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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Archiv für Februar 25th, 2008

Die Sonne und die kosmische Strahlung

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Eine Studie von H. Svensmark und E. Friis-Christensen am Zentrum für Sonnen- und Klimaforschung des Dänisch-Nationalen-Wetrauminstitutes in Kopenhagen hat aufgezeigt, dass eine gute Übereinstimmung zwischen kosmischer Strahlung und der Bildung von tief liegenden Wolken besteht. Veränderungen der kosmischen Strahlung haben dort Einfluss auf die Wolkenbildung.

Der Einfluss der kosmischen Strahlung der Erde ändert sich antizyklisch zur Sonnenaktivität. Wenn die Sonne sehr aktiv ist, dann verringert sich die kosmische Strahlung, da diese durch das interplanetare Magnetfeld abgeschirmt wird. Damit bilden sich weniger Kondensationskeime und folglich weniger Wolken. Die energiereichen Teilchen der kosmischen Strahlung erzeugen “Keime”, an denen der Wasserdampf kondensiert. Hierdurch können sich Wolken bilden. Man hat die kosmische Strahlung seit 1980 und die Wolkenbedeckung seit 1984 gemessen und miteinander verglichen, wobei man beeindruckende Zusammenhänge zwischen den zwei Größen feststellte, aber nach den folgenden Diagrammen nur für tiefliegend-abkühlend wirkende Cumulus-Wolken zutreffen. Da diese die einfallende Sonnenstrahlung reflektieren, führt die Abnahme ihres Bedeckungsgrads zu einer erhöhten Temperatur.

Auch Daten aus dem International Satellite Cloud Climatology Projekt und von der Huancayo Station für kosmische Strahlung zeigen eine bemerkenswerte Korrelation zwischen niedrigen Wolken (unter 3 km) und der kosmischen Strahlung. Es gibt mehr als genug kosmische Strahlung in der Höhe, so dass eine Veränderung der kosmischen Strahlung keinen Einfluss auf die hohen Wolken hat. Weniger kosmische Strahlen dringt zu den unteren Wolken vor, so dass diese empfindlich gegenüber Veränderungen in der kosmischen Strahlung reagieren.

Veränderung der kosmischen Strahlung (rot) und der niedrigen Wolken (blau) im Vergleich (Satellite Cloud Climatology Projekt und Huancayo Station für kosmische Strahlung)

Weiter: Vergleich zwischen Veränderung der kosmischen Strahlung und Veränderung der niedrigen Wolkenbedeckung seit 1700.

Hellblau, dunkelblau (mit Hilfe von Poxydaten ermittelte Veränderung der kosmischen Strahlung, (Solanki und Fligge 1999)), Rot (beobachtete Veränderung der kosmischen Strahlung 1953-2005), Orange (Veränderung der niedrigen Wolkenbedeckung). Die Werte korrespondieren gut mit dem Temperaturverlauf dieser Zeit. Aus den Strahlungs- und Wolken-Daten geht insbesondere der Temperaturanstieg nach 1700 schön hervor.

Die folgende Grafik zeigt den Temperaturverlauf und die Veränderung (Abnahme) der kosmischen Strahlung im Vergleich. Veröffentlichung von H. Svensmark und E. Friis-Christensen aus dem Oktober 2007.

Oberer Teil der Abbildung: Mit Radiosonden gemessene Temperaturanomalie der Troposphäre (blau), Abnahme der kosmischen Strahlung (rot). Unterer Teil der Abbildung: Abbildung wie oben, ohne die Einflussfaktoren El Nino, Nord-Atlantische-Oszillation (NAO), Aerosole vulkanischen Ursprungs und einem linearen Temperaturtrend von 0,14 °C pro Jahrzehnt.

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Montag, 25 Februar, 2008 at 15:25

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Viktoriasee: Wasserstand und Sonnenflecken

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Wissenschaftler haben einen Zusammenhang zwischen der Sonnenaktivität und dem Wasserstand des Viktoriasees und Nils gefunden. (Der Viktoriasee speist den Nil). Seit 1896 werden die Pegelstände aufgezeichnet. Im Juni 2007 wurde eine Studie von WJR Alexander et al. veröffentlicht, welche die hydrologischen Daten mit der Sonnenvariabilität (Sonnenflecken) vergleicht. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass eine eindeutige Verbindung (Synchronität) zwischen Anzahl der Sonnenflecken und dem Wasserstand besteht. Dieser Zusammenhang ist auch andernorts zu beobachten.

Viktoriasee: Wasserstand und Sonnenflecken

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Quelle

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Montag, 25 Februar, 2008 at 15:04

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