie wissentlich fördern gehören archiveiert um in zukünftig zu führenden Rechtsprozessen die Schwere ihrer Schuld sauber darlegen zu können

    Tom

    Freitag, 18 Januar, 2013 at 10:10


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