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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Archiv für Februar 17th, 2008

Heftige Schneefälle in Griechnland und der Türkei

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Athen/Ankara (dpa 17.02.08) – Schnee, Stürme und bittere Kälte haben am Sonntag in Griechenland und der Türkei das öffentliche Leben teilweise lahmgelegt. Sogar auf der Akropolis – dem Wahrzeichen von Athen – lag eine dünne Schneedecke.

In beiden Ländern mussten Straßen gesperrt, Flüge gestrichen und Fährverbindungen eingestellt werden. In Mittel- und Nordgriechenland wurden Werte bis minus 15 Grad gemessen. Mehr als 70 Dörfer waren zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten, teilte der Zivilschutz mit. Mindestens 15 Flüge zwischen Athen und den Ägäisinseln fielen wegen der stürmischen Winde aus. Dutzende andere Flüge starteten mit erheblichen Verspätungen. Zudem mussten sämtliche Fährverbindungen eingestellt werden.

Räumfahrzeuge konnten die wichtigste Nord-Süd-Schnellstraßenverbindung zwischen Thessaloniki und Athen freihalten. Dagegen waren fast alle Landstraßen in Mittelgriechenland und auf der Halbinsel Peloponnes nur mit Schneeketten befahrbar. Mit einer Wetterbesserung rechnen Meteorologen für Montagnachmittag.

In der Türkei waren Tausende Ortschaften im ganzen Land nicht erreichbar, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. In der westtürkischen Stadt Bursa seien über Nacht Obdachlose erfroren. Meteorologen sagten für die nächsten Tage weitere Schneefälle voraus. In einigen Provinzen haben die Behörden vorsorglich für Montag den Schulunterricht abgesagt.

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Sonntag, 17 Februar, 2008 at 17:02

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Das Kaspische Meer im Kälteschlaf

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Kaspisches-Meer

Derzeit liegen die Temperaturen rum um das Kaspische Meer um mehr als -4°C niedriger als der langjährige Frühjahres-Mittelwert. Der komplette nördliche Teil ist zugefroren (Sattelitenbild vom 10.01.08). Das Kaspische Meer ist der größte See der Erde. Er liegt in West-Asien und im äußersten Ost-Europa. Im Norden grenzt er an Russland und Kasachstan, im Süden an den Iran, im Westen an Aserbaidschan und im Osten an Turkmenistan.

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Sonntag, 17 Februar, 2008 at 16:32

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Politikstudent & Abiturient goes Klimawissenschaften: Die Hatz gegen Klimaskeptiker

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Folgendes Projekt haben ein Politikstudent und ein Abiturient mit diesen Worten ins Leben gerufen:

„Wikiversity-Projekt “Klimaskepsis”

In den letzten Tagen habe ich an einem neuen Projekt in der Online-Lernplattform Wikiversity gearbeitet. Das Projekt Klimaskepsis soll im Laufe der nächsten Monate zu einer Sammlung wissenschaftlich fundierter Widerlegungen bekannt gewordener Argumente von KlimaskeptikerInnen werden. Kein leichtes Unterfangen, aber was es auf Englisch schon seit Jahren gibt ist auf Deutsch einfach überfällig (lies: Die FAQ des Umweltbundesamtes reicht mir nicht). Und die Wikiversity, das jüngste Schwesterprojekt der Wikipedia, bietet genau den richtigen Rahmen hierfür…

Frohes Lesen! Und frohes Ausbessern! Und frohes Ergänzen! Denkt dran: It’s a wiki. Ich mach das nicht alles alleine, Leute… Da fällt mir ein: Habe ich erwähnt dass ich in der Wikiversity Adminrechte genieße? Vor Vandalismus bitte ich deshalb vorsorglich abzusehen.

  • Zunächst wird sich des Kritiker-Argumentes: „Es ist Sonne!“ angenommen.

Mit der abschließenden Bewertung:

„Spätestens seit den 1970er Jahren weist die Sonnenaktivität keinen erkennbaren Trend auf. Für die Erderwärmung kann sie deshalb nicht verantwortlich sein.“

Dazu möchte ich auf diese Veröffentlichung von Scafetta und West, welche im November 2007 im renomierten JOURNAL OF GEOPHYSICAL RESEARCH erschienen ist hinweisen:

Phenomenological reconstructions of the solar signature in the Northern Hemisphere surface temperature records since 1600.

 

Fazit der Autoren Scafetta und West: Die Sonne ist mit bis zu 69% an der Erwärmung zwischen 1900-2005 beteiligt und mit bis zu 42% an der Erwärmung seit 1950!

Auch die Astrophysikerin Dr. Sallie Baliunas kommt zu den Schluss, dass die globale Erwärmung besser mit der Sonnenaktivität übereinstimmt, als mit dem steigenden CO2-Gehalt der Atmosphäre. Siehe hier.

  • Als nächstes wird sich von dem Abiturienten unter dem Beitrag: „Kuriose Argumente von Klimaskeptikern II“ einer Stellungnahme des Diplomchemikers Dr. rer. nat. Gerhard Stehlik (Urheber Dipl.-Phys. J. Ebel) angenommen.

Folgende Kritik wird dabei vorgebracht:

Die Erdtemperatur wird in der Stellungnahme gemäß dem Stefan-Boltzmann-Gesetz zunächst wie folgt berechnet:

Temperatur = [Ausstrahlungsleistung der Erde pro Quadratmeter / (Emissionsgrad * Stefan-Boltzmann-Konstante)]^(1/4)

1) T = [239 / (1 * 5,67^-8)]^(1/4) = 255 K = – 18 °C

Diese Temperatur entspricht genau der eines idealen schwarzen Körpers, welcher die zuvor absorbierte Sonnenenergie mit einem Emissionsgrad von 1 wieder abstrahlt. Als dieser wird die Erde laut der gängigen Treibhaustheorie näherungsweise betrachtet. Der Emissionsgrad ist ein Maß für die Fähigkeit von Materialien, infrarote Energie zu absorbieren oder abzustrahlen. Der Wert kann zwischen 0 und 1,0 liegen. So hat z.B. ein Spiegel einen Emissionsgrad von 0,1. Dagegen hat der so genannte “Schwarze Strahler” einen Emissionsgrad von 1,0.

2) Weiter wird Herr Stehlik wie folgt zitiert: Die Erde habe gar nicht ein Emissionsvermögen von knapp 1 (In der Natur gibt es keine schwarzen Strahler), sondern eher eines von 0,62.

Somit erhält man

T = [239 / (0,62 * 5,67^-8)]^(1/4) = 287 K = 14 °C

also nahezu exakt die heutige Globaltemperatur und das ohne jeglichen Treibhauseffekt.

Der Autor (Abiturient) des Skeptikerbeitrages sucht nun Werte für den Emissionsgrad von Wasser heraus. An diesen Wert hatte sich Herr Stehlik (bzw. der Urheber Herr Ebel) in seiner Berechnung orientiert. Der Abiturient stellt fest, dass Herr Stehlik offensichtlich einen falschen Wert aus einer fehlerhaften Tabelle entnommen hat. Also sind die Berechnungen vermutlich nicht korrekt, so sein vermeintliches Urteil! Er will der Sache weiter nachgehen.

Zitat des Abiturienten: „Dazu sollten man zunächst das Emissionsvermögen von Wasser herausfinden. Immerhin 70% der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Bei der MODIS UCSB Emissivity Library bin ich fündig geworden: „Water, ice, and snow generally have a high emissivity, 0.94 to 0.99, across the thermal infrared region.”

Im langwelligem Bereich (und in diesem Bereich strahlt die Erde ab) hat Wasser also ein ziemlich hohes Emissionsvermögen von etwa 0,96-0,99. Nannte Stehlik nicht 0,67 für Wasser? Wie kommt er denn darauf? Auf seiner Internetseite verweist er auf eine Broschüre in der tatsächlich ein Emissionsfaktor von 0,67 für Wasser bei 40°C genannt wird. Wie diese Zahl zustande kommt, kann ich nicht sagen. Ich habe deshalb eine E-Mail an der Ersteller der Broschüre geschickt und werde hier berichten, sobald ich eine Antwort erhalte. Jedenfalls nennen alle andere Quellen, die ich auftreiben konnte, ein Emissionsvermögen von Wasser deutlich über 0,9. So nennt diese Arbeit für von Wind aufgeraute Meere ein Emissionvermögen von 0,97 bis 0,98. Und auch dieser Tabelle können 0,96 bis 0,98 entnommen werden.

Die Skeptiker scheinen sich übrigens noch nicht so ganz einig zu sein, weshalb der Treibhauseffekt nun nicht existiert…

Soweit sogut. Die Suche des Abiturienten war anscheinend erfolgreich, oder doch nicht? Richtig ist, der Emissionsgrad von Wasser bei Abstrahlung in einem Halbraum beträgt, den einschlägigen Tabellen nach, zwischen 0,93-0,98. Aber: Der Emissionsgrad von Wasser bei senkrechter Abstrahlung beträgt genau 0,67, also exakt der Wert, den Herr Stehlik (bzw. der Urheber Herr Ebel) in seinen Berechnungen angesetzt hat. U.a. nachzulesen in Berber/Kacher/Langer Physik-Formeln-Tabellen B.G. Teubner Stuttgart 1986. Dieses Buch habe ich noch aus meiner Schulzeit. Weiterhin ist der Emissionsgrad von Sand und Gestein weitaus geringer, als der von Wasser, somit ist die Erde nicht als “Schwarzer Körper”, sondern folgerichtig als “Grauer Körper”, mit geringerer Ausstrahlungsleistung zu betrachten.

Fazit: Auf besonders unschöne Art und Weise wird versucht die Klimakritiker in ein schlechtes Licht zu stellen.

Bedenklich finde ich zudem folgende Aussagen des Abiturienten und Politikstudenten:

„IqRS, bleibt lieber anonym und schreibt unter anderem bei Wikipedia.“

Weiter der Politikstudent:

„Vor allem aber schreibe ich regelmäßig bei Wikipedia zum Thema Klimawandel. Artikel wie Globale Erwärmung oder Folgen der globalen Erwärmung stammen zu nicht unwesentlichen Teilen aus meiner Feder. Im Sommer 2007 schreibe ich außerdem eine Masterarbeit zur globalen Umweltgerechtigkeit oder Umweltethik und der globalen Erwärmung.“

Written by admin

Sonntag, 17 Februar, 2008 at 16:09

Veröffentlicht in Klimawandel

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