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Ein Umweltphysiker im Klimawandel

Der Eisbär

with 26 comments

 

Der Eisbär ist das zur Zeit populärste Opfer der drohenden Klimakatastrophe. Deshalb wurde er zum Symboltier ernannt, dem “das Wasser bis zum Hals steht.” Hier eine humorvolle Kolumne von Dirk Maxeiner, präsentiert im Deutschlandfunk unter dem Beitrag „Warmzeit, Eiszeit, Endzeit“ (31.12.2007):

 

Am 5. Dezember feierte Eisbär Knut seinen ersten Geburtstag. Sein Pfleger kredenzte dem zu einem stattlichen Halbstarken herangewachsenen Tier eine Geburtstagstorte aus Salatblättern und Gemüse. Der weiße Knuddel war 2007 der Deutschen liebstes Tier und geriet alsbald auch in die Fänge der Politik. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel adoptierte Knut als Maskottchen für das Weltklima: “Kaum ein Tier symbolisiert die Folgen des Klimawandels so deutlich wie der Eisbär. Ohne Eis kein Eisbär”, so Gabriel.

 

Knut und seine wild lebenden Verwandten prägten die Medienlandschaft des Jahres wie kein zweites Lebewesen. Praktisch keine Zeitung kam ohne Eisbären-Fotos aus. Mit einem Pfotenstreich wischten die weißen Zottel Politiker und Schauspielerinnen von den Titeln. Spitzenreiter war das Motiv “trauriger Eisbär auf Scholle” gefolgt von “Eisbär steht das Wasser bis zum Hals”.

Ursus maritimus ist unaufhaltsam zum Wappentier der Klimawarner aufgestiegen. Schon Tiervater Alfred E. Brehm muss das geahnt haben, denn er schrieb, dass ihm “Feuer und Rauch ein Gräuel” seien. An anderer Stelle in seinem “Tierleben” berichtet er, wie ein Eisbär die amerikanische Flagge fraß, ganz so als habe er den amerikanischen Energieverbrauch vorhergesehen.

Auch die Medien-Meldungen 2007 über nasse Eisbär-Tatzen im Schmelzwasser verrieten viel Phantasie. Mal wurde der Eisbär aus Angst vor der globalen Erwärmung in den Kannibalismus getrieben, mal in den Selbstmord. Von hohem Unterhaltungswert war auch folgende Schlagzeile: “Verzweifelte Eisbären paaren sich aus Panik mit Braunbären”.

Nun mal eins nach dem anderen: Eisbären paarten sich schon immer mal mit Braunbären, weil sich ihre Lebensräume an den Rändern überlappen. Auch Kannibalismus wurde bei den Tieren häufiger beobachtet. Zum Selbstmord besteht hingegen keinerlei Anlass: Der Bestand der Polarbären lag nach dem Zweiten Weltkrieg bei etwa 5000 Exemplaren. Heute leben etwa 20.000 Eisbären in den arktischen Regionen. Die Tiere können über 100 Kilometer weit schwimmen, ernähren sich aber durchaus nicht nur von Robben. Im Sommer werden die weißen Riesen in blühenden Landschaften gesehen, wo sie genüsslich Preiselbeeren oder Pilze vertilgen.

Natürliche Feinde hat der Eisbär eigentlich nicht, wenn man mal vom Eskimo absieht. Einige hundert Exemplare pro Jahr werden gejagt. Sollte der Eisbär also wirklich gefährdet sein, dann wäre es am vernünftigsten, erst einmal die Jagd komplett zu untersagen. Der Eisbär ist nicht nur ein besonders großes, sondern auch ein besonders geheimnisvolles Tier, weil seine Herkunft durch die neuesten Forschungsergebnisse immer unklarer wird. Aber er wird uns wohl noch lange erhalten bleiben. In der letzten Zwischeneiszeit vor 10.000 bis 15.000 Jahren waren die Temperaturen in der Arktis erheblich höher als heute, auch in der mittelalterlichen Warmzeit war das Nordmeer zu einem guten Teil eisfrei. Ursus maritimus hat sich mit diesen Verhältnissen offenbar bestens arrangiert. Warmzeiten kamen und gingen, der Eisbär blieb.

Steckbrief zum Eisbär:

 

  • Eisbären haben sich aus Braunbären seit ca. 3 Millionen Jahren entwickelt.
  • Eisbären bewohnen seit ca. 200 000 Jahre den arktischen Bereich.

 

Vor 250000 – 100000 Jahren während der Eiszeit gelangten die Vorfahren der Eisbären in die Gegend von Sibirien. Sie entdeckten an der Küste des Polarmeeres eine neue Nahrungsquelle, die Robben. Hellere Tiere waren unauffälliger und deshalb erfolgreicher im Beutefang. So entwickelte sich im Laufe der Zeit das weißfarbene Fell. Das Fell wurde dichter als Schutz gegen Kälte und andere körperliche Veränderungen, z.B. kurzer Schwanz, Gebiss entwickelten sich. Sie breiteten sich entlang der Packeisgrenze aus.

 

  • Die Eisbären haben die letzten beiden Eiszeiten und Warmzeiten überlebt.
  • Seit der letzten Eiszeit vor ca. 10 000 Jahren hatten Sie keine Probleme im Holozänmaximum, dem wärmsten Zeitabschnitt vor ca. 7000 Jahren.
  • Sie überlebten auch die 30er Jahre des 20.Jh., in denen ähnlich hohe Temperaturen wie heute vorherrschten.
  • Seit den 50er und 60er Jahren hat sich die Eisbärpopulation mehr als verdoppelt.

 

Quellen: Siehe anliegende Grafik von egb, sowie den anliegenden Graphen zur Eisbärenpopulation

 

 

eisbaeren.jpg

 

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Written by admin

Samstag, 19 Januar, 2008 at 16:22

Veröffentlicht in Klimawandel

26 Antworten

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  1. Eisbär Flocke als Klimabotschafter

    Auch der Eisbär Flocke aus dem Nürnberger Zoo soll wie Knut aus Berlin zum Botschafter für den Klimaschutz werden. Es soll auf die globale Klimaerwärmung und das Risiko hingewiesen werden, dass die arkitsche Eisplatte schmilzt und die Tiere der Ark…

    Eisbär Flocke Nürnberg Blog

    Samstag, 19 Januar, 2008 at 20:56

  2. #1 Eisbär Flocke Nürnberg Blog
    Ja, ja die lieben Eisbären. Jetzt dürfen die wieder für jeden Mist herhalten.
    Es ist eine Schande, das Nürnberger Exemplar so zu vermarkten. Es ist ein billiger Abklatsch des Knut-Hype´s, mehr nicht.
    Damit dieser Vermarktungs-Blödsinn nicht ganz so auffällt, macht man auf Klimaschützer und spendet einen kleinen Betrag.
    Die Kleine muß die ersten Wochen erstmal überleben, Knut´s Bruder hat das nämlich nicht geschafft, dann sehen wir weiter.
    Wenn hier schon ein Tier für den Kllimawandel und seine menschlichen Irrsinnstaten herhalten soll, würde ich die Urang Uthas empfehlen.
    Die werden gerade für unser Bio-Treibstoff grausam vernichtet, damit hier in DE sich ein paar grüne besonders wertvoll fühlen dürfen.

    Ach übrigens, der obige Bericht ist natürlich auch Klasse.
    MfG

    Energie-Ossi

    Samstag, 19 Januar, 2008 at 22:53

  3. Ist ja typisch. Das Raubtier wird gehätschelt, ach, gehts denen schlecht, sie fressen sich ja schon gegenseitig auf. Die Orang’s haben da nicht so viel Mitleid der grünen Clique zu erwarten…sie sind zu menschenähnlich.

    Wetterfrosch

    Samstag, 19 Januar, 2008 at 23:09

  4. Ja Ja, Der Eisbär und seine lieben Verwandten.
    Damit nicht wieder einer daher kommt, der Eisbär wäre ohne Eis
    verloren.

    Aufgrund der Unterschiede im Körperbau wurde der Eisbär zeitweise in eine eigene Gattung Thalarctos eingeordnet. Jüngere Systematiken ordnen ihn aber generell in die Gattung Ursus ein, zu der unter anderem auch Braunbär und Schwarzbär gezählt werden. Der nächste Verwandte des Eisbären ist der Braunbär. Neuerdings haben genetische Untersuchungen gezeigt, dass manche Braunbärpopulationen näher mit dem Eisbär verwandt sind als untereinander, so dass der Braunbär eine „paraphyletische Art“ darstellt. Diese Entdeckung wird als Musterbeispiel angeführt, um das traditionelle Artkonzept infrage zu stellen. Eigentlich müsste man nämlich den Eisbär als Unterart des Braunbären führen.
    Eis- und Braunbären sind untereinander kreuzbar und können fruchtbare Nachkommen zeugen. Eine Hybridisation zwischen beiden Arten war bislang nur von Zootieren bekannt. Am 16. April 2006 erlegte jedoch ein Sportjäger, Jim Martell aus dem US-Staat Idaho, in der Nähe von Sachs Harbour auf Banks Island (Nordwest-Territorien, Kanada) einen vermeintlichen Eisbären, dessen Fell nicht richtig weiß oder gelblich war. Das Fell des Bären zeigte eher ein sehr helles Braun, wie es bei hellen Grizzlybären vorkommt. Eine DNA-Analyse durch Experten des Umweltministeriums der Nordwest-Territorien ergab, dass es sich bei dem erlegten Tier überraschenderweise um einen Hybriden aus Eisbär und Grizzlybär (eine Unterart des Braunbären) handelte. Normalerweise verhalten sich beide Bärenarten sehr feindselig, falls sie sich überhaupt in der Arktis begegnen. Außerdem paaren sich Eisbären üblicherweise auf dem Eis und Grizzlys auf dem Festland, weshalb eine Paarung zwischen beiden Arten bislang als unwahrscheinlich galt

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Eisb%C3%A4r

    Da waren die Wiki Fälscher noch nicht am Werk

    BRK

    Sonntag, 20 Januar, 2008 at 01:12

  5. Na ja, jede Ideologie benötigt ihre Märtyrer und Ikonen, hier hat es nun mal die Bären erwischt. Es wird ihnen nichts nutzen aber auch nicht wirklich schaden. Die, die erwischt werden und wegen der erhöhten Nachfrage jetzt zusätzlich in Zoo und Zirkus auftreten müssen, haben eben Pech gehabt.

    ck42

    Sonntag, 20 Januar, 2008 at 11:38

  6. So niedlich die 2 (Knut / Flocke) als “Teddis” sind, diese Hype ist nur noch nervig. Und das arme Vieh auch noch Klimadingsbums sein soll ist im obersten Schwachsinnbereich einzuordnen und beweist, das jedes noch so idiotische Mittel zur Unterstützung des Klimawahnsinns benutzt wird. Als würde es dadurch wahrer.

    krishnag

    Sonntag, 20 Januar, 2008 at 21:53

  7. Die Populationszahlen für Eisbären sind bis heute relativ unsicher, wie diese Tabelle von der IUCN deutlich macht. Dass in den 1940er/1950er Jahren angeblich nur noch 5.000 Bären gelebt haben sollen (eine Zahl, die auf pures Raten zurückgeht), während heute 20.000 bis 25.000 geschätzt werden, wird von Andrew Derocher, dem Chair der IUCN/SSC Polar Bear Specialist Group hier geschildert. Dass Bejagung die Eisbären an den Rand des Aussterbens bringen kann, ist natürlich klar. Dass der Klimawandel es möglicherweise auch kann, wohl ebenfalls. Das eine gegen das andere ins Feld zu führen ist in den Worten Derochers so: “Comparing declines caused by harvest followed by recovery from harvest controls to declines from loss of habitat and climate warming are apples and oranges.”

    Nils Simon

    Dienstag, 22 Januar, 2008 at 14:19

  8. Hallo Herr Simon,

    hier die Daten der IUCN, auf welche Sie sich beziehen (Ihr Link ging nicht):

    Steht auf dieser Grafik in der Anlage zum Beitrag:

    http://klimakatastrophe.files.wordpress.com/2008/01/eisbaer.jpg

    IUCN 1966: About 10,000
    IUCN 2006: 20,000 – 25,000

    Am 4. Januar 2007 stand ein aufschlussreicher Artikel im Wall Street Journal. Darin wurde berichtet, wie hoch Naturschutz-Experten die Gesamtzahl einschätzen, seit man in den vierziger Jahren begann, sich für den Bestand der Tiere zu interessieren. Um den Gesamtbestand eines Wildtieres zu ermitteln, werden in abgegrenzten Gebieten Stichproben erstellt, die man dann hochrechnet.

    1950: 5000
    1965-1970: 8000 bis 10 000
    1984: 25 000
    2005: 20 000 bis 25 000

    P.S:
    Eisbären jagen nicht nur auf dem Packeis, sondern auch am Land. Dort können sie z.B. Wahlrosse besser erbeuten. Die Wahlrosse begeben sich im Sommer mit dem schwinden des Packeises an Land. Dort sind sie für Eisbären eine leichtere Beute, als im Wasser, bzw. auf Eisschollen. Dazu habe ich einen schönen Doku-Beitrag im TV gesehen. Ein Filmteam war mit einem Inuit Vater und seinem Sohn vom arktischen Frühjahr bis arktischen Spätsommer unterwegs. Eisbären ertrinken in der Regel auch nicht. Auch Al Gore zeigt dazu lediglich eine Animation in seinem Film. Eisbären sind zudem Allesfresser. Der Eisbär ist während der Wintermonate ein reiner Fleischfresser. Seine bevorzugte Beute sind Robben. Nach der Winterruhe, im Frühjahr sind es die neugeborenen Robben, die der Eisbär sogar aus deren Höhlen ausgräbt, und später die Altrobben. Am liebsten frisst der Eisbär den Speck und die Därme. Durch die Därme kommt der Eisbär zu wichtigen Nährstoffen. Außer Robben vertilgt der Eisbär auch gestrandete Wale und Walrosse. Im Sommer wird der Eisbär allerdings zum Allesfresser. Dann erbeutet er auch Lachs und Lemminge und macht auch vor Aas nicht halt. Jetzt sucht er sogar nach Beeren und Früchten. Warum sollte er also verhungern?

    Müller (Admin)

    Dienstag, 22 Januar, 2008 at 14:49

  9. Die Tabelle ist hier (jetzt hoffentlich richtig verlinkt). Nach wie vor empfehle ich dringend, das Interview mit Andrew Derocher zu lesen.

    Nils Simon

    Dienstag, 22 Januar, 2008 at 14:54

  10. @Simon #10

    Danke der Link geht jetzt. Das Interview habe ich gelesen.

    Hier nochmal ein Link zu den von mir verwendeten Daten mit Quelle:

    http://www.animalinfo.org/species/carnivor/ursumari.htm#status

    Müller (Admin)

    Dienstag, 22 Januar, 2008 at 15:07

  11. #11: Von Deinem Link kopiert:

    “Threats

    Major Threat: Research in several geographic areas indicates that the greatest threat to polar bears may be large scale ecological change resulting from climatic warming, if the trend documented in recent years continues as projected. A recent review of the status of polar bears by the IUCN’s Polar Bear Specialist Group concluded that there is the likelihood of an overall decline in the size of the total polar bear population of more than 30% within the next 35 to 50 years. The principal cause of this projected decline is climatic warming and its consequent negative affects on the sea ice habitat of polar bears. On the basis of this review, the Polar Bear Specialist Group recommended that the IUCN Red List classification of the polar bear should be upgraded from “Least Concern” to “Vulnerable.” This change was carried out in the 2006 IUCN Red List. (Polar Bear Spec. Gr. 2005, IUCN 2006)

    Climate Change: Temperatures have increased sharply in recent decades over most of the Arctic region. The average extent of sea ice cover in summer has declined by 15 – 20% over the past 30 years. A new analysis of the long-term polar bear subpopulation data base in Western Hudson Bay, Canada, confirms that the size of that subpopulation has declined from 1200 to less than 1000. The decline was apparently caused by reductions in condition and survival, especially of young bears, because climatic warming has caused the sea ice to break up about three weeks earlier now than it did 30 years ago. Thus, polar bears have less time to feed and to store the fat needed to survive on shore for four months before the ice re-freezes. Climate change is also likely to increase bear deaths directly. For example, increased frequency and intensity of spring rains is already causing some dens to collapse, resulting in the death of females and cubs. (Arctic Clim. Imp. Asst. 2004, Polar Bear Spec. Gr. 2005)

    Pollution: The Polar Bear Specialist Group also concluded that in some areas, contaminants may have an additive negative influence to the effects of climatic warming. Throughout the 1900s, numerous organic compounds were released into the global environment. Many of these compounds are resistant to physical as well as biological degradation and persist in the environment for extended periods. Their persistence allows these compounds to be spread by atmospheric and oceanic circulation, and many have concentrated in the Arctic. Polar bears, at the top of the marine food chain, can accumulate contaminants in their fat by eating ringed seals and other marine mammals which have absorbed the chemicals by eating contaminated species lower in the food chain. Many of the chlorinated compounds bond tightly to fat molecules. Polar bears are particularly vulnerable to these chemicals because they eat a fat rich diet. Seals comprise the main food of polar bears and the seal’s blubber layer is preferentially eaten by the bears; consequently, the intake of pollutants is high. High levels of chlorinated compounds and heavy metals have been found in polar bears. Recent studies have explicitly linked contaminants to polar bear health. (Amstrup 2004, Arctic Clim. Imp. Asst. 2004, Polar Bear Spec. Gr. 2005, IUCN 2006)”

    Nils Simon

    Dienstag, 22 Januar, 2008 at 18:46

  12. Und meine besondere Empfehlung zur Eisbären-Debatte: Stirling and Derocher 2007: Melting Under Pressure. The Real Scoop on Climate Warming and Polar Bears (PDF). Der recht kurze Text geht nach einer hervorragenden Zusammenfassung der Diskussion über Klimawandel und Eisbären weiter hinten auch auf einige von Müllers Argumenten ein, darunter auf S. 27-43:

    “Media Mix-ups
    Against this extensive backdrop of long-term studies that document the negative effects of continued climate warming on sea ice and polar bears, and projections by the IPCC that those trends will continue, the press continues to cite minority contrarian opinions as if they have equal credibility. One oft repeated example is, “Of the 13 [polar bear populations] in Canada, 11 are either stable or increasing in size” (e.g., Edmonton Journal, 31 December 2006, among other publications). In fact, at the 2005 meeting of the IUCN Go to wildlifejournals.org to link to article for references and further reading.

    Polar Bear Specialists Group in Seattle, scientists and managers from the fi ve Arctic nations with polar bears unanimously agreed to a status report that concluded that of the 13 populations within Canada, or shared with Greenland, two were severely depleted from previous overharvesting
    and were being managed for recovery, fi ve were declining, and the rest were recorded as stable,
    except for one which was reported as increasing based on a computer projection model using extrapolated demographic data.

    Another regularly repeated statement is that climate warming may be good for polar bears and that they will just adapt somehow and switch to terrestrial diets, including berries. It is possible that in the short term, the sea ice habitat of polar bears in the heavy ice of the farthest northern areas of Canada and Greenland, over the continental shelf, may improve temporarily as the climate continues to warm. However, as the patterns of ice loss mirror those in more southerly areas, the bears will ultimately be negatively affected as well. Similarly, even if there is little ice remaining, some polar bears may be able to augment their diets and survive for variable periods of time by scavenging, preying periodically on larger marine mammals such as walruses, and eating vegetation as available. However, research has shown that the large size of coastal Alaskan brown bears cannot be attained solely by eating berries (Welch et al. 1997) and, further, that large body mass is closely related to the amount of animal matter in the diet (Hilderbrand et al. 1999). It is particularly telling that the smallest black bears and brown bears in the world are found in the Arctic tundra near the coast of northern Labrador and the Beaufort Sea, respectively, because terrestrial food resources at high latitudes are meager. Polar bears are large animals and they got that way by eating seals, not berries. Their survival in anything like the large numbers present today is dependent on large and accessible seal populations and vast areas of ice from which to hunt.”

    Nils Simon

    Dienstag, 22 Januar, 2008 at 19:45

  13. Hallo Herr Simon,

    danke für die Quelltexte. Ich habe sie jedenfalls alle gelesen :)

    Für Besuscher wird das zu viel Text sein. Bitte, bitte in Zukunft für mich und Besucher verlinken.

    Hier noch mal meine Quelldaten mit Veröffentlichungen:

    Population Estimates:

    * WORLD
    o 1965: About 10,000 (IUCN 1966)
    o 1967: About 10,000 (Schuhmacher 1967)
    o 1972: Roughly estimated at 20,000 (DeMaster & Stirling 1981)
    o 1983: Perhaps 20,000 (Nowak & Paradiso 1983)
    o 1996: 20,000 – 30,000 (Watson 1996)
    o 1997: 22,000 – 27,000 (Garner 1997)
    o 1998: 22,130 – 27,030 (Truett & Johnson 2002)
    o 2001: At least 22,000 (Schliebe 2001)
    o 2002: 21,500 – 25,000 (Lunn et al. 2002)
    o 2005: 20,000 – 25,000 (Polar Bear Spec. Gr. 2005)
    o 2006: 20,000 – 25,000 (IUCN 2006)

    Weiter z.B. aus dem Wall Street Journal vom 3.1.2007:

    “… 5,000 to 10,000 bears in the 1950s and 1960s.”

    “A 2002 U.S. Geological Survey of wildlife in the Arctic Refuge Coastal Plain concluded that the ice bear populations “may now be near historic highs.” One of the leading experts on the polar bear, Mitchell Taylor, the manager of wildlife resources for the Nunavut territory in Canada, has found that the Canadian polar bear population has actually increased by 25% — to 15,000 from 12,000 over the past decade.”

    Und hier noch mal die Zusammenfassung:

    * Die Eisbären haben die letzten beiden Eiszeiten und Warmzeiten überlebt.

    * Seit der letzten Eiszeit vor ca. 10 000 Jahren hatten Sie keine Probleme im Holozänmaximum, dem wärmsten Zeitabschnitt vor ca. 7000 Jahren.

    * Sie überlebten auch die 30er Jahre des 20.Jh., in denen ähnlich hohe Temperaturen wie heute vorherrschten.

    * Seit den 50er und 60er Jahren hat sich die Eisbärpopulation mehr als verdoppelt.

    MfG

    Müller (Admin)

    Dienstag, 22 Januar, 2008 at 21:06

  14. @Nils Simon in “Deinem” Wikiartikel über den Polarbär wird zwat Taylor erwähnt, aber das wichtigste fehlt:

    The evidence for climate change effects on polar bears described by Flannery is incorrect. He says polar bears typically gave birth to triplets, but now they usually have just one cub. That is wrong.

    [..]

    One polar bear population (western Hudson Bay ) has declined since the 1980s and the reproductive success of females in that area seems to have decreased. We are not certain why, but it appears that ecological conditions in the mid-1980s were exceptionally good.

    Climate change is having an effect on the west Hudson population of polar bears, but really, there is no need to panic. Of the 13 populations of polar bears in Canada , 11 are stable or increasing in number. They are not going extinct, or even appear to be affected at present.

    It is noteworthy that the neighbouring population of southern Hudson Bay does not appear to have declined, and another southern population ( Davis Strait ) may actually be over-abundant.

    Das sagt:
    Dr. Mitchell Taylor
    Polar Bear Biologist,
    Department of the Environment,
    Government of Nunavut , Igloolik , Nunavut , Canada
    Mehr hier

    krishnag

    Dienstag, 22 Januar, 2008 at 21:38

  15. @Nils Simon

    Derocher et al. (2004) provides a rational but speculative consideration of anticipated
    effects of climate change on polar bears. The evidence from long term studies of the WH
    polar bear population provides strong evidence for both an effect of climate change and
    the mechanism by which demographic rates have been reduced by diminished sea ice
    cover. However, initial mark-recapture results from the neighboring Southern Hudson
    Bay (SH) population do not support these results.

    Eine recht komplexe Auseinandersetzung mit der Eisbär”problematik” von Taylor
    betreffend
    Re: Proposed up-listing of polar bear to “threatened status” under the
    U.S. Endangered Species Act

    krishnag

    Dienstag, 22 Januar, 2008 at 21:50

  16. Müller, die Zahlen der 1950er und 1960er sind pure Ratespiele, wie Derocher betont: “The early estimates of polar bear abundance are a guess. There is no data at all for the 1950-60s. Nothing but guesses.” Deshalb bringt es auch nichts, sie mehrfach zu wiederholen. Die ersten verlässlicheren Angaben fangen in den 1970ern an und liegen bei 20.000+. Aber selbst wenn die in den 1950ern geratenen 5.000 richtig wären (was wir nie erfahren werden), ändert es nichts daran dass Bejagung und Klimawandel zwei verschiedene Bedrohungen sind. Dass die eine zurückgeht, lässt die andere doch nicht schwächer werden. Und wenn Du mir beweist, dass im Holozän in der gesamten Arktis Temperaturen herrschten, die denen im 21. oder 22. Jahrhundert wahrscheinlichen geähnelt haben, dann glaube ich auch gerne dass den Eisbären möglicherweise nur Ungemach, nicht aber das Aussterben blüht. Nun, dass sie aussterben werden denke ich jetzt auch nicht. Dass ihnen der Klimawandel aber am weißen Eisbärpopo vorbeigehen wird, das wird sicherlich nicht der Fall sein.

    Nils Simon

    Dienstag, 22 Januar, 2008 at 22:14

  17. Trotz der scheinbaren Brutalität dieser Maßnahmen sind Eisbären die einzige Art, die ein eigenes, maßgeschneidertes internationalesVertragswerk schützt. Das 1973 unterzeichnete Abkommen über den Schutz und die Erforschung der Polarbären hat dazu geführt, daß die Population seitdem von rund 5000 auf etwa 25.000 Tiere weltweit angestiegen ist.

    Greenpeace
    Nicht das das von Bedeutung wäre, was Greenpeace sagt, interessant, das Du denen widersprichst :-))

    http://www.artensterben.de sagt:

    Eisbaer / Polarbaer (Ursus maritimus) 22.100 – 27.000 stabil

    krishnag

    Dienstag, 22 Januar, 2008 at 22:34

  18. Hallo Herr Simon,

    “Und wenn Du mir beweist, dass im Holozän in der gesamten Arktis Temperaturen herrschten, die denen im 21. oder 22. Jahrhundert wahrscheinlichen geähnelt haben, dann glaube ich auch gerne dass den Eisbären möglicherweise nur Ungemach, nicht aber das Aussterben blüht.”

    Na da verweise ich direkt auf diesen Beitrag von Ihnen in Ihrem Blog und den Temperaturverlauf im Holozän in Grönland :)

    http://globaleumweltpolitik.wordpress.com/2007/12/25/pflanzenreste-unterm-gletscher/

    Und hier die gemessenen Grönlandtemperaturen der letzten knapp 150 Jahre:

    http://klimanotizen.de/assets/images/2004.11.12_unbenannt.gif

    MfG

    Müller (Admin)

    Dienstag, 22 Januar, 2008 at 23:02

  19. Den Unterschied zwischen der “gesamten Arktis” und “Grönland” brauche ich nicht zu erklären, oder? Aber selbst im warmen Holozänen Optimum (das keineswegs global einheitlich verlief) wurden in Grönland Temperaturen gemessen, die weit unter denen lagen, welche dort im Laufe des 21. Jahrhunderts erwartet werden.

    Nils Simon

    Mittwoch, 23 Januar, 2008 at 12:30

  20. Hallo Herr Simon,

    hier die globale Mittelung aus Temperaturmessungen von Bohrlöchern weltweit (wobei mehr auf der NH liegen).

    http://scienceblogs.com/stoat/upload/2007/02/huang.png

    Im Optimum des Holozän lagen die Temperaturen der “gesamten Arktis” im Mittel ca. 2°C höher als heute. Örtliche und zeitliche Variationen im Klima gab und gibt es dabei immer.

    Es war u.a. mein Job solche Temperaturrekonstuktionen zu erstellen.

    Sie sagen:

    “Aber selbst im warmen Holozänen Optimum (das keineswegs global einheitlich verlief) wurden in Grönland Temperaturen gemessen, die weit unter denen lagen, welche dort im Laufe des 21. Jahrhunderts erwartet werden.”

    Ja was so alles erwartet wird :)

    Kristallkugelwissenschaften :)

    Fakt ist: In der Nachkriegszeit wurde es in der Arktis wärmer und die Eisbärenpopulation ist angestiegen.

    Ich halte mich an die Fakten und nicht an die Propheten :)

    Müller (Admin)

    Mittwoch, 23 Januar, 2008 at 13:23

  21. Eisbären sin vom ausstärben bädrohrt helfen sie mit unterstützen sie die WWF

    Vicky

    Mittwoch, 27 Februar, 2008 at 09:06

  22. #23
    …da werden sie geholfen.

    Wetterfrosch

    Mittwoch, 27 Februar, 2008 at 22:10

  23. #24, die Meldung zu nr 23 ist superqualifiziert,

    und deinen nächste wird dann wohl “blop” sein ne!

    neu-zeit

    Donnerstag, 28 Februar, 2008 at 23:22

  24. das gute an idiotischen politikern ist ja dass man weiss
    das es nicht stimmt wenn sie was sagen.
    die meisten von uns (!) sind ja einfach mal so an zahlen interssiert und nicht an irgendwelchen spielchen um eben diese.
    darum würd ich einmal wie oben erwähnt sarah palin`s behauptung um die gestiege zahl in “ihrem” alaska nennen,
    welche sie anbiedernder weise als hobbyjägerin einstreute; nur das dass mit der bereits stadtfindenden
    manipulation ihres eigentlichen habitats zusammenhing und die tiere verstärkt in andere gebite vorgedrungen wahren.
    dessweiteren vermute ich, dass weissbär lebensräume besser besucht sind als damals, durch die moderne schiffahrt, dass andere moderne mittel einsatz finden,
    evtl. doppelzählungen stadtfinden usw., kein grund seiner eigenen logischen denke nicht zu trauen.

    jaja die amis

    Sonntag, 11 Oktober, 2009 at 23:42

  25. Lustig!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    #

    Joe Bauer

    Montag, 27 Juni, 2011 at 14:59


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